icons / 24px / close
Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Das glauben wir

Exerzitien im Alltag - 5. Woche

Sarah Joas am 30.03.2020

Adobe Stock 288878114 info-icon-20px Foto: Adobe Stock

Maria war ganz vom Heiligen Geist erfüllt. Sie trug neues Leben in sich, göttliches Leben – Jesus selbst. Maria strahlte Freude und Liebe aus. Sie teilte diese Freude anderen mit, dankte und lobte Gott dafür. Manchmal kann auch ich in mir neues Leben spüren, neues Leben aus dir Heiliger Geist. Was für eine Freude! Was für ein Geschenk! Alles ist plötzlich anders, voller Lebendigkeit, voll des Geistes. Du bist in mir und um mich herum, Dir sei Dank, Lobpreis und Ehre.

1. Impuls: eine Erfahrungsgeschichte

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

An einem son­ni­gen Mor­gen im Herbst vor eini­gen Jah­ren fuhr ich mit dem Auto in Rich­tung mei­ner neu­en Wir­kungs­stät­te als Grund­schul­leh­re­rin zu einer Schu­le im Chiem­gau. Ich freu­te mich sehr auf die­se Auf­ga­be, fühl­te mich aber auch auf­ge­regt und ner­vös auf­grund der neu­en Her­aus­for­de­rung. Zudem soll­te ich auch noch umzie­hen in die Gegend und hat­te bis zu die­sem Tag kei­ne Woh­nung. Die Miet­prei­se im Chiem­gau waren für mein Refe­ren­dars­ge­halt eine ziem­li­che Wucht. Mehr als 350 Euro waren für mich nicht leist­bar. Bis Schul­be­ginn waren es nur noch weni­ge Tage. Ich begann zu beten und Gott um sei­ne Hil­fe zu bit­ten. Sogleich spür­te ich tie­fen Frie­den im Hei­li­gen Geist und eine inne­re Stim­me die sag­te, dass alles gut wird und Gott mich ver­sor­gen wird. Kaum war ich in der Schu­le ange­kom­men erzähl­te mir der Rek­tor, dass vor kur­zem ein Mann aus der Bank ange­ru­fen hat­te um eine Woh­nung wei­ter­zu­ge­ben an inter­es­sier­te Jung­leh­rer. Nach der Vor­stel­lung an der Schu­le such­te ich den Bank­kauf­mann auf und stell­te fest, dass er eben­falls gläu­big war und er den Ein­druck hat­te, er soll­te die Schu­le anru­fen. Das war genau die Zeit, in der über mich Got­tes Frie­den im Auto kam.
Durch ihn bekam ich eine wun­der­schö­ne Woh­nung, tat­säch­lich unter 350 Euro Mie­te im Monat und ent­spre­chend mei­nem Her­zens­wunsch mit Berg­blick! Zudem lud er mich zu einem Gebets- und Lob­preis­abend auf Maria Eck ein. Gott hat mich wirk­lich ver­sorgt, häus­lich und geist­lich, genau­so wie ich es erspü­ren durf­te.
Mar­ti­na Schwei­kl-Berg­mann, Passau

• Ich las­se die­se Erzäh­lung auf mich wir­ken.
• Ich fra­ge mich, ob ich sel­ber ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht habe?
• In der Erin­ne­rung dar­an las­se ich alles kom­men und brin­ge mei­ne Gedan­ken, mei­ne Emp­fin­dun­gen und mei­nen Dank vor Gott

2. Impuls: Heilig Geist Hymnus

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Immer wie­der bit­ten wir den Hei­li­gen Geist komm!“
Er ist da und immer im Kom­men. Jesus hat an Pfings­ten den Hei­li­gen Geist gesandt, damit er für immer bei uns bleibt und zugleich rufen wir immer wie­der um sein Kom­men. Wir glau­ben, dass Got­tes Geist unter uns ist und wir erfah­ren, dass sei­ne Trös­tung, sei­ne Kraft, sei­ne Lie­be, sein Frie­de, sein Mut uns erfüllen.

