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Abtei Niederaltaich: Ökumenisches Kleinod!

Stefanie Hintermayr am 23.03.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Die Abtei des hl. Mauritius und des hl. Nikolaus zu Niederaltaich: Kloster mit zwei Traditionen nach römischem und byzantinischem Ritus.

Eine Gemein­schaft in zwei Tra­di­tio­nen: So leben die Bene­dik­ti­ner­mön­che der Abtei des hl. Mau­ri­ti­us und des hl. Niko­laus zu Nie­der­al­taich. Got­tes­diens­te fei­ern sie in der Barock­ba­si­li­ka nach dem römi­schen und in der St.-Nikolaus-Kirche nach dem byzan­ti­ni­schen Ritus. Die 25-köp­fi­ge Ordens­ge­mein­schaft lebt öku­me­nisch als eine Ein­heit, trotz aller Ver­schie­den­heit. Das ist das Grund­prin­zip der Nie­der­al­tai­cher Bene­dik­ti­ner, deren bewe­gen­de Geschich­te mit der Grün­dung der Abtei um 740 begann.

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Geschichte der Abtei

Gegrün­det wur­de das Klos­ter zu Nie­der­al­taich (aus dem Alt­bay­ri­schen Alt­ach“ für Alt­was­ser“) wohl um das Jahr 740 (tra­di­tio­nell 731) von Bay­ern­her­zog Odi­lo. Im 10./ 11. Jahr­hun­dert erleb­te das Klos­ter unter dem Hl. Gott­hard, Trä­ger der Klos­ter­re­form sei­ner Zeit, eine neue bene­dik­t­i­ni­sche Blü­te und in den dar­auf­fol­gen­den 800 Jah­ren eine wech­sel­vol­le Geschich­te mit eini­gen Höhe­punk­ten. So erbau­te Abt Joscio Ham­ber­ger (17001739) das Barock­klos­ter mit­samt der jet­zi­gen Kir­che. 1803 wur­de das Klos­ter säku­la­ri­siert und konn­te 1918 wie­der­be­sie­delt wer­den. Die öku­me­ni­sche Arbeit begann dann in den 1930er Jah­ren mit Pri­or Emma­nu­el Heufel­der. Dabei ermög­lich­te Papst Pius XI. bereits 1924 neben dem römi­schen auch den byzan­ti­ni­schen Ritus, sodass auch Bene­dik­ti­ner­mön­che der Ost­kir­che ihre Tra­di­ti­on leben konn­ten. 1955 wur­de hier­für eine ers­te klei­ne Kapel­le ein­ge­rich­tet, doch wur­de die­se im Lauf der Jah­re zu klein. Daher bau­te man eine byzan­ti­ni­sche Kir­che in der ehe­ma­li­gen Braue­rei und weih­te die­se 1986 neu­ge­stal­tet ein. Wäh­rend­des­sen, in den 1960er-Jah­ren, wur­de auch das Öku­me­ni­sche Insti­tut errich­tet. Das Tagungs- und Gäs­te­haus St. Pir­min wur­de um die Jahr­tau­send­wen­de im ehe­ma­li­gen Inter­nat neu ausgebaut.

Barockbasilika St. Mauritius

Die ursprüng­lich goti­sche Hal­len­kir­che aus dem 8. Jahr­hun­dert wur­de im 18. Jahr­hun­dert zur Barock­ba­si­li­ka umge­baut und zählt heu­te zu den bedeu­tends­ten Kir­chen­bau­ten Süd­deutsch­lands. Zahl­rei­che Stu­cka­tu­ren und Fres­ken bestim­men den Kir­chen­in­nen­raum. Eine Sel­ten­heit sind die ova­len Decken­öff­nun­gen (Ocu­li) mit ihren Git­ter-Umran­dun­gen in den Sei­ten­schif­fen des Lang­hau­ses. Eine wei­te­re Sehens­wür­dig­keit ist die Sakris­tei mit ihren kunst­vol­len Schnit­ze­rei­en des Bene­dik­ti­ner­mönchs Pir­min Tobiaschu.

Bei der gesam­ten Kir­chen­ein­rich­tung, den Altä­ren und den Schrei­nen mit den kunst­voll ver­zier­ten Hei­li­gen kommt das Psalm­wort über dem inne­ren Ein­gang zum Aus­druck: Dei­nem Haus, o Herr, gebührt Heiligkeit.“

Byzantinische Kirche St. Nikolaus

Das Gebäu­de mit ihrem Barock­ge­wöl­be aus dem 17. Jahr­hun­dert wur­de gemäß der ost­kirch­li­chen Tra­di­ti­on gestal­tet; die byzan­ti­ni­sche Kir­che St. Niko­laus 1986 ein­ge­weiht. Zur nähe­ren Betrach­tung laden nach Betre­ten der Kir­che durch eine äuße­re und eine inne­re Vor­hal­le (Exonar­thex und Nar­thex) zahl­rei­che Iko­nen ein – und hier v. a. die zen­tra­le Iko­no­sta­se (Bil­der­wand) zwi­schen dem Kir­chen­schiff (Naos) und dem Altar­raum (Hei­lig­tum).

Ökumenische Gemeinschaft

Die 25-köp­fi­ge Mönchs­ge­mein­schaft unter der Lei­tung von Abt Maria­nus Biber lebt nach der Regel des Hl. Bene­dikt Eins in Chris­tus“ (Bene­dikts­re­gel 2,20; vgl. Gal 3,28). Das gemein­schaft­li­che Leben ist öku­me­nisch und damit stets dar­auf aus­ge­rich­tet, in aller Ver­schie­den­heit ein­an­der anzu­neh­men. Beson­ders deut­lich wird das bei den Got­tes­diens­ten, die in zwei lit­ur­gi­schen Tra­di­tio­nen gefei­ert wer­den: in der Basi­li­ka nach römi­schem und in der St.-Nikolaus-Kirche nach byzan­ti­ni­schem Ritus. Den Bene­dik­ti­ner­mön­chen geht es schließ­lich dar­um, sich trotz der ver­schie­de­nen Wege geist­li­chen Lebens zu ergän­zen und von­ein­an­der zu lernen.

Mehr zum Kloster Niederaltaich

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen rund um die Bene­dik­ti­ner­ab­tei Nie­der­al­taich mit ihrer lan­gen Geschich­te, der öku­me­ni­schen Ordens­ge­mein­schaft, dem Exer­zi­ti­en- und Ver­an­stal­tungs­an­ge­bot sowie dem Kon­takt fin­den Sie hier auf der Web­site der Benediktiner:

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