Firmung In Aö Mit Bischof Stefan Oster  Dorfner Erlaubnis Erteilt

Firmung ab 16: Entstehungsweg und Konzept

Die Firmung ab 16 Jahren, die aus freier Entscheidung und begleitet durch ein pastorales Konzept möglich wird, bewegt viele Gläubige in der Diözese. Hier erfahren Sie mehr, über den Entstehungsweg und das erarbeitete Konzept, wie die Firmung im Bistum Passau künftig gestaltet wird.

Ganz bewusst hat man sich im Bis­tum Pas­sau im Jahr 2018 dafür ent­schie­den, das Fir­mal­ter von 12 auf 16 Jah­re her­auf­zu­set­zen, gel­tend für alle Deka­na­te mit ihren Pfarr­ver­bän­den und Pfar­rei­en — mit Start 2019. Details, Hin­ter­grün­de und Aktu­el­les zur Fir­mung ab 16” erfah­ren Sie hier in einem aus­führ­li­chen Inter­view mit Seel­sor­ge­amts­lei­ter Dr. Hans Bau­ern­feind und Hele­ne Uhr­mann-Pau­li vom Refe­rat Ehe&Familie:

Zur Entstehung von „Firmung ab 16“

Auf der Kon­fe­renz der Deka­ne, Dom­ka­pi­tu­la­re und Ordinariatsräte/​innen 2016 in Schwei­klberg, wur­de das The­ma der Firm­pas­to­ral und des Fir­mal­ters wie­der ein­mal in das Gespräch auf­ge­nom­men. Schon oft war vor­her dar­über gespro­chen wor­den, dass die fei­er­li­chen Fir­mun­gen zwar alle sehr schön gewe­sen sei­en, den­noch die Nach­hal­tig­keit kurz sei und vie­le der Firm­lin­ge vom Gesche­hen über­for­dert wären. Nicht sel­ten rede­te man im Zusam­men­hang mit der Fir­mung sogar vom Ver­ab­schie­dungs­sa­kra­ment“ der Kir­che. Dies alles geschah aus der erschre­cken­den Beob­ach­tung her­aus, dass nicht allein Ableh­nung gegen­über Glau­be und Kir­che vor­han­den sei, son­dern auch Gleich­gül­tig­keit. Ähn­li­che Inhal­te loder­ten bei der Kon­fe­renz in Schwei­klberg wie­der auf. Doch die­ses Mal wur­de erst­mals for­mu­liert, dass an der Situa­ti­on etwas geän­dert wer­den soll­te. Gemein­sam hoben die Teilnehmer/​innen den Ent­schei­dungs­cha­rak­ter der Fir­mung her­vor. In der Kon­fe­renz von Sarns (Süd­ti­rol) im Früh­jahr 2017 wur­de die­se Sicht­wei­se vertieft. 

So erhielt das Seel­sor­ge­amt den Auf­trag, eine klei­ne Arbeits­grup­pe zu bil­den, die sich einer künf­ti­gen Pas­to­ral der Fir­mung und des Fir­mal­ters anneh­men soll­te. Die­se ers­te Arbeits­grup­pe, die aus Frau­en und Män­nern der Pas­to­ral bestand, ent­wi­ckel­te ein vor­läu­fi­ges Firm­kon­zept auf der Basis eines Fir­mal­ters von 14 Lebens­jah­ren. Schon in die­ser Kon­zep­ti­ons­grup­pe wur­de begon­nen, die Zeit nach der Erst­kom­mu­ni­on bis hin zur Fir­mung mit 14 Jah­ren kate­che­tisch und pas­to­ral inten­si­ver zu gestal­ten. Wäh­rend die­ser Ent­wurf auf der Kon­fe­renz der Deka­ne, Dom­ka­pi­tu­la­re und Ordinaristsräte/​innen im Novem­ber 2017 in Spek­trum Kir­che aus­führ­lich bespro­chen wur­de, kamen die Erfah­run­gen der Fir­mung mit 16 im Pfarr­ver­band Bad Birn­bach hin­zu. Außer­dem spiel­ten auch die Erfah­run­gen der Fir­mung mit 15 im Pfarr­ver­band Zwie­sel, mit 14 Jah­ren z. B. im Pfarr­ver­band Feich­ten und die der dama­li­gen Absichts­er­klä­rung einer Fir­mung mit 18 Jah­ren im Bis­tum Bozen-Bri­xen (zwi­schen­zeit­lich ist man dort zu einem Fir­mal­ter mit 16 Jah­ren über­ge­gan­gen) eine gro­ße Rolle. 

Nach wei­te­ren Gesprä­chen, z. B. in der Bischöf­li­chen Kom­mis­si­on für Neuevan­ge­li­sie­rung und ande­ren Zusam­men­künf­ten sowie durch Mei­nungs­äu­ße­run­gen zahl­rei­cher Gläu­bi­ger, ver­öf­fent­lich­te der Bischof im Fas­ten­hir­ten­brief 2018 sei­ne Ent­schei­dung, die Fir­mung ab 16 Lebens­jah­ren im Bis­tum Pas­sau ein­zu­füh­ren. Auf der Kon­fe­renz der Deka­ne, Dom­ka­pi­tu­la­re und Ordinariatsräte/​innen 2018 in Johan­nis­thal wur­de ein Run­der Tisch Fir­mung ab 16“ bestehend aus Pries­tern, Frau­en und Män­nern der pas­to­ra­len Pra­xis, der Jugend­seel­sor­ge, der Gemein­de­ca­ri­tas, aus Fach­re­fe­ra­ten, Reli­gi­ons­leh­rern und der reli­gi­ons­päd­ago­gi­schen Wis­sen­schaft beschlos­sen. Seit April 2018 arbei­tet die­se Arbeits­run­de am neu­en Pas­sau­er Konzept.

"Firmung mit 16" war auch Thema in OSTERFRAGEN!

Christusgemeinschaft stärken - Grundsätze der Firmpastoral im Geist einer neuen Evangelisierung

Gleich­gül­tig­keit gegen­über dem Glau­ben und der Kir­che und Ableh­nung gegen­über die­sen rufen danach, die Men­schen im Glau­ben und in ihrer Behei­ma­tung in der Kir­che zu stär­ken. Dies geschieht vor allem dar­in, an den leben­di­gen öster­li­chen Chris­tus zu erin­nern. Weil Jesus Chris­tus aus dem Tod auf­er­stan­den ist, lebt und bleibt er unter uns bis zum Ende der Zeit. Er ruft jeden Men­schen, zu ihm zu gehö­ren und auf ihn zu hören – also bei ihm und sei­ner Kir­che zu sein. Der 2. Timo­theus­brief spricht von einem hei­li­gen Ruf“ (2 Tim 1,9). In der Pas­to­ral hin auf die Fir­mung mit 16 geht es folg­lich zuerst dar­um, die Bezie­hung zu Chris­tus zu för­dern. Wenn der auf­er­stan­de­ne Herr am Ende des Mat­thäu­sevan­ge­li­ums dazu auf­ruft, zu allen Völ­kern zu gehen, alle Men­schen zu sei­nen Jün­gern zu machen und sie zu tau­fen (vgl. Mt 28,19f.), dann ist dies auch Auf­trag an die Firm­pas­to­ral, die Jünger/​innenschaft zu erin­nern und zu ver­tie­fen. Dar­in tritt eine hel­le Sicht des Lebens zu Tage, eine Hoff­nung und eine Kraft, die leben hilft, in Gott behei­ma­tet und die Gemein­schaft mit der Kir­che stärkt. Es geht um ein christ­li­ches Leben aus dem Hei­li­gen Geist.

Kontinuität der Pastoral

Pas­to­ral nimmt Kin­der und Jugend­li­che um ihrer selbst wil­len ernst. Dar­um sol­len die Lebens­pha­sen der Kin­der und der jun­gen Men­schen nach der Erst­kom­mu­ni­on hin zur Ent­schei­dung, sich für die Fir­mung frei, bewusst und ent­schie­den vor­zu­be­rei­ten, kon­ti­nu­ier­lich beglei­tet wer­den. Dabei wird so vor­ge­gan­gen, dass eine ers­te Zeit­ein­heit nach der Erst­kom­mu­ni­on gese­hen wird, die zusam­men mit den Eltern gestal­tet wird; eine wei­te­re Pha­se vom 12. bis zum 14. Lebens­jahr und dann eine vom 15. Lebens­jahr an, in der jemand sich frei ent­schei­det, ver­ant­wort­lich sich auf die Fei­er der Fir­mung vor­zu­be­rei­ten. Die­se Kon­ti­nui­tät von der Zeit nach der Erst­kom­mu­ni­on bis hin zur Fir­mung ent­spricht dem Wunsch vie­ler, dass der Bezie­hungs­fa­den zur Kir­che vor Ort und im Deka­nat erhal­ten bleibt und gestärkt wird.

