Das glauben wir

1. Woche - geliebt sein

Wolfgang-Christian Bayer am 06.03.2019

2019_Exerzitien_Morgenstimmung

In diesen Tagen der "Exerzitien im Alltag" nehmen wir sein Wort auf und lassen es in uns zum LebensWort werden.

1. Impuls: ich bin geliebt

Wahr­neh­mungs­übung (Dazu benö­ti­gen Sie einen klei­nen Spie­gel.)
Ich set­ze mich auf­recht und bequem hin,halte den Spie­gel vor mein Gesicht und

betrach­te mich. Den Kri­ti­ker in mir las­se ich nach weni­gen Sekun­den schwei­gen.
Ich möch­te jetzt nur wahrnehmen.

Zunächst sehe ich mir in die Augen.
• Die Form mei­ner Augen… Die Far­be mei­ner Augen, ihre Mase­rung;
• den Schwung mei­ner Wim­pern.
• Und ich gehe wei­ter;
• betrach­te mei­ne Augen­brau­en
• Sie ver­lei­hen mei­nem Blick Ausdruck.

Ich betrach­te nun mei­ne Nase.
• Ihre Län­ge – ihre Brei­te.
• Ich dre­he mei­nen Kopf und betrach­te sie von der Seite.

Nun wid­me ich mich mei­nem Mund.
• Die Form mei­ner Lip­pen,
• ihre Far­be und ihre Beschaf­fen­heit.
• Dann len­ke mei­ne Auf­merk­sam­keit auf mei­ne Mund­win­kel.
• …… und läch­le mir zu.

Nun betrach­te ich mein gan­zes Gesicht.
Es ist ein­ma­lig. All die Facet­ten, eine wah­re Kom­po­si­ti­on.
Es ist gut wie ich bin, ein­zig­ar­tig — Ich.

Wort für den Tag
Heu­te wage ich immer wie­der den Blick in den Spie­gel und sage mir zu:

“„Du bist von Gott geliebt“.”

(Dan 9, 23)

Gebet
Gott, ich dan­ke dir.
Stau­nens­wert sind dei­ne Wer­ke.
In dei­nen Augen bin ich kost­bar und ein­zig­ar­tig.
Vor dir darf ich sein, wie ich bin.

2. Impuls: angeschaut werden

Ein tai­wa­ne­si­sches Mäd­chen wird Chris­tin. Dem erstaun­ten Mis­sio­nar erzählt sie: Ich hat­te als Kind immer zwei Klei­der. Wenn ich eines davon zer­ris­sen hat­te, näh­te mir mei­ne Mut­ter wie­der ein Neu­es. Wenn ich es dann anpro­bier­te, muss­te ich mich vor mei­ne Mut­ter hin­stel­len. Lan­ge stand ich immer da. Mei­ne Mut­ter sagt nichts. Sie schau­te mich nur an. Ich spür­te ihr Wohl­wol­len aus den Bli­cken. Ich fühl­te mich dar­in gebor­gen und auf­ge­ho­ben. Trotz­dem wuss­te ich nie, war­um sie mich immer so lan­ge anschau­te. Als ich älter wur­de, fass­te ich Mut, sie zu fra­gen. Mei­ne Mut­ter lächel­te. Sie sag­te kurz: Du bist schön. Du bist so schön.“ Und das ist mein Gebet. Ich las­se mich von Gott anschau­en. Er ist groß. Er ist mein Schöp­fer. Von ihm kom­me ich. Mich von ihm anschau­en las­sen bedeu­tet: erfah­ren und erle­ben, dass ich schön bin. Er schaut mich nicht an, weil ich schön bin, son­dern weil ER mich anschaut, erfah­re ich mich schön. Das ist mein Beten: mich im Ange­schaut wer­den von ihm schön erle­ben. Davon lebe ich“.
Quel­le unbekannt

Gott ist groß. Er ist mein Schöp­fer. Von ihm kom­me ich.
Er schaut mich wohl­wol­lend an.
In sei­nen Augen bin ich kost­bar und schön.
Ich las­se mich von Gott anschau­en
und höre in mich hin­ein. Was bewegt mich dabei?

“„Gott sah alles an, was er gemacht hat­te. Es war sehr gut.“”

Wort für den Tag (Gen 1, 31)

Gebet
Gott, alles was du gemacht hast ist gut.
Du hast auch mich geschaf­fen
und schaust mich lie­be­voll an.
Unter dei­nem Blick lebe ich auf.

