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Das glauben wir

Exerzitien im Alltag - 3. Woche

Sarah Joas am 16.03.2020

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Im Geist leben heißt, sich immer wieder entscheiden, das Wahre, das Gute zu wählen, den rechten Weg zu gehen. Dazu braucht es den klaren Blick und ein reines Herz, das in Verbindung ist mit Dir, Heiliger Geist. Es braucht das rechte Hören und den Mut, eine Wahl zu treffen. In dir Heiliger Geist sich entscheiden bedeutet für mich: ein mehr an Freude, ein mehr an Frieden, ein mehr an Wahrheit, ein mehr an Liebe zu Gott und zu den Menschen. Dann kehrt Friede ein in meinem Herzen, denn du bist da, Heiliger Geist.

1. Impuls: eine Erfahrungsgeschichte

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Wie jedes Jahr fah­re ich zu einem Tref­fen der Exer­zi­ti­en­re­fe­rats­lei­ter der deut­schen Bis­tü­mer. Ich ertap­pe mich dabei, dass ich nicht sehr moti­viert bin und dass ich mich fra­ge, was soll ich da ein­brin­gen? Bei die­sen Gedan­ken erschre­cke ich ein wenig und bit­te den Hei­li­gen Geist: Zeig du mir, was für mich bei die­ser Tagung wich­tig ist!“ Fast am Ende der Kon­fe­renz, kommt es zu einer wich­ti­gen Ent­schei­dung. Es gibt 2 Spre­cher für die­se Tref­fen, die für eini­ge Jah­re ver­ant­wort­lich sind. Einer der Spre­cher gibt bekannt, dass er aus beruf­li­chen Grün­den die zusätz­li­che Auf­ga­be nicht mehr wei­ter­füh­ren kann. Ver­schie­de­ne Per­so­nen wer­den gefragt, ob sie sich das vor­stel­len kön­nen. Aber nie­mand kann die­se Auf­ga­be zu die­sem Zeit­punkt über­neh­men. Plötz­lich wer­de ich gefragt und kann im Moment kei­ne Ent­schei­dung tref­fen. Sie geben mir Zeit und behan­deln den nächs­ten Tagungs­punkt. Mich drängt es, ein­fach raus­zu­ge­hen und in einem stil­len Medi­ta­ti­ons­raum den­ke ich dar­über nach. Da fällt mir ein, was ich zum Hl. Geist gebe­tet habe, er soll­te mir doch etwas zei­gen! Nun ist es mir klar, dass ich die­se Auf­ga­be über­neh­men soll und ich gebe ent­schie­den und ruhig mein Ja dazu.
Sr. Con­ra­da Aigner, Pas­sau

• Ich las­se die­se Erzäh­lung auf mich wir­ken.
• Ich fra­ge mich, ob ich sel­ber ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht habe?
• In der Erin­ne­rung dar­an las­se ich alles kom­men und brin­ge mei­ne Gedan­ken, mei­ne Emp­fin­dun­gen und mei­nen Dank vor Gott.

2. Impuls: ein neuer Geist von Gott geschenkt

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Ez. 36, 2528
Ich gie­ße rei­nes Was­ser über euch aus, dann wer­det ihr rein. Ich rei­ni­ge euch von aller Unrein­heit und von allen euren Göt­zen. Ich gebe euch ein neu­es Herz und einen neu­en Geist gebe ich in euer Inne­res. Ich besei­ti­ge das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich gebe mei­nen Geist in euer Inne­res und bewir­ke, dass ihr mei­nen Geset zen folgt und auf mei­ne Rechts­ent­schei­de ach­tet und sie erfüllt. Dann wer­det ihr in dem Land woh­nen, das ich euren Vätern gege­ben habe. Ihr wer­det mir Volk sein und ich, ich wer­de euch Gott sein

• Ich lese den Text eini­ge Male
• Ich unter­strei­che das, was mich beson­ders ange­spro­chen hat
• Ich über­le­ge, wel­che Bot­schaft will der Text ver­mit­teln?
• Was will mir der Text sagen?
• Ich mache mir Noti­zen

Gedan­ken dazu

Schon das AT spricht vom Geist Got­tes. Nur ein rei­nes Herz kann Got­tes Geist auf­neh­men und in sich wir­ken las­sen. Rei­ni­gung geschieht durch Reue, durch
Ver­söh­nung, durch Bit­te um Ver­ge­bung, durch das Sakra­ment der Ver­söh­nung… Gott schenkt uns ein neu­es Herz“, ein neu­es Den­ken, eine neue Umkehr zu IHM. Je mehr wir Gott in unse­rem Her­zen Raum geben, ihn in uns wir­ken las­sen, wer­den wir erken­nen, was in sei­nem Sin­ne ist und danach han­deln.

• Ken­ne ich das Gefühl, dass mein Herz mit vie­lem belas­tet und ange­füllt ist und ich mir wün­sche, dass es rein und offen wird?
• Erin­ne­re ich mich dar­an, wie gut es tat, wenn ich von Gott oder von Men­schen Ver­ge­bung erfah­ren durfte?

Gebet
Gott, schen­ke mir ein neu­es,
ein rei­nes Herz,
das offen ist für dei­nen Geist.
Bewir­ke in mir, dass ich immer
mehr aus dir lebe.

3. Impuls: die Verschiedenheit der Geister

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Kran­ken­bett gefes­selt, hat­te Igna­ti­us von Loyo­la ver­schie­den­ar­ti­ge Lek­tü­ren: Rit­ter­ro­ma­ne und Hei­li­gen­le­gen­den und ein Leben Chris­ti“. In Tag­träu­men stell­te er sich jeweils vor, wie die Rit­ter Hel­den­ta­ten aus­zu­füh­ren oder wie die Hei­li­gen zu leben. Dabei nahm er einen Unter­schied wahr: wenn er an das von der Welt dach­te, ver­gnüg­te er sich sehr. Doch wenn er danach aus Ermü­dung davon abließ, fand er sich tro­cken und unzu­frie­den.“ Wenn er dage­gen dar­an dach­te so zu leben wie die Hei­li­gen war er nicht nur getrös­tet, wäh­rend er bei die­sen Gedan­ken war, son­dern blieb auch, nach­dem er davon abge­las­sen hat­te, zufrie­den und froh“
(Igna­ti­us von Loyo­la Bericht des Pil­gers“ Leip­zig 1990, S. 34)
*Mehr Infor­ma­tio­nen zur Unter­schei­dung der Geis­ter fin­den sich hin­ten im Heft.

So ent­deck­te der Hl. Igna­ti­us die Wir­kung und die Unter­schei­dung von gutem Geist und vom Ungeist. Die­ser Geist zeigt sich jeweils in unse­ren inne­ren Regun­gen: in Gefüh­len, Gedan­ken und Hal­tun­gen, die dann hel­fen eine Ent­schei­dung zu tref­fen, die zum Frie­den im Her­zen führt. Der gute Geist führt zu Gott hin und der Ungeist führt von ihm weg.

• Ich fin­de mich an mei­nem Platz ein und wer­de ruhi­ger.
• Ken­ne ich die­se Erfah­rung – dass der Nach­ge­schmack“ von Begeg­nun­gen, Gesprä­chen und Ent­schei­dun­gen unter­schied­lich ist?
• Ich las­se solch ver­schie­den­ar­ti­ge Erfah­run­gen in mei­ner Erin­ne­rung auf­stei­gen und spü­re nach, ob sie mich trös­ten, bele­ben, ermu­ti­gen oder unru­hig und trau­rig machen?
• Dann ver­wei­le ich eini­ge Zeit bei einem Erleb­nis, das mich zufrie­den und froh“ blei­ben ließ.

Gebet
Hei­li­ger Geist,
du führst zur Frei­heit, zur Freu­de, zur Zufrie­den­heit.
Lass mich immer auf­merk­sa­mer
dein Wir­ken erken­nen
und das Gute wählen.

4. Impuls: der Geist macht lebendig

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

2 Kor 3, 4 — 6
Wir haben durch Chris­tus so gro­ßes Ver­trau­en zu Gott. Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschrei­ben könn­ten; unse­re Befä­hi­gung stammt viel­mehr von Gott. Er hat uns fähig gemacht, Die­ner des Neu­en Bun­des zu sein, nicht des Buch­sta­bens, son­dern des Geis­tes. Denn der Buch­sta­be tötet, der Geist aber macht leben­dig.

• Ich lese die Bibel­stel­le und las­se sie nach­wir­ken.

Der Geist Got­tes macht leben­dig und zeigt uns im All­tag die Wei­sen, wie wir mit Gott in Bezie­hung blei­ben und sei­ne Fro­he Bot­schaft wei­ter­ge­ben können.

Übung für den Tag
• Ich hal­te über den Tag immer wie­der inne und neh­me wahr, wel­che Emp­fin­dun­gen ich jetzt gera­de in mir spü­re.
• Wel­che Regung schenkt mir (mehr) Leben?
• Wel­che bringt mich näher zu Gott?

Gebet
Guter Gott,
du gehst lie­be­voll mit mir um.
Du lässt mich immer mehr ler­nen,
auf dei­nen Geist zu hören.
Ich darf immer mehr hin­ein­wach­sen
in das Leben mit dir,
in dem Tem­po, das mir ent­spricht.
Ich dan­ke dir dafür.

Rückschau auf die 3. Woche

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Ich schaue noch ein­mal auf die­se Woche der Exer­zi­ti­en im All­tag zurück.
Wel­cher Impuls, wel­cher Gedan­ke, wel­ches Gebet
hat mich beson­ders bewegt?
Was hat mir gehol­fen, Ruhe und Ver­trau­en zu fin­den?
Wie gelang es mir, den Hei­li­gen Geist wir­ken zu las­sen?
Wie habe ich ihn erfah­ren?
Ich las­se die ver­gan­ge­ne Exer­zi­ti­en­wo­che noch­mals in mir da sein.