Auch wenn ver­ein­zelt argu­men­tiert wird, dass jun­ge Men­schen, die sich mit 15 auf die Fir­mung vor­be­rei­ten, benach­tei­ligt wür­den, weil sie oft kei­ne Zeit hät­ten, an sol­chen Kur­sen und Zusam­men­künf­ten teil­zu­neh­men, so muss doch betont wer­den, dass die Pra­xis ande­res zeigt. Es wird immer nötig sein, auf die Lebens­rea­li­tät und Zeit­rhyth­men der jun­gen Firmkandidaten/​innen einzugehen. 

Im Übri­gen darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass Fir­mung ab 18 oder mit älte­ren Jah­ren nach ent­spre­chen­der inten­si­ver Vor­be­rei­tung als Erwach­se­nen­fir­mung auch in Zukunft immer mög­lich sein wird.

Firmpastoral geht alle an

In die Firm­pas­to­ral sol­len nicht allein Haupt­amt­li­che ein­ge­bun­den sein, son­dern auch Ehren­amt­li­che, beson­ders die jun­gen Leu­te, die sel­ber erst das Firm­sa­kra­ment gefei­ert haben. Grund­sätz­lich geht Firm­pas­to­ral alle Getauf­ten an. Zugleich wird es not­wen­dig sein, dass die Ange­bo­te der Kin­der- und Jugend­pas­to­ral und ande­rer pas­to­ra­ler Fel­der (z. B. der Gemein­de­ca­ri­tas) zum einen pas­send und glau­bens­froh sind, zum ande­ren aber auch wahr­ge­nom­men und in das pfarr­ver­band­li­che und über­pfarr­ver­band­li­che Mit­ein­an­der auf­ge­nom­men wer­den. Eben­falls ist eine gute Zusam­men­ar­beit mit dem Reli­gi­ons­un­ter­richt aller Schul­ar­ten wün­schens­wert. Des Wei­te­ren braucht es Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen für alle Betei­lig­ten, die die Pas­to­ral in den ver­schie­de­nen Pha­sen nach der Erst­kom­mu­ni­on hin zur Vor­be­rei­tung auf das Sakra­ment der Fir­mung begleiten.

Neue Evangelisierung braucht Schritt für Schritt Entwicklung

Die dar­ge­stell­te Pas­to­ral ist eine Her­aus­for­de­rung an alle Gläu­bi­gen im Bis­tum Pas­sau. Sie stellt alle vor die Fra­ge, wie wir zur neu­en Evan­ge­li­sie­rung bei­tra­gen kön­nen, Chris­tus­be­zie­hung stär­ken und die Behei­ma­tung in einer ein­la­dend-bezie­hungs­fro­hen Kir­che zu gestal­ten vermögen. 

Auf dem Weg zur vol­len Umset­zung ste­hen noch vie­le Auf­ga­ben vor uns. Zunächst muss es einen Beginn die­ser Pas­to­ral geben. Er soll­te zusam­men mit dem Bischof, den Deka­nen und vie­len Gläu­bi­gen (beson­ders den Betei­lig­ten der Firm­pas­to­ral) im Früh­jahr 2019 gesche­hen. Hier wird vor allem an die Zeit nach der Erst­kom­mu­ni­on gedacht. Die Ein­füh­rung der zwei­ten und drit­ten Pha­se und die Gestal­tung der Inhal­te wer­den dann 2020 und 2021 hin­zu­kom­men. So wird sich Pas­to­ral und die per­sön­li­che Glau­bens­ent­schei­dung von jun­gen Men­schen im Bis­tum Pas­sau Schritt für Schritt ent­wi­ckeln und stabilisieren.

