Bistum

Jahresabschlüsse 2018

Wolfgang-Christian Bayer am 25.09.2019

190925_Pindlhaus Passau info-icon-20px Foto: Thomas König

Das Bistum Passau verzeichnet derzeit noch ein Plus bei den Kirchensteuereinnahmen. Mit der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse seiner wichtigsten Rechtsträger will das Bistum Passau auch in diesem Jahr die Öffentlichkeit über die Finanzlage der Diöze­se, des Bischöflichen Stuhls, der Emeritenanstalt sowie des Domkapitels informieren Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner stellt die Zahlen für das Jahr 2018 vor.

Mit der Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­ab­schlüs­se sei­ner wich­tigs­ten Rechts­trä­ger will das Bis­tum Pas­sau auch in die­sem Jahr die Öffent­lich­keit über die Finanz­la­ge der Diö­ze­se, des Bischöf­li­chen Stuhls, der Eme­ri­ten­an­stalt sowie des Dom­ka­pi­tels infor­mie­ren. Alle vier Rechts­trä­ger sind Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts, deren Abschlüs­se gemäß den Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten des Han­dels­ge­setz­bu­ches (HGB) auf­ge­stellt wur­den. Obwohl auch im Bis­tum Pas­sau die Zahl der Kir­chen­mit­glie­der rück­läu­fig ist, sind den­noch die Ein­nah­men im Bereich der Kir­chen­steu­er im Geschäfts­jahr 2018 im Ver­gleich zum Vor­jahr noch ein­mal gestie­gen und zwar um rund 9 Mil­lio­nen Euro, so dass an Erträ­gen ins­ge­samt 137,70 Mil­lio­nen Euro auf der Gewinn- und Ver­lust­rech­nung aus­ge­wie­sen sind. Die Haupt­ein­nah­me­quel­le stellt dabei mit 81,0 Pro­zent die Kir­chen­steu­er dar und beträgt in Sum­me 111,55 Mil­lio­nen Euro. Ein Anstieg der Kir­chen­lohn­steu­er war eben­falls zu ver­zeich­nen, ergänzt Finanz­di­rek­tor Dr. Josef Sonn­leit­ner. Die Ursa­chen lie­gen in der nach wie vor guten wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung mit nahe­zu Voll­be­schäf­ti­gung und auch in Lohn­stei­ge­run­gen, die im Nach­gang in einer Erhö­hung der Kir­chen­lohn­steu­er mün­den“, so Sonn­leit­ner. Wie Stu­di­en und For­schun­gen bele­gen, wird man auch in unse­rem Bis­tum mit­tel- und lang­fris­tig mit Rück­gän­gen bei der Kir­chen­steu­er rech­nen müs­sen. Unse­re Finanz­stra­te­gie und weg­wei­sen­de Inves­ti­tio­nen sind auf die­se Ent­wick­lung hin aus­ge­rich­tet.“ Mit dem pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zess hat sich die Diö­ze­se Pas­sau auf den Weg gemacht, um die Men­schen wie­der mit der fro­hen Bot­schaft Jesu Chris­ti in Berüh­rung zu brin­gen“ so Bischof Ste­fan Oster, der den Erneue­rungs­pro­zess initi­iert hat. Mit der Errich­tung von 18 Ver­wal­tungs­zen­tren (https://​www​.bis​tum​-pas​sau​.de/​b​i​s​t​u​m​-​p​f​a​r​r​e​i​e​n​/​p​a​s​t​o​r​a​l​-​s​t​r​u​k​t​u​r​e​l​l​e​r​-​e​r​n​e​u​e​r​u​n​g​s​p​r​ozess) konn­te bereits ein ers­ter gro­ßer Mei­len­stein des Pro­zes­ses umge­setzt werden.

Noch nicht nach den Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten des Han­dels­ge­setz­bu­ches (HGB) ver­öf­fent­licht wer­den die Jah­res­ab­schlüs­se der ver­schie­de­nen Kir­chen­stif­tun­gen. Auch hier soll in den nächs­ten Jah­ren Trans­pa­renz erfol­gen. Die Vor­be­rei­tun­gen dafür lau­fen bereits. Wir sind dabei, die Kir­chen­stif­tun­gen in der Flä­che der Diö­ze­se auf den Stan­dard des Han­dels­ge­setz­bu­ches umzu­stel­len, so dass auch hier die Abschlüs­se nach und nach ver­öf­fent­licht wer­den kön­nen“, so Sonnleitner.

Interview mit Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner

Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen der vier Rechtsträger

Die auf­ge­führ­ten Jah­res­ab­schlüs­se der ein­zel­nen Rechts­trä­ger sind von unab­hän­gi­gen Wirt­schafts­prü­fern geprüft und mit einem unein­ge­schränk­ten Prü­fungs­tes­tat ver­se­hen. Sie fin­den unten ange­fügt die Bilanz sowie die Gewinn- und Ver­lust­rech­nung. Alle Abschlüs­se sind auch unter https://​www​.bis​tum​-pas​sau​.de/​b​i​s​t​u​m​-​p​f​a​r​r​e​i​e​n​/​f​i​n​anzen einsehbar.

Die Diözese

Die Diö­ze­se“ Pas­sau ist eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts, sie umfasst eine Gesamt­flä­che von 5 442 Qua­drat­ki­lo­me­tern und zähl­te im Jahr 2018 ins­ge­samt 462 788 Gläu­bi­ge. In ver­wal­tungs­tech­ni­scher Sicht glie­dert sie sich in die fünf Haupt­ab­tei­lun­gen Kanz­lei, Per­so­nal, Finan­zen und Bau, Schu­len und Hoch­schu­le sowie Seel­sor­ge und Evan­ge­li­sie­rung. Gesetz­li­cher Ver­tre­ter der Diö­ze­se ist Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl. Die Diö­ze­se Pas­sau hat im Berichts­jahr rund 1 145 Frau­en und Män­ner im Jah­res­durch­schnitt beschäf­tigt. Das Glau­bens­le­ben spielt sich in ins­ge­samt 305 Pfar­rei­en ab. Das Ver­mö­gen der ein­zel­nen Pfar­rei­en ist den jewei­li­gen Kir­chen­stif­tun­gen zuge­ord­net und das Bischöf­li­che Ordi­na­ri­at übt die Stif­tungs­auf­sicht über die vor­ge­nann­ten juris­ti­schen Per­so­nen aus.

Der Rechts­trä­ger Diö­ze­se ver­ant­wor­tet unter ande­rem das gesam­te lau­fen­de Wirt­schafts­jahr mit einem Auf­wands­vo­lu­men von gut 137 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2018. Die Plan-Gewinn- und Ver­lust­rech­nung wird jähr­lich ver­öf­fent­licht. Die aktu­el­le Mel­dung fin­den Sie hier.

Als beson­de­re Inves­ti­tio­nen sind unter ande­rem für das Jahr 2018 rund 21 Mil­lio­nen Euro für den Bereich Bil­dung und Kul­tur aus­ge­wie­sen. Davon pro­fi­tie­ren die Schu­len in kirch­li­cher Trä­ger­schaft, denn es wird auch die Aus­bil­dung künf­ti­ger Reli­gi­ons­leh­re­rin­nen und –leh­rer geför­dert, damit die­se jun­gen Men­schen spür­bar ver­mit­teln kön­nen, wie das Evan­ge­li­um das Leben mit sei­nen vie­len Her­aus­for­de­run­gen berei­chern kann.

Gro­ßes Augen­merk wird auch auf die Pfarr­kir­chen­stif­tun­gen gelegt. Rund 15,7 Mil­lio­nen Euro flos­sen in die­sen Bereich. Die­ses Geld unter­stützt auch hei­mi­sche Wirt­schafts­be­trie­be in Form von Bau- und Restaurierungsaufträgen.

Bischöflicher Stuhl

Gemäß Staats­kir­chen­recht ist der Bischöf­li­che Stuhl (lat. Men­sa epi­scopa­lis) eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts. His­to­risch betrach­tet han­delt es sich hier­bei um das Bene­fi­zi­um“ des Bischofs, das Ver­mö­gen dien­te dem Unter­halt des Bischofs und sei­nes Kle­rus. In Pas­sau wird das Ver­mö­gen des Bischöf­li­chen Stuhls vom Diö­ze­san­ver­mö­gens­rat (DVR) als Organ des Bischöf­li­chen Stuhls ver­wal­tet. Der Rat, dem auch der Bischof von Pas­sau ange­hört, setzt sich wie folgt zusam­men: dem bischöf­li­chen Finanz­di­rek­tor und des­sen Stell­ver­tre­ter, einem gewähl­ten geist­li­chen Ver­tre­ter aus dem Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss sowie zwei gewähl­ten welt­li­chen Ver­tre­tern aus dem Diö­ze­san­steu­er­aus­schuss. Der Bischöf­li­che Stuhl ist selbst­los tätig, er ver­folgt nicht in ers­ter Linie eigen­wirt­schaft­li­che Zwe­cke, son­dern will mit den Erträ­gen sozia­le Pro­jek­te im Bis­tum unter­stütz­ten, die nicht durch ande­re Haus­hal­te abge­bil­det wer­den kön­nen. Von beson­de­rer Bedeu­tung für das Sach­an­la­ge­ver­mö­gen des Bischöf­li­chen Stuhls ist 2018 der Erwerb des Pindl-Hau­ses“ am Dom­platz in Pas­sau, das auf Wunsch von Bischof Ste­fan Oster ein offe­nes Haus des Glau­bens wer­den soll, in dem die Men­schen mit der Bot­schaft Jesu Chris­ti in Berüh­rung kom­men. Ein Begeg­nungs­ort für Gläu­bi­ge und Suchen­de aus allen sozia­len Schich­ten, egal wel­cher Herkunft.“

