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Die Nacht der Lichter im Passauer Stephansdom


Datum: 
27.11.2015

Kerzenschein, Stille und dazwischen meditative Gesänge. Einfach mal zur Ruhe kommen. Das wünschen sich viele Menschen dieser Tage. Am vergangenen Freitagabend war das in Passau für einige Stunden möglich. Bei der "Nacht der Lichter" im Passauer Dom.

 

Auf Isomatten auf dem Steinboden, auf mitgebrachten Hockern und Stühlen und natürlich in allen Bankreihen des hohen Doms zu Passau hatten sich am vergangenen Freitag wieder weit über 1500 Menschen versammelt, um in der "Nacht der Lichter" gemeinsam zu singen, zu beten und zu schweigen.

Diese fast romantische Stimmung, wenn der Dom von tausenden Kerzen erhellt wird und jegliche elektrische Beleuchtung ausgeht, schafft an sich schon eine ruhige Antmosphäre. Die Gebetsform mit Stille und meditativen Gesängen hat ihren Ursprung in Taizé, einem kleinen französischen Dorf, in dem Roger Schutz nach dem Zweiten Weltkrieg aus dessen Eindrücken heraus eine Gemeinschaft gründete. Vor allem der Gedanke des Friedens und des Vertrauens in Gott und die Menschen wird dort gelebt. Charakteristisch für Taizé sind die vielstimmigen Lieder, die in verschiedenen Sprachen übersetzt werden, so dass dort alle Gäste durch ihren Gesang ganz bewusst an den Gebeten und Gottesdiensten teilnehmen können.

Bischof Stefan Oster dankte den Anwesenden für ihr Kommen. Er erzählte den Gläubigen von seinen eigenen Erfahrungen mit Taizé. Der Bischof war als Jugendlicher mit einer Jugendgruppe in das französische Dorf gefahren. "Eher widerwillig, weil ich gehört hatte, die machen da dreimal am Tag langes Gebet". Damals habe er sich das nicht vorstellen können. In Taize habe er dann eine Erfahrung gemacht: "Mir ist dann in Taizé damals aufgegangen, dass das mit dem Herzen dabei sein das Wichtigere ist. Gebet kann man nicht einfach machen".

Nach dem Segen des Bischofs verharrten die Gläubigen, viele darunter Jugendliche und junge Erwachsene noch bis spät in die Nacht im Dom aus, um weiter zu beten, zu singen oder zu schweigen.