Foto: Niederbayern TV
Mit einem feierlichen Gottesdienst im Passauer Stephansdom mit Bischof Stefan Oster SDB wurde die zehnte Maria-Hilf-Woche des Bistums Passau beendet. Die Abschlussliturgie wurde live in TV und Internet ausgestrahlt und stand unter dem Motto „Das große Glaubensbekenntnis“.
Mit einem live in TV und Internet übertragenen Gottesdienst mit Bischof Stefan Oster wurde der Höhepunkt der zehnten Maria-Hilf-Woche im Passauer Stephansdom gefeiert. Die Jubiläums-Maria-Hilf-Woche ist damit abgeschlossen mit Veranstaltungen wie dem Segnungsgottesdienst, dem Tag der Besuchsdienste, dem Schlools‘ Day, den Tagen der Ordens- sowie Priester- und Diakonenjubilare und Marienandachten. Viele Gläubige, Geistliche und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche von Passau haben auch heuer wieder an der Festwoche vom 27. Juni bis 6. Juli teilgenommen und damit der Gottesmutter Maria ihre Ehre erwiesen.
Das Motto der Abschlussliturgie „Das große Glaubensbekenntnis“ wurde ganz bewusst gewählt. Ihm kommt im vom verstorbenen Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr 2025 „Pilger der Hoffnung“ eine besondere Bedeutung zu. Hintergrund ist das für das Christentum wegweisende Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr., also vor genau 1.700 Jahren. Zentral war hier die Frage, wie sich die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus denken lässt mit dem Ergebnis, dass Gottvater und Christus wesensgleich sind. Darauf verwies auch Josef Duschl, der liturgische Leiter der Messe, eingangs bei seiner Begrüßung. „Das Konzil verhalf der katholischen Kirche, das Verständnis von Christus als wahrem Gott und wahrem Menschen zu vertiefen.“ Das Glaubensbekenntnis, das dort formuliert wurde, ist bis heute die Grundlage des christlichen Glaubens, so Bischof Stefan Oster eingangs bei seiner Begrüßung. „Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich! Was verändert das für Menschen? Für manchen gar nichts und für manche alles.“ Durch die Taufe seien wir schließlich Kinder Gottes und Teil der Gottesfamilie.
Wie Christus toxische Beziehungen heilen kann – Predigt
In seiner Predigt ging der Bischof auf die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses in der heutigen Zeit ein. Vor diesem Hintergrund nannte er zuerst den in den Medien viel verwendeten Begriff „toxisch“, beispielsweise im Kontext von toxischen Beziehungen. „Was mich beschäftigt, ist, dass das tatsächlich ein Begriff ist, der etwas von dem beschreibt, was wir als Menschen aus einem Heilszustand verloren haben, sodass wir erlösungsbedürftig geworden sind.“ Christus wolle uns heilen, gerade weil wir als Menschen dazu neigen, in toxischen Beziehungen zu leben, so der Bischof. Um „heile“ Beziehungen leben zu können, bräuchten wir die Heilserfahrung durch Christus, der uns Frieden schenke. „Er ist in seiner Fähigkeit zu lieben ganz frei und in seiner Fähigkeit loszulassen ganz frei. Warum? Weil er ganz aus dem Vater lebt.“
Die Predigt auf YouTube zum Nachschauen
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So stehe es auch im großen Glaubensbekenntnis, welches das Konzil von Nicäa formuliert habe, erklärte er. „Gott hat Jesus nicht gemacht, sondern er ist zutiefst vor aller Zeit aus ihm geboren, gezeugt. Er ist Gott von Gott.“ Und wer in Jesus sei, mache eine Art Neugeburtserfahrung, so der Bischof. „Wenn ich eine Erfahrung machen könnte, dass ich auch von Gott geboren bin und gezeugt bin, dann kann ich viel mehr freigeben, freilassen, Frieden bringen und weniger toxische Beziehungen leben, weil ich in ihm gründe, weil ich in ihm zu Hause bin.“ Dann würden wir auch lernen, das Glaubensbekenntnis aus dem Herzen zu sprechen. Im Glauben gefestigte Menschen seien gefestigter in einer Welt, die durchaus auch grausam sein könne. „Gerade dann“, betonte er, würden diese Menschen auf Christus vertrauen. „Das mit dem Herzen zu beten, uns immer mehr dem Herrn zu überlassen im Vertrauen, dass er uns alles gibt, was wir zu diesem und zum ewigen Leben brauchen, das wünsche ich uns von Herzen. Amen.“
Die Predigt als Podcast auf SoundCloud
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Während der Liturgie haben auch Gläubige aus dem Bistum persönlich von ihrem Glauben erzählt. Ihre Zeugnisse haben dazu eingeladen, über das eigene Glaubensleben nachzudenken und es vielleicht neu und tiefer zu bekennen. Diese Einladung galt auch jenen, die den Gottesdienst nicht persönlich vor Ort mitfeiern konnten, die Liturgie dafür aber via Liveübertragung in TV und Internet miterlebt haben. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Vokalensemble CAPELLA CATHEDRALIS unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger und Domorganist Ludwig Ruckdeschel.



