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Bischof

Worte: „Du bist mein geliebtes Kind.“

Redaktion am 03.01.2022

220102 Zweiter Sonntag 13 Foto: Niederbayern TV

Den ersten Sonntag des neuen Jahres am 2. Januar hat Bischof Stefan Oster SDB erneut mit zahlreichen Gläubigen im Stephansdom und Zuhause vor den Bildschirmen gefeiert. „Worte“ standen dabei in seiner Predigt im Mittelpunkt. Seine Botschaft: Das erste Wort spricht Gott zu uns!

Wor­te“ stan­den am ers­ten Sonn­tag des neu­en Jah­res in der Pre­digt von Bischof Ste­fan Oster im Mit­tel­punkt. Bischof Ste­fan lud die Gläu­bi­gen dazu ein, dar­über nach­zu­den­ken, was es heißt, wenn in der Lesung davon die Rede ist, dass Gott das Wort ist, dass Jesus das Wort ist.“ Wenn Men­schen spre­chen, dann beschrei­ben“ sie zunächst ein­mal Wirk­lich­keit“, so der Bischof. Wor­te beschrei­ben, sie sind deskrip­tiv.“ Spre­chen sei aller­dings weit mehr als nur eine Hand­lung. Wor­te beschrei­ben, Wor­te sind Han­deln und Wor­te bewir­ken etwas im Ande­ren. Wir kön­nen im Spre­chen dem Ande­ren Freu­de oder Angst machen oder dro­hen“, wir kön­nen im Spre­chen seg­nen und ver­flu­chen. Wir kön­nen im Spre­chen dem Ande­ren ein Wort ins Herz legen, das ihn noch Jah­re ver­folgt.“ Vie­le Men­schen leb­ten von Lebens­lü­gen, die ande­re über sie gesagt haben: Du bist nichts wert. Du taugst nichts. Das lernst Du nie. Das ist wie eine Art Fluch, der über einem Men­schen liegt“, so Bischof Ste­fan. Es gibt so vie­le Lebens­lü­gen, die Men­schen mit sich her­um­tra­gen, die sie sich ent­we­der selbst zuge­spro­chen haben oder die ihnen von ande­re zuge­spro­chen wor­den sind. Vor alle­dem steht das ers­te Wort, das Gott zu jedem Men­schen spricht: Du bist mein gelieb­tes Kind. Ich habe dich geschaf­fen und gewollt.“ Ein wesent­li­cher Aspekt unse­res Spre­chens ist, dass Wor­te Wirk­lich­keit ver­än­dern kön­nen“, so der Bischof. Unse­re Wor­te kön­nen im Hören­den etwas bewir­ken, zumin­dest dann, wenn die­ser dafür offen ist.“

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Es gibt in der Welt Lüge, Schein und Verstellung.”

Bischof Stefan Oster

Unse­re Wor­te stim­men nicht immer mit unse­rem Inne­ren über­ein“, mahnt Bischof Ste­fan. Es gibt in der Welt Lüge, Schein und Ver­stel­lung. Wir spre­chen manch­mal als ob, wir plap­pern mehr oder tief, wir ver­stel­len uns.“ Das rüh­re davon her, dass wir Men­schen im Inne­ren nie ganz heil sind. Kei­ner von uns spricht immer ganz authen­tisch“. Um authen­tisch zu spre­chen, brau­che es tie­fe Erkennt­nis über die Sache, über die man spricht. Ande­re spür­ten dann, dass die oder der wirk­lich etwas zu sagen hat. Authen­ti­sches Spre­chen bedeu­te aber auch, dass sich der Spre­chen­de zurück­nimmt. Er will, dass der Hören­de auf die Sache schaut, in dem Augen­blick, in dem das Wort wie­der stumm wird. Weil das Wort nicht für sich steht, son­dern auf etwas hin­zei­gen will. Das Wort ver­schweigt sich wie­der, damit wir inner­lich auf die Sache schauen.“

Gott spricht vor aller Zeit aus dem Schwei­gen her­aus, erklärt Bischof Ste­fan. Gleich zu Beginn heißt in der Hei­li­gen Schrift: Am Anfang schuf Gott Him­mel und Erde. Gott tut dies, indem er spricht. Gott spricht die Welt in die Exis­tenz – aus dem Schwei­gen.“ In Jesus Chris­tus sage Gott alles, was er zu sagen hat, so Bischof Ste­fan wei­ter. Die­ses Wort kommt zu uns in aller Nied­rig­keit und in aller Demut.“ Bei sei­nem ers­ten öffent­li­chen Auf­tritt spricht Jesus die Wor­te: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Got­tes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evan­ge­li­um.“ Jesus spricht sein ewi­ges Wort in die Zeit. Wir spü­ren, dass sein Spre­chen ein Spre­chen ist, das tief aus dem Her­zen und dem Schwei­gen Got­tes kommt und in die Welt hin­ein­ge­sagt wird. Und wir spü­ren, dass sein Spre­chen immer auch ein Han­deln ist, weil es authen­tisch ist“. Alles, was Gott der Welt zu sagen hat, sagt er in dem aus Lie­be für uns ster­ben­den Jesus. So spricht das Wort Got­tes sich in die Welt hin­ein und schweigt. Men­schen brauch­ten die Stil­le und das Schwei­gen, damit das Wort in uns gebo­ren wer­den kann. Was heißt Schwei­gen vor Gott ande­res als Gebet“, so der Bischof zu den Gläu­bi­gen. Ein hören­des, wahr­neh­men­des, inner­lich schau­en­des bei IHM sein. Ein sich ergrei­fen las­sen von SEI­NEM Wort, ein sich berüh­ren las­sen, sodass das Wort Got­tes in mir wach­sen kann.“

Am Ende sei­ner Pre­digt wünsch­te der Bischof allen Gläu­bi­gen, dass sie immer wie­der in die­ses Schwei­gen hin­ein­fin­den mögen und dass sie etwas von der Grö­ße die­ses Geheim­nis­ses erken­nen, dass sie mit Freu­de erfüllt wer­den und dann davon über­zeu­gend spre­chen, Zeug­nis geben können.

Die Predigt von Bischof Oster auf SoundCloud

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