Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Das Ministrantenreferat verzeichnet einen Rückgang bei den 13- bis 16-Jährigen, einen Zuwachs bei den über 27-Jährigen und stabile Zahlen bei den unter 12-Jährigen. Für die Ministrantenarbeit in den Pastoralen Räumen sieht Ministrantenpfarrer Hubertus Kerscher große Chancen.
Nach fünf Jahren hat das Ministrantenreferat erneut die aktuellen Zahlen zu den „Minis“ im Bistum Passau veröffentlicht (Stand: Herbst 2025). Demnach gibt es 5.461 Ministrantinnen und Ministranten im Bistum, davon 2.994 Mädchen (55 %) und 2.467 Jungen (45 %). Im Vergleich zur letzten Zählung vor fünf Jahren bedeutet das einen v. a. durch Corona bedingten Rückgang bei den 13- bis 16-Jährigen, betont Ministrantenreferentin Lisa Hake. Dagegen sei bei den über 27-Jährigen ein Zuwachs zu verzeichnen und die Zahlen bei den unter 12-Jährigen stabil geblieben. Diese Entwicklung trifft laut Ministrantenpfarrer Hubertus Kerscher auf alle Dekanate gleichermaßen zu, mit Ausnahme von Altötting, wo die Zahlen insgesamt gestiegen und die meisten Ministranten im Bistum Passau zu verzeichnen sind. Ministrantenarbeit funktioniere immer dann besonders gut, wenn sie durch Haupt- und Ehrenamt gleichermaßen gut begleitet werde, so Kerscher. „Überall da, wo zeitliche Ressourcen vorhanden sind, wo in einer Gemeinde Ehrenamtliche da sind, die die Möglichkeit haben, sich einzubringen, wo Hauptamt die Möglichkeit hat, sich gut auf Ministrantenarbeit einzulassen, wo vielleicht auch Leute da sind, die ein besonderes Faible für Jugendarbeit haben, da merken wir, dass Jugendarbeit generell und Ministrantenarbeit im Besonderen gute Chancen hat, stabil zu bleiben oder sogar zu wachsen.“
Engagiert im Bistum und vor Ort
Deshalb legt das Ministrantenreferat auch so viel Wert auf eine gute und mit den Hauptamtlichen vor Ort koordinierte Ausbildung von ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen und ‑leitern. Sie sind es schließlich, die regelmäßige Gruppenstunden und Ausflüge begleiten und die Kinder und Jugendlichen in die Liturgie einführen. Diese Arbeit vor Ort ist laut Hubertus Kerscher ein Baustein für eine gute Ministrantenarbeit. „Unser Ziel ist es, dass vor Ort das, was möglich ist, gut läuft. Wir schauen als Diözesanstelle, das so gut wie möglich zu unterstützen.“ Der zweite Baustein sind die durch das Ministrantenreferat organisierten Highlights und Veranstaltungen, wie beispielsweise die große internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom alle vier Jahre. Kerscher betont: „Weil wir merken, wie beides zusammenspielt: Das Highlight, aber auch die regelmäßige Begleitung vor Ort, die gute Einführung in den Ministrantendienst, dass die Jugendlichen wissen: Was ist Liturgie eigentlich? Was mache ich da? Was ist meine Aufgabe?“ Neben den 221 Gruppenleiterinnen und ‑leitern gibt es 458 Oberministrantinnen und ‑ministranten, die sich engagieren sowie Priester und Diakone, pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ehrenamtliche, die sich einbringen. Ganz entscheidend ist aber laut Kerscher auch die Familie, die den Ministrantendienst und den Einsatz oft auch frühmorgens, abends oder am Wochenende organisatorisch ermöglicht. Eine große Rolle spielt ihm zufolge auch das soziale und kirchlich geprägte Umfeld, gerade im Eintrittsalter von i. d. R. acht bis neun Jahren. Die Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen habe sich stark geändert, so der Ministrantenpfarrer, der auf den neuen Standard Ganztagsschule und die zunehmende Konkurrenz zwischen Freizeitangeboten verweist.
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Ministrantenarbeit in Pastoralen Räumen
Vor dem Hintergrund der Einführung der Pastoralen Räume im Bistum Passau Anfang September sieht Hubertus Kerscher große Chancen für die Ministrantenarbeit, Synergien noch mehr als bisher zu nutzen. „Und wenn wir eine Chance haben, dass Ministrantengruppen sich über den Pfarreibereich vernetzen können, dass Oberministranten mit anderen Oberministranten zusammenkommen, so wie man es hier schon probiert (…), dann ist das durchaus eine Chance.“ Als Ministrantenpfarrer wolle er daher Kinder, Jugendliche und Erwachsene so gut es geht unterstützen. „Und dort, wo uns das gelingt, da sieht man, dass regional Neuaufbruch oder Wachstum passiert. Und das kann für andere Orte dann zur Motivation werden.“
Starke Teams mit engagierten Jugendlichen
Zusammenfassend verweist Hubertus Kerscher auf den maßgeblichen Faktor einer guten Ministrantenarbeit mit vielen engagierten Kindern und Jugendlichen: die funktionierende Wippe zwischen Highlights und einer guten Begleitung vor Ort. Und: „Wenn die richtigen Leute zusammenkommen, der richtige Pastoralreferent mit dem richtigen Oberministranten und der richtigen Ehrenamtlichen, da kann so ein Team natürlich eine richtige Dynamik entwickeln.“ Und an den Orten, wo solche Teams und Strukturen noch nicht vorhanden sind, müssten diese aufgebaut, gestärkt und vor allem Jugendliche mit ihren Charismen gezielt gesucht werden, so Kerscher. „Ich mache die Erfahrung, dass junge Leute Selbstwirksamkeit suchen. Und dass, wenn ein Jugendlicher da ist und sagt, ich will mich in dieser Kirche einbringen, wir natürlich schon überlegen müssen: Wo kannst du deine Charismen ideal ausspielen? Und wenn das die Ministrantenarbeit ist, dann wird da immer irgendetwas wachsen.“
Foto: Simona Kehl
Ergebnisse der Ministrantenerhebung
Die Ergebnisse der Ministrantenerhebung Oktober bis Dezember 2025 mit der detaillierten Aufschlüsselung nach Dekanaten finden Sie hier als Download:



