Papst Benedikt XVI. ist „Einer, der authentisch lebt“ - Bischof Schraml segnet Geburtshaus


Papst als "genialen Lehrer der Theologie" gewürdigt – Die Menschen spüren: "Hier ist einer, der authentisch lebt" – Bedeutung der Familie besonders unterstrichen – Papst-Geburtshaus bis Oktober geöffnet

Passau/Marktl (iop). Der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml hat das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. in Marktl am Inn gesegnet und damit offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am Sonntag, 15. April, brachte der Bischof im Zimmer, in dem Papst Benedikt XVI. am 16. April 1927 geboren wurde, ein Kreuz an. Beim Gottesdienst im Geburtsort des Papstes mahnte der Bischof die Bedeutung der Familie an. Die auf die Ehe gegründete Familie sei das "kostbarste Gut der Menschheit", sowie "Keimzelle und Stützpfeiler der Gesellschaft".

Der Passauer Oberhirte würdigte Benedikt XVI. als "genialen Lehrer der Theologie". Der Papst bezeuge die österliche Existenz des Christen durch sein Leben als Mensch und Christ und schließlich als Bischof und Papst. Die Menschen, so der Oberhirte des Bistums, in dem Benedikt XVI. vor 80 Jahren geboren wurde, würden spüren: "Hier ist einer, der authentisch lebt". Das würden sie auch in der Begegnung mit dem Papst erfahren, in seiner Verkündigung und in der Feier der hl. Liturgie der Kirche. Auf seine unverwechselbare Weise lade Papst Benedikt zur Begegnung mit Christus ein, sagte Wilhelm Schraml beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Oswald, in der der Papst noch am Geburtstag getauft wurde. Papst Benedikt XVI. sei ein Nachfolger des hl. Petrus, "der seine Kirche auf eine gute Weide führt, der seine Kirche von Herzen liebt", und der - mit den Worten des Papstes ergänzte der Bischof – "den Schafen das wahrhaft Gute geben, die Nahrung von Gottes Wahrheit, von Gottes Wort, die Nahrung seiner Gegenwart, die er uns in den heiligen Sakramenten schenkt". Zum 80. Geburtstag wünschte der Passauer Bischof dem Heiligen Vater Gesundheit und Segen für das Wirken, sowie den "mütterlichen Schutz der Gottesmutter Maria".
 

Zukunft der Familie – Zukunft der Menschheit

In der Predigt ging der Bischof im Geburtsort und in der Taufkirche des Papstes besonders auf die Bedeutung der Familie und das Sakrament der Taufe ein. In der Familie als "Kirche im Kleinen", so der Bischof, müsse wachsen, "was im Leben einmal Frucht bringen soll". Wilhelm Schraml wörtlich: "Die auf die Ehe gegründete Familie ist das kostbarste Gut der Menschheit". Sie sei Keimzelle und Stützpfeiler der Gesellschaft wie der Kirche. "Die Zukunft der Menschheit geht über die Familie", unterstrich der Bischof. Er erinnerte an den Glauben, den der Papst in seiner eigenen Familie habe erfahren dürfen.
 

Taufe: Als österliche Menschen leben

Die Taufe bezeichnete der Bischof als "urpersönliches eigenes Osterfest". So oft man sich mit dem Weihwasser bekreuzige, werde man an die Taufe und die Würde als Christ erinnert. Der Bischof empfahl den Taufschein als "Dokument unseres persönlichen Ostern" in die Hand zu nehmen und als "österliche Menschen" zu leben. Deren Aufgabe sei es, sich ganz auf Christus hin zu öffnen, den Frieden des Auferstandenen in die Welt zu tragen und das Reich Gottes in der Welt zu bauen. Der Glaube, so der Bischof, sei aber "nicht einfach Zugehörigkeit zur Kirche oder ein flüchtiges Ja-Sagen zu einigen Glaubenssätzen". Glaube, so Wilhelm Schraml, "ist Anerkennung des gekreuzigten und auferstandenen Christus als Herrn und Gott". Zu Beginn der Eucharistiefeier bekreuzigte sich der der Passauer Oberhirte mit Weihwasser, aus jenem Taufstein, an dem der Papst vor 80 Jahren getauft wurde. Der Bischof besprengte mit dem Weihwasser auch die Gläubigen. Nach dem Gottesdienst zogen die Gläubigen in festlicher Prozession zum Geburtshaus. Bischof Schraml segnete die Räume und brachte im Geburtszimmer des Papstes sowie in einem weiteren Raum jeweils ein Kreuz an, das aus den Holzbalken des Hauses gefertigt wurde.
 

