Das glauben wir

Bibelschule des Propädeutikums-Jahrgangs 2018/19

Sarah Joas am 30.04.2019

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Die Mitglieder des Propädeutikums des Priesterseminars St. Stephan in Passau sind wieder in der Bibelschule im Hl. Land unterwegs. Regens Martin Dengler und Dr. Bernhard Klinger begleiten die erste Hälfte, den alttestamentlichen Teil, der Bibelschule.

Mitt­woch, 24. April 2019 – seit die­sem Tag sind die Mit­glie­der des Pro­pä­deu­ti­kums des Pries­ter­se­mi­nars St. Ste­phan in Pas­sau wie­der in der Bibel­schu­le im Hl. Land unter­wegs. Regens Mar­tin Deng­ler und Dr. Bern­hard Klin­ger, Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Lehr­stuhl für Exege­se und Bibli­sche Theo­lo­gie der Uni­ver­si­tät Pas­sau, beglei­ten die ers­te Hälf­te, den alt­tes­ta­ment­li­chen Teil, der Bibelschule.

Begeg­nung“ könn­te gewis­ser­ma­ßen als Leit­wort über die Wochen der Bibel­schu­le gestellt wer­den: Die Zeit hier in Isra­el und Paläs­ti­na ist allein schon vom äuße­ren Rah­men her eine Begeg­nung mit dem Land der Bibel und den hei­li­gen Stät­ten des Chris­ten­tums; sie ist aber auch Begeg­nung mit der Kul­tur des Vor­de­ren Ori­ent sowie mit Juden­tum und Islam.

Inhalt­lich und zual­ler­erst aber ist die Bibel­schu­le eine inten­si­ve Begeg­nung mit vie­len bibli­schen Tex­ten. Nicht zuletzt eröff­net die Bibel­schu­le durch das inten­si­ve Lesen der Hl. Schrift, durch die Fei­er der Lit­ur­gie und durch den Besuch der hl. Stät­ten des Chris­ten­tums Räu­me für die Begeg­nung mit Gott. Und auch wenn erwar­tungs­ge­mäß das Gewühl in der Gra­bes­kir­che und an ande­ren Pil­ger­stät­ten ziem­lich groß und unhei­lig sein wird, so ist auch das eine Erfah­rung, die lehr­reich sein wird.

Mit all den unter­schied­li­chen Ein­drü­cken und inner­halb der Grup­pe wird die Bibel­schu­le aber auch rasch zu einer Begeg­nung mit sich selbst. Gera­de wenn in eini­gen Jah­ren eine ent­schei­den­de, exis­ten­zi­el­le Fra­ge beant­wor­tet wer­den soll – mög­lichst mit einem Ja!“, dem Ja zum Wei­he­sa­kra­ment, braucht es eine ent­spre­chen­de Rei­fe­zeit. Und die Bibel­schu­le des Pas­sau­er Pro­pä­deu­ti­kums darf als eine sehr inten­si­ve Rei­fe­zeit gera­de am Beginn des Weges im Pries­ter­se­mi­nar ver­stan­den wer­den. Dazu sind nun am ver­gan­ge­nen Mitt­woch neun der zehn Pro­pä­deu­ti­ker aufgebrochen. 

Nach einem ruhi­gen Flug von Mün­chen nach Tel Aviv ging es in den Mor­gen­stun­den des Don­ners­tags mit einem Klein­bus in den Negev, die Wüs­te im Süden Isra­els. Im Kib­buz Yahel, etwa 60 km nörd­lich des Roten Mee­res, ver­bringt die Grup­pe die ers­ten zehn Tage der Bibel­schu­le. Hier, umge­ben von einer Stein­wüs­te mit aus­ge­trock­ne­ten Fluss­läu­fen, die nur eini­ge Mal im Jahr Was­ser füh­ren (… aber dann wirk­lich viel!), mit Gesteins­for­ma­tio­nen in ver­schie­de­nen Ocker‑, Braun- und Rot-Tönen, begin­nen die Pro­pä­deu­ti­ker, inten­siv bibli­sche Tex­te zu lesen. Die kar­ge Land­schaft hilft, sich auf die Tex­te zu kon­zen­trie­re. Die Gast­lich­keit und Freund­lich­keit, die uns hier im Kib­buz Yahel mitt­ler­wei­le schon das elf­te Jahr begeg­net, lässt rasch ver­ges­sen, wie unter­schied­lich doch die Kul­tu­ren sind und wie weit weg von unse­rer Hei­mat wir sind.

Nach einem ruhi­gen Tag des Ankom­mens und des Sich-Akli­ma­ti­sie­rens – wir genie­ßen gera­de Son­nen­schein, wol­ken­lo­sen Him­mel und fast 40 °C – unter­nah­men wir am Sams­tag, Sonn­tag und Mon­tag jeweils eine mehr­stün­di­ge Wan­de­rung in die Wüs­te um das Kib­buz. Wäh­rend der Wan­de­rung herrscht Schwei­gen, das erst wie­der beim Betre­ten des Kib­buz gebro­chen wird. Nur das Nötigs­te wird unter­wegs gespro­chen. Wir wan­dern in die Wüs­te, suchen schat­ti­ge Stel­len, wo dann Zeit ist, die vor­ge­se­he­nen Bibel­tex­te zu lesen; dann fei­ern wir Eucha­ris­tie und machen Mit­tags­pau­se, bevor es dann wie­der wan­dernd wei­ter­geht zu einem zwei­ten schat­ti­gen Lese-Ort. Dann geht es zurück in den Kib­buz. Das Schwei­gen för­dert die Kon­zen­tra­ti­on auf die Texte.

Hier ein paar Ein­drü­cke von den ers­ten Tagen der Bibelschule:

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Farbenspiel der Steinwüste – hier geht der Blick bei der Rückkehr zum Kibbuz nach Jordanien. Die Grenze nach Jordanien liegt nur knapp 300m vom Kibbuz entfernt.
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Ein erstes Gruppenphoto.
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Durch diesen trockenen Flußlauf führte unser Weg. Für die Lese-Pausen spendeten Bäume genügend Schatten.
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Nur der Regens hatte einen Sonnen-Platz.
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Hier fanden wir Platz unter einem Felsvorsprung; wir konnten dort sogar lange Zeit Schatten genießen. Wir gaben diesem Ort kurzerhand den Namen Kathedrale St. Peter – „der Fels“.
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Zwei der Propädeutiker bei ihrer Bibel-Lektüre
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Blick auf den Kibbuz Yahel
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Die Gruppe bei einer erste Erkundung der Umgebung des Kibbuz Yahel

Text und Fotos: Bern­hard Klinger