Kirche vor Ort

„Ein Zeichen für Weltoffenheit und Nächstenliebe setzen“

Thomas König am 22.10.2019

Landesinnungsverband-Bayer.-Zimmererhandwerk-19.10.2019-1

Bayerischer Zimmerer- und Holzbaugewerbetag in Altötting. Zimmerer-Präsident Peter Aicher über die Verbindung von Handwerk, Tradition und Glaube.

Am Frei­tag, 18. und Sams­tag, 19. Okto­ber fand im Alt­öt­tin­ger Kul­tur- und Kon­gress­fo­rum der Baye­ri­sche Zim­me­rer- und Holz­bau­ge­wer­be­tag statt. Am Sams­tag war auch eine musi­ka­lisch umrahm­te fei­er­li­che, far­ben­präch­ti­ge kirch­li­che Pro­zes­si­on (für alle Kon­fes­sio­nen) mit anschlie­ßen­dem Fest­got­tes­dienst in der Basi­li­ka St. Anna“ ein­ge­plant. Schon die Wahl des Ver­an­stal­tungs­or­tes Alt­öt­ting lässt auf­hor­chen: Tra­di­ti­on und Moder­ne sind die bei­den Begrif­fe, die wir mit unse­rem Ver­bands­tag 2019 ver­ei­nen wol­len. Und wo lie­ße sich das bes­ser zele­brie­ren als in einem der bekann­tes­ten Wall­fahrts­or­te Bay­erns?“, schreibt Peter Aicher, Prä­si­dent des Lan­des­in­nungs­ver­bands des Baye­ri­schen Zim­merer­hand­werks, in sei­ner Ein­la­dung an die Mit­glie­der. Aicher bit­tet die Tagungs­teil­neh­mer wei­ter: Zei­gen Sie mit Ihrer Anwe­sen­heit in Kluft und Tracht (ger­ne auch Dirndl), dass wir zu unse­rem Beruf ste­hen und stolz dar­auf sind.“

Herr Aicher, woher rührt die Moti­va­ti­on zu einem reli­giö­sen Ele­ment wäh­rend einer Verbandstagung?

Peter Aicher: Ich bin der Auf­fas­sung, dass gera­de der Zim­me­rer­be­ruf schon sehr eng mit dem Glau­ben ver­bun­den ist und immer war. Dass es in der Zukunft auch so blei­ben wird, davon gehe ich zuver­sicht­lich aus, weil der Glau­be schon sehr tief in unse­rem Hand­werk ver­wur­zelt ist und auch mit sol­chen Akti­vi­tä­ten wie in Alt­öt­ting geför­dert wird. Wir freu­en uns, dass wir in Alt­öt­ting sein dürfen.

Sie beto­nen bewusst in der Ein­la­dung, die Pro­zes­si­on mit anschlie­ßen­dem Got­tes­dienst sei für alle Kon­fes­sio­nen“ gedacht …

Mit der Hand etwas schaf­fen zu kön­nen, das von ande­ren Men­schen täg­lich genutzt wird und wert­be­stän­dig ist, ist ein tol­les Gefühl, das auch immer mehr jun­ge Leu­te in unse­re Bran­che, ent­ge­gen des all­ge­mei­nen Trends, zieht. Wir haben ein Hand­werk das mit einem wun­der­ba­ren Werk­stoff arbei­ten darf und sind dank­bar, dass es die­sen gibt. Der hei­li­ge Josef ist dabei unser Pate, um auch die gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me gemein­sam in den Griff zu bekom­men. Wir als Zim­me­rer möch­ten unser Mög­lichs­tes dazu bei­tra­gen. Kon­fes­si­ons­of­fe­ne Ereig­nis­se sind in der glo­ba­li­sier­ten und bun­ten Gesell­schaft heu­te sehr wich­tig, um die Gemein­schaft als Gan­ze zu stär­ken und ein Zei­chen für Welt­of­fen­heit und Nächs­ten­lie­be über welt­li­che und reli­giö­se Gren­zen hin­aus zu setzen.

Wel­chen Stel­len­wert hat der christ­li­che Glau­be in Ihrem eige­nen Leben?

Ich bin mit dem christ­li­chen Glau­ben schon von klein auf geprägt wor­den. Für mich bedeu­tet das Zusam­men­halt und Lie­be in der Fami­lie und der Gesellschaft.

Wie wich­tig ist ein christ­li­ches Wer­te­fun­da­ment auch im Hand­werk bzw. was kann es leisten?

Nicht nur im Hand­werk, son­dern gene­rell ist mei­ner Mei­nung nach ein Wer­te­fun­da­ment wie das christ­li­che sehr wich­tig für unser Zusam­men­le­ben. Im Hand­werk hat man im Gegen­satz zu ande­ren Berufs­grup­pen jedoch den Vor­teil, dass man die Chan­ce hat, mit den eige­nen Hän­den etwas zu erschaf­fen, was vie­len Men­schen Nut­zen, Schutz oder eine Zuflucht bie­ten kann. Das ist etwas sehr Erfüllendes!

Bildergalerie:

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Inter­view: Wolf­gang Ter­hörst — Fotos Ros­wi­tha Dorfner 

Das aus­führ­li­che Inter­view lesen Sie in der aktu­el­len Aus­ga­be des Alt­öt­tin­ger Liebfrauenbote!