Bistum

Restaurierung im Buchformat

Redaktion am 05.12.2025

Info Icon Foto: Marcel Peda
Die eindrucksvolle Innenansicht der Asamkirche nach Abschluss der 2018 bis 2024 durchgeführten Innenrestaurierung.

Rund 17 Millionen Euro hat die Gesamtinstandsetzung der ehemaligen Zisterzienserabteikirche Mariä Himmelfahrt in Aldersbach gekostet und ist damit das größte Kirchenrestaurierungsprojekt des vergangenen Jahrzehnts in Ostbayern. Zwei Jahre dauerte die Außeninstandsetzung und sechs Jahre die Innenrestaurierung mit einem umfangreichen Sanierungsprogramm. Zum Abschluss der Restaurierung haben Kunsthistoriker, Architekten und Restauratoren, die unter der Projektleitung des Staatlichen Bauamts Passau an der Gesamtinstandsetzung mitwirkten, im Jahr 2025 das beeindruckende Restaurierungsergebnis in einem Bildband publiziert, in dem auch die Geschichte und das liturgische Programm des Gotteshauses vorgestellt werden. 

Dem Ver­ein der Freun­de der Asam­kir­che Alders­bach unter dem Vor­sitz von Kle­mens Unger, der über vie­le Jah­re als Direk­tor des Tou­ris­mus­ver­ban­des Ost­bay­ern e.V. den Kul­tur­tou­ris­mus in Ost­bay­ern präg­te und über zwei Jahr­zehn­te Kul­tur­re­fe­rent der Stadt Regens­burg war, gelang es, Spon­so­ren für die Finan­zie­rung die­ses inter­es­san­ten Buch­pro­jek­tes zu fin­den. Zugleich konn­te er den Ver­le­ger Fried­rich Pus­tet über­zeu­gen, das Buch im Rah­men sei­nes Ver­lags­pro­gramms zu produzieren.

Die Kon­zep­ti­on und Redak­ti­ons­lei­tung des Buch­pro­jekts über­nahm der Lei­ten­de Bau­di­rek­tor des Staat­li­chen Bau­amts Pas­sau, Nor­bert Sterl, der die Außen­in­stand­set­zung und die Innen­re­stau­rie­rung von Anfang an bau­fach­lich mit­be­treut hat­te, da die Pro­jekt­lei­tung für die Bau­maß­nah­men auf­grund staat­li­cher Bau­pflicht an das Staat­li­che Bau­amt Pas­sau über­tra­gen war.

Nor­bert Sterl, der auch als Autor an dem Buch mit­ar­bei­te­te, stell­te ein Autoren­team aus Exper­tin­nen und Exper­ten zusam­men, die an der Gesamt­in­stand­set­zung mit­ge­wirkt oder ihr Fach­wis­sen ein­ge­bracht hat­ten. Spe­zia­lis­ten aus dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, Restau­ra­to­ren, Kunst­his­to­ri­ker, Glo­cken­sach­ver­stän­di­ge und Bau­fach­leu­te, die alle ehren­amt­lich, das heißt ohne Hono­rar, an dem Buch­pro­jekt mit­wirk­ten, haben die Geschich­te der Asam­kir­che und die Ergeb­nis­se ihrer jüngs­ten Restau­rie­rung in dem Bild­band anhand von Quel­len, Befun­den und Erkennt­nis­sen der aktu­el­len Bau­for­schung auf über 220 Sei­ten auf­ge­zeich­net. Zum Autoren­team gehört auch Pfar­rer Sebas­ti­an Wild, der in dem Buch das lit­ur­gi­sche Pro­gramm der Decken­fres­ken vorstellt.

Der Titel des Buches Asam­kir­che Alders­bach – Baro­ckes Erbe bewah­ren“ soll dar­auf hin­wei­sen, dass es sich lohnt, sich für die Restau­rie­rung die­ses Kir­chen­baus zu enga­gie­ren: Die ehe­ma­li­ge Zis­ter­zi­en­ser­ab­tei­kir­che Mariä Him­mel­fahrt in Alders­bach zählt zu den bedeu­tends­ten spät­ba­ro­cken Kir­chen Deutsch­lands. Ihre ein­drucks­vol­le Innen­aus­stat­tung mit Stuck und Fres­ken der berühm­ten Brü­der Asam, Altä­ren und Kan­zel von her­vor­ra­gen­den Bild­hau­ern wie Joseph Mat­thi­as Götz und Joseph Deutsch­mann, machen die als Dom des Vil­s­tals“ über­re­gio­nal bekann­te Asam­kir­che“ zu einem unver­wech­sel­ba­ren Gesamtkunstwerk.

Ein präch­ti­ges Werk ist das fres­ka­le Haupt­ge­mäl­de aus der Schaf­fens­zeit von Cos­mos Dami­an Asam, das sich über drei Gewöl­be­jo­che erstreckt: Es zeigt die Geburt Chris­ti in einer Rui­nen­ar­chi­tek­tur. Die Weih­nachts­sze­ne mit Krip­pe, Ochs und Esel hat C. D. Asam in eine Gewöl­be­hal­le am obe­ren Ende eines groß ange­leg­ten Trep­pen­auf­gangs gesetzt. Der hei­li­ge Josef und die Hir­ten beten das gött­li­che Kind in den Armen Mari­ens an, umringt von einer gro­ßen Engels­schar. Am unte­ren Ende der Trep­pe sitzt – geklei­det als baro­cker Fürst – der hei­li­ge Bern­hard vor einer Balus­tra­de, den Blick nach oben gerich­tet, wie er die Mensch­wer­dung Chris­ti als Visi­on erlebt.

Nach Rei­ni­gung und Retu­sche im Rah­men der Restau­rie­rung zei­gen sich die Fres­ken der Asam­kir­che in Alders­bach wie­der in einer Fri­sche, die die ursprüng­li­che Far­big­keit der Barock­zeit spü­ren lässt. Wer mehr über die­ses Meis­ter­werk baro­cker Bau­kunst und sei­ne jüngs­te Restau­rie­rung erfah­ren möch­te, dem sei der aktu­ell im Ver­lag Fried­rich Pus­tet Regens­burg publi­zier­te Bild­band Asam­kir­che Alders­bach: Baro­ckes Erbe bewah­ren‘ empfohlen.

Text: Sabi­ne Süß

Weitere Nachrichten

Bistumsblatt
13.01.2026

Ein Winzer aus Niederbayern schenkt reinen Wein ein

Die Bibel erzählt vom prallen Leben – und damit auch von der damaligen Berufswelt. In unserer ...

Bistum
13.01.2026

Trauer um Karl Hafergut

Das Bistum Passau trauert um seinen langjährigen Mitarbeiter Herrn Karl Hafergut, der am 3. Januar 2026…

Bistum
12.01.2026

Ausbildungsplatz und Arbeitgeber Kirche

Bistum Passau informiert bei der Berufsinformationsmesse an den Gisela-Schulen Niedernburg.

Bistum
12.01.2026

Trauer um Georg Hifinger

Das Bistum Passau trauert um Herrn Georg Hifinger, der am 19. Dezember 2025 verstorben ist.