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Spielt der liebe Gott auch Fußball?


Datum: 
01.03.2018


Tipps für Eltern von Referent Josef Veit: „Wie religiöse Erziehung Familien stärkt“

 


Wie starten Eltern am besten in das Abenteuer, Kinder für die Freundschaft mit Jesus zu begeistern? Josef Veit, Referent für Familienspiritualität und Kinderliturgie beim Bistum Passau, meint: „Religiöse Erziehung ist leicht, weil die Kinder machen, was die Eltern machen. Und religiöse Erziehung ist schwer, weil die Kinder machen, was die Eltern machen. Das bedeutet so oder so: Im Grunde zählt immer das Vorbild!“. Foto: Referat Ehe und Familie    

 

 

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Tipps für Eltern von Referent Josef Veit: „Wie religiöse Erziehung Familien stärkt“

 

Es kommt der Moment, an dem Mütter und Väter Farbe bekennen müssen – auch wenn sie selbst nicht gläubig sind. Denn ihre Kinder stellen irgendwann die Grundfragen des Lebens. „Wie religiöse Erziehung Familien stärkt“ – darüber sprach Josef Veit vom Referat Ehe und Familie der Diözese Passau an der Landvolkshochschule Niederalteich.

 

 

 

Das Bistumsblatt stellte dem Diplom-Theologen und Pastoralreferenten einige Fragen:

 

 

Kindern Wurzeln und Flügel geben – was bedeutet das in der religiösen Erziehung?
Josef Veit: Wurzeln – das heißt übertragen Halt, Festigkeit, Sicherheit, ein positives Lebensgefühl. Das vermittelt Religion in der Dimension des Glaubens. Aus dieser Sicherheit heraus können Kinder dann die Welt erobern. Beim Stichwort Flügel denke ich an viele Geschichten in der Bibel, wo Aufbruch da ist, zum Beispiel bei Abraham, Mose oder den Jüngern Jesu. Das Aufbrechen, Unterwegs-Sein, den Horizont erweitern – das brauchen ja auch Kinder.

 

Wie und wann sollen Eltern starten in dieses Abenteuer, Kinder für die Freundschaft mit Jesus zu begeistern?
Josef Veit: Das geht schon in frühester Kindheit los. Weil religiöse Erziehung auf Beziehung basiert. Wie schaut mich jemand an? Liebevoll? Fürsorglich? Es gibt schon Wickeltisch-Gebete für die ganz Kleinen. Beim Berühren und Streicheln vermittelt man dem Kind, dass es ein von Gott geliebtes Kind ist. Dann gibt es viele schöne religiöse Rituale in der Familie wie das Tisch- und Abendgebet, das Erzählen von biblischen Geschichten an der Bettkante oder das Segnen der Kinder.

 

Warum stärkt religiöse Erziehung das Kind?
Josef Veit: Weil das Kind vermittelt bekommt, dass es von Gott angenommen und geliebt ist. Mit diesem Ja zu sich selbst entwickelt es ein positives Lebensgefühl. Es bekommt einen Horizont, der über dieses Leben und diese Welt hinausgeht.

 

Inwiefern tut das der ganzen Familie gut?
Josef Veit: Die Familie investiert dadurch viel Zeit ins Miteinander. Und es heißt ja: Wer glaubt, ist nie allein. Die Familie ist schon diese Gruppe, die man braucht, um den Glauben zu leben, um Stärkung und Unterstützung zu bekommen und vielleicht auch das eine oder andere an Reibung und Konflikten gemeinsam zu bewältigen. Und unser Glaube lädt uns ja auch immer wieder zur Versöhnung ein. Eltern entspannt die religiöse Erziehung zudem, weil sie auch einmal delegieren können. Dem lieben Gott können sie ruhig auch einmal ein Problem überlassen. Gott wird das Leben des Kindes begleiten.

 

Was tun, wenn man als Mutter oder Vater einmal selbst keine Antwort weiß?
Josef Veit: Kein Problem. Man darf auch mal zugeben, dass man keine Antwort hat. Kinder haben ja oft ganz kreative Fragen: Spielt der liebe Gott auch Fußball? Auf die Schnelle wüsste ich da auch keine Antwort. Ich würde zurückfragen: Hast du eine Idee? Dann kann man gemeinsam darüber nachdenken, was auch zu einem Gespräch über Glauben mit dem Kind führen kann. Kinder machen sich ja viel mehr Gedanken und wissen viel mehr, als man glaubt.

 

Religiöse Erziehung ist schwieriger geworden. Wie schaffen es Eltern heute, gegen den Strom zu schwimmen?
Josef Veit: Ich glaube, darum braucht man ja auch die Gruppe über die Familie hinaus. Das heißt zum Beispiel gleichgesinnte Familien und den sonntäglichen Kirchgang. Gut finde ich, wenn in den Pfarreien Kleinkindergottesdienste angeboten werden. Viele Pfarrer begrüßen die Kinder eigens und bauen kindgerechte Elemente ein.

 

Ein aufbauendes Wort zum Schluss vom Experten an die Eltern?
Josef Veit: Da fällt mir ein Zitat der evangelischen Theologin Dorothee Sölle ein. Sie schreibt in einem Brief an ihre Kinder: „Eins von euch, ich  glaube, es war Caroline, hat mal beim Besuch einer scheußlichen Kirche, in die wir euch beim Reisen schleppten, trocken gesagt: ‚Ist kein Gott drin‘. Genau das soll in eurem Leben nicht so sein, es soll ‚Gott drin sein‘, am Meer und in den Wolken, in der Kerze, in der Musik und in der Liebe.“

 

Lust auf mehr?

Das Referat Ehe und Familie gibt gern weitere Tipps in Fragen der religiösen Erziehung. Es bietet dazu den Kurs „Kess – erziehen: Staunen.Fragen.Gott entdecken“ an. Das Kursformat kann als Vortrag oder  in mehrteiligen Varianten in Pfarreien, Kitas oder Schulen stattfinden. Nähere Informationen im Referat Ehe und Familie unter Tel. 0851/393-6101. Mail: referat.ehe-familie@bistum-passau.de    

 

 

>>>Interview: Uschi Friedenberger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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