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Alte Schatzkammer - Anbetungskapelle


Altötting ist ein Wallfahrtsort, der seit jeher auf ganz besondere Weise mit der Gottesmutter Maria verbunden ist. Die Gläubigen kommen aus verschiedensten Beweggründen nach Altötting, aber dort suchen sie vor allem eines - Maria. Und diese zeigt sinnbildlich auf den Sohn Jesus Christus. „Die Begegnung mit der Gottesmutter Maria führt zur Begegnung mit Christus, in der Eucharistie und in der eucharistischen Anbetung Christi vor der ausgesetzten Monstranz“, betont der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml. Deshalb hat er sich dafür eingesetzt, dass die Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten im Wallfahrtsort einen zentralen und besonderen Platz bekommt.

Zum Besuch des Heiligen Vaters war in der „Alten Schatzkammer“ die neue Anbetungskapelle fertig gestellt, in der Pilger täglich dem „eucharistischen Christus“ begegnen können. Papst Benedikt XVI. hat am 11. September 2006 als „erster Anbeter“ den Sakralraum sozusagen eingeweiht und zur eucharistischen Anbetung eingeladen. Tag für Tag folgen viele Frauen und Männer dem Beispiel des Papstes.

"Patrona Bavariae"

Auf einem Originalstein der Münchner Mariensäule, mit einem neuen silbernen Kapitel-Aufsatz, mit Achat- und Lapislazulisteinen geschmückt, wird das Allerheiligste in der Monstranz zur Anbetung ausgesetzt. Die Mariensäule, die seit 1637 auf dem Münchner Marienplatz steht, wurde von Kurfürst Maximilian I. nach einem Gelübde für die Erhaltung der Städte München und Landshut im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Auf dem Sockel stand „Patrona Boiariae“. In den Jahren 1967 bis 1970 waren die Steine aus Adneter Marmor ersetzt worden. Ein Teil davon wurde bei dem Münchner Künstler und akademischen Bildhauer Max Faller eingelagert.

Es schließt sich gewissermaßen ein Kreis: Im Herz Bayerns, so wird Altötting genannt, wird die Original-Gedenksäule der „Patrona Bavariae“, also der Gottesmutter Maria als Schutzfrau Bayerns, in Teilen aufgestellt. Der Festtag wird traditionell am 1. Mai, sozusagen mit der Eröffnung des Pilgerjahres, begangen. Das Herz von Kurfürst Maximilan ist, wie die Herzen von weiteren neun bayerischen regierenden Herrschern, in der Gnadenkapelle beigesetzt. Die Mariensäule trägt die Monstranz und verweist direkt mit dem Allerheiligsten auf das Zentrum des Glaubens in Christus. Papst Benedikt XVI. war Erzbischof von München-Freising und ist seit seiner Kindheit der Marienwallfahrt in Altötting persönlich tief verbunden.

Wolfgang Duschl