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Fastenzeit – Österliche Bußzeit
40 Tage vor Ostern beginnt die österliche Bußzeit, die Fastenzeit. Auftakt ist der Aschermittwoch, an dem sich die Gläubigen beim Empfangen des Aschekreuzes an die Vergänglichkeit irdischen Lebens erinnern. Hier auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Fastenzeit und wie sie in Passau und Altötting begangen wird.
Aschermittwoch: Auftakt der Fastenzeit
Der Aschermittwoch (lateinisch Feria quarta cinerum, ‚vierter Tag (Mittwoch) der Asche‘ oder Dies cinerum, ‚Tag der Asche‘, auch Asche(r)tag) läutet alljährlich die Fastenzeit ein. Die Bezeichnung kommt von dem Brauch, an diesem Tag im Gottesdienst die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres zu weihen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen. Die Aschenweihe und der Empfang des Aschenkreuzes (auch Aschekreuzes) gehören zu den heilswirksamen Zeichen, den Sakramentalien und ist schon seit dem 11. Jahrhundert bezeugt. Schon in der Antike und im Alten Testament galt die Asche als Zeichen der Nichtigkeit und Vergänglichkeit. Neben dem Karfreitag ist der Aschermittwoch der einzige vorgeschriebene strenge Fastentag in der katholischen Kirche, an dem sich der Gläubige gemäß der kirchlichen Bußpraxis nur einmal sattessen und auf Fleischspeisen verzichten soll.
„Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst.”
Fastenzeit: 40-tägige Bußzeit
Viele Christinnen und Christen beginnen am Aschermittwoch zeichenhaft und ganz bewusst ihre Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern. Diese Vorbereitungszeit, auch „österliche Bußzeit“ genannt, auf das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten dauert alljährlich genau 40 Tage und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Mt 4,2 EU). Sie hat eine noch längere Tradition als der Aschermittwoch und war bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts bekannt. Ursprünglich hatten die Gläubigen in diesen Wochen vor Ostern auf Fleischspeisen und Wein verzichtet, später dann auch auf Milch, Butter, Käse und Eier, und sich zudem mit einer Mahlzeit am Abend begnügt, wobei der Sonntag als Fasttag ausgenommen war.
Aschermittwoch in Altötting
In Altötting steht am Aschermittwoch gleich zu Beginn der österlichen Bußzeit die Gnadenmutter im Zentrum. Wenn der Mensch an seine Vergänglichkeit durch die Aschenkreuzauflegung erinnert wird, wenden sich die Gläubigen hier mit dem traditionellen sogenannten „Gnadenbildkuss“ ganz besonders der Gottesmutter zu. Heute wird zum Schutz des Gnadenbilds allerdings auf das Berühren oder Küssen der empfindlichen Schwarzen Madonna verzichtet. Seit Jahren findet daher eine Gnadenbildverehrung statt.
Der Aschermittwoch folgt hier einem traditionellen Ritus. Nach der Heiligen Messe um 9 Uhr in der Gnadenkapelle überträgt Stadtpfarrer Klaus Metzl die Marienstatue um 9.45 Uhr in die Klosterkirche St. Magdalena. Um 10 Uhr wird dann Gottesdienst gefeiert und im Anschluss daran besteht von 11 bis 15 Uhr Möglichkeit zur Gnadenbildverehrung. Nach der Feier einer weiteren Heiligen Messe um 15 Uhr wird die Schwarze Madonna in die Gnadenkapelle zurückgeführt. Die Möglichkeit der Aschenauflegung besteht bei den Heiligen Messen und während der Gnadenbildverehrung.
Aschermittwoch mit Bischof Oster in Passau
Auch in Passau wird der Aschermittwoch alljährlich nach einer festen Tradition gefeiert. Abends, traditionell um 18 Uhr, zelebriert Bischof Stefan Oster SDB ein Pontifikalamt im Stephansdom. Bei diesem Gottesdienst steht auch hier die Zeremonie der Aschekreuzauflegung im Mittelpunkt der Liturgie. So zeichnen der Bischof und weitere Geistliche den Gläubigen mit Asche das Kreuz auf die Stirn mit den Worten: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst.“
Elemente der Fastenzeit
Inhaltlich geprägt sind die Wochen vor Ostern durch die Taufvorbereitung und Erneuerung des Taufversprechens. Durch Gebet, Umkehr und Buße sollen die Gläubigen außerdem ihrem Leben einen neuen Sinn geben. Äußerlich deutlich wird der Bußcharakter der Fastenzeit ganz besonders auch in den Kirchen und Gottesdiensten. Der Blumenschmuck wird in dieser Zeit vielerorts reduziert. Und die Priester und Ministranten tragen violette Gewänder – die Farbe der österlichen Bußzeit. In den Gottesdiensten selbst entfallen die feierlichen Gloria- und Hallelujagesänge. Und neben den Messfeiern werden zudem Buß- und Kreuzwegandachten angeboten. Vielerorts kommen Gläubige zu meditativen Veranstaltungen zusammen.
Eine soziale Dimension erhält die Fastenzeit durch die Einschränkung von Konsum und die Beteiligung an Hilfsaktionen für die Armen in aller Welt. So findet in diesen Wochen vor Ostern die zentrale Jahresaktion des Hilfswerkes Misereor statt. Die Fastenaktion steht jedes Jahr unter einem anderen Leitwort und rückt damit ein Land des globalen Südens und ausgewählte Projektpartner Misereors in den Fokus.
Fastenzeit und Ostern
Höhepunkt im Kirchenjahr ist das Osterfest, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, auf das wir uns in der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern vorbereiten. Alle Hintergründe zu Ostern, der Karwoche davor und der darauffolgenden Oster-Trilogie mit Videos, Podcasts und vielen Tipps für ein festliches Ostern finden Sie hier: