Menu

Schulpastoral schafft ersten Platz beim Sozialpreis


Datum: 
01.08.2018

Die Schülerinnen der Klasse ZF 11c, Zahnmedizinische Fachangestellte, der Staatlichen Berufsschule 2 in Passau haben mit ihrem Religionslehrer, Dr. Markus Seibt, im Rahmen des Religionsunterrichts und der Schulpastoral einen interkulturellen und interreligiösen Lernparcours entwickelt.

 


Der erste Platz ging an die Schülerinnen der Staatlichen Berufsschule II 


Der zweite Platz ging an die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Berufs-, Fachober- und Berufsoberschule Regen.


Mit "Eine Welt und Not im eigenen Land" schafften die Schüler der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein den dritten Platz.

Fotos: Thomas Jäger/PNP

Schulpastoral schafft ersten Platz beim Sozialpreis

Die Schülerinnen der Klasse ZF 11c, Zahnmedizinische Fachangestellte, der Staatlichen Berufsschule 2 in Passau haben mit ihrem Religionslehrer, Dr. Markus Seibt, im Rahmen des Religionsunterrichts und der Schulpastoral einen interkulturellen und interreligiösen Lernparcours entwickelt.

Für dieses nachhaltige Projekt bekamen sie jetzt den 1. Preis der PNP-Stiftung. Andere besser verstehen und anderen helfen – das ist soziales Engagement. Und genau dieses Engagement will der Sozialpreis fördern.
Herr Kultusminister Sibler überreichte den Preis und betonte, dass es vor allem auch um die Bildung von Herz und Charakter geht. In seiner Rede sprach er vom „Kitt, der den Staat zusammenhält“. Die Kaufmännische Berufsschule 2 Passau darf sich über ein Preisgeld von 2000 Euro freuen.

 

Die Stiftung der PNP verleiht den Sozialpreis an neun Berufs- und Berufsfachschulen.

  • Der zweite Platz und ein Preisgeld von 1500 Euro gehen an die Staatliche Berufs-, Fachober- und Berufsoberschule Regen. Mit einer Theatercollage und einem Theatercafé ‚Volltreffer’ – was trifft, betrifft!“ haben die Schülerinnen und Schüler die Jury überzeugt. Sie spielen Improvisationstheater ohne Worte und setzen sich so über Sprachbarrieren hinweg. Zu Themen wie Trauer, Macht, Ohnmacht oder Einsamkeit werden kurze Szenen gestellt, in denen junge Menschen aus aller Welt teilnehmen können.
  • Der dritte Preis und ein Preisgeld von 1000 Euro gehen an die Staatliche Berufsschule I Traunstein. „Eine Welt und Not im eigenen Land“ heißt das Projekt, das damit ausgezeichnet wird.
  • Mit dem vierten Preis wird die Berufsfachschule für Krankenpflege der Kliniken Südostbayern AG in Traunstein ausgezeichnet. Es geht um das Nachhilfeprojekt „Anders anders = Einzigartig“, bei dem Schüler anderen Schülern beim Lernen helfen.
  • Den fünften Preis bekommt die Kaufmännische Berufsschule Deggendorf. „Deggendorf gegen Blutkrebs – lassen Sie sich typisieren“. 840 Menschen nahmen an der Aktion teil.
  • Sonderpreise mit je einem Preisgeld von 400 Euro gehen an die Berufsschule 1 und 2 in Passau und die Hans-Glas-Schule, die staatliche Berufsschule Dingolfing. Auch diese Schulen hatten in Aktionen gegen Blutkrebs ihre Schüler zur Typisierung aufgerufen.
  • Weitere Geldpreise verlieh die Jury an die Fachschule für Heilerziehungspflege des KWA Bildungszentrums Pfarrkirchen und die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe des KWA Bildungszentrums Bad Griesbach.

 

Informationen zum 1. Preis bzw. zum Projekt “Fit for culture and religion”

Das Projekt haben die Schülerinnen der BS 2 Passau initiiert, weil in letzter Zeit viele geflüchtete Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern (Syrien, Eritrea, Afghanistan usw.) an ihre Berufsschule gekommen sind und weil ihnen bewusst wurde, wie viele Vorurteile es gegenüber Menschen aus anderen Kulturen gibt. Sie sind schockiert, wie in den sozialen Medien (Facebook-Posts, Instagram, YouTube-Videos usw.) gegen Minderheiten gehatet wird und wie unterschiedlich das Thema „Menschen auf der Flucht“ in den Medien (Zeitungsartikel, TV usw.) diskutiert und bewertet wird. Sie möchten mit ihrem Projekt einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten, damit Menschen friedlicher zusammenleben können. Jeder Mensch hat individuelle Werte, und das muss man ihrer Ansicht nach aushalten und respektieren.

Von Beginn des Projektes im September 2016 an haben die katholischen Schülerinnen sofort Verantwortung übernommen. Sie erarbeiteten inhaltlich und gestalterisch die einzelnen interaktiven Parcoursstationen mit großem Engagement und gaben ihrem Projekt dem Namen „Fit for culture and religion“. Nach Fertigstellung ihres Parcours im Juni 2017 haben sie unterschiedlichste Klassen zu einem Projekttag eingeladen, um mit ihnen der Lernparcours zu erleben und über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen. Auch Schülerinnen und Schüler aus den Berufsintegrationsklassen (BIK) nahmen teil.

An verschieden Stationen lernen die Teilnehmer so Sitten und Bräuche aus anderen Kulturen und Religionen kennen. Sie müssen wie bei der früheren Quizsendung „1, 2 oder 3“ verschiedene Kultur- und Religionsfragen, wie z.B. „Worum geht es Christen an Pfingsten?“ beantworten. Beim selbstentwickelten Memory müssen Symbole den Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus) zugeordnet werden. Außerdem haben sie eine Quiz-App fürs Tablet gestaltet, um soziale Kompetenzen, wie Kommunikationsfähigkeit und Empathie zu trainieren. Dieses Projekt hilft nicht nur denen, die es durchlaufen, sondern bringt auch diejenigen weiter, die es gemacht haben.

Der Projektleiter und Verantwortliche für Schulpastoral an der BS 2 Passau, Herr Dr. Markus Seibt, freut sich sehr, dass er das Projekt u.a. im Rahmen der Schulpastoral realisieren konnte, weil diese durch die Diözese Passau gefördert wird. Hier wird ein wichtiger Beitrag geleistet, damit das Leben junger Menschen gelingt, so Seibt.

 

>>>Dr. Markus Seibt