3. Impuls: geliebte Tochter - geliebter Sohn

Wort Got­tes Lk 3, 21 – 22
Es geschah aber, dass sich zusam­men mit dem gan­zen Volk auch Jesus tau­fen ließ. Und wäh­rend er bete­te, öff­ne­te sich der Him­mel, und der Hei­li­ge Geist kam sicht­bar in Gestalt einer Tau­be auf ihn her­ab, und eine Stim­me aus dem Him­mel sprach: Du bist mein gelieb­ter Sohn, an dir habe ich Wohl­ge­fal­len gefunden. 

Durch sei­ne Tau­fe zeigt Jesus sei­ne Zuge­hö­rig­keit zu Gott. Er ist der Sohn, durch den der Vater wirkt. Dies wird durch die Stim­me aus dem Him­mel und durch die Tau­be als äuße­res Zei­chen bestä­tigt. Die Lie­be und Zusa­ge des Vaters lässt ihn hin­aus­ge­hen und den Men­schen Got­tes Lie­be verkünden. 

Durch mei­ne Tau­fe bin auch ich Got­tes gelieb­te Tochter/​Got­tes gelieb­ter Sohn. Was bedeu­tet die­se Zusa­ge für mich und für mein Leben? 



“„Du bist mei­ne gelieb­te Tochter/​mein gelieb­ter Sohn.“”

Wort für den Tag (Lk 3, 22)

Gebet
Gott, ich bin dei­ne gelieb­te Tochter/​dein gelieb­ter Sohn.
Du hast Wohl­ge­fal­len gefun­den an mir.
Lass mich die­ses Wis­sen mit­neh­men in mei­nen All­tag
und dar­aus leben,
jeden Tag aufs Neue.

4. Impuls: von Jesus angenommen

Wort Got­tes Mt 28, 19
Jesus sagt: Dar­um geht zu allen Völ­kern, macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geistes.

In der Tau­fe wur­de ich in die Gemein­schaft mit Jesus und in die Gemein­schaft der Kir­che auf­ge­nom­men. In der Fei­er der Tau­fe gibt es vie­le Zei­chen und Sym­bo­le, die dies beson­ders ver­deut­li­chen, z.B.:

Was­ser: Was­ser ist das Sym­bol neu­en Lebens, der Rei­ni­gung und der Gabe des Hei­li­gen Geis­tes. Neu­es Leben heißt, ich gehö­re zu Jesus und zur Gemein­schaft der Glau­ben­den. Ich bin ganz an- und hineingenommen!

Das wei­ße Tauf­kleid: beim Anle­gen des Tauf­klei­des spricht der Pries­ter: Die­ses Kleid soll dir ein Zei­chen dafür sein, dass du in der Tau­fe neu geschaf­fen wor­den bist und — wie die Schrift sagt- Chris­tus als Gewand ange­zo­gen hast. Bewah­re die­se Wür­de für das ewi­ge Leben.“

Sal­bung mit Chri­sam: die Sin­ne, Augen und Ohren wer­den mit Chri­sam­öl gesalbt. Ich habe Anteil am Pries­ter-, König- und Pro­phe­ten­amt Chris­ti. Das ist sein Geschenk an mich. Ich bin erwählt, beschützt und berufen.

“„Ich bin getauft im Namen des VATERS und des SOH­NES und des HEI­LI­GEN GEISTES.“”

Wort für den Tag

Gebet
Jesus, ich dan­ke dir für dein Leben,
dass du mir in der Tau­fe geschenkt hast.
Du hast mir dadurch eine beson­de­re Wür­de gege­ben.
Sie ist Zei­chen dafür, dass ich unend­lich geliebt bin von dir.
Ich darf immer mehr dar­in wach­sen,
aus dei­ner Freund­schaft leben und
dei­ne Lie­be weiterschenken.

Rückschau auf die 1. Woche

Ich schaue noch ein­mal auf die­se Woche der Exer­zi­ti­en im All­tag zurück.
Wel­cher Impuls, wel­cher Gedan­ke, wel­ches Gebet,
wel­ches Wort für den Tag“ hat mich beson­ders bewegt?
Was hat mir gehol­fen, Ruhe und Ver­trau­en zu fin­den?
Wie gelang es mir, bewusst aus dem Glau­ben zu leben?
Wie habe ich Got­tes Nähe erfah­ren?
Wel­ches Wort geht mir noch nach?
Ich las­se die ver­gan­ge­ne Exer­zi­ti­en­wo­che
noch­mals in mir da sein.

2019_Exerzitien_Mutter


Gott, dein Segen
erfül­le mein Leben mit Liebe.

Dein Segen umge­be mich wie ein
Schutz.
Er sei mir Kraft und Ener­gie.
Er sei mir Krea­ti­vi­tät und
Phan­ta­sie, die nach Taten drängt.

Gott dein Segen
brin­ge mei­ne See­le zum Klin­gen,
zum Leben
und
zum Lie­ben.