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Ehrlich gesagt: Was glaubst Du?


Datum: 
06.11.2018

Konzertlesung mit Rainer Oberthür und Carolin No.

 

 


Foto: Anja Röhrig

EHRLICH GESAGT:

WAS GLAUBST DU?

„Ehrlich gesagt, hab ich schon lange nichts mehr / ehrlich gesagt / und daran was zu ändern / ehrlich gesagt  / kontinuierlich vertagt…“ hallt die weiche, warme und dennoch markante Stimme von Carolin Obliego durch den voll besetzen Festsaal des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain in Passau. Dabei begleitet wird sie von ihrem virtuos spielenden Ehemann Andreas auf dem Klavier und der Gitarre. Dieser erste Song „Ehrlich gesagt“ kann als Motto über dem Abend der Konzertlesung mit dem Duo „Carolin No“ und dem über Deutschland hinaus bekannten Religionspädagogen Rainer Oberthür stehen, zu der die Hauptabteilung Schulen und Hochschule des Bistum Passau geladen hatte: Die großen Fragen des Menschseins nach dem Woher, Wohin und Wozu des Lebens, warum es überhaupt etwas gibt und nicht Nichts, woher das Böse kommt oder was das wichtigste im Leben ist, verlangen nach einer ehrlichen Antwort.

Rainer Oberthürs Antworten sind offene Antworten, freilich in pädagogischer Perspektive, er ist Grundschullehrer und Dozent für Religionspädagogik. Die Texte regen zum Nachdenken, eröffnen und schließen nicht nach einem vermeintlich endgültigen Frage-Antwort-Schema ab. Denn – ehrlich gesagt – so räumt auch Oberthür ein, lässt sich mit den großen Fragen an kein Ende kommen und alle Antwortversuche bleiben vorläufige Annäherungen.Die Musik des Duos setzt dabei wohltuende Kontrapunkte zu den Texten, vertieft sie und verleiht dem Abend neben der nachdenklichen Tiefe eine willkommene Leichtigkeit in den vocalen und instrumentalen Musikstücken wie „Loveland“, „November“, „You and I“ und „Hände“. Die Kalebasse, eine afrikanische Kürbistrommel, gespielt von Carolin Obliego, unterlegt unaufdringlich und wohltuend die Songs mit einem warmen Rhythmus, während die Hände von Andreas gekonnt  über die Tasten gleiten.

„Stellen Menschen die großen Fragen des Lebens, brauchen sie eine ehrliche Antwort aus christlicher Perspektive, die nicht endgültig jedes Nach- und Weiterdenken unmöglich macht, sondern in die Weite des Fragens und Suchens führt. Es geht darum, die Frage nach Gott wachzuhalten. Die Auseinandersetzung mit den Kernfragen menschlichen Lebens gehört zum Grundbestand des Religionsunterrichts“, betont Schulamtsdirektor i.K. Ordinariatsrat Dr. Hans-Peter Eggerl. Auch deshalb ist ein solcher Abend wichtiger Bestandteil des Fortbildungsprogramms des Schulreferates.

Die Texte Oberthürs regen zum persönlichen Nachdenken an und dürften besonders für die anwesenden Lehrkräfte gleichzeitig Möglichkeiten für den Einsatz im Religionsunterricht bieten, weil diese so verfasst sind, dass sie auch Schülerinnen und Schülern als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen dienen können. Intensiv wurde diesen Fragen am Nachmittag vor der Veranstaltung in einer eigenen religionspädagogischen Fortbildung mit Rainer Oberthür nachgegangen. Es geht darum, dass  – so Schulrat i.K. Josef Zimmermann – „Lehrerinnen und Lehrer sich immer wieder persönlich mit den großen Fragen auseinandersetzen, um als Christen auskunftsfähig zu bleiben und diese theologisch intensiven Phasen des Unterrichts gestalten zu können. Dazu braucht es immer wieder die Momente des Innehaltens. Dazu ist das Format des Abends, auch in Kombination mit der nachmittäglichen Fortbildung hervorragend geeignet.“ Neben der Schulamtsleiterin von Deggendorf, Frau Schulamtsdirektorin Susanne Swoboda konnte Schulrat i.K. Zimmermann auch Prof. Dr. Hans Mendl, Lehrstuhlinhaber für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts von der Universität Passau sowie den Schulleiter des Auersperg-Gymnasiums Herrn OStD Christian Zitzl sowie die Schulbeauftragten des Bistums Passau begrüßen.

Spätestens nach dem ersten Musikstück und dem ersten Lesungsabschnitt ist dem Publikum klar, dass sie es mit zwei leidenschaftlichen Musikern zu tun haben, die ganz in der Musik aufgehen sowie einem engagierten Religionspädagogen, dem eine ehrliche Antwort auf die Fragen der Kinder und Jugendlichen am Herzen liegen. Umso schöner war es für das Publikum, dass sie sich selbst am Ende in Hoffmann von Fallerslebens vertonte Dichtung gesanglich einbringen durften: „Abend wird es wieder / über Wald und Feld / säuselt Frieden nieder / und es ruht die Welt.“

 

>>>Dr. Manuel Stinglhammer