Bistum

Die Glocken schweigen

Redaktion am 02.09.2026

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Der Passauer Stephansdom ist um eine Baustelle reicher: Die historische Domglocke „Stürmerin“ bekommt einen neuen Klöppel und ein neues Joch. Ziel der aufwendigen Arbeiten ist es, die Glocke künftig so schonend wie möglich läuten zu können und ihren historischen Bestand langfristig zu erhalten.

Denn das Läu­ten der Stür­me­rin“ ist auf­grund ihrer beson­de­ren Bau­wei­se seit jeher eine tech­ni­sche Her­aus­for­de­rung. Die baro­cke Glo­cke ist im Ver­hält­nis zu ihrem Durch­mes­ser kür­zer als heu­ti­ge Glo­cken. Gleich­zei­tig ver­fügt sie über ein ver­gleichs­wei­se hohes Joch. Dadurch ist es schwie­rig, die Glo­cke beim Läu­ten gleich­mä­ßig in Bewe­gung zu hal­ten. Inzwi­schen ist sie auf einer Sei­te stär­ker aus­ge­schla­gen als auf der anderen.

Auch das bis­he­ri­ge Joch weist ver­schie­de­ne Riss­stel­len auf. Zudem haben die bis­he­ri­gen Klöp­pel die Glo­cke im Lau­fe der Jahr­hun­der­te an den Anschlag­stel­len etwas aus­ge­rie­ben. Mit dem neu­en Klöp­pel soll sich das künf­tig ändern: Er soll beim Läu­ten das Ver­schleiß­teil sein und nicht die his­to­ri­sche Glocke.

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Die Pas­sau­er Glo­cken­gie­ße­rei Per­ner hat die his­to­ri­sche Glo­cke bereits abge­baut und im Glo­cken­stuhl abge­stellt. Am 2. Sep­tem­ber wer­den nun das neue Joch samt Zube­hör­tei­len sowie die spe­zi­ell berech­ne­ten und ange­fer­tig­ten Klöp­pel mit ihren Auf­hän­gun­gen mit einem Auto­kran in den Turm geho­ben. Im Zuge der Arbei­ten wird auch die Glo­cke Miser­i­cor­dia“ mit einem neu­en Klöp­pel aus­ge­stat­tet. Die 1999 von Rudolf Per­ner gegos­se­ne Glo­cke soll dadurch bes­ser auf die ande­ren Glo­cken abge­stimmt wer­den. Gleich­zei­tig soll der neue Klöp­pel für einen mög­lichst scho­nen­den Anschlag sorgen.

Die Arbei­ten sind das Ergeb­nis einer lan­gen Pla­nungs­pha­se. Unter­stützt wur­de das Pro­jekt von der Klöp­pel­schmie­de Ross­wag, die die bei­den Klöp­pel zum Son­der­preis aus Spe­zi­al­stahl gefer­tigt hat. Bei der Pla­nung wur­den gemein­sam mit dem Glo­cken­be­auf­trag­ten der Diö­ze­se, dem Diö­ze­san­bau­amt und der Glo­cken­gie­ße­rei die tech­ni­schen Anfor­de­run­gen, die Aspek­te der Glo­cken­mu­sik und die not­wen­di­gen Arbei­ten für den Ein­bau auf­ein­an­der abgestimmt.

Bis die Glo­cken wie­der läu­ten kön­nen, wird es aller­dings noch etwas dau­ern. Zunächst müs­sen die neu­en Bau­tei­le ein­ge­baut und anschlie­ßend ver­schie­de­ne Ein­stell­ar­bei­ten vor­ge­nom­men wer­den. Auch meh­re­re Pro­be­läu­ten sind not­wen­dig, bevor die Glo­cken wie­der regu­lär erklin­gen kön­nen. Der Ter­min für das ers­te Läu­ten wird zu einem spä­te­ren Zeit­punkt festgelegt.

Text: Per­ner / Bayer

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