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Finanzen

Dem Bistum Passau ist es wichtig, Dinge beim Namen zu nennen – das gilt insbesondere auch für die Finanzen. Nach mehreren Finanzskandalen in der katholischen Kirche ist das Vertrauen der Gläubigen teilweise erschüttert. Offene Kommunikation kann helfen, Vertrauen zu stärken.

Wir wol­len durch Offen­heit und Trans­pa­renz auch in finan­zi­el­len Din­gen zur Glaub­wür­dig­keit unse­rer Kir­che beitragen!”

Passaus Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Das Bistum Passau veröffentlicht regelmäßig seine Plan-, Gewinn- und Verlustrechnung. Hier die Informationen für das Jahr 2019:

Wir rech­nen für 2019 ins­ge­samt mit Erträ­gen von rund 130 Mil­lio­nen Euro. Dem gegen­über ste­hen betrieb­li­che Auf­wen­dun­gen in Höhe von rund 148,7 Mil­lio­nen Euro. Das Finanz­ergeb­nis wird mit 1,8 Mil­lio­nen Euro geplant, somit ergibt sich ein Fehl­be­trag von 16,9 Mil­lio­nen Euro“, erklärt der Finanz­di­rek­tor des Bis­tums Pas­sau, Dr. Josef Sonn­leit­ner bei der Vor­stel­lung der Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung für das Jahr 2019. Der Fehl­be­trag wird mit Ent­nah­men aus den ent­spre­chend geplan­ten und in Vor­jah­ren gebil­de­ten Rück­la­gen aus­ge­gli­chen, so dass im Bilanz­er­geb­nis für 2019 eine schwar­ze Null am Ende steht“. Das Bis­tum Pas­sau trägt damit auch der zukunfts­wei­sen­den Ent­wick­lung im Rah­men des pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zes­ses Rech­nung, um Pries­ter sowie Haupt- und Ehren­amt­li­che von Ver­wal­tungs­auf­ga­ben zu ent­las­ten. Sonn­leit­ner betont, dass die Finan­zen des Bis­tums trotz des Fehl­be­trags nach wie vor als sehr sta­bil bezeich­net wer­den kön­nen.“ Die Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung wur­de gemäß den Vor­schrif­ten des Deut­schen Han­dels­ge­setz­bu­ches aufgestellt.

Belasten das Jahresergebnis: Hohe Baulast – niedrige Zinsen

Nach wie vor hält uns eine sehr hohe Bau­last auf Trab“, erklärt Sonn­leit­ner. Die anhal­tend gute Kon­junk­tur im Bau­ge­wer­be ist für die regio­na­len Wirt­schafts­be­trie­be natür­lich gut und auch die Diö­ze­se setzt hier als Auf­trag­ge­ber auf Regio­na­li­tät. Das heißt aber auch, dass wir immer noch mit Ver­schie­bun­gen aus dem Bau­haus­halt von vor zwei Jah­ren zu kämp­fen haben“, so der Finanz­di­rek­tor. Ver­schie­bun­gen wir­ken sich auch heu­er auf die Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung aus. Wie gemel­det hat­te die Diö­ze­se im letz­ten Jahr erneut einen extrem hohen Bau­haus­halt im Bereich der Kir­chen­stif­tun­gen mit rund 220 Pro­jek­ten und einer Gesamt­sum­me von über 17 Mil­lio­nen ver­ab­schie­det. Eini­ge die­ser Pro­jek­te müs­sen wie­der im dies­jäh­ri­gen Haus­halts­plan abge­bil­det wer­den. Der Kir­chen­stif­tungs­bau­haus­halt 2019 umfasst knapp 190 Pro­jek­te von denen über 100 aus 2018 über­tra­gen wur­den. Klar ist, dass es straf­fe und hohe Bau­haus­hal­te wie wir sie aus den letz­ten Jah­ren ken­nen, in Zukunft so nicht mehr dar­stell­bar sind“, betont Sonn­leit­ner. Es ist unse­re Pflicht die Res­sour­cen im Blick zu haben und die­se Ver­ant­wor­tung neh­men wir wahr.“ Bei kirch­li­chen Bau­pro­jek­ten wer­de sicher­lich das ein oder ande­re Pro­jekt auf den Prüf­stand müs­sen. Auch die Nied­rig­zins­the­ma­tik“ sei für Kir­che ein genau­so belas­ten­des The­ma wie für Wirt­schafts­un­ter­neh­men. Eine tra­gen­de Rol­le spie­le sie vor allem bei der Aus­fi­nan­zie­rung von Ver­pflich­tun­gen, wie z.B. bei den Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen für Pen­si­ons­zu­sa­gen, so sind z.B. die Zusa­gen an Ruhe­stands­geist­li­che voll ausfinanziert.

Nachhaltige „Investitionen“: Geld für Kindertagesstätten und Verwaltungszentren

Zwei nach­hal­ti­ge Posi­tio­nen“ fal­len in der dies­jäh­ri­gen Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung eben­so ins Auge, erklärt der Finanz­di­rek­tor: Aus­ga­ben und Inves­ti­tio­nen in Kin­der­ta­ges­stät­ten und in die ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­zen­tren. Bei­de Struk­tur­ver­än­de­run­gen sind Teil des pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zes­ses, den Bischof Ste­fan Oster 2017 auf den Weg gebracht hat. Wir wol­len mit die­sen struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen unse­ren Pries­tern und pas­to­ra­len Mit­ar­bei­ten­den vor Ort Frei­räu­me schaf­fen, um seel­sorg­lich wir­ken zu kön­nen“, betont Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl. Für Ent­las­tung sorgt in die­sem Zusam­men­hang auch der Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­band. Kirch­li­che Trä­ger von Kin­der­ta­ges­stät­ten kön­nen künf­tig ihre Ein­rich­tun­gen an den Cari­tas­ver­band über­ge­ben und wer­den dort umfas­send in den kom­ple­xer wer­den­den Ver­wal­tungs­auf­ga­ben z.B. in Bezug auf die Ein­hal­tung von För­der­richt­li­ni­en oder Per­so­nal­ver­wal­tung ent­las­tet. Zusätz­lich wer­den päd­ago­gi­sche Zusatz­an­ge­bo­te für die Kin­der flä­chen­de­ckend wei­ter aus­ge­baut. Die Kos­ten trägt die Diö­ze­se. In bei­de Struk­tur­ver­än­de­run­gen inves­tie­ren wir nach­hal­tig – im dies­jäh­ri­gen Haus­halt sind es 4,1 Mio. Euro“, so Sonn­leit­ner. In die­sen Berei­chen rech­nen wir für 2020 und in den Fol­ge­jah­ren mit stei­gen­den Aus­ga­ben und Investitionen.“ 

Die Zahlen im Überblick

Für 2019 legt die Diözese eine ausgeglichene Plan- Gewinn- und Verlustrechnung vor. Hier die Zahlen im Überblick:

Ins­ge­samt erhal­ten wir von den Kir­chen­steu­er­zah­lern 104,7 Mio. Euro (80,6 % der betrieb­li­chen Erträ­ge). Ver­gü­tun­gen für Leis­tun­gen, wel­che die Kir­che für den Staat erbringt, erwar­tet das Bis­tum in Höhe von 11,4 Mio. Euro (8,8 %). Wei­te­re 12,8 Mio. Euro (9,8 %) sind Pfrün­de-, Miet-, und sons­ti­ge Erträ­ge bzw. Umsatz­er­lö­se der Bil­dungs­häu­ser, des Bis­tums­blat­tes und des Domladens.

Dazu kommt der Zuschuss finanz­stär­ke­rer Bis­tü­mer in Höhe von 1,1 Mio. Euro (0,8 %), der struk­tu­rel­le und regio­na­le Unter­schie­de aus­glei­chen soll. Der gesam­te Betriebs­er­trag beläuft sich auf 130,0 Mio. Euro.

Die betrieb­li­chen Auf­wen­dun­gen in Höhe von 148,7 Mio. ent­fal­len auf die zen­tra­len Berei­che Seel­sor­ge 57,0 Mio. Euro (38,4 %), sozia­le Diens­te 10,8 Mio. Euro (7,3 %) und kate­go­ria­le Seel­sor­ge – wie Jugend­ar­beit, Fami­li­en­pas­to­ral oder Kri­sen­seel­sor­ge – 13,6 Mio. Euro (9,1 %). In den Bereich Schu­le, Bil­dung und Kunst flie­ßen 20,3 Mio. Euro (13,6 %). Welt­kirch­li­che und über­diö­ze­sa­ne Pro­jek­te unter­stüt­zen wir mit 5,2 Mio. Euro (3,5 %).

24,6 Mio. Euro (16,5 %) wen­det die Diö­ze­se für alle zen­tra­len Ein­rich­tun­gen auf. Für den Unter­halt zen­tra­ler Stif­tungs­ge­bäu­de sowie sons­ti­ger wesent­li­cher Ver­pflich­tun­gen der Diö­ze­se und eine aus­rei­chen­de Deckungs­re­ser­ve sind ins­ge­samt 17,3 Mio. Euro (11,6 %) veranschlagt.

Diözesansteuerausschuss

Der der­zei­ti­ge Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss wur­de 2013 für eine Amts­zeit von 6 Jah­ren (von 01.01.2014 bis 31.12.2019) gewählt und stellt das Ver­tre­ter­gre­mi­um der Kir­chen­steu­er­zah­ler dar. Der Diö­ze­san­steu­er­aus­schluss setzt sich der­zeit wie folgt zusammen:

Vorsitzender

2018 Bischof Stefan Oster

Dr. Stefan Oster SDB

Bischof

Stellvertretender Vorsitzender

2018 Josef Sonnleitner

Dr. Josef Sonnleitner

Finanzdirektor

ernannte Mitglieder:

Wolfgang Beier
Generalvikar Dr. Klaus Metzl

gewählte Mitglieder:

Dr. Bernhard Kirchgessner
Martin Prellinger
Ludwig Zitzelsberger
Ludwig Demmelhuber
Reinhard Fuß
Max Bloch
Anton Petzi
Jürgen Stadler
Helmut Voggesberger
Josef Eberle
Hubert Walter
Helmut Wurm

Diözesanvermögensrat im Bistum Passau

Der der­zei­ti­ge Diö­ze­san­ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rat wur­de 2014 für eine Amts­zeit von 5 Jah­ren gewählt und wird fach­kun­dig und natür­lich ent­spre­chend den recht­li­chen Vor­ga­ben, das Ver­mö­gen des Bis­tums, des Bischöf­li­chen Stuhls sowie der dem Bischof unmit­tel­bar unter­stell­ten kirch­li­chen Stif­tun­gen ver­wal­tet. Der Diö­ze­san­ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rat setzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender

2018 Bischof Stefan Oster

Dr. Stefan Oster SDB

Bischof

Stellvertreter

2018 Josef Sonnleitner

Dr. Josef Sonnleitner

Finanzdirektor

ernannte Mitglieder:

Martin Prellinger

Helmut Voggesberger

Jürgen Stadler

Thomas Mader

beratendes Mitglied:

Generalvikar Dr. Klaus Metzl