Bischof Schraml gratuliert dem Papst zum 80. Geburtstag:

Der Passauer Bischof sprach dem Papst für das Bistum die herzlichen Glückwünsche aus. Das fürbittende Gebet der Gläubigen der Diözese Passau werde "unseren Heiliger Vater zu seinem 80. Geburtstag und darüber hinaus begleiten". Gerade an seinem Geburtstag wisse man sich dem Papst tief verbunden. Der Bischof wörtlich in einer Grußbotschaft, die im L’Osservatore Romano erschienen ist : "Der Kirche ist mit Papst Benedikt XVI. ein Hirte geschenkt, dessen Freude am Glauben begeistert und der erfahrbar macht, dass es eine tiefe innere Freude ist, in der Kirche Jesu Christi sein und wirken zu dürfen, zusammen mit allen Gläubigen und zu erfahren: 'Wer glaubt, ist nicht allein!'"

Das Geburtshaus des Papstes in Marktl am Inn, so der Bischof, sei eine "Stätte der Begegnung" und ein "Ort, an dem Person und Amt unseres Heiligen Vaters gewürdigt werden". Es komme dort in geeigneter Weise zum Tragen, "wie der junge Joseph Ratzinger aufgewachsen ist, wie prägend die Erfahrung einer tief gläubigen Familie war und von Eltern, die für ihre Kinder Zeugen des Glaubens waren". Man werde die Biographie betrachten mit seinem Studium, dem späteren Wirken als Theologieprofessor, als Erzbischof von München-Freising und schließlich als "Diener der Wahrheit" im Amt des Kardinalpräfekten der Glaubenskongregation in Rom.

Das Geburtshaus des Papstes ist bis Oktober von Dienstag bis Freitag von 14.00 bis18.00 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Montags, außer an Feiertagen, ist geschlossen; dies auch von November bis 18. März. Die drei Räume im Erdgeschoss widmen sich dem Ort Marktl und den Lebensstationen des Papstes. Im Obergeschoss stehen das Wirken des Theologen Joseph Ratzinger beim II. Vatikanischen Konzil und sein Wirken als Papst Benedikt XVI. im Mittelpunkt.
 

Montag, 16. April: Zum Geburtstag des Papstes Gottesdienste in Marktl und Passau

Am Geburtstag von Papst Benedikt XVI., am Montag, 16. April, feiert Bischof Schraml um 19.00 Uhr im Passauer Stephansdom einen Pontifikalgottesdienst. In Marktl treffen sich die Gläubigen bereits um 4.00 Uhr früh. Joseph Aloisius Ratzinger war nach Angaben im Taufbuch um 4.15 Uhr geboren worden. Vom Geburtshaus ziehen die Gläubigen mit Lichtern zur Kirche und erneuern dort ihr eigenes Taufgelübde. Die Kinder schicken dann bunte Luftballons mit Glückwünschen für den Papst auf die Reise. Am Abend wird beim Gottesdienst um 19.30 Uhr eine Messe uraufgeführt, die Ortspfarrer Josef Kaiser für den Anlass komponiert hat.


Donnerstag, 19. April

Am Donnerstag, 19. April, erinnert man sich bei einem Symposion im "Haus der Begegnung" in Burghausen an den Tag der Papstwahl. Die Veranstaltung beginnt um 15.00 Uhr und endet symbolisch um 18.00 Uhr mit einer Vesper. Gegen 17.45 Uhr war am Dienstag, 19. April 2005 weißer Rauch aufgestiegen. Um 18.47 Uhr trat Papst Benedikt XVI. auf den Balkon des Petersdomes, seit 482 Jahren wieder einer Deutscher auf dem Heiligen Stuhl. Bei dem Symposion sprechen Theologen aus dem Schülerkreis, wie der Salvatorianerpater und Fundamentaltheologe Prof. Dr. Stephan Horn, und Wegbegleiter des Papstes. Referent ist Prof. Dr. Hansjürgen Verweyen.
 

Sonderzug zum Papst

Von Montag, 3., bis Samstag, 8. September, findet die zentrale Diözesanwallfahrt nach Rom statt. Am Mittwoch nehmen die Pilger an der Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. teil. Die Wallfahrt unter Schirmherrschaft von Bischof Schraml bildet auch den Schlusspunkt der Feiern zum 600-jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung des Passauer Domes. Die Grundsteinlegung von St. Stephan und die Begegnung mit dem Papst als dem Grundstein, auf dem die katholische Kirche gründet, sollen zu einem Fest des Glaubens werden, wünscht sich der Diözesanbischof. Interessierte können sich beim Caritasverband für die Diözese Passau e.V., Susanne Zauner, Tel.: 0851/392-121 (vormittags) und Fax: 0851/9297921, anmelden.
 

Wolfgang Duschl