icons / 24px / close
Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Das glauben wir

Exerzitien im Alltag - 2. Woche

Sarah Joas am 09.03.2020

Adobe Stock 121463844 info-icon-20px Foto: Adobe Stock

Oft fällt es uns schwer, eine Hand auszustrecken, eine offene Hand, eine bittende Hand, eine leere Hand. Und doch ist es die Voraussetzung, um zu empfangen, und aufzunehmen all das, was mich erfrischt, lebendig macht und zum Leben führt. Die Hand ist offen und durchlässig. Sie nimmt auf und gibt weiter. Empfangen und geben, das ist Leben. Heiliger Geist, du bist mir geschenkt, Strom lebendigen Wassers, sprudelnde Quelle in mir sei Geschenk für mich und durch mich für die Menschen!

1. Impuls: eine Erfahrungsgeschichte

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Den gan­zen Tag schon hat­te ich die­ses Gefühl mit mir her­um­ge­tra­gen: ich war sehr ver­är­gert dar­über, wie sich eine Situa­ti­on ent­wi­ckelt hat­te und woll­te ger­ne jeman­dem deut­lich mei­ne Mei­nung dazu sagen. Zugleich war mir klar, dass es nicht sinn­voll war, in die­ser Stim­mung das Gespräch zu suchen und außer­dem hat­te ich kei­ne Ent­schei­dungs­be­fug­nis in der Sache – kurz gesagt, es ging mich eigent­lich nichts an, ich ärger­te mich für ande­re dar­über, wie mit ihnen umge­gan­gen wur­de. Wäre es also bes­ser, gar nichts zu sagen, mich nicht ein­zu­mi­schen?
Mit die­sem Gefühl und dem Gedan­ken Hei­li­ger Geist– was soll ich tun?“ ging ich ins Bett.
Am nächs­ten Mor­gen wach­te ich mit einem Lied im Kopf auf und erst im Lau­fe der Zeit wur­de mir bewusst, was ich da inner­lich vor mich hin summ­te: Lass uns in dei­nem Namen, Herr, die nöti­gen Schrit­te tun. Gib uns den Mut, voll Lie­be, Herr, heu­te die Wahr­heit zu leben.“ Als ich wahr­ge­nom­men habe, wel­cher Text, sich da ganz von selbst“ in mein Bewusst­sein geschli­chen hat­te, wuss­te ich auch, was ich zu tun hat­te: Mei­ne Mei­nung zu der Sache sagen, aber nicht im Ärger, son­dern wohl­über­legt und mit lie­be­vol­lem Blick für die benach­tei­lig­ten Per­so­nen. Es ergab sich sogar kurz dar­auf die pas­sen­de Gele­gen­heit dazu und nach ein paar Gesprä­chen wur­de eine akzep­ta­ble Lösung für alle Betei­lig­ten gefun­den.
Bri­git­ta Necker­mann-Lipp, Burghausen

• Ich las­se die­se Erzäh­lung auf mich wir­ken.
• Ken­ne ich das, das mir ein Gedan­ke, ein Lied ein Text, ein Erleb­nis, vom Geist geschenkt…. einen Hin­weis dar­auf gibt, wie ich mich in einer Situa­ti­on ver­hal­ten soll?
• In der Erin­ne­rung dar­an las­se ich alles kom­men und brin­ge mei­ne Gedan­ken, mei­ne Emp­fin­dun­gen und mei­nen Dank vor Gott.

2. Impuls: ... geschenkt zum Nutzen für andere

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

1 Kor 12, 37
Und kei­ner kann sagen: Jesus ist der Herr, wenn er nicht aus dem Hei­li­gen Geist redet. Es gibt ver­schie­de­ne Gna­den­ga­ben, aber nur den einen Geist. Es gibt ver­schie­de­ne Diens­te, aber nur den einen Herrn. Es gibt ver­schie­de­ne Kräf­te, die wir­ken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offen­ba­rung des Geis­tes geschenkt, damit sie ande­ren nützt.

• Ich lese den Text eini­ge Male.
• Ich unter­strei­che die Wör­ter, die mich beson­ders anspre­chen.
• Was ist die Haupt­aus­sa­ge?
• Was will mir der Text sagen?
• Ich mache mir Notizen

Gedan­ken dazu:
Pau­lus schreibt an die Gemein­de in Korinth. Dort gab es vie­le Ver­wir­run­gen und unter­schied­li­che Mei­nun­gen. Pau­lus will den Chris­ten eine Ori­en­tie­rung geben.
Er spricht von einer wich­ti­gen Unter­schei­dung: Nur in dem Men­schen wirkt wirk­lich Got­tes Geist, der aus inne­rer Über­zeu­gung Jesus ist der Herr‘ sagen kann und des­sen Leben ganz auf Jesus aus­ge­rich­tet ist. Jedem aber wird der Geist geschenkt, nicht für das eige­ne Ego, son­dern zum Auf­bau für die Gemein­de!
• Wie zeigt sich in mir und in mei­nem Leben, dass Jesus der Herr“ ist?
• Wie erfah­re ich, dass der Geist mich beschenkt? Gebe ich die­ses Geschenk
wei­ter?

Gebet
Jesus, du bist mein Herr!
Öff­ne mich neu für die G aben
dei­nes Geis­tes und lass mich
sie ein­set­zen in der Lie­be
zu den Men­schen.
Du bewirkst alles in allem
und führst zur Ein­heit
mit dir und untereinander.

3. Impuls: meine Gaben/Charismen entdecken

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Wie wir in 1 Kor 12 (S. 19) gele­sen haben, gibt es ver­schie­de­ne Gaben, Diens­te, Kräf­te, die alle aus dem einen Geist Got­tes kom­men. Nie­mand kann alles und nie­mand kann nichts. Die Kir­che nennt sie Cha­ris­men“, zu deutsch Gna­den­ga­ben“, also eine Gabe, Fähig­keit, Kraft, die mir von Gott geschenkt ist und ande­ren dient. Viel­leicht habe ich die Gaben, die der Geist Got­tes in ein­zel­nen Situa­tio­nen in mir wirkt, noch gar nicht wahrgenommen?

Cha­ris­men sind Geschen­ke des Hei­li­gen Geis­tes. Sie gehen über mei­ne natür­li­chen Gaben hin­aus und ent­fal­ten sich aus mei­ner leben­di­gen Bezie­hung zu Gott.
Sie ent­wi­ckeln sich manch­mal auch aus Schwä­chen, aus Man­gel- und Kreu­zer­fah­run­gen her­aus und ich set­ze sie im Dienst für ande­re ein.

Übung für den Tag

• Ich hal­te über den Tag immer wie­der inne und rich­te mei­ne Auf­merk­sam­keit auf die Situa­ti­on in der ich gera­de bin.
• Wie nützt“ das, was ich gera­de tue, oder wie ich es tue den ande­ren, damit sie mehr zum Leben, zur Frei­heit, zur Freu­de fin­den?
• Ich mache mir Notizen

Gebet
Guter Gott,
du hast mir viel­fäl­ti­ge Gaben geschenkt
mit denen ich mein Leben gestal­ten kann.
Hilf mir, sie so zu gebrau­chen,
dass es in dei­nem Sin­ne ist.

4. Impuls: von Gottes Liebe erfüllt

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Römer 5,5
Die Lie­be Got­tes ist aus­ge­gos­sen in unse­re Her­zen, durch den Hei­li­gen Geist, der uns gege­ben ist.

Ich fin­de mich an mei­nem Platz ein.
Ich wer­de ruhi­ger.
Ich lese den Satz aus dem Römer­brief mehr­mals lang­sam,
las­se ihn auf der Zun­ge zer­ge­hen“.
Ich stel­le mir vor, wie durch den Hei­li­gen Geist Got­tes Lie­be in mein Herz ein­ge­gos­sen
wird, so dass die Lie­be mein Herz mehr und mehr (er-) füllt.
Ich neh­me wahr, wel­ches Bild in mir auf­steigt.
Ich blei­be eini­ge Zeit in die­ser Vor­stel­lung…
Dann neh­me ich wahr, wel­che Emp­fin­dun­gen in mir da sind
und brin­ge alles vor Gott.
• Ich been­de die Übung mit einem tie­fen Atem­zug.
Mein Bild“ kann ich auch malen.

Gebet
Du Gott des Lebens,
du füllst mein Herz immer mehr
mit dem Geschenk dei­ner Lie­be.
Lass in mir das Ver­trau­en wach­sen,
dass dei­ne Lie­be alles zum Guten führt.

Rückschau auf die 2. Woche

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…
Ich schaue noch ein­mal auf die­se Woche der Exer­zi­ti­en im All­tag zurück.
Wel­cher Impuls, wel­cher Gedan­ke, wel­ches Gebet
hat mich beson­ders bewegt?
Was hat mir gehol­fen, Ruhe und Ver­trau­en zu fin­den?
Wie gelang es mir, den Hei­li­gen Geist wir­ken zu las­sen?
Wie habe ich ihn erfah­ren?
Ich las­se die ver­gan­ge­ne Exer­zi­ti­en­wo­che noch­mals in mir da sein.