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Frauenseelsorge

Mutter, Ehefrau, Partnerin, Tochter, Oma, Freundin, Arbeitnehmerin, Ehrenamtliche – diese Auflistung könnte sich noch lange fortführen lassen. Eine Frau hat heute viele „Rollen“ und muss immer wieder aufs Neue die Herausforderungen des Alltags meistern. Dabei unterstützen wir Sie.

Was wir tun

Die Lebens­wirk­lich­kei­ten von Frau­en sind der Aus­gangs­punkt für die Arbeit der Frau­en­seel­sor­ge im Bis­tum Pas­sau. Sie ver­steht sich als Ange­bot für Lebens- und Glau­bens­be­glei­tung von Frau­en in ihren viel­fäl­ti­gen Rol­len, in freu­di­gen, hoff­nungs­vol­len, aber auch kri­sen­haf­ten Lebens­si­tua­tio­nen. Die­se Lebens­wirk­lich­kei­ten sol­len mit der Grund­bot­schaft unse­res Glau­bens ver­knüpft wer­den: Gott wen­det sich uns Men­schen zu, befreit und ermu­tigt uns, als sei­ne gelieb­ten Töch­ter unser Leben zu gestalten.

So erreichen Sie uns

Refe­rat Frau­en
Dom­platz 7
94032 Pas­sau

Tele­fon: 0851 393‑5211
E‑Mail: referat.​frauen@​bistum-​passau.​de

Unsere Bürozeiten

Mon­tag: 13:00 — 16:00 Uhr
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Frau­en­pil­ger­rei­se vom 18. ‑23. Okto­ber 2026

Auf den Spu­ren gro­ßer Frau­en in Sach­sen Anhalt

Ger­trud von Helfta, Ger­trud von Hacke­born und Mecht­hild von Mag­de­burg, die­se drei gro­ßen Mys­ti­ke­rin­nen leb­ten im 14. Jahr­hun­dert min­des­tens ein Jahr­zehnt zusam­men im Klos­ter Helfta. Sie wur­den mit ihren Glau­bens­er­fah­run­gen und ihrer geleb­ten Spi­ri­tua­li­tät zu Weg­wei­se­rin­nen für das Leben von vie­len Frau­en. Inspi­riert von die­sen Power­frau­en mach­ten sich 27 Frau­en, vor­wie­gend aus dem Bis­tum Pas­sau auf nach Sach­sen-Anhalt und lie­ßen sich ein auf die Her­zens­spi­ri­tua­li­tät die­ser gro­ßen Mystikerinnen.

Orga­ni­siert wur­de die Rei­se vom Bay­ri­schen Pil­ger­bü­ro in Koope­ra­ti­on mit der Frau­en­seel­sor­ge und dem KDFB-Diö­ze­san­ver­band Pas­sau. Die Rei­se­lei­tung hat­te Frau Hil­de­gard Wei­le­der-Wurm, als Geist­li­che Beglei­tung war Dr. Hil­de­gard Gose­brink, Lei­te­rin der Arbeits­stel­le Frau­en­seel­sor­ge der Frei­sin­ger Bischofskonferenz.

Die Rei­se star­te­te von Pas­sau, über Regens­burg, Hof und Hal­le nach Hal­ber­stadt. Hier erwar­te­te uns die Lieb­frau­en­kir­che mit ihren präch­ti­gen Chor­schran­ken, sowie der goti­sche Dom. Wei­ter ging es zu unse­rem ers­ten Über­nach­tungs­ort, dem Klos­ter Drü­beck, ein ehe­ma­li­ges Bene­dik­tin­ne­rin­nen­klos­ter mit sei­ner herr­li­chen Basi­li­ka aus dem Jahr 1004. 

Am Tag 2 mach­ten wir uns auf den Weg ver­schie­de­ne Schät­ze der Roma­nik zu besich­ti­gen: Gern­ro­de mit der Stifts­kir­che St. Cyria­kus und Wer­ni­ge­ro­de, eine herr­li­che Fach­werk­stadt im nörd­li­chen Harz.

Tag 3 führ­te in das male­ri­sche Qued­lin­burg mit sei­ner Stifts­kir­che St. Ser­va­ti, ein ein­zig­ar­ti­ger Sakral­bau im hoch­ro­ma­ni­schen Stil. Anschlie­ßen­de ging die Fahrt nach Mag­de­burg, wo wir im sog, Ron­cal­li-Haus (Name von Papst Johan­nes XXIII) unse­re Her­ber­ge fan­den. Der impo­san­te Dom St. Mau­ri­ti­us und St. Katha­ri­na mit der Grab­le­ge des Kai­sers Otto I. und sei­ner Gemah­lin Edi­tha hieß uns will­kom­men. Der Dom prä­sen­tier­te vie­le Frau­en, die für die Frau­en­ge­schich­te Mag­de­burgs wich­tig waren: Edi­tha, Katha­ri­na, Eli­sa­beth, Hed­wig, Maria, Anna Selb­tritt, Kuni­gun­de und Adel­heid. ​„Da zog ich um der Lie­be Got­tes wil­len in die Stadt,“ schrieb Mecht­hild 1230 und stell­te sich als Begi­ne an die Sei­te derer, die von der Armut in der Stadt erdrückt zu wer­den droh­ten. Sie kri­ti­sier­te die Kir­chen­lei­tung, nennt die Dom­her­ren von Mag­de­burg ​„Böcke…, weil ihr Fleisch vor Unkeusch­heit stinkt in der ewi­gen Wahr­heit vor sei­ner Hei­li­gen Dreifaltigkeit“.1250 begann Mecht­hild ihr Buch ​„Das flie­ßen­de Licht der Gott­heit“, in dem sie ihre Visio­nen auf­schreibt. Unter Todes­angst ent­floh Mecht­hild 1260 dem lebens­be­droh­li­chen Streit mit den Dom­her­ren von Mag­de­burg und fand Auf­nah­me im Frau­en­klos­ter Helfta im Mans­fel­der Land.

Tag 4 besich­tig­ten wir das ehe­ma­li­ge Klos­ter Jeri­chow, ein archi­tek­to­ni­sches Juwel als ältes­tes Back­stein­ge­bäu­de nörd­lich der Alpen. Ein Klos­ter­gar­ten mit zahl­rei­chen bibli­schen Pflan­zen erfreu­te die Gemü­ter. Nach­mit­tags stand ein Besuch in der ehe­ma­li­gen Kai­ser- und Han­se­stadt Tan­ger­mün­de an der Elbe an. Es wur­de die Kir­che St. Ste­phan besich­tigt und ein Rund­gang führ­te uns durch das Städt­chen im Stil der Backsteingotik.

Tag 5 führ­te nach Eis­le­ben, der Geburts- und Ster­be­stadt Mar­tin Luthers und zum Klos­ter Helfta. Es wur­de Luthers Tauf­kir­che, sowie die Kir­che St. Anna mit einer beein­dru­cken­den Stein­bi­bel besucht. Im Klos­ter Helfta begeg­ne­ten die Pil­ge­rin­nen den Frau­en­mys­ti­ke­rin­nen Ger­trud von Helfta, Ger­trud von Hacke­born und Mecht­hild von Mag­de­burg. Ger­trud von Helfta (1256 ‑1302) war eine visio­nä­re Mys­ti­ke­rin und hoch­ge­bil­de­te Frau. Mit Leib und See­le eine Seel­sor­ge­rin, stell­te sie sich in den Dienst der Men­schen, die damals im Klos­ter Helfta Bei­stand such­ten. In ihren viel­fäl­ti­gen Wer­ken, u.a. ein Exer­zi­ti­en­buch für Frau­en mach­te sie sich dem Geheim­nis des Lebens auf die Spur.

Tag 6 hieß es Abschied neh­men. Auf dem Weg in Rich­tung Hei­mat gab es noch einen Stopp in der sie­ben­tür­mi­gen Stadt Naum­burg. Hier erwar­te­te uns eine Füh­rung durch die Dom­kir­che St. Peter und Paul mit ihren zwölf Stif­ter­fi­gu­ren aus dem Jahr 1250, dar­un­ter die beein­dru­cken­de Figur der Uta von Naumburg.

Neben dem anspre­chen­den, kul­tu­rel­len Pro­gramm mit wert­vol­len Infor­ma­tio­nen zu den Städ­ten und Sehens­wür­dig­kei­ten mach­ten auch die theo­lo­gi­schen Impul­se die­se Rei­se so beson­ders. Geist­li­che Beglei­te­rin Dr. Hil­de­gard Gose­brink hat­te für jeden Tag Ein­hei­ten vor­be­rei­tet, die zum The­ma Stifts­frau­en, Klos­ter­frau­en, Begi­nen und Mys­ti­ke­rin­nen infor­mier­ten. Authen­ti­sche Tex­te von Ger­trud von Helfta und Mecht­hild von Mag­de­burg wur­den betrach­tet und gebe­tet. Rei­se­be­glei­te­rin Hil­de­gard Wei­le­der-Wurm lud die Pil­ge­rin­nen zum täg­li­chen Mor­gen- und Abend­lob in einer Kir­che nahe der Unter­kunft ein. Unver­gess­lich das medi­ta­ti­ve Schrei­ten mit Lob­ge­sän­gen durch das begeh­ba­re Laby­rinth aus Heil­kräu­tern und Wei­den­ge­flech­ten im Gar­ten von Klos­ter Helfta. 

Hil­de­gard Weileder-Wurm

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