Foto: Bayer / pbp
Der Passauer Stephansdom ist um eine Baustelle reicher: Die historische Domglocke „Stürmerin“ bekommt einen neuen Klöppel und ein neues Joch. Ziel der aufwendigen Arbeiten ist es, die Glocke künftig so schonend wie möglich läuten zu können und ihren historischen Bestand langfristig zu erhalten.
Denn das Läuten der „Stürmerin“ ist aufgrund ihrer besonderen Bauweise seit jeher eine technische Herausforderung. Die barocke Glocke ist im Verhältnis zu ihrem Durchmesser kürzer als heutige Glocken. Gleichzeitig verfügt sie über ein vergleichsweise hohes Joch. Dadurch ist es schwierig, die Glocke beim Läuten gleichmäßig in Bewegung zu halten. Inzwischen ist sie auf einer Seite stärker ausgeschlagen als auf der anderen.
Auch das bisherige Joch weist verschiedene Rissstellen auf. Zudem haben die bisherigen Klöppel die Glocke im Laufe der Jahrhunderte an den Anschlagstellen etwas ausgerieben. Mit dem neuen Klöppel soll sich das künftig ändern: Er soll beim Läuten das Verschleißteil sein und nicht die historische Glocke.
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Die Passauer Glockengießerei Perner hat die historische Glocke bereits abgebaut und im Glockenstuhl abgestellt. Am 2. September werden nun das neue Joch samt Zubehörteilen sowie die speziell berechneten und angefertigten Klöppel mit ihren Aufhängungen mit einem Autokran in den Turm gehoben. Im Zuge der Arbeiten wird auch die Glocke „Misericordia“ mit einem neuen Klöppel ausgestattet. Die 1999 von Rudolf Perner gegossene Glocke soll dadurch besser auf die anderen Glocken abgestimmt werden. Gleichzeitig soll der neue Klöppel für einen möglichst schonenden Anschlag sorgen.
Die Arbeiten sind das Ergebnis einer langen Planungsphase. Unterstützt wurde das Projekt von der Klöppelschmiede Rosswag, die die beiden Klöppel zum Sonderpreis aus Spezialstahl gefertigt hat. Bei der Planung wurden gemeinsam mit dem Glockenbeauftragten der Diözese, dem Diözesanbauamt und der Glockengießerei die technischen Anforderungen, die Aspekte der Glockenmusik und die notwendigen Arbeiten für den Einbau aufeinander abgestimmt.
Bis die Glocken wieder läuten können, wird es allerdings noch etwas dauern. Zunächst müssen die neuen Bauteile eingebaut und anschließend verschiedene Einstellarbeiten vorgenommen werden. Auch mehrere Probeläuten sind notwendig, bevor die Glocken wieder regulär erklingen können. Der Termin für das erste Läuten wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.
Text: Perner / Bayer



