Bistum

Arntfest – Anprobetermin in Kößlarn

Redaktion am 26.08.2026

Info Icon BIld: Thomas König

Alljährlich am 2. Sonntag im September (heuer 13. September) feiern die Bewohner des Marktes Kößlarn nach altem Brauch das weithin bekannte Arntfest, das Erntedankfest des Rottals, mit Festgottesdienst und Prozession. Jetzt war erste Kostümprobe für das historische Spektakel.

Das Arnt­fest in Köß­larn ist in sei­ner Art bestimmt ein­ma­lig. Der gan­ze Markt ist dann auf den Bei­nen, die Vor­be­rei­tun­gen für das his­to­ri­sche Spek­ta­kel lau­fen bereits Mona­te vor dem Ter­min an. Im Mit­tel­punkt des Fes­tes steht die Ern­te­dank­pro­zes­si­on durch den Markt im Anschluss an den Fest­got­tes­dienst. Rund 250 Kin­der, Jugend­li­che, aber auch Erwach­se­ne stel­len in far­ben­fro­hen tra­di­tio­nel­len Trach­ten und Kos­tü­men und mit typi­schen Gerät­schaf­ten das frü­he­re Erwerbs­le­ben auf dem Lan­de dar. Im Ern­te­dank­fest soll der Dank der Men­schen für die Ern­te, für die Arbeit und für die Lebens­grund­la­gen an den Schöp­fer zum Aus­druck kommen.

Dass zum Ter­min alle fest­lich und his­to­risch geklei­det auf­lau­fen kön­nen, tref­fen sich die Teil­neh­mer in den Wochen davor immer wie­der auf dem Dach­bo­den des eben­so his­to­ri­schen Bene­fi­zia­ten­hau­ses. Hier lagern die Requi­si­ten für das Arnt­fest. Hand­werk­strach­ten von Kopf bis Fuß, in allen mög­li­chen Grö­ßen, vom Strumpf bis zur Kap­pe – aber auch Gerät­schaf­ten und der­glei­chen sind hier zu finden. 

Das historische Plakat zum Arntfest von 1926!

Im Radio­in­ter­view zum Arnt­fest in Köß­larn mit Bür­ger­meis­ter Wil­li Lind­ner, Pfar­rer Jörg Flei­scher und Requi­si­ten­meis­ter Wal­ter Platt­ner, bli­cken wir auf die Geschich­te des Arnt­fests“ und auch hin­ter die Kulissen:

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Eine Pro­zes­si­on vol­ler Leben und Geschich­te: Beim Arnt­fest füh­ren Hir­ten leben­de Scha­fe und Zie­gen mit. Da zei­gen Schnit­ter und Schnit­te­rin­nen mit Sen­sen, Sicheln, Gabeln und Dresch­fle­geln das frü­he­re Ern­te­ge­sche­hen. Da tra­gen Bau­ern und Bäue­rin­nen in Stei­gen Klein­vieh wie Hüh­ner, Enten und Gän­se mit. Auch das Gewer­be und Hand­werk sind mit Mül­lern, Bäckern, Metz­gern, Brau­ern, Gärt­nern, Jägern und Holz­fäl­lern ver­tre­ten. Bäue­rin­nen und Köchin­nen zei­gen typi­sche bäu­er­li­che Spei­sen wie Geselch­tes und Schmalz­ge­ba­cke­nes. Das reli­giö­se Anlie­gen des Fes­tes ver­deut­li­chen Kreuz, Fah­ne, Pro­zes­si­ons­stan­gen, Hei­li­gen­fi­gu­ren und nicht zuletzt das Aller­hei­ligs­te, die mit­ge­tra­gen werden.

Arntfest in Kößlarn

Geschicht­li­cher Hin­ter­grund:
Der frü­he Ter­min steht im Zusam­men­hang mit den Mari­en­fes­ten Mariä Geburt (8. Sep­tem­ber) und Mariä Namen (12. Sep­tem­ber), die frü­her eine gro­ße Bedeu­tung in der Maria­ni­schen Wall­fahrt hat­ten. Im Ern­te­dank­fest soll der Dank der Men­schen für die Ern­te, für die Arbeit und für die Lebens­grund­la­gen an den Schöp­fer augen­fäl­lig zum Aus­druck kom­men. Gera­de in den Zei­ten schwers­ter Bedräng­nis, wenn unse­re Vor­fah­ren von Was­ser­flut und Feu­ers­brunst, Hun­gers­not und Kriegs­ge­schrei heim­ge­sucht wur­den, haben sie den Segen der Fel­der, Wie­sen und Wäl­der schät­zen gelernt. So dür­fen wir wohl das Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges und als Fol­ge das Auf­le­ben der Men­schen im Zeit­al­ter des Barocks als Ursprung des Ern­te­dank­fes­tes ansehen. 

Eine ers­te schrift­li­che Erwäh­nung ist in der Wall­fahrts­ge­schich­te Der Herr­gott von Tann“ aus dem Jah­re 1695 zu fin­den, in der (unan­ge­mel­det) Köß­lar­ner Wall­fah­rer in Tann an ihrer Fah­ne und ihrer Spra­che vom letz­ten Ern­te­dank­fest erkannt wur­den. Die Pfarr­ge­mein­de nahm die­ses Ereig­nis 1995 zum Anlass, das 300-jäh­ri­ge Bestehen des Ern­te­dank­fes­tes u.a. mit einer gro­ßen Aus­stel­lung zu feiern.

(Quel­le & Text: Web­sei­te Markt Köß­larn / pbp Tho­mas König)

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