Begleiten statt leiten
Darin sehe ich meine Aufgabe als Spiritual für die ständigen Diakone im Bistum Passau. Leitung – das liegt bei denen, die Ausbildung leiten, und letztlich bei jedem Diakon selbst, die eigene Berufung zu leben für Menschen und Kirche.
Von Anderen lernen
Nach Theologiestudium in Passau und Münster trat ich bei den Maristenpatres ein und wurde 1988 zum Priester geweiht. Seitdem hatte ich verschiedene Dienste – in der Pastoral, im Weiterstudium zu einem Doktorat in Leuven, in Exerzitien und Vorträgen in verschiedenen Ländern. Aus Interviews mit Teilnehmern des Zweiten Vatikanischen Konzils lernte ich viel über die Liebe zur Kirche – wie sie ist. In Ländern der jungen Kirche lernte ich viel über Lebendigkeit von Kirche durch Einfachheit, Freude und Aushalten in Bedrängnis.
Bereichernde Aufgaben
Seit 2021 bin ich wieder in Passau, an der Votivkirche, am Maristengymnasium, in der Priesterausbildung, bei den Diakonen, zur Ordensgeschichte und anderen Aufgaben. Ständige Diakone zu erleben ist eine weitere Bereicherung auf meinem Weg: Weihe und Familie.
In den gemeinsamen Abenden, den Gesprächen, den Ausflügen und Liturgien profilierte sich die Berufung zum ständigen Diakon für mich ganz neu. Ja, diese Berufung repräsentiert eine Kerndimension von Kirche – Dienst vor Gott und Dienst am Menschen. Als Marist denke ich an Maria, Inspiration genau für einen solchen Dienst.
Meine Aufgabe als Spiritual ist das personale und inhaltliche Angebot, das geistliche Leben in Ausbildung und Ausübung des Diakonats einzubringen. Gespräche mit mir sind vertraulich und gehen nicht ein in die Prozesse der Ausbildungsbewertung. Während der Ausbildung übernehme ich verschiedene inhaltliche Themen und bin da für die Feier der hl. Messe.
All dies tue ich sehr gerne und bin selbst bereichert, die zu begleiten, die später in Kirche Angebote leiten werden.
Pater Dr. Alois Greiler SM
Foto: Greiler