Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum
Papstbesuche in Altötting: Pius VI. , Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
Als Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006 nach Altötting kam, war er der dritte Papst, der den Wallfahrtsort besuchte. Es gibt weltweit nur wenige Orte, die sich freuen dürfen, von drei Päpsten besucht worden zu sein.
1782 kam mit Pius VI. zum ersten Mal ein Papst in die Stadt. Die damalige Zeit der Aufklärung ist geprägt von einer kirchenfeindlichen Politik von Kaiser Joseph II., der den Papst in Wien nur wenig freundlich in Empfang nimmt. Auf der Heimreise macht Pius Station in Altötting und feiert einen Gottesdienst in der Gnadenkapelle.
Knapp 200 Jahre dauert es, bis wieder ein Oberhaupt der katholischen Kirche den Weg nach Altötting einschlägt. Der Besuch von Papst Johannes Paul II. am 19. und 20. November 1980 wird zu einem großen geistlichen Ereignis in der Wallfahrtsstadt. "Mit Euch komme ich als Pilger zur Gnadenkapelle von Altötting. Mit Euch freue ich mich über die Gegenwart des Herrn Kardinals Joseph Ratzinger… Solch liebende Verbundenheit lässt mich heute, am Kirchweihfest von St. Peter und Paul in Rom, bei Euch wie zu Hause sein", sprach er zu den Gläubigen. Noch heute erinnern die "Papst-Linde", die er selbst am Bruder-Konrad-Platz gepflanzt hat, das Papst-Zimmer, in dem er nächtigte, sowie eine überlebensgroße Bronzeskulptur an den Besuch von Johannes Paul II.
Papst Benedikt XVI. weiß sich seit seiner Kinderzeit mit der Gottesmutter Maria und mit der Wallfahrt in Altötting verbunden. Der Heilige Vater spricht ausdrücklich von dem "altehrwürdigen Marienheiligtum" und "großen Wallfahrtsort für Bayern". Über Altötting schreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche: "Ich habe das Glück, ganz in der Nähe von Altötting geboren zu sein. So gehören die gemeinsamen Wallfahrten mit meinen Eltern und Geschwistern an den Gnadenort zu meinen frühesten und schönsten Erinnerungen…". Bei seinem unvergesslichen Besuch im September 2006 hat er den Bischofsring, den er bis zu seiner Papstwahl trug, vor dem Altöttinger Gnadenbild niedergelegt. Heute ist dieser Ring am Zepter der Muttergottes-Statue angebracht. Auch mit der Anbetungskapelle, in der Benedikt XVI. im September 2006 als Erster das Gebet vor dem Allerheiligsten aufnahm, ist die Verbindung unterstrichen. Darüber hinaus hat der Papst zugestimmt, dass die "Neue Schatzkammer" in dem ab Mai 2009 das Wallfahrtsgeschehen museal aufbereitet wird, den Namen "Haus Papst Benedikt XVI." tragen darf.
In Altötting finden sich Spuren weiterer Päpste, die zwar nicht persönlich dort waren, die aber der Wallfahrt wertvolle Geschenke und Weihegaben überließen. Papst Pius IX. stiftete 1854 eine mit Edelsteinen verzierte Ampel und seinen Kelch für die Gnadenkapelle. Papst Pius X. erhob die Wallfahrtskirche St. Anna 1913 in den Rang einer päpstlichen Basilika und ist auf dem Hochalterbild verewigt. Jahre zuvor (1907) ließ er einen Kelch überbringen. Papst Pius XII. schickte der Heiligen Kapelle 1957 ebenfalls seinen Messkelch mit Elfenbein-Miniaturschnitzarbeiten.
Wolfgang Duschl




