2019 Bildung Schule Buecherei

Finanzen und Bau

Dem Bistum Passau ist es wichtig, Dinge beim Namen zu nennen – das gilt insbesondere auch für die Finanzen, sowie alle Bau- und Renovierungsarbeiten. Die Gestaltung einer soliden, vernunftbetonten Fiskalpolitik ist unser Anspruch und unser Versprechen an alle Gläubigen in unserem Bistum.

Wir wol­len durch Offen­heit und Trans­pa­renz auch in finan­zi­el­len Din­gen zur Glaub­wür­dig­keit unse­rer Kir­che beitragen!”

Passaus Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Solide Jahresabschlüsse des Bistums 2018

Mit der Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­ab­schlüs­se sei­ner wich­tigs­ten Rechts­trä­ger will das Bis­tum Pas­sau auch in die­sem Jahr die Öffent­lich­keit über die Finanz­la­ge der Diö­ze­se, des Bischöf­li­chen Stuhls, der Eme­ri­ten­an­stalt sowie des Dom­ka­pi­tels infor­mie­ren. Alle vier Rechts­trä­ger sind Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts, deren Abschlüs­se gemäß den Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten des Han­dels­ge­setz­bu­ches (HGB) auf­ge­stellt wur­den.

Obwohl auch im Bis­tum Pas­sau die Zahl der Kir­chen­mit­glie­der rück­läu­fig ist, sind den­noch die Ein­nah­men im Bereich der Kir­chen­steu­er im Geschäfts­jahr 2018 im Ver­gleich zum Vor­jahr noch ein­mal gestie­gen und zwar um rund 9 Mil­lio­nen Euro, so dass an Erträ­gen ins­ge­samt 137,70 Mil­lio­nen Euro auf der Gewinn- und Ver­lust­rech­nung aus­ge­wie­sen sind. Die Haupt­ein­nah­me­quel­le stellt dabei mit 81,0 Pro­zent die Kir­chen­steu­er dar und beträgt in Sum­me 111,55 Mil­lio­nen Euro. Ein Anstieg der Kir­chen­lohn­steu­er war eben­falls zu ver­zeich­nen, ergänzt Finanz­di­rek­tor Dr. Josef Sonn­leit­ner.​„Die Ursa­chen lie­gen in der nach wie vor guten wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung mit nahe­zu Voll­be­schäf­ti­gung und auch in Lohn­stei­ge­run­gen, die im Nach­gang in einer Erhö­hung der Kir­chen­lohn­steu­er mün­den“, so Sonn­leit­ner.​„Wie Stu­di­en und For­schun­gen bele­gen, wird man auch in unse­rem Bis­tum mit­­­tel- und lang­fris­tig mit Rück­gän­gen bei der Kir­chen­steu­er rech­nen müs­sen. Unse­re Finanz­stra­te­gie und weg­wei­sen­de Inves­ti­tio­nen sind auf die­se Ent­wick­lung hin aus­ge­rich­tet.“

Mit dem pas­­to­ral-struk­­tu­­rel­­len Erneue­rungs­pro­zess hat sich die Diö­ze­se Pas­sau auf den Weg gemacht,​„um die Men­schen wie­der mit der fro­hen Bot­schaft Jesu Chris­ti in Berüh­rung zu brin­gen“ so Bischof Ste­fan Oster, der den Erneue­rungs­pro­zess initi­iert hat. Mit der Errich­tung von 18 Ver­wal­tungs­zen­tren (https://​www​.bis​tum​-pas​sau​.de/​b​i​s​t​u​m​— p​f​a​r​r​e​i​e​n​/​p​a​s​t​o​r​a​l​— s​t​r​u​k​t​u​r​e​l​l​e​r​— e​r​n​e​u​e​r​u​n​g​s​p​r​ozess) konn­te bereits ein ers­ter gro­ßer Mei­len­stein des Pro­zes­ses umge­setzt werden.

Noch nicht nach den Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten des Han­dels­ge­setz­bu­ches (HGB) ver­öf­fent­licht wer­den die Jah­res­ab­schlüs­se der ver­schie­de­nen Kir­chen­stif­tun­gen. Auch hier soll in den nächs­ten Jah­ren Trans­pa­renz erfol­gen. Die Vor­be­rei­tun­gen dafür lau­fen bereits.​„Wir sind dabei, die Kir­chen­stif­tun­gen in der Flä­che der Diö­ze­se auf den Stan­dard des Han­dels­ge­setz­bu­ches umzu­stel­len, so dass auch hier die Abschlüs­se nach und nach ver­öf­fent­licht wer­den kön­nen“, so Josef Sonnleitner.

