Bistum

Einheit in Gottes Namen

Redaktion am 03.10.2026

Info Icon Foto: NiederbayernTV

Beim Live-Gottesdienst am Tag der Deutschen Einheit hat Pfarrer Michael Witti in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Sammarei zu Dankbarkeit, aber auch zu einem wachen Blick auf die gesellschaftliche Situation aufgerufen. 36 Jahre nach der Wiedervereinigung sei die friedliche Überwindung der deutschen Teilung ein Grund zur Freude. Zugleich sollte ein jeder sich fragen, was Menschen heute noch zusammenhalte.

Mit Blick auf die zuneh­men­de gesell­schaft­li­che Spal­tung und poli­ti­sche Pola­ri­sie­rung beton­te Pfar­rer Micha­el Wit­ti, dass poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu einer leben­di­gen Demo­kra­tie gehö­ren wür­den. ​„Demo­kra­tie lebt ja vom gesun­den Strei­ten, aber Demo­kra­tie stirbt an der Ver­ach­tung“, mahn­te Wit­ti. Wer poli­tisch anders den­ke oder wäh­le, sei des­halb noch lan­ge kein schlech­ter Mensch. Der poli­ti­sche Geg­ner dür­fe nicht zum Feind werden.

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Pfar­rer Wit­ti ver­wies auf das Evan­ge­li­um, in dem Jesus sei­ne Jün­ger davor warnt, Erfolg und Macht mit dem eige­nen Wert zu ver­wech­seln. Auch poli­ti­sche Macht dür­fe nie­mals zum Selbst­zweck wer­den. Ein­heit bedeu­te nicht, dass alle Men­schen gleich den­ken oder die glei­chen Lebens­ge­schich­ten haben müss­ten. Viel­mehr könn­ten unter­schied­li­che Erfah­run­gen, Über­zeu­gun­gen und Lebens­ent­wür­fe ein Land stärken.

Gera­de Chris­ten sei­en auf­ge­ru­fen, den ein­zel­nen Men­schen hin­ter sei­ner poli­ti­schen Posi­ti­on zu sehen: den­je­ni­gen, der um sei­nen Arbeits­platz fürch­tet, eine bezahl­ba­re Woh­nung sucht, sich ein­sam fühlt, vor Krieg geflo­hen ist oder sich von gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen über­for­dert fühlt.

Zum Ende sei­ner Pre­digt rief Pfar­rer Micha­el Wit­ti dazu auf, dank­bar für Ein­heit, Frei­heit und Demo­kra­tie zu sein, zugleich aber wach­sam zu blei­ben. Ein­heit sei kein dau­er­haf­ter Besitz, son­dern müs­se jeden Tag neu gelebt wer­den, denn der Wert eines Men­schen hän­ge nicht von Her­kunft, Leis­tung, poli­ti­scher Über­zeu­gung oder Mehr­heits­ver­hält­nis­sen ab, son­dern kom­me letzt­lich von Gott.

Für die musi­ka­li­sche Gestal­tung des fest­li­chen Got­tes­diens­tes sorg­te der Sän­ger­zir­kel Samma­rei unter der Lei­tung von Mar­kus Steinhuber.

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