Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Künstliche Intelligenz war das Hauptthema bei der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats Passau am 13./14. März mit dem Titel „#KI #Kirche #Mensch - Schöne neue Welt!?“. Weitere große Themen waren Synodalität und Ehrenamt, ökosoziales Management, Pfarrgemeinderatswahlen und Missbrauchsaufarbeitung.
Künstliche Intelligenz (KI), Synodalität im Bistum Passau, das Ehrenamt, ökosoziales Management, die Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen und Missbrauchsaufarbeitung. Es waren große Themen, die bei der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats am 13. und 14. März im Haus der Begegnung Heilig Geist in Burghausen beleuchtet wurden. In das Thema KI stieg man bereits beim Auftakt am Freitag in die Thematik ein. Prof. Dr. Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), hielt den Impulsvortrag zur ethischen Einordnung von KI. Dass dieses Thema viele Pfarreien bewegt, zeigte das anschließende Kamingespräch.
„Ich habe den Eindruck, dass alle – engagierte Haupt- und Ehrenamtliche – hier sehr gut miteinander unterwegs sind.”
KI für Ehrenamtliche in Pfarreien
Nach dem thematischen Impuls zur KI am Freitag ging es dann am Samstagvormittag mit Workshops in die Praxis. „Wie kann ich KI als Ehrenamtlicher in meiner Pfarrei sinnvoll nutzen bzw. praktisch einsetzen?“ – so die Fragestellung. Diözesanratsgeschäftsführer Thomas Huber verwies einleitend darauf, dass Künstliche Intelligenz beispielsweise bei der Erstellung von Pfarrbriefen, Vorbereitung liturgischer Angebote, Organisation von Sitzungen, Öffentlichkeitsarbeit etc. eine Hilfe sein kann. In einem der drei Workshops gewährte Hans Käser einen Einblick zur KI-gestützten Pfarrbrieferstellung. In einem weiteren erklärte Thomas Huber mehr zum Thema „KI in der Sitzungsvorbereitung“. Und im dritten Workshop gab Franz Schlüsselhuber Tipps zu KI-Tools für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Diözesanratsvorsitzender Biber betonte schließlich vor dem ganzen Gremium: „Es ist unendlich wichtig, dass wir uns auf dem Gebiet der KI aus- und weiterbilden und unsere Medienkompetenz zu stärken. Wir dürfen keine Angst vor der KI haben.“ Nichtsdestotrotz brauche es einen verantwortungsvollen Umgang mit der KI sowie eine ggf. auch vertragliche Abstimmung unter den Nationen. „Wenn hier ein gesellschaftliches Commitment gelingt, können wir uns über die Chancen, die uns die KI mit ihren Neuerungen bietet, durchaus freuen.“
Synodalität und Ehrenamt
Die nächsten Schritte zur Synodalität im Bistum Passau nach der Weltsynode in Rom stellte dann Diözesanratsvorsitzender Markus Biber vor. Um die Ergebnisse der Weltsynode im Bistum umzusetzen, habe Bischof Stefan Oster ein Synodalteam berufen, welches aus Mitgliedern der bisherigen AG Synodaler Weg bestehe. „Die ersten Treffen stehen jetzt vor der Terminierung, damit wir die Arbeit beginnen können.“ Das Team wird auch am Welttreffen der diözesanen Synodalteams in Rom im Oktober dabei sein. Bischof Stefan Oster unterstrich in seinen Ausführungen die Dimension von Synodalität, was ja so viel wie „Miteinander-gehen“ bedeute. „Mir ist daran gelegen, dass wir das Miteinander von der Hierarchie her –Geistliche, Laien, Haupt- und Ehrenamtliche – in einer neuen Weise lernen. Hier ist die Synodalität, die wir ja jetzt schon seit einiger Zeit einüben und probieren, ein wichtiges Thema – auch für die Bildung der pastoralen Räume, die vor uns steht.“ Er verwies diesbezüglich auch auf das Ehrenamtskonzept mit den erstellten „Grundlagen und Leitlinien für eine Kultur des Ehrenamtes“ sowie den zugehörigen „Handlungsempfehlungen“, die von der AG Ehrenamt und dem Bistumsrat verabschiedet wurden mit dem Ziel, das Ehrenamt zu stärken. Man wolle, so der Bischof, Synodalität in die Fläche bringen, „dass damit auch die Kultur des Ehrenamts wächst.“ Er zeigte sich zuversichtlich: „Ich habe den Eindruck, dass alle – engagierte Haupt- und Ehrenamtliche – hier sehr gut miteinander unterwegs sind.“
Spirituell ökosoziales Management
Ein weiteres wichtiges Thema war die Schöpfungsverantwortung, auf das die stv. Vorsitzende Angelika Görmiller genauer einging. Seit 2020 gaben die ökologischen Leitlinien die Richtung für nachhaltiges Handeln vor. Ab 2027 soll nun ein spirituell‑ökologisch‑soziales Managementsystem (sösT) die Grundlage für nachhaltige Entscheidungen im gesamten Bistum sein. „Es ist unsere Verpflichtung als Christen, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht, mit der Schöpfung, aber auch mit sozialer Verpflichtung im Sinne einer katholischen Soziallehre gut umzugehen.“ Die Leitlinien so zu verändern, dass dieser Anspruch noch deutlicher sichtbar werde, sei jetzt die Herausforderung, so Görmiller. „Uns geht es jetzt darum, diese Neuauflage der gemeinwohlorientierten ökologischen Leitlinien so zu gestalten, dass über eine Präambel eine Absicht genommen wird, die verpflichtend ist.“
KI, Synodalität und ökosoziales Management
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Erkenntnisse aus den Pfarrgemeinderatswahlen
Rückblickend auf die Pfarrgemeinderatswahlen im Bistum Passau am 1. März wies Markus Biber zuerst darauf hin, dass dies nun die letzte Diözesanratsvollversammlung in dieser Konstellation sei und der Diözesanrat im Herbst in neuer Zusammensetzung starten werde. Auch werde der geschäftsführende Vorstand neu gewählt, wobei er selbst als Vorsitzender und Dr. Peter Seidl als stv. Vorsitzender nicht mehr kandidieren würden. Diözesanratsgeschäftsführer Thomas Huber fasste dann nochmals die wichtigsten Ergebnisse für alle kurz zusammen: Die Wahlbeteiligung lag bei rund 10 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 365.000 Katholikinnen und Katholiken. Der Frauenanteil der neu gewählten Räte beträgt rund zwei Drittel. „Die Kandidatensuche war schwierig, aber erfolgreich“, resümierte er und meinte: „Bis auf zwei Pfarreien können die neuen Pfarrgemeinderäte ihre Arbeit jetzt beginnen. Und auch diese zwei Pfarreien bereiten gerade eine Nachwahl vor.“ Bedauerlicherweise sei in 36 Wahlgemeinden die vorgesehene Größe nicht erreicht worden, so Huber. Nach seinen Ausführungen bat er das Plenum in einer offenen Diskussion um Anregungen zur Optimierung im Hinblick auf die nächste Wahl. Als ein Verbesserungsvorschlag wurde die Möglichkeit zur Online-Wahl genannt. Zuletzt bedankte sich Diözesanratsvorsitzender Biber schließlich bei allen, die sich für die Vorbereitung und Durchführung der Pfarrgemeinderatswahlen engagiert hatten.
Missbrauchsaufarbeitung
Rückblickend auf die Aufarbeitungsstudie fasste Bischof Stefan Oster einige zentrale Aspekte nochmals zusammen. Auf die Veröffentlichung habe man sich bestmöglich vorbereitet, so der Bischof. Als Beispiele hier nannte er Onlineschulungen, Informationsveranstaltungen und Medientrainings. „Wir haben versucht, Gremien, Haupt- und Ehrenamtliche mitzunehmen.“ Nach Veröffentlichung der Studie sei es jetzt wichtig, das Thema wachzuhalten. Es gelte, die Missbrauchsaufarbeitung systemisch zu implementieren und auf Vorhandenes, wie beispielsweise der Präventionsstelle unter der Leitung von Bettina Sturm, aufzubauen. „Wir sind gerade dabei, die Stelle ‚PINA – Prävention, Intervention, Nachsorge‘ zu gründen.“ Zudem werde eine Stelle speziell für geistlichen Missbrauch gegründet.
Foto: Stefanie Hintermayr / pbp