Firmung mit 16 und die Konsequenzen

Die­sen Weg der Firm­pas­to­ral zu gehen, bedeu­tet, dass eine Fir­mung unter 16 Jah­ren nicht mehr gefei­ert wer­den wird. Auch soll nicht auf Nach­bar­diö­ze­sen zur Fir­mung aus­ge­wi­chen wer­den. Eben­so wird es im Bis­tum Pas­sau kei­ne Schul­fir­mun­gen mehr geben, da die Vor­be­rei­tung und die Fei­er im Rah­men des Pfarr­ver­ban­des gesche­hen soll. Alle Betei­lig­ten der Vor­be­rei­tung bit­ten wir um Ver­ständ­nis, dass der neue Anfang von vor­ne her­ein ent­schie­den und kon­se­quent gegan­gen wird. Der Neu­an­fang benö­tigt alle Kräf­te für eine gute wei­te­re Entwicklung. 

Firmung mit 16? Pilotprojekt in Bad Birnbach erfolgreich durchgeführt

Auf dem Weg zur Feier der Firmung – das Konzept

3 Pha­sen – ein pas­to­ra­les Gesamt­kon­zep: Die Firm­vor­be­rei­tung soll zukünf­tig ein­ge­bun­den sein in ein pas­to­ra­les Gesamt­kon­zept, das die Kin­der und ihre Eltern ab der Erst­kom­mu­ni­on beglei­tet. Hier­bei unter­schei­den wir drei Phasen: 

Die Pha­se 1 beginnt unmit­tel­bar nach der Erst­kom­mu­ni­on und zielt ab auf die Alters­grup­pe der 9- bis 11-Jährigen. 

In der Pha­se 2 sol­len Jugend­li­che von 12 bis 14 Jah­ren erreicht werden. 

Die Ange­bo­te in die­sen bei­den Pha­sen sind für die Kin­der und Jugend­li­chen nicht ver­pflich­tend, sind jedoch weg­be­glei­tend auf die Fir­mung hin. 

Die Pha­se 3 dage­gen stellt die eigent­li­che Vor­be­rei­tung auf das Sakra­ment der Fir­mung dar und ist für die Jugend­li­chen, die dann zwi­schen 15 (der/​die Jugendliche/​r wird in die­sem Jahr 15) und 16 Jah­re (der/​die Firmkandidat/​in wird in die­sem Jahr 16) alt sind, verpflichtend.

Zu jeder Pha­se hat eine Teil­grup­pe des Run­den Tisches ein Kon­zept erar­bei­tet, an dem sich die Arbeit in den Pfarr­ver­bän­den ori­en­tie­ren soll.

Weg Zur Firmung Grafik

Phase 1: Nach der Erstkommunion bis zum 11. Lebensjahr

2019 begin­nend soll jedes Jahr im Pfarr­ver­band eine neue Pha­se ein­ge­läu­tet wer­den, bevor dann 2022 der Geburts­jahr­gang 2006 das Sakra­ment der Fir­mung emp­fan­gen wird. Kon­kret soll im Pfarr­ver­band Fol­gen­des passieren:

2019 soll Pha­se 1 im Fokus des pas­to­ra­len Bemü­hens ste­hen. Dazu wer­den die Geburts­jahr­gän­ge 2008 bis 2010 in den Blick genom­men und zu die­sen Kin­dern wird Kon­takt her­ge­stellt. Für sie soll in jedem Pfarr­ver­band fol­gen­des Pro­gramm ange­bo­ten werden: 

Kin­der­bi­bel­tag
Er soll für die Kin­der einen Erfah­rungs­raum eröff­nen, in dem sie Jesus und sei­ner Bot­schaft begeg­nen kön­nen. Im eige­nen Erle­ben aktua­li­sie­ren und kon­kre­ti­sie­ren sich für die Kin­der die Erfah­run­gen der bibli­schen Erzäh­lun­gen. Der Kin­der­bi­bel­tag mün­det zeit­nah in einen Fami­li­en­got­tes­dienst.

Kin­der­krei­se

In der Alters­stu­fe von 9 bis 11 Jah­ren wer­den Kin­der eigen­stän­di­ger und haben vie­le Lebens- und Glau­bens­fra­gen. Dar­in wol­len sie ernst genom­men wer­den. Im Kin­der­kreis wird dies ermög­licht und ein­ge­bet­tet in hilf­rei­che und posi­ti­ve Ritua­le des Glau­bens. Die­se sol­len den Kin­dern als Res­sour­ce im All­tag zur Ver­fü­gung ste­hen.

Eltern­sup­port

In die­sem Alter sind in alle pas­to­ra­le Maß­nah­men immer die Eltern mit ein­zu­be­zie­hen. Aus die­sem Grund gibt es auch ein Ange­bot, das sich bestär­kend und unter­stüt­zend an die Eltern rich­tet. Hier liegt ein Schwer­punkt, dass Eltern und Kin­der gemein­sam reli­gi­ös sprach­fä­hig sein kön­nen.

Kon­zep­te für die­se Ange­bo­te wer­den zur­zeit vom Refe­rat Ehe Fami­lie Kin­der erar­bei­tet und ab Früh­jahr 2019 bei Mul­ti­pli­ka­to­ren-Schu­lun­gen an die Ver­ant­wort­li­chen und ihre ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter wei­ter­ge­ge­ben. Ein wich­ti­ges Hilfs­mit­tel ist in die­ser Pha­se der Ein­satz des neu erschie­ne­nen YOU­CAT for Kids. Katho­li­scher Kate­chis­mus für Kin­der und Eltern“. Er wird mit einem Vor­wort des Bischofs für das Bis­tum Pas­sau erschei­nen.
Eine not­wen­dig-vor­aus­schau­en­de Sor­ge wird es in die­ser Pha­se eben­falls sein, sich um die Gewin­nung von Ehren­amt­li­chen, die in den kom­men­den Jah­ren in einem Firm-Team mit­ar­bei­ten wol­len, zu bemühen.

Phase 2: Vom 12. bis zum 14. Lebensjahr

Im Jahr 2020 wer­den die Ange­bo­te aus Pha­se 1 fort­ge­führt. Zugleich wen­den sich die Ver­ant­wort­li­chen der Pha­se 2 zu. Die­se zielt ab auf die Geburts­jahr­gän­ge 2006 bis 2008 und soll fol­gen­de Ange­bo­te beinhalten:

Infor­ma­ti­ons­abend für die Eltern
In man­chen Fami­li­en herrscht noch Unklar­heit bezüg­lich des neu­en Firm­mo­dells. Die­se kann bei einem Eltern­abend aus­ge­räumt wer­den.

Gemeinschaftswochenende/​-tag

Da die Jugend­li­chen in die­sem Alters­spek­trum über vie­le Schu­len ver­streut sind, emp­fiehlt sich für die Pha­se 2 eine Auf­takt­ver­an­stal­tung in Form eines Gemein­schafts­wo­chen­en­des oder -tages, bei dem sie Freu­de an der Gemein­schaft und Moti­va­ti­on für wei­te­re Ange­bo­te ent­wi­ckeln. Ein Gemein­schafts­wo­chen­en­de wird in der glei­chen Wei­se vom Bischöf­li­chen Jugend­amt geför­dert, wie die bis­he­ri­gen Firm­wo­chen­en­den.

Spi­ri-Tag

Alle Jugend­li­chen, die sich auf die Fir­mung vor­be­rei­ten, sind ein­mal im Jahr ein­ge­la­den zu einem über­re­gio­na­len Tref­fen mit Musik, Kate­che­sen und Work­shops.

Pro­jek­te

Erfah­rungs­ge­mäß las­sen sich jun­ge Leu­te in die­sem Alter nur schwer­lich für eine kon­ti­nu­ier­li­che Grup­pen­ar­beit gewin­nen. Des­halb spielt in die­ser Pha­se Pro­jekt­ar­beit eine wich­ti­ge Rol­le, die sich am bes­ten mit Koope­ra­ti­ons­part­nern wie der Cari­tas, den Kirch­li­chen Jugend­bü­ros, den katho­li­schen Jugend­ver­bän­den oder den geist­li­chen Gemein­schaf­ten umset­zen lässt.

Gera­de in die­ser Pha­se 2 emp­fiehlt es sich, über­ört­lich zu arbei­ten. Die Kirch­li­chen Jugend­bü­ros sind hier­für kom­pe­ten­te und hilfs­be­rei­te Ansprech­part­ner. Emp­foh­len sei auch in die­ser Pha­se die Arbeit mit dem YOU­CAT und der Hei­li­gen Schrift.

Phase 3: Beginn der Firmvorbereitung mit 15 und Firmung mit 16 Jahren

Im Jahr 2021 star­tet dann für den Geburts­jahr­gang 2006 die Pha­se 3 der Firm­vor­be­rei­tung. Es gilt zu beach­ten, dass wohl nur weni­ge Jugend­li­che zunächst kom­men wer­den, da ein Teil die­ses Jahr­gangs das Sakra­ment der Fir­mung bereits emp­fan­gen hat. Par­al­lel dazu lau­fen die Ange­bo­te der Pha­se 1 und 2 wei­ter. Die Ter­mi­ne für die Tref­fen müs­sen gut mit den Firmbewerbern/​innen abge­stimmt wer­den. Ein Kurs­buch“ bestä­tigt die Teil­nah­me. In der Pha­se 3 sind fol­gen­de Eck­punk­te für die Firm­be­wer­ber verpflichtend:

Infor­ma­ti­ons­abend für Firm­be­wer­ber, Eltern und Paten/​Patinnen
Es emp­fiehlt sich, auch in die­ser Pha­se die kom­men­den Schrit­te mit den genann­ten Per­so­nen gut zu kom­mu­ni­zie­ren. Gera­de in die­ser Lebens­pha­se der Los­lö­sung von den Eltern kommt dem Paten oder der Patin eine wich­ti­ge Rol­le zu. Des­halb sol­len die Firmbewerber/​innen zu einer klu­gen Wahl ihrer Patin oder ihres Paten ermu­tigt werden.

Per­sön­li­che Anmel­dung zur Firm­vor­be­rei­tung und Gespräch
Mit die­sem Schritt soll die bewuss­te Ent­schei­dung des/​der Firmbewerbers/​in unter­stri­chen wer­den, den Weg zur Fir­mung gehen zu wol­len. Die­ses Gespräch
mit dem Pfar­rer oder einer Mitarbeiterin/​einem Mit­ar­bei­ter in der Seel­sor­ge, kann unmit­tel­bar vor der Fir­mung wie­der­holt werden.

Teil­nah­me am Pas­sau­er Firm­kurs
Ein Kom­pe­tenz­team wird im Lau­fe des Jah­res einen Firm­kurs für das Bis­tum Pas­sau erar­bei­ten, der vom Geist der Neuevan­ge­li­sie­rung geprägt sein wird. Die­ser soll dann in allen Pfarr­ver­bän­den als Grund­la­ge für die Firm­vor­be­rei­tung dienen. 

Erleb­nis-Pro­jek­te des Glau­bens
Die Jugend­li­chen sol­len dazu moti­viert wer­den, an Kern­an­ge­bo­ten der kirch­li­chen Jugend­ar­beit, wie Grup­pen­lei­ter­kurs, Jugend­wall­fahrt nach Alt­öt­ting, Fahrt nach Tai­zé, Fest der Jugend in Salz­burg, Nacht der Lich­ter, Night­fe­ver usw. teil­zu­neh­men. Auch sol­len im Vor­aus­blick auf die Fir­mung Jugend­li­che gewon­nen wer­den, an einer künf­ti­gen Firm­vor­be­rei­tung mitzuwirken.

Ausblick

Den Mit­glie­dern des Run­den Tisches ist sehr wohl bewusst, dass mit der Ein­füh­rung die­ses neu­en Weges der Firm­vor­be­rei­tung, auch viel Mehr­ar­beit auf alle Mit­ge­stal­ten­de zukom­men wird. Wenn es aber mit die­sem neu­en Modell gelingt, die Jugend­ar­beit in unse­ren Pfarr­ver­bän­den zu inten­si­vie­ren und als Kir­che offen zu sein für die Belan­ge der jun­gen Men­schen, dann ist die­ser Ein­satz mehr als gerecht­fer­tigt. Umso wich­ti­ger wird es in Zukunft sein, sich unter­ein­an­der gut zu ver­net­zen – zwi­schen den Pfarr­ver­bän­den, im Deka­nat, mit den Kirch­li­chen Jugend­bü­ros, mit den Fach­re­fe­ra­ten in der neu­en Haupt­ab­tei­lung für Seel­sor­ge und Evangelisierung.

"Firmung ab 16" war auch Thema bei der Jugendseelsorgetagung (JuSeTa) 2019: