Heiliger Valentin

Bistumspatrone der Diözese Passau

Der Heilige Valentin, der Heilige Maximilian und der Heilige Bruder Konrad von Parzham – drei außergewöhnliche Persönlichkeiten, unter deren Schutz das Bistum Passau steht. Alle drei werden als Bistumspatrone verehrt.

Die Bistumspatrone im Portrait

Wer also waren die Bis­tums­pa­tro­ne? Wie haben sie gelebt? Was haben sie bewirkt? Hier ler­nen Sie die drei Hei­li­gen ganz genau ken­nen. Die Tex­te zu den span­nen­den Lebens­ge­schich­ten stel­len wir Ihnen mit freund­li­cher Geneh­mi­gung aus dem Buch Zeu­gen der Beru­fung – Hei­li­ge und Seli­ge aus dem Bis­tum Pas­sau“ vor, das von Hans Wür­din­ger und Hans Bau­ern­feind (Ver­lag Josef Duschl, Win­zer a.d. Donau) geschrie­ben wurde.

Valentin – Verkünder des Christusglaubens in früher Zeit

2019 Bistumspatrone Hlvalentin
  • Der ers­te Patron des Bis­tums Passau
  • Gedenk­tag: 7. Januar
  • Kir­chen­pa­tro­na­te im Bis­tum Pas­sau: Bischofs­reut, Glot­zing (Pfar­rei Hau­zen­berg) und Reutern
  • Das eins­ti­ge Stu­di­en­se­mi­nar St. Valen­tin am Dom­platz in Pas­sau ist dem Hei­li­gen geweiht

So wurde Valentin zum Bistumspatron

Der hei­li­ge Bischof Valen­tin ist der ers­te Patron des Bis­tums Pas­sau. Agi­lol­fin­ger­her­zog Tas­si­lo III. (748 – 788), der Grün­der zahl­rei­cher Klös­ter in Alt­bai­ern und dem heu­ti­gen Öster­reich, ließ die Gebei­ne des hei­li­gen Bischofs Valen­tin nach Pas­sau über­füh­ren. Im Licht der Kir­chen­ge­schich­te betrach­tet aber han­delt es sich bei den sterb­li­chen Res­ten Valen­tins um ein Poli­ti­kum jener Zeit: Der Agi­lol­fin­ger­her­zog woll­te sei­ne Unab­hän­gig­keit vom Fran­ken­kö­nig und der frän­ki­schen Kir­che unter­strei­chen. Über das Leben und Wir­ken des hei­li­gen Valen­tin gibt es nur dürf­ti­ge Zeugnisse.

Den wich­tigs­ten Hin­weis fin­den wir in der Vita Seve­ri­ni, der Lebens­be­schrei­bung des im Jahr 482 ver­stor­be­nen Mön­ches Seve­rin von Nori­kum. Der Abt Eugip­pi­us, der sie im Jahr 511 ver­fasst hat, ver­weist auf einen fei­er­li­chen Jah­res­got­tes­dienst für sei­nen hei­li­gen Abbas Valen­tin, den eins­ti­gen Bischof von Räti­en“ am 7. Janu­ar. Damit ist der Todes­tag Valen­tins gesi­chert. Sei­ne Wirk­sam­keit fällt wohl auf die Zeit zwi­schen 430 und 450. Wel­chen Rang Valen­tin in der Kir­chen­ge­schich­te ein­nahm, lässt sich schwer klä­ren. Als Bischof von Räti­en wirk­te er wohl in dem Gebiet zwi­schen Inn und Iller dem Bren­ner und der Donau. Wo der Bischofs­sitz war, lässt sich nicht mehr sicher fest­stel­len. Die Ver­bun­den­heit Valen­tins mit dem Pas­sau­er Pries­ter Luc­il­lus lässt wohl auf eine zeit­wei­li­ge Wirk­sam­keit in Batavis/​Passau schließen.

Nach­ge­wie­sen wird in der Kir­chen­ge­schich­te eine Valen­tins­kir­che, die wohl von der Brenn­er­hö­he nach Mais bei Meran ver­legt wur­de. Bischof Kor­bi­ni­an von Frei­sing hat dort das Grab des hei­li­gen Valen­tin ange­trof­fen. Auch Kor­bi­ni­an woll­te dort bei­gesetzt wer­den. Aller­dings wur­de der Leib Valen­tins von den Lan­go­bar­den, die die Grenz­burg Mais/​Meran erober­ten, nach Tri­ent gebracht. Um das Jahr 764 ließ Her­zog Tas­si­lo die hoch­ver­ehr­ten Reli­qui­en nach Pas­sau über­füh­ren und dort in der Bischofs­kir­che bestat­ten. Wie­so der hei­li­ge Valen­tin nach Süd­ti­rol kam, wis­sen wir nicht. Mög­li­cher­wei­se zwan­gen ihn die ein­fal­len­den Hun­nen, in das Gebiet süd­lich des Bren­ners aus­zu­wei­chen. Die weni­gen Kennt­nis­se über den hei­li­gen Valen­tin genüg­ten den Pas­sau­ern nicht.

So ent­stand gegen Ende des 12. Jahr­hun­derts eine völ­lig unge­schicht­li­che Lebens­be­schrei­bung des Bischofs von Räti­en, ver­fasst von einem fan­ta­sie­be­gab­ten Dom­geist­li­chen. Die­se Vita et trans­la­tio sanc­ti Valen­ti­ni (Leben und Über­tra­gung der Reli­qui­en des hei­li­gen Valen­tin) berich­tet: Vom Oze­an her kam ein Mann namens Valen­tin nach Pas­sau, um dort zu pre­di­gen. Da er wegen der Wild­heit der Bewoh­ner kei­nen Erfolg hat­te, reis­te er nach Rom zum Papst, um des­sen Bevoll­mäch­ti­gung zu erlan­gen. Mit die­ser zurück­ge­kehrt, war sein Wir­ken den­noch frucht­los. Dar­auf­hin reis­te er erneut nach Rom, um sich ein ande­res Tätig­keits­feld zu erbit­ten. Der Papst gab sei­ne Zustim­mung, aber nur, wenn ein drit­ter Ver­such Valen­tins ohne Erfolg blei­be und weih­te ihn zum Bischof. Doch auch jetzt woll­ten die Pas­sau­er nichts von Valen­tin wis­sen. Miss­han­delt und ver­trie­ben habe er sich in die Alpen zurückgezogen.

Zur Lebens­zeit Valen­tins, in der Mit­te des 5. Jahr­hun­derts waren die Pas­sau­er längst Chris­ten, also ist eine Mis­si­ons­pre­digt Valen­tins sicher auszuschließen.

Die Gebei­ne des hei­li­gen Valen­tin und des hei­li­gen Maxi­mi­li­an wur­den im spä­ten Mit­tel­al­ter hoch ver­ehrt und in Prunk­grä­bern im Dom bei­gesetzt. Bei der Neu­auf­stel­lung des Hoch­al­tars im Dom 1953 wur­den die Res­te des Hei­li­gen im Altar­kör­per gebor­gen. Im Bis­tum Pas­sau such­ten die Men­schen bei Pest­epi­de­mi­en und Tür­ken­ein­fäl­len Zuflucht beim hei­li­gen Valen­tin. Er wird meist als Bischof mit einem Krüp­pel oder Epi­lep­ti­ker zu sei­nen Füßen dar­ge­stellt, mög­li­cher­wei­se wegen des Gleich­klangs sei­nes Namens mit der fal­len­den“ Krankheit.

Lite­ra­tur: August Leidl (Hrsg.), Bis­tums­pa­tro­ne in Deutsch­land, Mün­chen-Zürich 1984.

Maximilian – mutiger Glaubensbote

2019 Bistumspatrone Hlmaximilian
  • Der zwei­te Patron des Bis­tums Passau
  • Gedenk­tag: 12. Oktober
  • Kir­chen­pa­tro­na­te im Bis­tum Pas­sau: Haid­müh­le und Haus St. Maxi­mi­li­an Passau

Auf den Spuren des Heiligen Maximilian

In Bischofs­ho­fen im Pon­gau ließ der Salz­bur­ger Bischof Rupert (um 650 – 718) eine Mönchs­zel­le und eine Kir­che zu Ehren des hei­li­gen Maxi­mi­li­an erbau­en. Die Reli­qui­en des hier um das Jahr 720 ver­ehr­ten Bischofs waren wohl bei dem Aus­zug aus der Hei­mat mit­ge­bracht wor­den — wie es auch für den hei­li­gen Seve­rin belegt ist. Die­se Reli­qui­en konn­ten man­che Stür­me über­ste­hen, denen die Kir­che im Pon­gau durch heid­ni­sche Sla­wen aus­ge­setzt war und wur­den von König Karl­mann (um 830 – 880) um 878 in das von ihm gegrün­de­te Stift Alt­öt­ting überführt.

Der Pas­sau­er Bischof Pil­grim (971991), der den Besitz des Stifts erlang­te, ließ die Gebei­ne des Hei­li­gen um 985 in die Dom­kir­che nach Pas­sau über­füh­ren. Das hat­te in ers­ter Linie kir­chen­po­li­ti­sche Grün­de. Maxi­mi­li­an wur­de in Ver­bin­dung gebracht mit der so genann­ten Lor­cher Fabel“, die behaup­tet, dass die Pas­sau­er Bischö­fe die Nach­fol­ger der Erz­bi­schö­fe von Lorch-Lau­ria­cum sei­en und dar­um Anspruch auf deren eins­ti­gen Spren­gel im Gebiet an der Donau im heu­ti­gen Öster­reich hät­ten. Bischof Pil­grim woll­te mit Hil­fe die­ser Lor­cher Fabel“ das Bis­tum bis Ungarn aus­deh­nen und die Unab­hän­gig­keit vom Erz­bis­tum Salz­burg erreichen.

Vom Fehl­schlag die­ser Plä­ne war auch die Ver­eh­rung des hei­li­gen Maxi­mi­li­an betrof­fen; er gewann nie eine beson­de­re Anzie­hungs­kraft bei den Gläu­bi­gen. Erst im spä­ten 13. Jahr­hun­dert geriet der Hei­li­ge wie­der ins Blick­feld der Kir­che von Pas­sau. Bischof Bern­hard von Pram­bach (12851313) ließ 1289 die Gebei­ne des Hei­li­gen Valen­tin und Maxi­mi­li­an in eine präch­ti­ge Tum­ba erheben.

Im Jahr 1291 ent­stand die Legen­de der Vita Sanc­ti Maxi­mi­lia­ni“, die aus­führ­lich vom Leben, Wir­ken und Mar­ty­ri­um des Hei­li­gen berichtet.

Die­se Legen­de erzählt, dass die einst­mals rei­che Römer­stadt Celeia (Cel­je in Slo­we­ni­en) die Hei­mat Maxi­mi­li­ans war. Der Sohn rei­cher christ­li­cher Eltern erfuhr eine from­me Erzie­hung. Er ließ nach dem Tod der Eltern die Skla­ven frei und ver­teil­te den Besitz an die Armen. Wegen sei­ner Fröm­mig­keit, Got­tes­ge­lehr­sam­keit und sei­ner Ver­diens­te wur­de Maxi­mi­li­an zum Bischof von Lorch gewählt. Papst Six­tus II. (257258) beauf­trag­te ihn, in der Pro­vinz das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, was er mit größ­tem Eifer tat. Dabei gelang­te Maxi­mi­li­an nach Celeia, um gegen die Hei­den zu pre­di­gen. Dort wirk­te der kai­ser­li­che Beauf­trag­te Eulasi­us, der vie­le Chris­ten wie­der dazu gebracht hat­te, den heid­ni­schen Göt­tern zu opfern. Er ver­lang­te auch von den Bewoh­nern von Celeia ein Opfer für den römi­schen Kriegs­gott Mars, damit er die Hun­nen besie­gen kön­ne. Maxi­mi­li­an trat Eulasi­us ent­schlos­sen ent­ge­gen und ver­wei­ger­te den Göt­zen­dienst. Unter Beru­fung auf die kai­ser­li­chen Edik­te, die das christ­li­che Bekennt­nis unter Todes­stra­fe stell­ten, wur­de Maxi­mi­li­an von Eulasi­us zum Tod durch das Schwert verurteilt.

