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Das glauben wir

Gott-vergessen!

Wolfgang-Christian Bayer am 15.11.2019

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Noch immer werden Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert oder müssen sogar um ihr Leben fürchten - auch in Deutschland greift derzeit der Antisemitismus wieder um sich. Mehr dazu vom Leiter des Exerzitien- und Bildungshaus Spectrum Kirche, Bernhard Kirchgessner in seiner Predigt zum 33. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis, am 17. November 2019.

Hart, rich­tig hart ist das Evan­ge­li­um die­ses Sonn­tags: Jesus weis­sagt die Zer­stö­rung Jeru­sa­lems, die im Jah­re 70 nach Chris­tus ein­tritt, warnt vor fal­schen Pro­phe­ten, kün­digt Erd­be­ben, Seu­chen und Hun­gers­nö­te an, und als wäre das nicht genug, stimmt er die Jün­ger auch noch auf Ver­rat, Ver­fol­gung und Ver­haf­tung ein. Viel här­ter kann´s wohl nicht mehr kom­men.
Ver­trei­bung, Fol­ter – des Glau­bens wegen. Aber nicht nur damals in Paläs­ti­na, nicht nur zur Zeit der Kai­ser Nero und Dio­kle­ti­an, son­dern auch heu­te. Aktu­ell wer­den ca. 200 Mil­lio­nen Chris­ten in 50 Län­dern die­ser Erde ihres Glau­bens wegen bedroht, ver­folgt, ver­trie­ben. Beson­ders im Nahen und mitt­le­ren Osten neh­men die Repres­sa­li­en gegen Chris­ten so stark zu, dass
vie­le aus dem Hei­li­gen Land, der Hei­mat Jesu, weg­zie­hen. Nie war Christ­sein so gefähr­lich wie heu­te.

Wie gut haben wir es dage­gen im frei­en Wes­ten. Wir kön­nen unge­hin­dert unse­ren Glau­ben aus­üben und zum Got­tes­dienst gehen; doch vie­le Chris­ten gehen am Sonn- und Fei­er­tag lie­ber ande­re, eige­ne Wege. Eini­ge in unse­rem Lan­de mei­nen aller­dings, Reli­gi­ons­frei­heit stün­de unse­ren jüdi­schen Mit­bür­gern nicht zu. Wer antis­emis­tisch agiert, wer Men­schen in Syn­ago­gen angreift, muss die vol­le Här­te des Geset­zes und unse­re Soli­da­ri­tät mit den Juden, unse­ren Schwes­tern und Brü­dern, spü­ren.

Die Ver­ro­hung unse­rer Gesell­schaft lässt mich fra­gen: Ist Gott für vie­le Zeit­ge­nos­sen bedeu­tungs­los gewor­den? Gilt sein Wort nichts mehr? Meint der moder­ne Mensch auf die zehn Gebo­te und auf die Selig­prei­sun­gen ver­zich­ten zu kön­nen? Braucht es über­haupt Gott? Das Leben vie­ler Zeit­ge­nos­sen belegt doch: es geht auch ohne! Wozu dann Gott? Doch wer genau hin­schaut, ent­deckt, dass unse­re Gesell­schaft für die Gott­ver­ges­sen­heit einen ver­dammt hohen Preis zahlt: Wo Got­tes Gebo­te nichts mehr gel­ten, da macht sich Ego­is­mus, Ver­ro­hung, Hass und Gewalt breit.

Ich bin wahr­lich kein Pes­si­mist, aber ich glau­be, wir gehen nicht unbe­dingt rosi­gen Zei­ten ent­ge­hen. Die Mit­te bricht weg – nicht nur poli­tisch. Und mit der Mit­te ver­lie­ren wir das das Maß. Das Gespür für­ein­an­der, die Ach­tung vor­ein­an­der, die Soli­da­ri­tät unter­ein­an­der.

Und mit dem Ver­lust der Mit­te und des Maßes geht ein unge­heu­rer Glau­bens-ver­lust ein­her. Das kann man nun lan­ge bekla­gen, bes­ser jedoch ist es, wir wen­den das Blatt. Wer ist wir? Sie und ich! Bes­ser ist es, wir zün­den in uns, in unse­rem Umfeld und in unse­rer Gesell­schaft ein Licht an, als über die Dun­kel­heit in der Welt zu schimp­fen. Bes­ser ist es, wir wen­den uns wie­der ent­schie­den dem wah­ren Licht zu, dem Licht Got­tes, das in Chris­tus in die­se Welt kam. Es täte uns gut, wür­den wir wie­der das Licht der Zehn Gebo­te, und der Selig­prei­sun­gen ent­de­cken; es könn­te uns den Weg durch dunk­le Wel­ten­nacht wei­sen. Wenn über­haupt ein Licht gegen das Dun­kel die­ser Zeit ankommt, dann Chris­tus, das Licht. Sein Licht leuch­te uns — und den Gefal­le­nen und Opfern von Krieg, Ter­ror und Gewalt, deren wir heu­te gedenken.

Pre­digt von Bern­hard Kirch­gess­ner (Lei­ter Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kirche) 

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