Bistum

Vor 20 Jahren - der Papst „dahoam“ im Bistum Passau

Redaktion am 09.09.2026

Info Icon Bild: Roswitha Dorfner

Im September 2006 reiste Papst Benedikt XVI. für sechs Tage in seine bayerische Heimat. Die historische Visite unter dem Motto „Wer glaubt ist nie allein“ führte den Papst vom 9. bis 14. September 2006 nach München, Altötting, Marktl, Regensburg und Freising. Heuer jährt sich der päpstliche Besuch zum 20. Mal.

„Wir sind Papst“ titel­te die Bild­zei­tung am 20. April 2005, nach­dem am Vor­tag kurz vor 19 Uhr der neue Papst der Welt vor­ge­stellt wur­de. ​„Habe­mus Papam“ hieß es um 18:43 Uhr – fünf Minu­ten spä­ter war die Sen­sa­ti­on per­fekt. Nach 482 Jah­ren stell­te Deutsch­land wie­der einen Papst, einen Baye­ri­schen noch dazu. Die nächs­te Sen­sa­ti­on und damit auch ein Pau­ken­schlag für das Bis­tum Pas­sau, folg­te dann im Dezem­ber 2005: Der Papst besucht im Sep­tem­ber 2006 sei­ne Hei­mat Bay­ern und macht in Alt­öt­ting und sei­nem Geburts­ort Marktl Sta­ti­on. Nicht ein­mal ein Jahr Zeit, um einen Papst­be­such vor­zu­be­rei­ten mit hun­dert­tau­sen­den Gläubigen. 

Zwan­zig Jah­re sind ver­gan­gen, seit Papst Bene­dikt XVI. am 11. Sep­tem­ber 2006 Alt­öt­ting und dann sei­nen Geburts­ort Marktl am Inn besucht hat. Die dabei waren, kön­nen sich noch genau dar­an erin­nern: Welch ein Tag! Welch wun­der­ba­re Stim­mung auf dem Kapell­platz! Strah­lend blau­er Him­mel in Alt­öt­ting — 60.000 Men­schen fei­er­ten mit ihm eine fei­er­li­che hei­li­ge Mes­se in Alt­öt­ting, 2500 Men­schen emp­fin­gen ihm bei sei­nem Besuch in Marktl. Das Bis­tum Pas­sau und vie­le Men­schen dar­über hin­aus haben damals einen unver­gess­li­chen Tag und unver­gäng­li­che Momen­te und Begeg­nun­gen erle­ben dür­fen – ein gro­ßes Geschenk für alle. Für den Besuch von Papst Bene­dikt XVI. in Bay­ern wur­de als Mot­to ein Wort gewählt, das er zu Beginn sei­ner Amts­zeit mehr­fach an die Gläu­bi­gen gerich­tet hat: ​„Wer glaubt, ist nie allein!“ Die­ser bedeu­ten­de Satz ist auch seit Jah­ren der Leit­spruch für das Bis­tum Passau. 

Um die­sen Besuch mög­lich zu machen, hat die Diö­ze­se Pas­sau einen enor­men Kraft­akt gestemmt und bewäl­tigt, um den Papst in sei­ner Hei­mat begrü­ßen zu dür­fen. Der Papst­be­such begann eigent­lich bereits am 8. Dezem­ber 2005 – mit der Bekannt­ga­be des Papst­be­su­ches. Dr. Klaus Metzl war 2006 Gene­ral­vi­kar im Bis­tum Pas­sau und haupt­ver­ant­wort­lich für die Orga­ni­sa­ti­on des Events. Er erin­nert sich: ​„Die größ­te Her­aus­for­de­rung für uns war, dass wir von Pas­sau aus den Papst­be­such in Alt­öt­ting und Marktl vor­be­rei­ten muss­ten, was ja etwa neun­zig Kilo­me­ter ent­fernt ist. Also das war ein gro­ßer Unter­schied zu Mün­chen oder Regens­burg, die das alles vor Ort machen konn­ten. Per­sön­lich war es für mich wich­tig, dass alles gut geklappt hat, dass wir uns gut ein­rei­hen konn­ten in die ande­ren Orte des Besu­ches und dass auch zwei kur­ze Begeg­nun­gen mög­lich waren in der Basi­li­ka und dann auch noch mal am Flug­ha­fen. Das waren wirk­lich ergrei­fen­de Momente.“

Geblie­ben sei für Alt­öt­ting auf alle Fäl­le die Anbe­tungs­ka­pel­le, so Metzl, die ja in der frü­he­ren Schatz­kam­mer ein­ge­rich­tet wur­de und wo Papst Bene­dikt als ers­ter Anbe­ter mit der Mons­tranz, dem Aller­hei­ligs­ten, die­sen Anbe­tungs­raum eröff­net hat. 

Fei­er­lich­kei­ten 2026

Alt­öt­ting – Frei­tag, 11. Sep­tem­ber:
Dop­pel­ju­bi­lä­um ​„20 Jah­re Besuch von Papst Bene­dikt XVI. in Alt­öt­ting“ und 15 Jah­re ​„Ewi­ge Anbe­tung“. Wie­der­eröff­nung der Anbe­tungs­ka­pel­le nach der Reno­vie­rung durch den Ehren­gast Erz­bi­schof Dr. Georg Gäns­wein. Er wird außer­dem die Aus­stel­lung ​„Begeg­nun­gen mit dem Eucha­ris­ti­schen Herrn“ eröffnen.

  • 18:00 Uhr Aus­stel­lungs­er­öff­nung, Kreuz­gang Stiftpfarrkirche
  • 19:00 Uhr Pon­ti­fi­kal­amt mit Erz­bi­schof Dr. Georg Gäns­wein, Stiftspfarrkirche
  • 20:15 Uhr Eröff­nung der Anbetungskapelle

Marktl am Inn – Sams­tag, 12. Sep­tem­ber: 
Die Pfar­rei Marktl begeht ​„20 Jah­re Papst­be­such“ im Rah­men der Vor­abend­mes­se am Sams­tag, 12. Sep­tem­ber 2026. Zele­brant ist Peter Meis­ter, Pfar­rer im Pfarr­ver­band Marktl. Pre­di­ger ist Dr. Franz Harin­ger, Theo­lo­gi­scher Lei­ter im Geburts­haus Papst Bene­dikt XVI. 

  • 18:00 Uhr Vor­abend­mes­se, Pfarr­kir­che St. Oswald 

Zahlen rund um den Besuch des Papstes 2006 in Altötting und Marktl:

  • 2800 Ver­kehrs­zei­chen und 400 Son­der­schil­der wur­den auf­ge­stellt, die den Anrei­sen­den den Weg weisen
  • Es waren über 2000 Poli­zei­kräf­te für Papst und Pil­ger im Einsatz
  • 600 Ein­satz­kräf­te der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren, Was­ser­wach­ten, THW und Krie­ger- und Soldatenkameradschaft
  • Rund 700 Hel­fer vom baye­ri­schen roten Kreuz und vom Mal­te­ser Hilfsdienst
  • Rund 500 Ord­ner sor­gen wäh­rend des Papst­be­su­ches in Alt­öt­ting für Sicher­heit und Ord­nung auf allen Plätzen.
  • Über 230 Pries­ter und Dia­ko­ne hal­fen bei der Kom­mu­ni­ons­aus­tei­lung; beglei­tet von eben­falls rund 230 Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten mit Papstschirmen
  • Ein exter­ner Wach- und Sicher­heits­dienst leis­te­te vom 04.09. – 13.09. ins­ge­samt 2783 Tag- und 1214 Nacht­stun­den Wach­dienst in Altötting.
  • 12 LED-Video­wän­de an den unter­schied­lichs­ten Stand­or­ten, zzgl. 6 Plas­ma­bild­schir­me in der Stifts­kir­che plus eine LED Wand in Marktl
  • 15 Palet­ten Adel­holze­ner Geträn­ke mit ins­ge­samt 12000 Fla­schen a 0,75 Liter! (für Besu­cher, Hel­fer, Einsatzkräfte)

Hier eine Chronik des Papstbesuches 2006 in Bayern:

Sams­tag, 09. Sep­tem­ber 2006: 
Ankunft am Flug­ha­fen Mün­chen, Fahrt nach Mün­chen und bewe­gen­de Begeg­nung auf dem Mari­en­platz an der Mariensäule. 

Sonn­tag, 10. Sep­tem­ber 2006: 
Fei­er eines gro­ßen Frei­luft­got­tes­diens­tes auf der Münch­ner Rie­mer Mes­se mit rund 250.000 Gläubigen.

Mon­tag, 11. Sep­tem­ber 2006: 
Wei­ter­rei­se nach Alt­öt­ting mit Besuch der Gna­den­ka­pel­le. Rund 60.000 Pil­ger fei­er­ten die Mes­se direkt auf dem his­to­ri­schen Kapell­platz. Zehn­tau­sen­de Men­schen ver­folg­ten den Got­tes­dienst auf Groß­bild­lein­wän­den im Stadtgebiet.

Anschlie­ßend Wei­ter­fahrt nach Marktl am Inn. In sei­nem Geburts­ort säum­ten vie­le tau­sen­de Men­schen die Stra­ßen, als der Papst sein Geburts­haus, die Bene­dikt­säu­le am Markt­platz und sei­ne Tauf­kir­che St. Oswald besuchte. 

Diens­tag, 12. Sep­tem­ber 2006: 
Mit bis zu 260.000 Men­schen wur­de eine Mes­se auf dem Islin­ger Feld in Regens­burg gefei­ert, die damit größ­te Ein­zel­ver­an­stal­tung der Papst­rei­se nach Bay­ern. Zehn­tau­sen­de wei­te­re Men­schen erleb­ten ihn bei der Fahrt im Papa­mo­bil durch die Regens­bur­ger Alt­stadt sowie beim Abend­ge­bet im Regens­bur­ger Dom.

Mitt­woch 13. Sep­tem­ber 2006
Pri­va­ter Tag in Regens­burg mit Besuch des Fami­li­en­gra­bes in Ziegetsdorf.

Don­ners­tag, 14. Sep­tem­ber 2006: 
Abschluss der Rei­se auf dem Dom­berg in Frei­sing (Ort sei­ner Pries­ter­wei­he 1951) und anschlie­ßend Rück­flug nach Rom.

Bei You­Tube kön­nen Sie eine Zusam­men­fas­sung des Papst­be­su­ches 2006 in Deutsch­land anse­hen – ab Minu­te 14.43 star­tet der Besuch in Altötting. 

Der Papst und sein Ver­mächt­nis
Papst Bene­dikt XVI. trat am 28. Febru­ar 2013 zurück, weil er sich auf­grund sei­nes hohen Alters und nach­las­sen­der kör­per­li­cher wie geis­ti­ger Kräf­te nicht mehr in der Lage sah, das Amt des Paps­tes ange­mes­sen aus­zu­üben. Es war der ers­te frei­wil­li­ge Rück­tritt eines Paps­tes seit über 600 Jah­ren. Nach sei­nem Rück­tritt leb­te der eme­ri­tier­te Papst zurück­ge­zo­gen im Klos­ter Mater eccle­siae. Papst Bene­dikt XVI. starb mit 95 Jah­ren am 31. Dezem­ber 2022 in sei­nem Alters­ru­he­sitz im Vatikan.

Im Geburts­haus von Joseph Ratz­in­ger / Papst Bene­dikt XVI. (1927−2022) in Marktl am Inn wird sein Lebens­weg und sein theo­lo­gi­sches Ver­mächt­nis auf­ge­zeigt. Papst Bene­dikt wünsch­te sich für das Geburts­haus in Marktl eine ​„wür­di­ge Begeg­nung mit den Fra­gen unse­res Glau­bens“. Des­halb ver­steht sich das Haus auch weni­ger als Muse­um, son­dern viel­mehr als Stät­te der Begeg­nung – vor allem als ein Ort der Aus­ein­an­der­set­zung und Begeg­nung mit dem Anlie­gen Papst Benedikts. 

Neu­es Buch erhält­lich
Zum Jubi­lä­um des Papst­be­su­ches ist auch ein neu­es Buch erschie­nen: Geist­li­che Impul­se aus dem Papst­ge­burts­haus. Es umfasst 144 Sei­ten. Für sein Geburts­haus in Marktl am Inn wünsch­te sich Papst Bene­dikt XVI., dass es ein Ort der wür­di­gen Begeg­nung mit den Fra­gen des Glau­bens wer­de. Seit 20 Jah­ren besu­chen jähr­lich Tau­sen­de die­sen Ort. Der theo­lo­gi­sche Lei­ter des Hau­ses Dr. Franz Harin­ger erläu­tert die Kunst­wer­ke, die im Lauf der Zeit auf­ge­stellt wur­den. Nach dem Tod von Joseph Ratz­in­ger fan­den auch Gegen­stän­de aus sei­nem Nach­lass den Weg in sein Geburts­haus. In dem Buch wer­den sie vor­ge­stellt und spi­ri­tu­ell gedeu­tet. Wei­te­re geist­li­che Impul­se ori­en­tie­ren sich am Kir­chen­jahr. Sie erschlie­ßen die Lit­ur­gie der Kir­che und ihre Sym­bo­lik und zei­gen auf, wie ein Leben in der Nach­fol­ge Chris­ti gelin­gen kann. Auch der 100. Geburts­tag von Joseph Ratz­in­ger / Papst Bene­dikt XVI. der am 16. April 2027 gefei­ert wird, fin­det sich im Buch. Geist­li­che Impul­se aus dem Papst­ge­burts­haus von Dr. Franz Harin­ger. Erschie­nen im Ver­lag Schnell & Steiner.

Mehr dazu im Artikel:

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