Das glauben wir

Von Gott geschenkt

Redaktion am 02.10.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

An Erntedank danken wir jedes Jahr für die Früchte der Ernte. Und zwar in dem Wissen, dass wir vieles Lebenswichtige haben, ohne es selbst geschaffen zu haben. Dazu gehören auch Liebe, Freundschaft, Zeit und Menschen, die einem guttun. All das ist uns von Gott geschenkt. Ein Impuls zum 4. Oktober 2026 von Pastoralreferentin Magdalena Dobler.

Was brau­che ich eigent­lich zum Leben? Lebens­mit­tel. Seit mein Mann Andre­as und ich ein­mal gleich­zei­tig und völ­lig unab­ge­spro­chen den Wochen­ein­kauf gemacht haben und danach einen ziem­lich vol­len Kühl­schrank hat­ten, tei­len wir uns eine Ein­kaufs­lis­te auf dem Han­dy. Alles, was gebraucht oder gewünscht wird, tra­gen wir dort ein. Wer ein­kauft, hakt es gleich ab. Brot, Nudeln, Eier, Kar­tof­feln, Äpfel – das steht oft auf unse­rem Spei­se­plan. Unser meist­ge­kauf­tes Pro­dukt war letz­tes Jahr übri­gens laut der App: Joghurt. Lebens­mit­tel sind für uns in gro­ßer Fül­le und nahe­zu immer ver­füg­bar. Im Som­mer­ur­laub in Ita­li­en ist mir wie­der auf­ge­fal­len, wie ver­gleichs­wei­se güns­tig bei uns Obst, Gemü­se oder Süßig­kei­ten sind.

Ern­te­dank ist die Zeit im Jahr, in der wir für die Früch­te der Erde dan­ken – in dem Wis­sen, dass wir vie­les Lebens­wich­ti­ge haben, ohne dass wir es aus eige­ner Kraft erschaf­fen kön­nen. Und das hat mich wie­der zu einem Gedan­ken geführt, der mir vor Jah­ren wich­tig gewor­den ist: Mein Glau­be ist mir wich­tig, weil ich weiß, wem ich dan­ken kann. Seit ich die­sen Satz gele­sen habe, den­ke ich oft ein­fach: Dan­ke, Gott. Ein klei­nes Stoß-Dank-Gebet – immer dann, wenn ich mich über etwas freue. Über einen schö­nen Moment. Über einen Men­schen. Über etwas, das mir geschenkt ist. Denn dar­in steckt die Erfah­rung: Mir ist etwas gege­ben, das ich nicht selbst gemacht habe und auf das ich kei­nen Anspruch habe. Wenn man so will: eine Gna­de. Dafür dan­ke ich Gott, unse­rem Schöpfer.

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Wir Men­schen kön­nen vie­les schaf­fen. Wir kön­nen pflan­zen, bau­en, tech­ni­sche Meis­ter­wer­ke kre­ieren. Aber dass etwas ent­steht und wächst, dass Nah­rung für uns da ist – das kön­nen wir nicht aus eige­ner Kraft her­vor­brin­gen. Und viel­leicht ist genau das eine wich­ti­ge Ein­sicht: Ich kann vie­les selbst tun. Aber ich kann nicht alles, was ich zum Leben brau­che, selbst her­vor­brin­gen. Das ist sicher viel mehr als nur Lebens­mit­tel. Lie­be. Freund­schaft. Zeit. Men­schen, die mir gut­tun. Das Leben selbst. Die Erfah­rung, dass mir vie­les geschenkt ist, lässt mich dank­bar und demü­tig werden. 

Wenn ich beim Ein­kau­fen alles abge­hakt habe und zur Kas­se gehe, zeigt die App: ​„Hur­ra, Ein­kauf erle­digt.“ Ern­te­dank kann ein guter Anlass sein, einen Schritt wei­ter­zu­ge­hen: ​„Dan­ke, Gott, für das, was ich habe“, den­ke ich mir dazu. Die Ein­kaufs­lis­te ist abge­hakt. Aber vie­les von dem, was ich zum Leben brau­che, lässt sich nicht abha­ken. Es bleibt ein Geschenk.

Mag­da­le­na Dobler
Pas­to­ral­re­fe­ren­tin

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