Die Bilanzen von 2017 und 2018 zum Herunterladen:

Bau und Kirchenpflege

Baureferat

Die Bauwerke der Kirche geben Zeugnis von der kulturprägenden Kraft des christlichen Glaubens und sind bewusste Zeichen für die Präsenz des Glaubens in der Gesellschaft.

Belasten das Jahresergebnis: Hohe Baulast – niedrige Zinsen

Nach wie vor hält uns eine sehr hohe Bau­last auf Trab“, erklärt Sonn­leit­ner. Die anhal­tend gute Kon­junk­tur im Bau­ge­wer­be ist für die regio­na­len Wirt­schafts­be­trie­be natür­lich gut und auch die Diö­ze­se setzt hier als Auf­trag­ge­ber auf Regio­na­li­tät. Das heißt aber auch, dass wir immer noch mit Ver­schie­bun­gen aus dem Bau­haus­halt von vor zwei Jah­ren zu kämp­fen haben“, so der Finanz­di­rek­tor. Ver­schie­bun­gen wir­ken sich auch heu­er auf die Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung aus. Wie gemel­det hat­te die Diö­ze­se im letz­ten Jahr erneut einen extrem hohen Bau­haus­halt im Bereich der Kir­chen­stif­tun­gen mit rund 220 Pro­jek­ten und einer Gesamt­sum­me von über 17 Mil­lio­nen ver­ab­schie­det. Eini­ge die­ser Pro­jek­te müs­sen wie­der im dies­jäh­ri­gen Haus­halts­plan abge­bil­det wer­den. Der Kir­chen­stif­tungs­bau­haus­halt 2019 umfasst knapp 190 Pro­jek­te von denen über 100 aus 2018 über­tra­gen wur­den. Klar ist, dass es straf­fe und hohe Bau­haus­hal­te wie wir sie aus den letz­ten Jah­ren ken­nen, in Zukunft so nicht mehr dar­stell­bar sind“, betont Sonn­leit­ner. Es ist unse­re Pflicht die Res­sour­cen im Blick zu haben und die­se Ver­ant­wor­tung neh­men wir wahr.“ Bei kirch­li­chen Bau­pro­jek­ten wer­de sicher­lich das ein oder ande­re Pro­jekt auf den Prüf­stand müs­sen. Auch die Nied­rig­zins­the­ma­tik“ sei für Kir­che ein genau­so belas­ten­des The­ma wie für Wirt­schafts­un­ter­neh­men. Eine tra­gen­de Rol­le spie­le sie vor allem bei der Aus­fi­nan­zie­rung von Ver­pflich­tun­gen, wie z.B. bei den Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen für Pen­si­ons­zu­sa­gen, so sind z.B. die Zusa­gen an Ruhe­stands­geist­li­che voll ausfinanziert.

Nachhaltige „Investitionen“: Geld für Kindertagesstätten und Verwaltungszentren

Zwei nach­hal­ti­ge Posi­tio­nen“ fal­len in der dies­jäh­ri­gen Plan Gewinn- und Ver­lust­rech­nung eben­so ins Auge, erklärt der Finanz­di­rek­tor: Aus­ga­ben und Inves­ti­tio­nen in Kin­der­ta­ges­stät­ten und in die ent­ste­hen­den Ver­wal­tungs­zen­tren. Bei­de Struk­tur­ver­än­de­run­gen sind Teil des pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zes­ses, den Bischof Ste­fan Oster 2017 auf den Weg gebracht hat. Wir wol­len mit die­sen struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen unse­ren Pries­tern und pas­to­ra­len Mit­ar­bei­ten­den vor Ort Frei­räu­me schaf­fen, um seel­sorg­lich wir­ken zu kön­nen“, betont Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl. Für Ent­las­tung sorgt in die­sem Zusam­men­hang auch der Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­band. Kirch­li­che Trä­ger von Kin­der­ta­ges­stät­ten kön­nen künf­tig ihre Ein­rich­tun­gen an den Cari­tas­ver­band über­ge­ben und wer­den dort umfas­send in den kom­ple­xer wer­den­den Ver­wal­tungs­auf­ga­ben z.B. in Bezug auf die Ein­hal­tung von För­der­richt­li­ni­en oder Per­so­nal­ver­wal­tung ent­las­tet. Zusätz­lich wer­den päd­ago­gi­sche Zusatz­an­ge­bo­te für die Kin­der flä­chen­de­ckend wei­ter aus­ge­baut. Die Kos­ten trägt die Diö­ze­se. In bei­de Struk­tur­ver­än­de­run­gen inves­tie­ren wir nach­hal­tig – im dies­jäh­ri­gen Haus­halt sind es 4,1 Mio. Euro“, so Sonn­leit­ner. In die­sen Berei­chen rech­nen wir für 2020 und in den Fol­ge­jah­ren mit stei­gen­den Aus­ga­ben und Investitionen.“ 

Die Zahlen im Überblick

Für 2019 legt die Diözese eine ausgeglichene Plan- Gewinn- und Verlustrechnung vor. Hier die Zahlen im Überblick:

Ins­ge­samt erhal­ten wir von den Kir­chen­steu­er­zah­lern 104,7 Mio. Euro (80,6 % der betrieb­li­chen Erträ­ge). Ver­gü­tun­gen für Leis­tun­gen, wel­che die Kir­che für den Staat erbringt, erwar­tet das Bis­tum in Höhe von 11,4 Mio. Euro (8,8 %). Wei­te­re 12,8 Mio. Euro (9,8 %) sind Pfründe‑, Miet‑, und sons­ti­ge Erträ­ge bzw. Umsatz­er­lö­se der Bil­dungs­häu­ser, des Bis­tums­blat­tes und des Domladens.

Dazu kommt der Zuschuss finanz­stär­ke­rer Bis­tü­mer in Höhe von 1,1 Mio. Euro (0,8 %), der struk­tu­rel­le und regio­na­le Unter­schie­de aus­glei­chen soll. Der gesam­te Betriebs­er­trag beläuft sich auf 130,0 Mio. Euro.

Die betrieb­li­chen Auf­wen­dun­gen in Höhe von 148,7 Mio. ent­fal­len auf die zen­tra­len Berei­che Seel­sor­ge 57,0 Mio. Euro (38,4 %), sozia­le Diens­te 10,8 Mio. Euro (7,3 %) und kate­go­ria­le Seel­sor­ge – wie Jugend­ar­beit, Fami­li­en­pas­to­ral oder Kri­sen­seel­sor­ge – 13,6 Mio. Euro (9,1 %). In den Bereich Schu­le, Bil­dung und Kunst flie­ßen 20,3 Mio. Euro (13,6 %). Welt­kirch­li­che und über­diö­ze­sa­ne Pro­jek­te unter­stüt­zen wir mit 5,2 Mio. Euro (3,5 %).

24,6 Mio. Euro (16,5 %) wen­det die Diö­ze­se für alle zen­tra­len Ein­rich­tun­gen auf. Für den Unter­halt zen­tra­ler Stif­tungs­ge­bäu­de sowie sons­ti­ger wesent­li­cher Ver­pflich­tun­gen der Diö­ze­se und eine aus­rei­chen­de Deckungs­re­ser­ve sind ins­ge­samt 17,3 Mio. Euro (11,6 %) veranschlagt.

Diözesansteuerausschuss

Der der­zei­ti­ge Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss wur­de 2013 für eine Amts­zeit von 6 Jah­ren (von 01.01.2014 bis 31.12.2019) gewählt und stellt das Ver­tre­ter­gre­mi­um der Kir­chen­steu­er­zah­ler dar. Der Diö­ze­san­steu­er­aus­schluss setzt sich der­zeit wie folgt zusammen:

Vorsitzender

2018 Bischof Stefan Oster

Dr. Stefan Oster SDB

Bischof

Stellvertretender Vorsitzender

2018 Josef Sonnleitner

Dr. Josef Sonnleitner

Finanzdirektor

ernannte Mitglieder:

Wolfgang Beier
Generalvikar Dr. Klaus Metzl

gewählte Mitglieder:

Dr. Bernhard Kirchgessner
Martin Prellinger
Ludwig Zitzelsberger
Ludwig Demmelhuber
Reinhard Fuß
Max Bloch
Anton Petzi
Jürgen Stadler
Helmut Voggesberger
Josef Eberle
Hubert Walter
Helmut Wurm

Diözesanvermögensrat im Bistum Passau

Der der­zei­ti­ge Diö­ze­san­ver­mö­gens­rat wur­de bis zum 30.06.2020 für die Amts­zeit gewählt und wird fach­kun­dig und natür­lich ent­spre­chend den recht­li­chen Vor­ga­ben, das Ver­mö­gen des Bis­tums, des Bischöf­li­chen Stuhls sowie der dem Bischof unmit­tel­bar unter­stell­ten kirch­li­chen Stif­tun­gen ver­wal­tet. Der Diö­ze­san­ver­mö­gens­ver­wal­tungs­rat setzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender

2018 Bischof Stefan Oster

Dr. Stefan Oster SDB

Bischof

Stellvertreter

2018 Josef Sonnleitner

Dr. Josef Sonnleitner

Finanzdirektor

gewählte Mitglieder:

Martin Prellinger

Helmut Voggesberger

Jürgen Stadler

ernanntes Mitglied:

Thomas Mader

beratendes Mitglied:

Generalvikar Dr. Klaus Metzl

Ausführliche Artikel zu den Finanzveröffentlichungen: