Eine Gemeinschaft in zwei Traditionen: So leben die Benediktinermönche der Abtei des hl. Mauritius und des hl. Nikolaus zu Niederaltaich. Gottesdienste feiern sie in der Barockbasilika nach dem römischen und in der St.-Nikolaus-Kirche nach dem byzantinischen Ritus. Die 25-köpfige Ordensgemeinschaft lebt ökumenisch als eine Einheit, trotz aller Verschiedenheit. Das ist das Grundprinzip der Niederaltaicher Benediktiner, deren bewegende Geschichte mit der Gründung der Abtei um 740 begann.
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Geschichte der Abtei
Gegründet wurde das Kloster zu Niederaltaich (aus dem Altbayrischen „Altach“ für „Altwasser“) wohl um das Jahr 740 (traditionell 731) von Bayernherzog Odilo. Im 10./ 11. Jahrhundert erlebte das Kloster unter dem Hl. Gotthard, Träger der Klosterreform seiner Zeit, eine neue benediktinische Blüte und in den darauffolgenden 800 Jahren eine wechselvolle Geschichte mit einigen Höhepunkten. So erbaute Abt Joscio Hamberger (1700−1739) das Barockkloster mitsamt der jetzigen Kirche. 1803 wurde das Kloster säkularisiert und konnte 1918 wiederbesiedelt werden. Die ökumenische Arbeit begann dann in den 1930er Jahren mit Prior Emmanuel Heufelder. Dabei ermöglichte Papst Pius XI. bereits 1924 neben dem römischen auch den byzantinischen Ritus, sodass auch Benediktinermönche der Ostkirche ihre Tradition leben konnten. 1955 wurde hierfür eine erste kleine Kapelle eingerichtet, doch wurde diese im Lauf der Jahre zu klein. Daher baute man eine byzantinische Kirche in der ehemaligen Brauerei und weihte diese 1986 neugestaltet ein. Währenddessen, in den 1960er-Jahren, wurde auch das Ökumenische Institut errichtet. Das Tagungs- und Gästehaus St. Pirmin wurde um die Jahrtausendwende im ehemaligen Internat neu ausgebaut.
Barockbasilika St. Mauritius
Die ursprünglich gotische Hallenkirche aus dem 8. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert zur Barockbasilika umgebaut und zählt heute zu den bedeutendsten Kirchenbauten Süddeutschlands. Zahlreiche Stuckaturen und Fresken bestimmen den Kircheninnenraum. Eine Seltenheit sind die ovalen Deckenöffnungen (Oculi) mit ihren Gitter-Umrandungen in den Seitenschiffen des Langhauses. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Sakristei mit ihren kunstvollen Schnitzereien des Benediktinermönchs Pirmin Tobiaschu.
Bei der gesamten Kircheneinrichtung, den Altären und den Schreinen mit den kunstvoll verzierten Heiligen kommt das Psalmwort über dem inneren Eingang zum Ausdruck: „Deinem Haus, o Herr, gebührt Heiligkeit.“
Byzantinische Kirche St. Nikolaus
Das Gebäude mit ihrem Barockgewölbe aus dem 17. Jahrhundert wurde gemäß der ostkirchlichen Tradition gestaltet; die byzantinische Kirche St. Nikolaus 1986 eingeweiht. Zur näheren Betrachtung laden nach Betreten der Kirche durch eine äußere und eine innere Vorhalle (Exonarthex und Narthex) zahlreiche Ikonen ein – und hier v. a. die zentrale Ikonostase (Bilderwand) zwischen dem Kirchenschiff (Naos) und dem Altarraum (Heiligtum).
Ökumenische Gemeinschaft
Die 25-köpfige Mönchsgemeinschaft unter der Leitung von Abt Marianus Biber lebt nach der Regel des Hl. Benedikt „Eins in Christus“ (Benediktsregel 2,20; vgl. Gal 3,28). Das gemeinschaftliche Leben ist ökumenisch und damit stets darauf ausgerichtet, in aller Verschiedenheit einander anzunehmen. Besonders deutlich wird das bei den Gottesdiensten, die in zwei liturgischen Traditionen gefeiert werden: in der Basilika nach römischem und in der St.-Nikolaus-Kirche nach byzantinischem Ritus. Den Benediktinermönchen geht es schließlich darum, sich trotz der verschiedenen Wege geistlichen Lebens zu ergänzen und voneinander zu lernen.
Mehr zum Kloster Niederaltaich
Weitere Informationen rund um die Benediktinerabtei Niederaltaich mit ihrer langen Geschichte, der ökumenischen Ordensgemeinschaft, dem Exerzitien- und Veranstaltungsangebot sowie dem Kontakt finden Sie hier auf der Website der Benediktiner:



