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Max Thurnreiter: Seit 70 Jahren als Priester im Dienst der Kirche


Datum: 
05.04.2006

Passau (iop). Mit Max Thurnreiter feiert am Gründonnerstag, 13. April, ein Zeitzeuge der jüngeren Diözesangeschichte sein 70-jähriges Priesterjubiläum. Unter fünf Passauer Bischöfen wirkte er als Priester und tut es bis auf den heutigen Tag. 95 Jahre alt wird der frühere Domdekan in diesem Jahr. Und noch immer feiert er Eucharistie im Dom, bei den Englischen Fräulein (heute CJ Congregatio Jesu) oder im früheren Kinderheim Hals. „Es macht mir Freude, als Geistlicher noch wirken zu dürfen“, sagt er. Auch wenn die Schritte im Lauf der Jahre etwas langsamer wurden, nimmt er am Leben der Diözese teil.

Sigismund Felix Freiherr von Ow-Felldorf war noch Bischof, als er mit 19 anderen Neupriestern im Passauer Dom vor 70 Jahren die Weihe empfing. Die Weihe spendete allerdings der Münchner Weihbischof Johann Baptist Schauer, weil der Bischof krank war und wenige Wochen später sterben sollte. Die ersten Schritte des priesterlichen Wirkens Thurnreiters, geboren 1911 in Regen, sind verbunden mit der Zeit und dem Namen von Bischof Simon Konrad Landersdorfer. Thurnreiter war bis 1940 in Kastl, Stammham und Passau-Ilzstadt. Einen tiefen Einschnitt bedeuteten die Erfahrungen, die er im Krieg und in der Gefangenschaft machen musste. Er kam 1948 zurück und wurde als Sekretär des Generalvikars zum Domvikar ernannt. 1954 berief ihn der Bischof zum Direktor im Seminar St. Valentin. Verständnis für die Anliegen der jungen Leute, Güte. Das war es, mit dem er überzeugte – bis heute. 1966 kam er in das Domkapitel und wurde Direktor der Bischöflichen Finanzkammer.

Die folgenden Jahre seines Wirkens sind dann eng mit seinem Kurskollegen Antonius Hofmann verknüpft, der 1968 Bischof geworden war. Thurnreiter versuchte pastorale Anliegen mit finanziellen Möglichkeiten zu verzahnen, ganz im Sinne des Bischofs. Unter seiner Mitwirkung entstanden zahlreiche Pfarrzentren, Kindergärten und Altenheime. 1972 wurde er Domdekan. Zusammen mit Bischof und Domkapitel begann er mit der großen Renovierung des Passauer Domes, die 1980 mit dem großen Domfest abgeschlossen wurde. Der Dom als Ort der Begegnung mit Gott, ein prachtvolles Haus Gottes mitten unter den Menschen. Das wollte Thurnreiter wieder schaffen. Mit Erfolg. Und 1981 erhielt er eine Auszeichnung, die nur ganz wenigen zu Teil wird. Er wurde von Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Protonotar ernannt. 1983 ging er in den Ruhestand. Dieser fällt in die Amtszeit des derzeitigen Altbischofs, Dr. Franz Xaver Eder, und von Diözesanbischof Wilhelm Schraml.

Wolfgang Duschl