Foto: Simona Kehl
Frauenseelsorge
Mutter, Ehefrau, Partnerin, Tochter, Oma, Freundin, Arbeitnehmerin, Ehrenamtliche – diese Auflistung könnte sich noch lange fortführen lassen. Eine Frau hat heute viele „Rollen“ und muss immer wieder aufs Neue die Herausforderungen des Alltags meistern. Dabei unterstützen wir Sie.
Was wir tun
Die Lebenswirklichkeiten von Frauen sind der Ausgangspunkt für die Arbeit der Frauenseelsorge im Bistum Passau. Sie versteht sich als Angebot für Lebens- und Glaubensbegleitung von Frauen in ihren vielfältigen Rollen, in freudigen, hoffnungsvollen, aber auch krisenhaften Lebenssituationen. Diese Lebenswirklichkeiten sollen mit der Grundbotschaft unseres Glaubens verknüpft werden: Gott wendet sich uns Menschen zu, befreit und ermutigt uns, als seine geliebten Töchter unser Leben zu gestalten.
So erreichen Sie uns
Referat Frauen
Domplatz 7
94032 Passau
Telefon: 0851 393‑5211
E‑Mail: referat.frauen@bistum-passau.de
Unsere Bürozeiten
Montag: 13:00 — 16:00 Uhr
Dienstag: nach Vereinbarung
Mittwoch: nach Vereinbarung
Donnerstag: 08:00 — 12:00 Uhr
Frauenpilgerreise vom 18. ‑23. Oktober 2026
Auf den Spuren großer Frauen in Sachsen Anhalt
Gertrud von Helfta, Gertrud von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg, diese drei großen Mystikerinnen lebten im 14. Jahrhundert mindestens ein Jahrzehnt zusammen im Kloster Helfta. Sie wurden mit ihren Glaubenserfahrungen und ihrer gelebten Spiritualität zu Wegweiserinnen für das Leben von vielen Frauen. Inspiriert von diesen Powerfrauen machten sich 27 Frauen, vorwiegend aus dem Bistum Passau auf nach Sachsen-Anhalt und ließen sich ein auf die Herzensspiritualität dieser großen Mystikerinnen.
Organisiert wurde die Reise vom Bayrischen Pilgerbüro in Kooperation mit der Frauenseelsorge und dem KDFB-Diözesanverband Passau. Die Reiseleitung hatte Frau Hildegard Weileder-Wurm, als Geistliche Begleitung war Dr. Hildegard Gosebrink, Leiterin der Arbeitsstelle Frauenseelsorge der Freisinger Bischofskonferenz.
Die Reise startete von Passau, über Regensburg, Hof und Halle nach Halberstadt. Hier erwartete uns die Liebfrauenkirche mit ihren prächtigen Chorschranken, sowie der gotische Dom. Weiter ging es zu unserem ersten Übernachtungsort, dem Kloster Drübeck, ein ehemaliges Benediktinnerinnenkloster mit seiner herrlichen Basilika aus dem Jahr 1004.
Am Tag 2 machten wir uns auf den Weg verschiedene Schätze der Romanik zu besichtigen: Gernrode mit der Stiftskirche St. Cyriakus und Wernigerode, eine herrliche Fachwerkstadt im nördlichen Harz.
Tag 3 führte in das malerische Quedlinburg mit seiner Stiftskirche St. Servati, ein einzigartiger Sakralbau im hochromanischen Stil. Anschließende ging die Fahrt nach Magdeburg, wo wir im sog, Roncalli-Haus (Name von Papst Johannes XXIII) unsere Herberge fanden. Der imposante Dom St. Mauritius und St. Katharina mit der Grablege des Kaisers Otto I. und seiner Gemahlin Editha hieß uns willkommen. Der Dom präsentierte viele Frauen, die für die Frauengeschichte Magdeburgs wichtig waren: Editha, Katharina, Elisabeth, Hedwig, Maria, Anna Selbtritt, Kunigunde und Adelheid. „Da zog ich um der Liebe Gottes willen in die Stadt,“ schrieb Mechthild 1230 und stellte sich als Begine an die Seite derer, die von der Armut in der Stadt erdrückt zu werden drohten. Sie kritisierte die Kirchenleitung, nennt die Domherren von Magdeburg „Böcke…, weil ihr Fleisch vor Unkeuschheit stinkt in der ewigen Wahrheit vor seiner Heiligen Dreifaltigkeit“.1250 begann Mechthild ihr Buch „Das fließende Licht der Gottheit“, in dem sie ihre Visionen aufschreibt. Unter Todesangst entfloh Mechthild 1260 dem lebensbedrohlichen Streit mit den Domherren von Magdeburg und fand Aufnahme im Frauenkloster Helfta im Mansfelder Land.
Tag 4 besichtigten wir das ehemalige Kloster Jerichow, ein architektonisches Juwel als ältestes Backsteingebäude nördlich der Alpen. Ein Klostergarten mit zahlreichen biblischen Pflanzen erfreute die Gemüter. Nachmittags stand ein Besuch in der ehemaligen Kaiser- und Hansestadt Tangermünde an der Elbe an. Es wurde die Kirche St. Stephan besichtigt und ein Rundgang führte uns durch das Städtchen im Stil der Backsteingotik.
Tag 5 führte nach Eisleben, der Geburts- und Sterbestadt Martin Luthers und zum Kloster Helfta. Es wurde Luthers Taufkirche, sowie die Kirche St. Anna mit einer beeindruckenden Steinbibel besucht. Im Kloster Helfta begegneten die Pilgerinnen den Frauenmystikerinnen Gertrud von Helfta, Gertrud von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg. Gertrud von Helfta (1256 ‑1302) war eine visionäre Mystikerin und hochgebildete Frau. Mit Leib und Seele eine Seelsorgerin, stellte sie sich in den Dienst der Menschen, die damals im Kloster Helfta Beistand suchten. In ihren vielfältigen Werken, u.a. ein Exerzitienbuch für Frauen machte sie sich dem Geheimnis des Lebens auf die Spur.
Tag 6 hieß es Abschied nehmen. Auf dem Weg in Richtung Heimat gab es noch einen Stopp in der siebentürmigen Stadt Naumburg. Hier erwartete uns eine Führung durch die Domkirche St. Peter und Paul mit ihren zwölf Stifterfiguren aus dem Jahr 1250, darunter die beeindruckende Figur der Uta von Naumburg.
Neben dem ansprechenden, kulturellen Programm mit wertvollen Informationen zu den Städten und Sehenswürdigkeiten machten auch die theologischen Impulse diese Reise so besonders. Geistliche Begleiterin Dr. Hildegard Gosebrink hatte für jeden Tag Einheiten vorbereitet, die zum Thema Stiftsfrauen, Klosterfrauen, Beginen und Mystikerinnen informierten. Authentische Texte von Gertrud von Helfta und Mechthild von Magdeburg wurden betrachtet und gebetet. Reisebegleiterin Hildegard Weileder-Wurm lud die Pilgerinnen zum täglichen Morgen- und Abendlob in einer Kirche nahe der Unterkunft ein. Unvergesslich das meditative Schreiten mit Lobgesängen durch das begehbare Labyrinth aus Heilkräutern und Weidengeflechten im Garten von Kloster Helfta.
Hildegard Weileder-Wurm
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