Tag der Wohnungslosen am 11. September

Redaktion am 11.09.2026

Info Icon Bild: Thomas König
Informierten am „Tag der Wohnungslosen“ über die Situation in Stadt- und Landkreis Passau. Im Bild (v.l.) Angie Leitl-Weber (Leiterin der Bahnhofsmission), Sabine Weiss (Referentin für Soziales und Armut) Tanja Ohrhallinger (Kreis-Caritasverband, Herberge und Wohnungslosenhilfe).

Der 11. September ist der bundesweite Tag der Wohnungslosen. Rund 450.000 Menschen waren zu Jahresbeginn in Deutschland ohne Wohnung. Die Caritas informierte am bundesweiten Aktionstag bei einem Pressegespräch in der Bahnhofsmission in Passau über das Thema und die Situation in der Region.

Woh­nungs­lo­sig­keit hat vie­le Gesich­ter und kann Men­schen in ganz unter­schied­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen tref­fen. Miet- und Ener­gie­schul­den, Kon­flik­te im Wohn­um­feld, Tren­nung oder Schei­dung sowie Krank­heit kön­nen Men­schen in die Woh­nungs­lo­sig­keit trei­ben – mit all ihren Här­ten. Immer mehr Betrof­fe­ne ste­hen ohne eige­nes Dach über dem Kopf da, häu­fig ohne Pri­vat­sphä­re, Sicher­heit und Per­spek­ti­ve. Am 11. Sep­tem­ber haben zum Tag der Woh­nungs­lo­sen Angie Leitl-Weber, Bahn­hofs­mis­si­on, Sabi­ne Weiss, Refe­ren­tin für Sozia­les und Armut, sowie Tan­ja Ohr­hal­lin­ger, vom Kreis-Cari­tas­ver­band, Her­ber­ge und Woh­nungs­lo­sen­hil­fe, auf die­se schwie­ri­ge Lebens­si­tua­ti­on auf­merk­sam gemacht.

Wie groß das Pro­blem ist, zei­gen u.a. die Zah­len von 2025 für die Bahn­hofs­mis­si­on in Pas­sau. Hier wur­den 26.399 Hil­fe­leis­tun­gen gezählt, 6.247 mal wur­den Per­so­nen an sozia­le Diens­te ver­mit­telt. Ins­ge­samt 30.931 Kon­tak­te mit hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen. Die Her­ber­ge der Cari­tas ver­zeich­ne­te 1.948 Über­nach­tun­gen. In der Stadt Pas­sau waren Ende Janu­ar 85 Men­schen, im Land­kreis Pas­sau 150 Men­schen wegen Woh­nungs­lo­sig­keit unter­ge­bracht. Für ganz Nie­der­bay­ern weist die Sta­tis­tik 1.970 Men­schen aus, bay­ern­weit waren es 39.665. 

Eine Trend­um­kehr ist nicht in Sicht. Etwa 10 Pro­zent leben dau­er­haft auf der Stra­ße. Doch: woh­nungs­los ist nicht gleich obdach­los. Vie­le Betrof­fe­ne fin­den vor­über­ge­hend Unter­schlupf bei Bekann­ten, Ver­wand­ten oder in Notunterkünften. 

Die BAG Woh­nungs­lo­sen­hil­fe zählt laut Sta­tis­tik für 2026 rund 450.000 woh­nungs­lo­se Men­schen in Deutsch­land, wobei aber von einer Dun­kel­zif­fer von rund 1 Mil­li­on aus­zu­ge­hen ist. Rund 13 Pro­zent der Betrof­fe­nen haben eine gere­gel­te Arbeit — nur eben kein Dach über dem Kopf. Beson­ders alar­mie­rend: Inzwi­schen sind auch Fami­li­en betrof­fen, ihr Anteil liegt bei rund 11 Prozent. 

Hier wie­der her­aus­zu­kom­men, ist sehr schwer. Wer kei­ne Woh­nung hat, lebt ohne Pri­vat­sphä­re, ohne Sicher­heit und ohne Per­spek­ti­ve. Man ver­liert nicht nur den eige­nen Wohn­raum, son­dern auch das Gefühl von Sta­bi­li­tät und Selbstbestimmung.

So sind die Ein­rich­tun­gen der Cari­tas für vie­le die­ser Men­schen die ein­zi­ge Anlauf­stel­le, die ihnen Zuflucht, Akzep­tanz und Wert­schät­zung schen­ken. An die­sen Orten erfah­ren sie sozia­le Teil­ha­be und mensch­li­che Begeg­nung, und beglei­ten­de Hilfen.

Text: Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau e. V / pbp

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