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20181029_Jugendliche_1850 info-icon-20px Foto: Simona Kehl / pbp

Prävention

"Augen auf – hinsehen & schützen.“ So lauten die Leitprinzipien für die Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen in der katholischen Kirche in Deutschland.

Das Bis­tum Pas­sau führt seit 2010 inten­si­ve Prä­ven­ti­ons­ar­beit durch, um sexua­li­sier­ter Gewalt vor­zu­beu­gen. Die Maß­nah­men in der Prä­ven­ti­ons­ar­beit beinhal­ten drei Aspekte:

  • Vor­beu­gen und ver­min­dern (Pri­mär­prä­ven­ti­on)
  • Frü­hes erken­nen und beglei­ten (Sekun­där­prä­ven­ti­on)
  • Redu­zie­ren von Fol­ge­schä­den (Ter­tiärprä­ven­ti­on)

Als uner­läss­lich für die Prä­ven­ti­ons­ar­beit ist es, die Zusam­men­ar­beit par­ti­zi­pa­tiv mit allen rele­van­ten Per­so­nen und Grup­pen zu gestal­ten. Hier­zu gehö­ren nicht nur haupt- und ehren­amt­lich Täti­ge, son­dern vor allem Kin­der, Jugend­li­che und schutz- oder hil­fe­be­dürf­ti­ge Erwachsene.

Ins­be­son­de­re Betrof­fe­ne von sexua­li­sier­ter Gewalt haben ein Recht auf Betei­li­gung. Die­se Prä­ven­ti­ons­ar­beit bezieht alle Per­so­nen und Grup­pen mit ein: Neben den Haupt und Ehren­amt­li­chen gehö­ren ins­be­son­de­re Kin­der, Jugend­li­che und schutz- oder hil­fe­be­dürf­ti­ge Erwach­se­ne , Eltern und Leh­rer, aber auch Seel­sor­ger wie Pries­ter, Dia­ko­ne, Pas­to­ral- und Gemein­de­re­fe­ren­ten sowie die vie­len ehren­amt­li­chen Ver­ant­wort­li­chen in der Kin­der- und Jugend(verbands)arbeit.

Präventionsschulungen im Bistum Passau - so läuft's!

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Hier finden Sie einen weiteren Artikel - die neue Präventionsbeauftrage im Interview:

Unse­re gemein­sa­me Auf­ga­be ist eine Kul­tur der Achtsamkeit

Beson­ders wich­tig beim The­ma Prä­ven­ti­on ist es sich mit den eige­nen Gren­zen und den Gren­zen ande­rer aus­ein­an­der zu set­zen, da die­se immer sub­jek­tiv emp­fun­den und unter­schied­lich erlebt wer­den. Ein Sen­si­bel­wer­den für ein ange­mes­se­nes Ver­hält­nis von Nähe und Distanz ist ein wei­te­rer Grund­stein für die Präventionsarbeit.

Ziel ist es somit durch eine kon­struk­ti­ve, flä­chen­de­cken­de Prä­ven­ti­ons­ar­beit im Bis­tum Pas­sau die Mög­lich­keit von sexu­el­lem Miss­brauch an Kin­dern, Jugend­li­chen und (schutz­be­foh­le­nen) Erwach­se­nen zu mini­mie­ren und eine Kul­tur der Acht­sam­keit zu schaf­fen, in wir alle gut und geschützt leben können.

Fragen zum Thema? Wenden Sie sich jederzeit an den Präventionsbeauftragten im Bistum Passau

429 A8973 2

Bettina Sturm

Präventionsbeauftragte

Florian Weber

Florian Weber

Referent in der Präventionsarbeit

Teambild

Susanne Zauner

Sachbearbeitung Erweiterte Führungszeugnisse

429 A9294 Team

Stephanie Unfried

Sachbearbeitung Präventionsschulungen

Hier finden Sie ein Video zur Präventionsarbeit im Bistum Passau:

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Wir über uns

Hier fin­den Sie Infor­ma­tio­nen über die Koor­di­nie­rungs­stel­le Prä­ven­ti­on gegen sexua­li­sier­te Gewalt im Bis­tum Pas­sau, über unse­re Auf­ga­ben und uns selbst.

Diözesanbeauftragter für Prävention - Koordinationsstelle für Prävention von sexualisierter Gewalt

Der Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­te unter­stützt und ver­netzt die diö­ze­sa­nen Akti­vi­tä­ten zur Prä­ven­ti­on von sexua­li­sier­ter Gewalt an Kin­dern, Jugend­li­chen und erwach­se­nen Schutz­be­foh­le­nen. Neben der Fach­be­ra­tung von Prä­ven­ti­ons­pro­jek­ten und Infor­ma­ti­ons- und Vor­trags­an­ge­bo­ten vor allem im Aus- und Wei­ter­bil­dungs­be­reich gehö­ren zu ihren Auf­ga­ben auch die Wei­ter­ent­wick­lung von ver­bind­li­chen Qua­li­täts­stan­dards in der Präventionsarbeit. 

Er sorgt dafür, dass die bei­den Zie­le der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz zur Prä­ven­ti­on zur Umset­zung gelangen:

  1. Ent­wick­lung einer neu­en Kul­tur des acht­sa­men Miteinanders 
  2. Ent­wick­lung von trans­pa­ren­ten, nach­voll­zieh­ba­ren, kon­trol­lier­ba­ren und eva­lu­ier­ba­ren Struk­tu­ren und Pro­zes­sen zur Prä­ven­ti­on von sexua­li­sier­ter Gewalt

Ziel eins: Ent­wick­lung einer neu­en Kul­tur des acht­sa­men Mit­ein­an­ders

Eine neue Kul­tur des acht­sa­men Mit­ein­an­ders zu ent­wi­ckeln ist ein kir­chen­in­ter­ner Ver­än­de­rungs­pro­zess. Zum einen mit Min­der­jäh­ri­gen und erwach­se­nen Schutz­be­foh­le­nen, zum ande­ren inner­halb aller, die in der Diö­ze­se mit­ein­an­der arbei­ten und zu tun haben. Sei es ehren­amt­lich oder hauptamtlich.

Die Deut­schen Bischö­fe defi­nie­ren eine neue Kul­tur der Acht­sam­keit wie folgt:

Eine Kul­tur der Achtsamkeit

  • … ist mehr als nur iso­lier­te Maßnahmen
  • … bedeu­tet ein Umden­ken im Umgang mit Kin­dern und Jugend­li­chen und erwach­se­nen Schutzbefohlenen
  • … bedeu­tet ein Umden­ken im Umgang mit allen Ver­ant­wort­li­chen in unse­rer Kir­che und mit uns selbst
  • … besteht aus gemein­sa­men Über­zeu­gun­gen, Wer­ten und Regeln, die in tief emp­fun­de­nen Gefüh­len der Bil­li­gung oder Miss­bil­li­gung ver­an­kert sind
  • … ist getra­gen von Fach­wis­sen und Feedbackkultur
  • … lässt neue Gewohn­hei­ten ent­ste­hen, die gemein­sam gelebt werden
  • … bedeu­tet zurück­tre­ten von gewohn­ten Denk­mus­tern und Wahr­neh­mungs­fil­tern mit Ein­neh­men einer Weit­win­kel­sicht“
  • … bedeu­tet ande­res Han­deln: Hin­se­hen und nicht weg­schau­en, hand­lungs­fä­hig sein und Zivil­cou­ra­ge zei­gen und fördern
  • … hilft, eine siche­re Umge­bung für Kin­der und Jugend­li­che oder erwach­se­ne Schutz­be­foh­le­ne aufzubauen
  • … bedeu­tet fein­füh­li­ger wer­den, wie Rech­te von Kin­dern und Jugend­li­chen oder erwach­se­nen Schutz­be­foh­le­nen und deren Par­ti­zi­pa­ti­on in den Mit­tel­punkt gestellt wer­den können

Acht­sam­keit, so die Deut­schen Bischö­fe, beginnt im Umgang mit sich selbst. Das heißt, Acht­sam­keit beginnt damit, auf­merk­sa­mer mit sich selbst umzu­ge­hen. Mit eige­nen Gefüh­len, mit Ideen und Kri­tik, mit Trans­pa­renz und Zusam­men­ar­beit. Das bedeu­tet, die eige­nen Gefüh­le bes­ser wahr­zu­neh­men, kri­ti­sche Impul­se zuzu­las­sen und im eige­nen Han­deln Trans­pa­renz und Par­ti­zi­pa­ti­on umzu­set­zen. Dies kann erleich­tern und das eige­ne Han­deln bereichern.

Der Begriff der Acht­sam­keit ist ein zutiefst spi­ri­tu­el­ler Begriff, der in allen Reli­gio­nen behei­ma­tet ist. Der Wert des Begriffs fin­det sich seit Jahr­hun­der­ten im Umgang mit ande­ren Men­schen, Schöp­fung sowie mit sich selbst. Mit Acht­sam­keit ist eine Grund­hal­tung gemeint, die wir als Chris­ten im Beson­de­ren mit dem leben­di­gen Gott in Ver­bin­dung brin­gen. Aus christ­li­cher Sicht ist die Acht­sam­keit ein Begriff, der durch die Fröm­mig­keits­ge­schich­te geprägt ist. 

Acht­sam­keit hat wesent­lich mit Gebet, mit Barm­her­zig­keit und wert­schät­zen­der Begeg­nung mit dem Nächs­ten und mit Gott zu tun. 

Acht­sam­keit als Hal­tung ist eine der Kern­auf­ga­ben der Prä­ven­ti­on gegen sexua­li­sier­te Gewalt an Min­der­jäh­ri­gen oder erwach­se­nen Schutz­be­foh­le­nen, weil dadurch eine hohe Sen­si­bi­li­tät im Mit­ein­an­der geför­dert wird. Die­se zeigt sich u.a. in einem gesun­den Nähe-Distanz-Ver­hält­nis, in einer posi­ti­ven Anwen­dung von Macht und in einem mit akzep­tier­ten Gren­zen gestal­te­ten Leben.

Ziel zwei: Ent­wick­lung von trans­pa­ren­ten, nach­voll­zieh­ba­ren, kon­trol­lier­ba­ren und eva­lu­ier­ba­ren Struk­tu­ren und Pro­zes­sen zur Prä­ven­ti­on sexua­li­sier­ter Gewalt

Die Deut­schen Bischö­fe legen mit der Umset­zung eines insti­tu­tio­nel­len Schutz­kon­zep­tes die Grund­la­gen für die­se Zie­le. Jede Ein­rich­tung und jeder Pfarr­ver­band in den Diö­ze­sen ist ver­pflich­tet, die­ses Schutz­kon­zept auf den Grund­la­gen der miss­brauchs­ver­hin­dern­den Struk­tu­ren umzu­set­zen. Die­se wer­den erreicht mit: 

  • Trans­pa­renz
  • Kla­re Struk­tu­ren, ein­deu­ti­ge Zustän­dig­kei­ten und kla­re Regeln
  • Par­ti­zi­pa­ti­on
  • Gleich­be­rech­tig­ter Umgang zwi­schen den Geschlechtern
  • Sexu­al­päd­ago­gi­sche Konzepte
  • Kul­tur der Acht­sam­keit und Wertschätzung
  • Pro­fes­sio­nel­ler Umgang mit Nähe und Distanz.

Prä­ven­ti­on gegen sexua­li­sier­te Gewalt in die­sem Sinn ist inte­gra­ler Bestand­teil jeg­li­cher kirch­li­cher Arbeit mit Kin­dern, Jugend­li­chen und erwach­se­nen Schutz­be­dürf­ti­gen. Die Katho­li­sche Kir­che will all die­sen im Geist des Evan­ge­li­ums einen siche­ren Lern- und Lebens­raum bie­ten. Dar­in wird ihre mensch­li­che und geist­li­che Ent­wick­lung geför­dert sowie ihre Wür­de und Inte­gri­tät geach­tet. Psy­chi­sche und phy­si­sche Grenz­ver­let­zun­gen wer­den damit vermieden.

Fragen zum Thema? Wenden Sie sich jederzeit an den Präventionsbeauftragten im Bistum Passau

Aufgaben des Präventionsbeauftragten

  • Ent­wick­lung eines diö­ze­sa­nen Präventionskonzepts
  • Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung von Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men zur Prävention
  • Fach­be­ra­tung bei der Pla­nung und Durch­füh­rung von Präventionsprojekten
  • Bera­tung und Abstim­mung bei der Ent­wick­lung und Umset­zung von insti­tu­tio­nel­len Schutzkonzepten
  • Ver­mitt­lung von Fach­re­fe­ren­tin­nen und Fachreferenten
  • Bera­tung von Qualifizierungsseinrichtungen
  • Eva­lua­ti­on und Wei­ter­ent­wick­lung ver­bind­li­cher Qua­li­täts­stan­dards im Präventionsbereich
  • Erstel­lung von Infor­ma­tio­nen von Prä­ven­ti­ons­ma­te­ria­li­en und Präventionsprojekten
  • Durch­füh­rung von Schu­lun­gen und Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen für Mit­ar­bei­ter aller Berufsgruppen
  • Ver­net­zung von Prä­ven­ti­ons­ar­beit mit kirch­li­chen und nicht-kirch­li­chen Fach­be­ra­tungs­stel­len gegen sexua­li­sier­te Gewalt
  • Sicher­stel­lung von Qua­li­fi­zie­rung und Infor­ma­ti­on der für Prä­ven­ti­ons­fra­gen geschul­te Personen
  • Prä­ven­ti­on und Intervention
  • Öffent­lich­keits­ar­beit in Koope­ra­ti­on mit der Pres­se­stel­le des Bis­tums Passau.

Verhaltenskodex

Auf Anwei­sung von Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB hat die Pas­sau­er Stab­stel­le Prä­ven­ti­on, die dem Gene­ral­vi­kar zuge­ord­net ist, einen Ver­hal­tens­ko­dex ver­fasst, der eine Ori­en­tie­rung für adäqua­tes Ver­hal­ten geben und einen Rah­men schaf­fen soll, der Grenz­ver­let­zun­gen, sexu­el­le Über­grif­fe und Miss­brauch in der kirch­li­chen Arbeit ver­hin­dern hel­fen soll. Hier geht es zum Inter­view mit Bischof Ste­fan Oster:

Hier können Sie, die im Verhaltenskodex definierten Inhalte, nachlesen:

Hier finden Sie weitere Internetseiten zum Thema:

Prä­ven­ti­on in den Ein­rich­tun­gen der Katho­li­schen Kirche

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