OPENING
Pfingsten ist mehr als ein vergangenes Ereignis. Es ist die Erinnerung daran, dass Kirche nie aus eigener Kraft lebt. Der Heilige Geist schenkt den Jüngern den Mut, hinauszugehen, unterschiedliche Sprachen zu sprechen und Menschen im Herzen zu erreichen. Begeisterung entsteht dort, wo der Glaube lebendig wird und Menschen neu erfahren: Gott wirkt mitten unter uns.
Gerade heute stellt uns das vor Fragen. Wir erleben eine Kirche, die vielerorts gut organisiert und strukturell abgesichert ist – und doch oft an innerer Dynamik verliert. Gleichzeitig sehen wir weltweit: Dort, wo Kirche unter Druck steht, wo Menschen aus echter Sehnsucht heraus glauben, wächst sie. Vielleicht ist das eine unbequeme Anfrage an uns selbst. Worum geht es uns wirklich? Um den Erhalt von Strukturen, um Einfluss und Zuständigkeiten – oder um die Sendung Jesu Christi?
Auch wir Diakone stehen mitten in diesen Spannungen. Zwischen Organisation und Verkündigung. Zwischen Verantwortung und geistlichem Dienst. Zwischen Erwartungen und echter Hingabe. Die Kirche braucht gerade in der heutigen Zeit Menschen, die dienen, zuhören, Brücken bauen und den Glauben glaubwürdig leben und das nahe an den Menschen!
Pfingsten erinnert uns daran: Kirche wird nicht zuerst durch Konzepte erneuert, sondern durch offene Herzen. Durch Menschen, die sich vom Geist Gottes bewegen lassen.
So beten wir:
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unsere Herzen.
Öffne die Herzen der Menschen, die deine Nähe brauchen.
Schenke uns den Mut, erfrischt vom Heiligen Geist für die Botschaft Jesu zu brennen – ehrlich, demütig und voller Hoffnung.
Denn Kirche lebt dort, wo Menschen sich von und in deinem Geist senden lassen.
Nikolaus Pfeiffer
Diakon im Bischöflichen Jugendamt / Pastoralen Raum Neuötting
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