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Bistum Passau trauert um Studentenpfarrer


Datum: 
18.09.2013

Domvikar Werner Kuchar ist in Passau gestorben – der Geistliche hat sich das Leben genommen

In tiefer Trauer und schockiert muss die Diözese Passau den Tod von Domvikar Werner Kuchar bekannt geben. Der Verstorbene war am Dienstag, 17. September, in Räumen des Nikolaklosters aufgefunden worden.

Fassungslos stehen wir vor der Tatsache, dass sich Studentenpfarrer Werner Kuchar das Leben genommen hat. Es gab für uns nicht den geringsten Hinweis oder erkennbaren Grund für einen Suizid. Was ihn in eine solche ausweglose Lage gebracht haben könnte, ist für uns nicht erklärlich.

Unsere aufrichtige und herzliche Anteilnahme gilt der Mutter und der Familie. Wir können in dieser noch unfassbaren Situation nur für den Verstorben und die Hinterbliebenen beten. Wir legen das Leben von Werner Kuchar in die gnädigen Hände Gottes und empfehlen den Verstorbenen Gottes Barmherzigkeit an.  Möge er bei Gott jenen Frieden finden, den er gesucht hat.

Für die Diözese Passau und das Domkapitel zum hl. Stephan Passau
Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl und Dompropst Hans Striedl
 

 

Sterberosenkranz:  Samstag, 21. September, 18.00 Uhr, Andreaskapelle am Dom zu Passau.

Requiem: Montag, 23. September, 13.30 Uhr im Hohen Dom zu Passau mit anschließender Beerdigung im Innstadtfriedhof.

 

Werner Kuchar:

Der hoch musikalische und kreative Priester war seit 2008 für die Seelsorge an der Universität Passau verantwortlich. Sowohl bei Studentinnen und Studenten als auch bei den im Dienst der Universität Passau tätigen Frauen und Männer war der Geistliche beliebt und geschätzt. Zu den Studentengottesdiensten am Sonntagabend fand sich in St. Nikola stets eine große Gemeinde ein; auch um den Studentenpfarrer predigen zu hören. Mit der Ernennung zum Studentenpfarrer erfolgte auch die Aufnahme als Domvikar in das Domkapitel zum hl. Stephan.

Werner Kuchar (42) wurde in Bad Griesbach geboren und 1999 in Passau zum Priester geweiht. Er war für einige Wochen Aushilfspriester in Regen. Die erste Kaplanstelle trat er in Altenmarkt bei Osterhofen an. Er war daneben als Seelsorger an der Landvolkshochschule Niederalteich tätig und sammelte Erfahrung bei Kursen mit jungen Menschen. Aus dieser Zeit stammt auch sein erstes Buchprojekt mit Gottesdienstvorschlägen. Dem folgten weitere Bücher mit liturgischen Anregungen. 2005 wechselte er in den Pfarrverband Zwiesel. 2007 wurde er dann auch im Pfarrverband Rinchnach als Seelsorger tätig.

Neben der Katholischen Hochschulgemeinde betreute Kuchar einige Jahre die Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt Passau und half auch in der Pfarrei Ruhstorf aus. Überall war der Geistliche beliebt und hoch geschätzt. Seine pastorale Arbeit und seine Gottesdienste ließen die Menschen spüren, dass er aus einem tiefen persönlichen Glauben an Gott den Menschen nahe war.

Stichwort Domvikar: zum Domkapitel gehören auch sechs Domvikare. Sie sind keine direkten Mitglieder. In den Sitzungen des Kapitels und des Ordinariatsrates haben sie weder Sitz noch Stimme, nehmen aber Teil am gottesdienstlichen Leben der Kathedralkirche.