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Eröffnung


„Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“
Bischof Wilhelm Schraml: Verkündigung des Glaubens in moderner Zeit – Festakt am 15. Mai 2009 – Berührbare Glaubensgeschichte – Das „Goldene Rössl“ und der Brautkranz von Kaiserin Sissi – Neuer Akzent in der bayerischen Museenlandschaft

 

 

Passau/Altötting (iop). Das „Herz Bayerns“ hat eine Neue Schatzkammer. Im größten Wallfahrtsort des deutschsprachigen Raumes, Altötting, hat der Passauer Bischof Wilhelm Schraml das „Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“ eröffnet. Am Freitag, 15. Mai, segnete der Bischof die Räume, in denen auf insgesamt knapp 1.000 Quadratmetern Kunstwerke und Kunstgegenstände präsentiert werden. Darunter das sogenannte „Goldene Rössl“, ein Marienaltärchen aus Frankreich; eine weltweit einzigartige Pretiose der französischen Goldschmiedekunst um 1400 mit einem Versicherungswert in Millionenhöhe. Die Neue Schatzkammer am Kapellplatz ist ein erstklassiger Akzent in der bayerischen Museenlandschaft. An den Feierlichkeiten hat auch der Bruder des Papstes, Apostolischer Protonotar Georg Ratzinger, teilgenommen. Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr ausdrücklich und mit Freude zugestimmt, dass diese Einrichtung in Altötting seinen Namen tragen wird.

Diözesanbischof Wilhelm Schraml: Berührbare Glaubensgeschichte

Bischof Schraml hat mehrfach unterstrichen, dass sich nun ein großer Bogen über den Kapellplatz spannt: von der Anbetungskapelle und der Alten Schatzkammer, in welcher der Papst im September 2006 die Anbetung aufgenommen hat, über die Gnadenkapelle und das Gnadenbild hinüber zur Neuen Schatzkammer. Die Alte und die Neue Schatzkammer – in der einen hat der Papst persönlich gebetet, der anderen hat er seinen Namen gegeben – hat, ganz im Sinne des Papstes, den Glauben bereichert. Unabhängig vom kunst- und kulturhistorischen Wert einiger überregional bedeutsamer Exponate, erzähle jedes einzelne Objekt von Sorgen und Nöten der Wallfahrer, aber auch von Dank und Freude der Erhörung. „Das alles ist berührbare Glaubensgeschichte und Glaubenserfahrung an diesem Ort der Gnade“ und damit auch Glaubensverkündigung in moderner Zeit.

Staatssekretär Franz Josef Pschierer: Wallfahrtsgaben erstklassig präsentieren
Staatssekretär Franz Josef Pschierer, sprach als Vertreter des Bayerischen Finanzministers, von Kunstwerken und Wallfahrtsgaben, die „allesamt eine erstklassige Präsentation verdienen“. Ziel sei es, die Bedeutung der Wallfahrt nach Altötting zu erläutern, die großartigen Stücke der Schatzkammer in den Zusammenhang des Wallfahrtsgeschehens zu stellen sowie konservatorische Bedingungen für diese Kostbarkeiten nach dem neuesten Stand zu gewährleisten. Wörtlich fügte Pschierer an: „Wir können uns jetzt davon überzeugen: mit dem neugestalteten, erweiterten Haus und der Neueinrichtung von Museum und Schatzkammer, die wir heute einweihen dürfen, ist Ihnen gelungen, alle Ihre Ziele zu erreichen.“

Generalkonservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl: Ein Ort der Erbauung
Generalkonservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl betonte: Entscheidend sei die Nähe der Votive zur Gnadenstätte. Denn es handle sich „nicht um Gegenstände der Volkskunde und Kunstgeschichte“, sondern um „Gaben, die Zeugen sind, wie seit Jahrhunderten dankbare und verzweifelte, hoffende und glaubende Menschen zur Patronin Bayerns pilgerten“. Gerade unter diesem Aspekt sei er glücklich, „dass wir heute nicht von einem Wallfahrtsmuseum stehen, sondern vor der Neuen Schatzkammer Unserer Lieben Frau von Altötting“. Er wünsche sich, dass diese Schatzkammer „Zeugnis ablege von der Frömmigkeit unserer Vorfahren aber auch unserer Zeit, dass sie für viele ein Ort der historischen und volkskundlichen Belehrung, vor allem aber ein Ort der Erbauung werde.“

Bürgermeister Herbert Hofauer: Wallfahrtsmuseum wie kein zweites seiner Art in Europa

Bürgermeister Herbert Hofauer sprach von einem „für Altötting höchst bedeutsamen Tag“. Die altehrwürdige Wallfahrtsstadt habe mit der Neuen Schatzkammer eine weitere hochbedeutende Sehenswürdigkeit erhalten. Außerordentlich dankte er dem Passauer Diözesanbischof Bischof Schraml für dessen Initiative. Es werde ein neues Wallfahrtsmuseum eröffnet, „wie es in Europa kein zweites seiner Art gibt.“ Besonders freute sich Hofauer, dass durch die Benennung „Haus Papst Benedikt XVI.“ ein weiteres „dankbares Erinnerungsmal an den Papst aus unserer bayerischen Heimat gesetzt wurde“. Hofauer übereichte dem Bischof ein symbolisches Geschenk; nämlich den Grundstein der geplanten Überkirche aus dem Jahr 1674. Über der heiligen Kapelle sollte ein Zentralbau auf dem Kapellplatz errichtet werden, das Projekt wurde aber eingestellt. 1983/84 wurde dieser Grundstein bei Grabungen auf dem Kapellplatz entdeckt. Seitdem lagerte der Stein im Depot der Archäologischen Staatssammlung in München. Nun kehrt der historische Grundstein nach Altötting zurück und ist 335 Jahre später in der Neuen Schatzkammer mit einem Hammer und einer Kelle in einer Vitrine zu sehen.

Landrat Erwin Schneider: Meilenstein in der Wallfahrtsgeschichte
Landrat Erwin Schneider sieht mit der Eröffnung einen weiteren „Meilenstein in der religiösen Geschichte Altöttings gelegt“. Nicht jeder Wallfahrtsort kann auf eine solch beeindruckende Einrichtung verweisen. Es gehe allerdings nicht um den immensen materiellen Wert der Schätze. Viel wichtiger sei der „dahinterstehende Glaube sowie der Dank und das Vertrauen, aus denen sie entstanden sind“. „In unserer modernen Ego-Gesellschaft“, so der Landrat, sei es „extrem wichtig“, den Glauben auch an künftige Generationen weiterzugeben.

Bischöflicher Administrator der Heiligen Kapelle, Ludwig Limbrunner: Aus der Wurzel erwächst Kraft für das Neue
Für Prälat Ludwig Limbrunner, der Bischöfliche Administrator der Heiligen Kapelle, war es wichtig, die Neue Schatzkammer an das altehrwürdige Administrationsgebäude anzubinden. Für den Prälaten wird damit auch die Wallfahrtsgeschichte weitergeschrieben. „Aus der Wurzel erwächst Kraft für das Neue“, so der Administrator. In der Bauphase habe er selbst die jahrhundertalte Wallfahrtsgeschichte wieder neu entdeckt. „Genau das wünschen wir allen Pilgerinnen und Pilgern in der Schatzkammer“.

Architekten Brückner & Brückner
Die Architekten Christian und Peter Brückner stellten in Grundzügen die Maßnahme vor.