Im Jahr 2018 wur­den aus dem Stuhl Betriebs­zu­schüs­se an das Mäd­chen­werk Zwie­sel in Höhe von rund 2 Mil­lio­nen Euro gege­ben, um den für jun­ge Men­schen wich­ti­gen Schul­stand­ort in einer struk­tur­schwa­chen Regi­on zu stär­ken. Mit einer Fach­aus­bil­dung im erzie­he­ri­schen Bereich sowie in der Alten­pfle­ge und Alten­pfle­ge­hil­fe kommt dies auch den Men­schen zugu­te. Außer­dem wur­de die Hoch­was­ser­sa­nie­rung sowie Moder­ni­sie­rung der Land­volks­hoch­schu­le in Nie­der­al­teich mit 1 Mil­li­on Euro unter­stützt sowie Bau­maß­nah­men an der För­der­schu­le des Kreis­ca­ri­tas­ver­ban­des Frey­ung mit rund 200tausend Euro. Da die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung des Bischöf­li­chen Stuhls maß­geb­lich von der Ent­wick­lung auf dem Kapi­tal­markt abhängt und die anhal­ten­de Nied­rig­zins­pha­se sowie ins­be­son­de­re die Nega­tiv­ent­wick­lung an den Akti­en­märk­ten im vier­ten Quar­tal 2018 sich sehr deut­lich auf die Erträ­ge aus­wirk­ten, konn­ten die genann­ten Betriebs­zu­schüs­se und sozia­len Pro­jek­te nicht allein aus den lau­fen­den Erträ­gen finan­ziert wer­den. Es waren zum einen dafür Ent­nah­men aus dafür spe­zi­ell gebil­de­ten Rück­la­gen not­wen­dig und zum ande­ren aus den all­ge­mei­nen Rück­la­gen, um den aus­ge­wie­se­nen Jah­res­fehl­be­trag in Höhe von 9,56 Mio. € auszugleichen.

Emeritenanstalt

Die Eme­ri­ten­an­stalt ist für die Ver­sor­gung der Geist­li­chen ver­ant­wort­lich. Auf Basis eines ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­schen Gut­ach­tens der Ver­si­che­rungs­kam­mer Bay­ern wur­de ein zweck­ge­bun­de­nes Ver­mö­gen von 134,0 Mil­lio­nen Euro gebil­det. Die­ser Betrag dient der Ver­sor­gung der Geist­li­chen. Die­se Ver­sor­gung ist – anders als beim Staat – kapi­tal­ge­deckt. Dadurch ist in bes­tem Sin­ne Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit sicher­ge­stellt. Der­zeit sind 265 Pries­ter Mit­glie­der der Emeritenanstalt.

Domkapitel

Kaum ver­än­dert schloss der Rechts­trä­ger Dom­ka­pi­tel“ ab. Das Dom­ka­pi­tel zum Hei­li­gen Ste­phan in Pas­sau ist ein Kol­le­gi­um von acht Dom­ka­pi­tu­la­ren und zwei Digni­tä­ren, dem Dom­propst und dem Dom­de­kan. Das Dom­ka­pi­tel ver­fügt über ein Eigen­ka­pi­tal in Höhe von rund 257 000 €.

Gewerblich tätige Einheiten

Im Bis­tum Pas­sau gibt es zwei gewerb­lich täti­ge Ein­hei­ten, die im Wett­be­werb ste­hen. Die Braue­rei Hack­lberg und das Katho­li­sche Wohn­bau­werk, die bei­de ihre Zah­len nach gesetz­li­chen Vor­ga­ben veröffentlichen.

Weiteren Informationen über die Finanzen des Bistums Passau

Finanzen und Bau

Dem Bistum Passau ist es wichtig, Dinge beim Namen zu nennen – das gilt insbesondere auch für die Finanzen, sowie alle Bau- und Renovierungsarbeiten. Die Gestaltung einer soliden, vernunftbetonten Fiskalpolitik ist unser Anspruch und unser Versprechen an alle Gläubigen in unserem Bistum.