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Firmung ab 16

Die Firmung ab 16 Jahren, die aus freier Entscheidung und begleitet durch ein pastorales Konzept des Bistums Passau möglich wird, bewegt zurzeit viele in der Diözese. Umso mehr ist es nötig, über den Entstehungsweg bis hin zum Konzept (Stand April 2019) zu informieren. Es ist ein geistlicher Weg und somit ein Weg der Pastoral – im Geist von „Mission und Auftrag“.

Mission und Auftrag

Jesus erneu­ert uns – und die Welt. In der Kir­che von Pas­sau sind wir eine fro­he, ein­la­den­de und soli­da­ri­sche Glau­bens­ge­mein­schaft, die aus der Eucha­ris­tie lebt. Wir beken­nen, dass uns in Jesus Chris­tus allein Got­tes Heil geschenkt ist und erken­nen daher drei gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für heu­te und mor­gen: Gott um sei­ner selbst wil­len zu lie­ben, Jün­ger­schaft zu leben und den mis­sio­na­ri­schen Ein­satz zu praktizieren.”

Bischof Stefan Oster SDB

Ganz bewusst hat man sich im Bis­tum Pas­sau im Jahr 2018 dafür ent­schie­den, das Fir­mal­ter von 12 auf 16 Jah­re her­auf­zu­set­zen, gel­tend für alle Deka­na­te mit ihren Pfarr­ver­bän­den und Pfar­rei­en — mit Start 2019. Details, Hin­ter­grün­de und Aktu­el­les zur Fir­mung ab 16” erfah­ren Sie hier in einem aus­führ­li­chen Inter­view mit Seel­sor­ge­amts­lei­ter Dr. Hans Bau­ern­feind und Hele­ne Uhr­mann-Pau­li vom Refe­rat Ehe&Familie:

Christusgemeinschaft stärken - Grundsätze der Firmpastoral im Geist einer neuen Evangelisierung

Gleich­gül­tig­keit gegen­über dem Glau­ben und der Kir­che und Ableh­nung gegen­über die­sen rufen danach, die Men­schen im Glau­ben und in ihrer Behei­ma­tung in der Kir­che zu stär­ken. Dies geschieht vor allem dar­in, an den leben­di­gen öster­li­chen Chris­tus zu erin­nern. Weil Jesus Chris­tus aus dem Tod auf­er­stan­den ist, lebt und bleibt er unter uns bis zum Ende der Zeit. Er ruft jeden Men­schen, zu ihm zu gehö­ren und auf ihn zu hören – also bei ihm und sei­ner Kir­che zu sein. Der 2. Timo­theus­brief spricht von einem hei­li­gen Ruf“ (2 Tim 1,9). In der Pas­to­ral hin auf die Fir­mung ab 16 geht es folg­lich zuerst dar­um, die Bezie­hung zu Chris­tus zu för­dern. Wenn der auf­er­stan­de­ne Herr am Ende des Mat­thäu­sevan­ge­li­ums dazu auf­ruft, zu allen Völ­kern zu gehen, alle Men­schen zu sei­nen Jün­gern zu machen und sie zu tau­fen (vgl. Mt 28,19f.), dann ist dies auch Auf­trag an die Firm­pas­to­ral, die Jünger/​innenschaft zu erin­nern und zu ver­tie­fen. Dar­in tritt eine hel­le Sicht des Lebens zu Tage, eine Hoff­nung und eine Kraft, die leben hilft, in Gott behei­ma­tet und die Gemein­schaft mit der Kir­che stärkt. Es geht um ein christ­li­ches Leben aus dem Hei­li­gen Geist.

Kontinuität der Pastoral

Pas­to­ral nimmt Kin­der und Jugend­li­che um ihrer selbst wil­len ernst. Dar­um sol­len die Lebens­pha­sen der Kin­der und der jun­gen Men­schen nach der Erst­kom­mu­ni­on hin zur Ent­schei­dung, sich für die Fir­mung frei, bewusst und ent­schie­den vor­zu­be­rei­ten, kon­ti­nu­ier­lich beglei­tet wer­den. Dabei wird so vor­ge­gan­gen, dass eine ers­te Zeit­ein­heit nach der Erst­kom­mu­ni­on gese­hen wird, die zusam­men mit den Eltern gestal­tet wird; eine wei­te­re Pha­se vom 12. bis zum 14. Lebens­jahr und dann eine vom 15. Lebens­jahr an, in der jemand sich frei ent­schei­det, ver­ant­wort­lich und vor­be­rei­tet den Weg zur Fir­mung zu gehen. Die­se Kon­ti­nui­tät von der Zeit nach der Erst­kom­mu­ni­on bis hin zur Fir­mung ent­spricht dem Wunsch vie­ler, dass der Bezie­hungs­fa­den zur Kir­che vor Ort und im Deka­nat erhal­ten bleibt und gestärkt wird.

Auch wenn ver­ein­zelt argu­men­tiert wird, dass jun­ge Men­schen, die sich mit 15 auf die Fir­mung vor­be­rei­ten, benach­tei­ligt wür­den, weil sie oft kei­ne Zeit hät­ten, an sol­chen Kur­sen und Zusam­men­künf­ten teil­zu­neh­men, so muss doch betont wer­den, dass die Pra­xis ande­res zeigt. Es wird immer nötig sein, auf die Lebens­rea­li­tät und Zeit­rhyth­men der jun­gen Firmkandidaten/​innen einzugehen. 

Im Übri­gen darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass Fir­mung mit älte­ren Jah­ren nach ent­spre­chen­der inten­si­ver Vor­be­rei­tung als Erwach­se­nen­fir­mung auch in Zukunft immer mög­lich sein wird.

Firmpastoral geht alle an

In die Firm­pas­to­ral sol­len nicht allein Haupt­amt­li­che ein­ge­bun­den sein, son­dern auch Ehren­amt­li­che, beson­ders die jun­gen Leu­te, die sel­ber schon das Firm­sa­kra­ment gefei­ert haben. Grund­sätz­lich geht Firm­pas­to­ral alle Getauf­ten an. Zugleich wird es not­wen­dig sein, dass die Ange­bo­te der Kin­der- und Jugend­pas­to­ral und ande­rer pas­to­ra­ler Fel­der (z. B. der Gemein­de­ca­ri­tas) zum einen pas­send und glau­bens­froh sind, zum ande­ren aber auch wahr­ge­nom­men und in das pfarr­ver­band­li­che und über­pfarr­ver­band­li­che Mit­ein­an­der auf­ge­nom­men wer­den. Eben­falls ist eine gute Zusam­men­ar­beit mit dem Reli­gi­ons­un­ter­richt aller Schul­ar­ten wün­schens­wert. Des Wei­te­ren braucht es Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen für alle Betei­lig­ten, die die Pas­to­ral in den ver­schie­de­nen Pha­sen nach der Erst­kom­mu­ni­on hin zur Vor­be­rei­tung auf das Sakra­ment der Fir­mung begleiten.

Um der Kinder und Jugendlichen willen da sein

Die dar­ge­stell­te Pas­to­ral ist eine Her­aus­for­de­rung an alle Gläu­bi­gen im Bis­tum Pas­sau. Sie ist eine Grund­satz­ent­schei­dung, für die Kin­der und Jugend­li­chen da zu sein und mit ihnen gemein­sam zu han­deln. Aus der je eige­nen Chris­tus­be­zie­hung und aus einer guten Erfah­rung kirch­li­chen Lebens und Mit­ein­an­ders her­aus wol­len wir um der Kin­der und Jugend­li­chen wil­len han­deln und sie an der Erfah­rung der Kir­che teil­neh­men las­sen. Dar­um gestal­ten wir die drei Pha­sen der Beglei­tung, wie sie dar­ge­stellt sind. Das Ernst-Neh­men der Kin­der und Jugend­li­chen als Sub­jek­te des Glau­bens und des kirch­li­chen Lebens ist auch die Vor­aus­set­zung, dass wir die Hoff­nung haben, dass die­se sich Chris­tus ver­bun­den im Glau­ben ent­wi­ckeln kön­nen und selbst-ent­schie­den an der Firm­vor­be­rei­tung ab 15 Jah­ren teil­neh­men wollen.

Firmung ab 16 und die Konsequenzen

Die­sen Weg der Firm­pas­to­ral zu gehen, bedeu­tet, dass eine Fir­mung unter 16 Jah­ren nicht mehr gefei­ert wer­den wird. Auch soll nicht auf Nach­bar­diö­ze­sen zur Fir­mung aus­ge­wi­chen wer­den. Eben­so wird es im Bis­tum Pas­sau kei­ne Schul­fir­mun­gen mehr geben, da die Vor­be­rei­tung und die Fei­er im Rah­men des Pfarr­ver­ban­des gesche­hen soll (oder wo gewünscht: über­pfarr­ver­band­lich).
Alle Betei­lig­ten der Vor­be­rei­tung bit­ten um Ver­ständ­nis, dass der neue Anfang von vor­ne her­ein ent­schie­den und kon­se­quent gegan­gen wird. Der Neu­an­fang benö­tigt alle Kräf­te für eine gute wei­te­re Ent­wick­lung. Es gilt allen zu dan­ken, die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten und Jah­ren und in nächs­ter Zeit an die­sen Ent­wick­lun­gen aktiv teil­ge­nom­men haben und teil­neh­men wer­den. Gott möge es segnen.

Hier wird das Passauer Konzept vorgestellt - Wegmarken

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Passauer Konzept

Ganzheitliche Vorbereitung - ein pastorales Gesamtkonzept in 3 Phasen führt hin zur Firmung ab 16 Jahren. Eine neue Art der Firmvorbereitung, bei der die Kinder und ihre Eltern, ab der Erstkommunion abgeholt und begleitet werden.

Und das sagt Bischof Stefan - "Firmung ab 16" war auch Thema in OSTERFRAGEN!

Ausblick mit Domdekan Dr. Hans Bauernfeind:

Fir­mung ab 16 ist aus jet­zi­ger Sicht eine Her­aus­for­de­rung für das gan­ze Bis­tum. Wenn es aber gelingt, die Kin­der- und Jugend­pas­to­ral in unse­ren Pfarr­ver­bän­den und seel­sorg­li­chen Räu­men zu inten­si­vie­ren und als Kir­che offen zu sein für die Belan­ge der jun­gen Men­schen, dann ist dies alle Mühe wert. Gott sei Dank gibt es auch bereits vie­le gute pas­to­ra­le Ansät­ze und Tätig­kei­ten. Umso wich­ti­ger wird es in Zukunft sein, sich unter­ein­an­der gut zu ver­net­zen – zwi­schen den Pfarr­ver­bän­den, im Deka­nat, mit den Kirch­li­chen Jugend­bü­ros und mit den Fach­re­fe­ra­ten der Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge und Evan­ge­li­sie­rung.

Zudem sol­len auf der Bis­tums-Home­page aus­ge­ar­bei­te­te Model­le für alle drei Pha­sen zugäng­lich gemacht wer­den. Dies war auch der Wunsch der Kon­fe­renz der Deka­ne, des Ordi­na­ri­ats­ra­tes und des Dom­ka­pi­tels.

Es ist schön zu erfah­ren, wie das Gespräch zu Fir­mung ab 16 im Bis­tum Pas­sau an gestal­ten­der Kraft zuge­nom­men hat. Es geht ja nicht nur um Infor­ma­ti­on, son­dern um eine inhalt­lich-ver­tief­te Aus­ein­an­der­set­zung, die für das Glau­bens­le­ben frucht­bar wird. Immer wie­der kommt eine gute Zusam­men­ar­beit von Geweih­ten, Haupt­amt­li­chen und Ehren­amt­li­chen zur Spra­che. Ein sol­ches Mit­ein­an­der in der Kir­che wird sehr gewünscht.
Bei Zusam­men­künf­ten wur­de vor­ge­schla­gen, dass ein künf­ti­ger Firm­s­pen­der sich im Vor­feld mit den Kandidaten/​innen der Fir­mung zum Gespräch tref­fen möge. Dies muss im Vor­feld recht­zei­tig ange­dacht und geplant wer­den.
Eben­so wur­de hin­ge­wie­sen, dass die Finanz­mit­tel vor Ort für even­tu­el­le Aus­ga­ben ein­ge­plant wer­den soll­ten.
Ermu­ti­gend sind die vie­len Gesprä­che, die statt­ge­fun­den haben. Sie sind von der Sor­ge um die jun­gen Men­schen um ihrer selbst wil­len und um ihres Glau­bens wil­len und von Auf­bruch und Hoff­nung geprägt. Der jetzt ab April 2019 vor­lie­gen­de Ent­wurf für einen Weg zu Fir­mung ab 16 ist auch Ergeb­nis der vie­len Gesprä­che. Dies zeigt auch, dass wir mit­ein­an­der im Bis­tum auf dem Weg sind und gemein­sam Hören­de und Ler­nen­de sind. Vie­len Dank dafür. 

Dr. Hans Bau­ern­feind (Dom­de­kan und Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge und Evangelisierung)