• Ich lese den Hym­nus im Gan­zen. Viel­leicht mag ich ihn auch sin­gen. (GL Nr. 342)
• Ich wäh­le eine Stro­phe aus, die mich heu­te beson­ders anspricht und öff­ne mich für das, was ich erbit­te.
• Ich ler­ne die Stro­phe aus­wen­dig und bete sie am Tag immer wieder.

1. Komm, Heil´ger Geist, der Leben schafft, erfül­le uns mit dei­ner Kraft. Dein Schöp­fer­wort rief uns zum Sein: Nun hauch uns Got­tes Odem ein.
2. Komm, Trös­ter, der die Her­zen lenkt, du Bei­stand, den der Vater schenkt; aus dir strömt Leben, Licht und Glut, gu gibst uns Schwa­chen Kraft und Mut.
3. Dich sen­det Got­tes All­macht aus in Feu­er und in Stur­mes Braus; du öff­nest uns den stum­men Mund und machst der Welt die Wahr­heit kund.
4. Ent­flam­me Sin­ne und Gemüt, dass Lie­be unser Herz durch­glüht und unser schwa­ches Fleisch und Blut in dei­ner Kraft das Gute tut.
5. Die Macht des Bösen ban­ne weit, schenk dei­nen Frie­den alle­zeit. Erhal­te uns auf rech­ter Bahn, dass Unheil uns nicht scha­den kann.
6. Lass gläu­big uns den Vater sehn, sein Eben­bild, den Sohn, ver­stehn und dir ver­traun, der uns durch­dringt und uns das Leben Got­tes bringt.
7. Den Vater auf dem ewgen Thron und sei­nen auf­er­stand­nen Sohn, dich, Odem Got­tes, Heil­ger Geist, auf ewig Erd und Him­mel preist.

Text: Fried­rich Dörr

3. Impuls: voll Hoffnung und Zuversicht leben

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Röm 5,15
Gerecht gemacht also aus Glau­ben, haben wir Frie­den mit Gott durch Jesus Chris­tus, unse­ren Herrn. Durch ihn haben wir auch im Glau­ben den Zugang zu der Gna­de erhal­ten, in der wir ste­hen, und rüh­men uns der Hoff­nung auf die Herr­lich­keit Got­tes. Mehr noch, wir rüh­men uns eben­so der Bedräng­nis­se; denn wir wis­sen: Bedräng­nis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewäh­rung, Bewäh­rung Hoff­nung. Die Hoff­nung aber lässt nicht zugrun­de gehen; denn die Lie­be Got­tes ist aus­ge­gos­sen in unse­re Her­zen durch den Hei­li­gen Geist, der uns gege­ben ist.

Gedan­ken dazu
Durch den Tod und die Auf­er­ste­hung Jesus Chris­ti leben wir Chris­ten in der Hoff­nung nach dem Ende unse­res irdi­schen Lebens auf ein Leben in der Herr­lich­keit Got­tes.
• Hier auf Erden gibt es immer wie­der bedrän­gen­de Situa­tio­nen. Wie begeg­ne ich die­sen? Gehe ich mit Hoff­nung im Her­zen durchs Leben oder ver­za­ge ich leicht?
• Ich stel­le mir vor, Gott gießt in mein Herz unauf­hör­lich sei­ne Lie­be ein. Er ver­si­chert mir dabei: Du bist mein gelieb­tes Kind, du kannst das.“ Du schaffst das.“ Hal­te aus, ich bin bei dir.“ Ich ste­he hin­ter dir.“

Übung für den Tag
Ich gehe mit die­ser Hal­tung in mei­nen Tag.

Gebet
Komm Hl. Geist,
der in mir die Hoff­nung stärkt.
Komm Hl. Geist,
der in mir die Zuver­sicht leben­dig hält.
Komm Hl. Geist,
erfül­le mein Herz mit dei­ner Liebe.

4. Impuls: Jesus „zur Welt bringen“

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Lk 1, 2635
Im sechs­ten Monat wur­de der Engel Gabri­el von Gott in eine Stadt in Gali­läa namens Naza­ret zu einer Jung­frau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef ver­lobt, der aus dem Haus David stamm­te. Der Name der Jung­frau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sag­te: S ei gegrüßt, du Begna­de­te, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anre­de und über­leg­te, was die­ser Gruß zu bedeu­ten habe. Da sag­te der Engel zu ihr: Fürch­te dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gna­de gefun­den. Sie­he, du wirst schwan­ger wer­den und einen Sohn wirst du gebä­ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchs­ten genannt wer­den. Gott, der Herr, wird ihm den Thron sei­nes Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewig­keit herr­schen und sei­ne Herr­schaft wird kein Ende haben. Maria sag­te zu dem Engel: Wie soll das gesche­hen, da ich kei­nen Mann erken­ne? Der Engel ant­wor­te­te ihr: Hei­li­ger Geist wird über dich kom­men und Kraft des Höchs­ten wird dich über­schat­ten. Des­halb wird auch das Kind hei­lig und Sohn Got­tes genannt werden.

• Ich lese den Text und stel­le mir die Sze­ne mit allen Sin­nen vor.
• Was sehe ich? Was höre ich?
• Was spricht mich beson­ders an?
• Ich mache mir Notizen

Gedan­ken dazu:
Der Engel Gabri­el trat in das Leben‘ Mari­ens ein. Sie war ganz offen dafür und konn­te sei­ne Bot­schaft auf­neh­men. Der Hei­li­ge Geist erfüll­te sie mit sei­ner Gegen­wart.
In Frei­heit sag­te sie ja‘ zum Plan Got­tes und stimm­te zu, dass aus ihr Jesus, Got­tes Sohn gebo­ren wur­de.
• Las­se ich es zu, dass Got­tes Geist mich erfüllt?
• Jesus will auch durch mich gebo­ren“ wer­den, durch mich in die Welt kom­men! Wor­an wird für mein Umfeld sicht­bar, dass Jesus in mir lebt?

Gebet
Hei­li­ger Geist
erfül­le mich ganz so wie Maria.
Lass mich in Frei­heit und Lie­be
Ja-sagen
zu dei­nen Plä­nen mit mir.
Lass Jesus in mir
gebo­ren werden.

Rückschau auf die 5. Woche:

Ich wer­de ruhig und bete wie­der­ho­lend: Komm Hei­li­ger Geist, komm…

Ich schaue noch ein­mal auf die­se Woche der Exer­zi­ti­en im All­tag zurück.
Wel­cher Impuls, wel­cher Gedan­ke, wel­ches Gebet
hat mich beson­ders bewegt?
Was hat mir gehol­fen, Ruhe und Ver­trau­en zu fin­den?
Wie gelang es mir, den Hei­li­gen Geist wir­ken zu las­sen?
Wie habe ich ihn erfah­ren?
Ich las­se die ver­gan­ge­ne Exer­zi­ti­en­wo­che noch­mals in mir da sein.

Rückblick auf die gesamte Exerzitienzeit

Die Lie­be besteht in der Mit­tei­lung von bei­den Sei­ten: näm­lich dar­in, dass der Lie­ben­de dem Gelieb­ten gibt und mit­teilt, was er hat und kann; und genau­so umge­kehrt der Gelieb­te dem Lie­ben­den.“
(Igna­ti­us von Loyo­la: Betrach­tung zur Erlan­gung der Lie­be, EB 231)

• Ich rufe mir die lie­ben­de Zuwen­dung durch den Hei­li­gen Geist, der aus­ge­gos­sen ist in mein Herz ins Gedächt­nis. Ich spü­re nach, wie ich dar­auf geant­wor­tet habe?
• Ich bit­te den Hei­li­gen Geist dar­um, mir das Herz zu öff­nen für das , was jetzt am Ende der Exer­zi­ti­en wich­tig ist?
• Wie habe ich Got­tes WORT in den All­tag mit­ge­nom­men und wel­che Früch­te des Geis­tes wur­den mir geschenkt?
• Habe ich das Wir­ken des Hei­li­gen Geis­tes im All­tag?
• Wie habe ich das Beten in den All­tag mit hin­ein­ge­nom­men?
• Wie hat sich mein Glau­be und mein lie­ben­des Dasein in mei­nen Bezie­hun­gen, in der Fami­lie, in der Gemein­schaft, in der Arbeit, in der Kir­che, … aus­ge­wirkt?
• Was hat mich gestärkt und mir Mut gemacht?
• Mit wel­chen kon­kre­ten Schrit­ten will ich wei­ter­ge­hen?
• Das, was ich jetzt als Ant­wort auf die Lie­be Got­tes erkannt habe, las­se ich in einem per­sön­li­chen Gebet zum Aus­druck kommen.

Die Unterscheidung der Geister

Pater Georg Müh­len­b­rock SJ sag­te, dass es mehr auf die gute Nase“ und weni­ger auf das Gehirn ankommt, wenn man die Geis­ter der Zeit unter­schei­den will.

Sei­ne Erfah­run­gen, was in der Regel auf die Her­kunft vom Geist Got­tes schlie­ßen lässt, umschreibt er mit zehn Leitsätzen:

1. Wenn mir für ein Vor­ha­ben gute Moti­ve zur Ver­fü­gung ste­hen.
2. Wenn mir auch die nöti­ge Zeit und Kraft dafür gege­ben sind.
3. Wenn sich etwas gut ein­fügt in den Rah­men mei­ner ande­ren Auf­ga­ben.
4. Wenn sich mir etwas wie von selbst“ nahe­legt.
5. Wenn ich bei der Erwä­gung eines Vor­ha­bens ein gutes Gefühl“ habe, auch wenn das Vor­ha­ben schmerz­lich und hart für mich ist.
6. Wenn die betref­fen­de Sache auch ästhe­tisch schön und anspre­chend ist (sich schön machen für Gott, wie z.B. die Freun­din für den Freund). Wenn ich mir gut vor­stel­len kann, dass auch Jesus so ent­schei­den und han­deln wür­de.
8. Wenn ich mich bei dem Vor­ha­ben in guter Gesell­schaft“ befin­de.
9. Wenn ein Vor­ha­ben in mir Glau­ben und Ver­trau­en her­vor­ruft.
10. Wenn es der Lie­be dient, sie aus­drückt und stärkt. 

Gegen den Wil­len Got­tes ist ein Vor­ha­ben in der Regel dann:

1. Wenn etwas über mei­ne Kräf­te geht und mich per­ma­nent über­las­tet.
2. Wenn etwas nur mit äußers­ter Anstren­gung. mit Gewalt und Kampf ver­wirk­licht wer­den kann, mit Hast und Hek­tik ver­bun­den ist und Ängs­te aus­löst.
3. Was maß­los und ver­stie­gen anmu­tet, Auf­se­hen erre­gend und sen­sa­tio­nell auf mich und ande­re wirkt.
4. Was ich nur mit dau­ern­dem Wider­wil­len und Ekel tun kann.
5. Was sich ordi­när, pri­mi­tiv und unäs­the­tisch gibt.
6. Was klein­lich, haar­spal­te­risch und abge­ho­ben wirkt.
7. Was kei­ne Boden­haf­tung hat und nicht kon­kret wer­den kann (1 Joh 4, 1 – 4)
8. Was lieb­los ist und sich für mich und ande­re destruk­tiv auswirkt.