Menu

"Der Papst hat uns alle ermutigt"


Am Sonntag auf dem Petersplatz, am Montag Vormittag dann zurück und zum Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz und am Dienstag wieder im Bistum Passau unterwegs. Diözesanbischof Wilhelm Schraml hat in diesen Tagen die ganze Spannweite der katholischen Kirche erlebt. Der Bischof kehrt tief beeindruckt aus Rom zurück. In der aktuellen Ausgabe des Passauer Bistumsblattes berichtet er im Interview davon.
 

Bistumsblatt: Wenn Sie die Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. mit kurzen Worten charakterisieren müssten?

Bischof Schraml: Ergriffene Freude und persönliche Ermutigung.

Bistumsblatt: Was haben Sie für sich persönlich mitgenommen vom Petersplatz?

Bischof Schraml: Dass unsere Kirche lebendig ist und dass sie jung ist. Das hat unser Heiliger Vater in seiner wegweisenden Predigt deutlich herausgestellt. Das hat man am Petersplatz genau so gespürt.

Bistumsblatt: Welche Worte sind Ihnen noch besonders in Erinnerung?

Bischof Schraml: Habt keine Angst, schaut auf Christus und geht weiter mit Christus. Das heißt, in Kontinuität mit Papst Johannes Paul II. für unsere Kirche: Gefestigt im Inneren hinaus in die Welt zu gehen.

Bistumsblatt: Bei diesem Gottesdienst konnten Sie die Weltkirche direkt erleben.

Bischof Schraml: Wir haben uns erlebt als die eine Kirche mit dem einen Glauben und dem Papst als Garanten für die Einheit.

Bistumsblatt: Diese Feier hat Sie tief beeindruckt?

Bischof Schraml
: Ja, schon. Es war großartig und faszinierend zu spüren: Du darfst in dieser Kirche sein und für diese Kirche arbeiten; Du gehst Deinen Weg nicht allein, sondern mit Christus; und in Christus verbunden bist Du mit vielen anderen unterwegs auf dem Pilgerweg des Lebens.

Bistumsblatt: Wie haben Sie den Heiligen Vater erlebt?

Bischof Schraml: Ich durfte in der ersten Reihe Platz nehmen und damit dem Papst nahe sein. Er hat das Charisma, die Botschaft Jesu in der Kirche klar und fundiert zur Sprache zu bringen. Er war in sich gesammelt und strahlte Gelöstheit aus, herzliche Freude. Wir spürten: Er mag die Menschen und die Menschen mögen ihn.

Bistumsblatt: Wie reagierte denn die römische Bevölkerung?

Bischof Schraml: Die Römer sind von ihrem Bischof – der Papst ist der Bischof von Rom – begeistert. Sie haben ihren „Papa Benedetto“ fest ins Herz geschlossen. Und das gilt auch für alle, die an diesem Tag in Rom waren und sich mit dem Papst verbunden wissen.

Bistumsblatt
: Sie haben bestimmt besonders auf die Liturgie geachtet.

Bischof Schraml: Also das war schon meisterhaft. Zu Beginn der feierliche Zug aus St. Peter heraus und dann immer wieder diese weltumspannenden Elemente. Das war eine Liturgie, die zusammenführt. Es war Liturgie der Kirche, die zum Wesentlichen führt: zu Christus. Besonders beeindruckt war ich, als dem Heiligen Vater das Pallium umgelegt wurde und er sich den Fischerring ansteckte.

Bistumsblatt: Wenn Sie zum Schluss - so kurz wie eingangs - zusammenfassen.

Bischof Schraml
: Der Papst hat uns alle ermutigt, wir gehen gestärkt nach Hause.
 

Das Interview führte Wolfgang Duschl