Bild: Thomas König
Der 11. September ist der bundesweite Tag der Wohnungslosen. Rund 450.000 Menschen waren zu Jahresbeginn in Deutschland ohne Wohnung. Die Caritas informierte am bundesweiten Aktionstag bei einem Pressegespräch in der Bahnhofsmission in Passau über das Thema und die Situation in der Region.
Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter und kann Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen treffen. Miet- und Energieschulden, Konflikte im Wohnumfeld, Trennung oder Scheidung sowie Krankheit können Menschen in die Wohnungslosigkeit treiben – mit all ihren Härten. Immer mehr Betroffene stehen ohne eigenes Dach über dem Kopf da, häufig ohne Privatsphäre, Sicherheit und Perspektive. Am 11. September haben zum Tag der Wohnungslosen Angie Leitl-Weber, Bahnhofsmission, Sabine Weiss, Referentin für Soziales und Armut, sowie Tanja Ohrhallinger, vom Kreis-Caritasverband, Herberge und Wohnungslosenhilfe, auf diese schwierige Lebenssituation aufmerksam gemacht.
Wie groß das Problem ist, zeigen u.a. die Zahlen von 2025 für die Bahnhofsmission in Passau. Hier wurden 26.399 Hilfeleistungen gezählt, 6.247 mal wurden Personen an soziale Dienste vermittelt. Insgesamt 30.931 Kontakte mit hilfsbedürftigen Menschen. Die Herberge der Caritas verzeichnete 1.948 Übernachtungen. In der Stadt Passau waren Ende Januar 85 Menschen, im Landkreis Passau 150 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Für ganz Niederbayern weist die Statistik 1.970 Menschen aus, bayernweit waren es 39.665.
Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Etwa 10 Prozent leben dauerhaft auf der Straße. Doch: wohnungslos ist nicht gleich obdachlos. Viele Betroffene finden vorübergehend Unterschlupf bei Bekannten, Verwandten oder in Notunterkünften.
Die BAG Wohnungslosenhilfe zählt laut Statistik für 2026 rund 450.000 wohnungslose Menschen in Deutschland, wobei aber von einer Dunkelziffer von rund 1 Million auszugehen ist. Rund 13 Prozent der Betroffenen haben eine geregelte Arbeit — nur eben kein Dach über dem Kopf. Besonders alarmierend: Inzwischen sind auch Familien betroffen, ihr Anteil liegt bei rund 11 Prozent.
Hier wieder herauszukommen, ist sehr schwer. Wer keine Wohnung hat, lebt ohne Privatsphäre, ohne Sicherheit und ohne Perspektive. Man verliert nicht nur den eigenen Wohnraum, sondern auch das Gefühl von Stabilität und Selbstbestimmung.
So sind die Einrichtungen der Caritas für viele dieser Menschen die einzige Anlaufstelle, die ihnen Zuflucht, Akzeptanz und Wertschätzung schenken. An diesen Orten erfahren sie soziale Teilhabe und menschliche Begegnung, und begleitende Hilfen.
Text: Caritasverband für die Diözese Passau e. V / pbp



