Bischof Dom Bastos besucht Bistum Passau


Bischof Dom Bastos aus Brasilien besucht die Partnerdiözese Passau
Seit 40 Jahren Partnerschaft und Solidarität mit Alagoinhas – Begegnungen in den Pfarreien – Priesterweihe in Passau mit Bischof aus Brasilien

  Passau (iop). Seit vierzig Jahren verbindet die Bistümer Passau und Alagoinhas eine Partnerschaft. Das Band zwischen den so unterschiedlichen Diözesen im Nordosten Brasiliens und in Niederbayern ist fest geknüpft. Nun kommt Bischof Dom Paulo Romeu Dantas Bastos am Sonntag, 21. Juni, nach Passau. Für den Passauer Bischof Wilhelm Schraml ist „die Kirche nur missionarisch zu begreifen“. Missionarischer Einsatz gehört für ihn „zu unserer christlichen Identität“. Aber nicht als Einbahnstraße. „Wir gehören selbst zu den Beschenkten“, betont der Passauer Oberhirte. Seit Jahrzehnten arbeiten Priester und Mitarbeiter aus dem Bistum Passau in Brasilien. Zur Zeit sind dies Bernhard Kraus sowie die Erzieherin Rosmarie Obermaier-Santos. In der Kathedrale von Alagoinhas sind auch Reliquien des Passauer Diözesanpatrones, des heiligen Bruder Konrad, aufbewahrt. Mit dieser Partnerschaft ist erfahrbar: Weltkirche ist keine abstakte Größe.

Die solidarische Partnerschaft geht zurück in die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dort knüpften Bischof Simon Konrad Landersdorfer und sein brasilianischer Amtsbruder Dom Eugenio Lobes von Salvador erste Kontakte. Bald erfolgten Einladungen in den Nordosten Brasiliens. Am 20. März 1967 fiel die Entscheidung, ein erstes Team nach Brasilien zu schicken. Die Diözese Alagoinhas selbst ist dann 1974 gegründet worden. Sowohl der inzwischen verstorbene Bischof Dr. Antonius Hofmann, als auch Altbischof Dr. Franz Xaver Eder förderten den Austausch. Diözesanbischof Wilhelm Schraml hat bereits als Weihbischof und Kolpingpräses in Regensburg Kontakte zur Kirche in Brasilien geknüpft und sich vor Ort kundig gemacht.

Bischof Schraml macht von 9. bis 17. Juli einen pastoralen Gegenbesuch in Alagoinhas. Dabei begleiten ihn unter anderem Dompropst Dr. Hans Wagenhammer, Vertreter des Referates Mission, Entwicklung und Frieden, frühere Missionare sowie Wolfgang Beier als Vertreter des Passauer Diözesanrates.

Zahlen verdeutlichen den Unterschied in der pastoralen Ausrichtung und der konkreten Seelsorge. Das Bistum Alagoinhas hat 15796 Quadratkilometer Passau 5442. Dort sind insgesamt 50 Priester in 28 Pfarrverbänden (fünf Dekanate) für 620 000 Katholiken verantwortlich. Hier sind es 117 Pfarrverbände (17 Dekanate), in denen 330 Priester Dienst tun. Hauptamtliche pastorale Mitarbeiter, 199 im Bistum Passau, gibt es in der brasilianischen Diözese gar nicht. Die Schwerpunkte der Seelsorge in Brasilien liegen im Bereich der Landbevölkerung, sowohl für die Kleinbauern als auch die verarmten Landlosen und im Bereich der Kinder- und Jugendseelsorge mit besonderem Blick auf die Straßenkinder. Passauer Missionare betreuen zudem Senioren in einem Heim und kümmern sich speziell um die Integration von taubstummen Kindern. (Quelle: Infobroschüre „40 Jahre missionarische Partnerschaft der Diözesen Alagoinhas und Passau“)

BU: Die Bischöfe Dom Paolo und Wilhelm Schraml mit Priestern und Mitarbeitern, die in Brasilien gewirkt haben und wirken.