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„Heute schon die Welt verändert“


Datum: 
06.03.2018

Misereorfastenaktion 2018:  Hin zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung - Bischof Lumen Monteiro zu Gast im Bistum
 

 

 

 

„Heute schon die Welt verändert“

Misereorfastenaktion 2018: 
Hin zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung - Bischof Lumen Monteiro zu Gast im Bistum

 

Misereor stellt in der 60. Fastenaktion zusammen mit der Kirche in Indien die Frage nach Lebensqualität. Für ein gutes Leben für alle braucht die Welt Veränderung: Hin zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Die Fastenaktion wird 2018 zusammen mit der Kirche Indiens gestaltet. In den beiden Projekten JEEVAN in Maharashtra und JKGVS in Patna setzen sich die indischen MISEREOR-Partner für eine bessere und gerechtere Welt ein, indem sie die Menschen vor Ort dabei unterstützen, ihre Rechte einzufordern und umzusetzen. Das kann zum Beispiel eine gesicherte Wasserversorgung oder das Recht auf Wohnen und Arbeit sein.

 

„Heute schon die Welt verändert“ unter diesem Leitwort steht die diesjährige Fastenaktion für Indien. Der Misereor-Fastenaktionsgast Bischof Ignatius Patrick Lumen Monteiro aus Indien ist im Bistum Passau einige Tage unterwegs und wird vom schwierigen Leben und Arbeiten der Menschen in Indien berichten.

 

 

Begegnungsabende im Bistum:

Mittwoch, 14. März  - Pfarrei Tiefenbach
19:00 Gottesdienst, anschließend Vortrag           

Donnerstag, 15. März - Pfarrei Neukirchen v. Wald
19:00 Gottesdienst, anschließend Vortrag           

Freitag, 16. März - Pfarrei Feichten      
19:00 Gottesdienst, anschließend Vortrag    
 
      

18. März 2018 -
5. Fastensonntag 2018 -
MISEREOR-Kollekte

Die MISEREOR-Kollekte am 5. Fastensonntag ist das Fundament der Projektarbeit. Alle katholischen Gemeinden sammeln an diesem Tag gemeinsam.

 

Bischof Ignatius Patrick Lumen Monteiro, C.S.C

„Die Hilfswerke ermöglichen den Wandel, umgesetzt wird er von den lokalen Gemeinwesen der Armen.“

Lumen Monteiro wurde 1952 in Indien geboren. Nach dem Schulabschluss trat er 1969 in die Kongregation vom Heiligen Kreuz ein. Er absolvierte ein Philosophie- und Theologiestudium. 1980 wurde er zum Priester geweiht. Er arbeitete als Kaplan und leitete Seminare für Jugendliche, Verlobte und Verheiratete in Kalkutta.
Zwischen 1988 und 1992 studierte er an der Fakultät für Religion und Religionswissenschaft der katholischen Universität von Amerika und erhielt sein Berufsdoktorat mit dem Schwerpunkt Eheförderung. Danach war er stellvertretender Rektor und Administrator der Heilig-Kreuz-Schule in Agartala in Nordostindien. 1994 wurde er Provinzial der Kongregation vom Heiligen Kreuz.
Seit 1996 ist er Bischof der Diözese Agartala und von 1998 bis 2002 war er Mitvorsitzender der Kommission für soziale Kommunikation der CBCI (kath. Bischofskonferenz Indien). Seit 2012 ist er der Vorsitzende der Caritas Indien, der Organisation für soziale Entwicklung der CBCI.

 

 

Indien – ein Land der Gegensätze

Der siebtgrößte Staat der Welt gehört mit seinen ca. 1,2 Milliarden Einwohners zum zweitbevölkerungsreichstem Land der Erde. Indien ist ein Vielvölkerstaat. Staatsform: Parlamentarische Demokratie.  Hier findet sich auch eine außerordentlich reichhaltige Religionslandschaft:  Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum. Dank seiner Landschaftsvielfalt findet man in Indien eine äußerst artenreiche Tierwelt vor.
Das Land wird immer wieder von verschiedenen Naturkatastrophen heimgesucht, besonders durch Wirbelstürme, Überschwemmungen durch extreme Niederschlagsmengen oder durch Dürre, bei Ausbleiben der Monsunregenfälle.
44 % der Einwohner Indiens von weniger als einen US-Dollar pro Tag. Trotz seines niedrigen Pro-Kopf Einkommens ist Indien eine der großen und schnell wachsenden Wirtschaftsmächte der Welt. Die Umweltschutzgesetzgebung in Indien wird nur mangelhaft umgesetzt – das Land hat mit massiven Umweltproblemen zu kämpfen. Besonders in den indischen Metropolen ist die Luftverschmutzung extrem hoch. Zudem landen Tonnen giftiger Industrieabfälle im Haushaltsmüll. Die Flüsse sind verschmutzt, da Abwässer ungeklärt eingeleitet werden. Die Bauern wässern ihr Gemüse damit, dadurch gelangen Schwermetalle und andere giftige Substanzen in die Nahrung.
Auch wenn sich die Ernährungssituation in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, ist immer noch mehr als ein Viertel der Bevölkerung zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können. Am ärmsten ist die Landbevölkerung. Das Einkommen der Bauern reicht nicht zum Überleben. Dadurch zieht es immer mehr Inder auf der Suche nach Arbeit in die Millionenstädte. Die wuchernden Metropolen des Landes sind kaum in der Lage, genügend Arbeitsplätze für die Zuwanderer zur Verfügung zu stellen. Hohe Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung mit niedrigstem Lohnniveau sind die Folgen.
Fast ein Drittel der Einwohner der Millionenstädte leben in Elendsvierteln. Der größte Slum Indiens befindet sich in Mumbai. Hier leben mehr als eine Million Menschen.
Noch immer sterben ca. 2.1 Millionen Kinder in Indien vor dem fünften Lebensjahr. Auch Kinderarbeit ist in den vielen armen Gegenden des Landes weit verbreitet.

 

Die indische Wirtschaft blüht. Dennoch leben viele Menschen in Armenvierteln – ohne Arbeitserlaubnis und sicheres Einkommen. In die Städte kamen sie aus purer Not. Die MISEREOR-Partner setzen sich für ein gutes Leben ein – in der Stadt und auf dem Land. © Kopp/MISEREOR

Bauer Pradeep Balisam Kajabe erinnert sich noch an den Tag, an dem wieder Wasser aus den Pumpen kam: Das ganze Dorf habe auf den Straßen getanzt. „Ich kann wieder auf den Feldern arbeiten und muss nicht mehr als Tagelöhner für andere schuften.” © Kopp/MISEREOR

Ein Erfolg für Projektleiterin Schwester Dorothy ist, die Rechte der Straßenverkäufer zu stärken. Eine von ihnen ist Chanchal Devi. Acht Jahre lang wurde sie jeden Abend erpresst. Erst durch den Kontakt zu JKGVS fand sie den Mut, sich zu widersetzen. © Kopp/MISEREOR

 

Indien – Perspektiven auf dem Land und in der Stadt

In Indien setzen sich die Partner von MISEREOR für ein gutes Leben insbesondere für die Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft leben müssen. Auf dem Land suchen sie nach Lösungen für die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Durch geeignete Umweltschutzmaßnahmen erhalten sie in ihrem Gemeinwesen die Qualität des Bodens und der Wasserressourcen, um für mehr Gleichgewicht im Ökosystem zu sorgen. In der Stadt leisten die Menschen in ihren Armenvierteln mit Lernhäusern für Kinder und Ausbildungskursen für Frauen einen Beitrag zur Grundbildung und verhelfen den Frauen zu einem eigenen Einkommen. Der Einsatz zur Stärkung der Rechte der Arbeiter und Handwerker trägt zu einem menschenwürdigen Leben bei. Aktuell fördert Misereor in Indien 287 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 70,8 Mio. Euro. Damit ist Indien größtes Empfängerland MISEREORs. (Franz Gulde | Leiter der Abteilung Bildung und Pastoralarbeit Misereor)
 

>>>>Weitere Informationen beim Referat Mission und Weltkirche unter Tel.: 0851/393-1431 oder E-Mail: weltkirche@bistum-passau.de. Und unter https://fastenaktion.misereor.de/

 

JKGVS betreibt auch intensive politische Lobbyarbeit. Der MISEREOR-Partner erreichte mit Petitionen und Klagen ein, dass seit 2014 in Bihar Lizenzen für Straßenverkäufer vergeben werden. Seitdem ist die Arbeit von rund 14.000 Menschen abgesichert worden. © Kopp/MISEREOR

Auch junge Frauen erhalten eine Ausbildung. Mittlerweile haben knapp 1000 Frauen einen Nähkurs absolviert. Viele können danach Auftragsarbeiten für Schneider übernehmen: „Das stärkt ihr Selbstvertrauen und sie werden unabhängiger von ihren Ehemännern.” © Kopp/MISEREOR

JKGVS hat zudem in den Armenvierteln von Patna wurden sechs Lerngruppen eingerichtet, in denen die Kinder Rechnen und Schreiben lernen. „Die staatlichen Schulen sind oft zu weit weg und die privaten Schulen zu teuer", sagt Schwester Dorothy. © Kopp/MISEREOR

 

>>>Monika Wagmann

 

 

 

 

 

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