Maxi­mi­li­an erlitt sein Mar­ty­ri­um am 12. Okto­ber des Jah­res 281 oder 284 unter Papst Gai­us (283296) und den Kai­sern Carus, Cari­nus und Numerian.

Soweit die Vita sanc­ti Maxi­mi­lia­ni“. Die Legen­de wird von der Geschichts­wis­sen­schaft zwar kri­tisch hin­ter­fragt und weit­ge­hend in Zwei­fel gestellt, all­ler­dings passt sie pro­blem­los in die kir­chen­po­li­ti­schen Gege­ben­hei­ten der Pro­vinz Nori­cum um das Jahr 300.

Das Fest des hei­li­gen Maxi­mi­li­an am 12. Okto­ber war bis ins 19. Jahr­hun­dert ein hoher kirch­li­cher und welt­li­cher Fei­er­tag im Bis­tum Pas­sau. Die Ver­eh­rung des Hei­li­gen blieb aller­dings weit­ge­hend auf das Bis­tum Pas­sau und auf Öster­reich beschränkt. Der öster­rei­chi­sche Kai­ser Fried­rich III. (14151493) ließ in fast aus­sichts­lo­ser Kriegs­ge­fahr sei­nen Sohn auf den Namen Maxi­mi­li­an tau­fen. Damit wur­de Maxi­mi­li­an zum bedeu­tends­ten Patron Österreichs.

Die Reli­qui­en des hei­li­gen Maxi­mi­li­an haben seit 1687 einen Platz an einem Sei­ten­al­tar des Pas­sau­er Doms gefun­den. Dar­ge­stellt wird der Hei­li­ge als Bischof mit Buch und Schwert, Hin­wei­se auf sein Amt und sein Martyrium. 

Lite­ra­tur: Her­bert W. Wurs­ter, Der hei­li­ge Maxi­mi­li­an. In: August Leidl (Hrsg.), Bis­tums­pa­tro­ne in Deutsch­land, Mün­chen- Zürich 1984

Bruder Konrad – in Gott verwurzelt

2019 Bistumspatrone Hlbruderkonrad
  • Der drit­te Patron des Bis­tums Passau
  • Gedenk­tag: 21. April
  • Kir­chen­pa­tro­na­te im Bis­tum Pas­sau: Alt­öt­ting Kapu­zi­ner­kir­che St. Kon­rad (mit dem Grab des Hei­li­gen), Alt­schö­nau, Böhm­zwie­sel, Burg­hau­sen St. Kon­rad, Grüb, Pfar­rei Gra­fen­au (Dorf­ka­pel­le), Lacken­häu­ser, Pas­sau-Hack­lberg, Reh­schaln, Sto­cka­hau­sen (Pfar­rei Arnstorf ), Tum­pen­berg, Pfar­rei Wil­den­ran­na (Dorf­ka­pel­le) und Weng (Kapel­le)
  • Im Jahr 2018, anläss­lich des 200. Jubi­lä­ums des Geburts- und Tauf­ta­ges des Hei­li­gen, fei­er­te das Bis­tum Pas­sau das Bru­der-Kon­rad-Jahr“

Ein Vorbild im Glauben

Es war ein ansehn­li­cher Bau­ern­hof, der Venus­hof in Par­z­ham mit­ten im Rot­tal, wo am 22. Dezem­ber 1818 Hans Birn­dor­fer gebo­ren wur­de, das elf­te Kind von Getrud und Bar­tho­lo­mä­us Birn­dor­fer. Der Venus­hof weit­hin bekannt als ein Ort des leben­di­gen christ­li­chen Glau­bens und einer tief im Her­zen ver­wur­zel­ten Fröm­mig­keit. Die Fami­lie Birn­dor­fer war gesuch­ter Zufluchts­ort für Arme und her­um­zie­hen­de Hand­werks­bur­schen. Dies präg­te auch die Kin­der, vor allem den klei­nen Hansl.

Der Hans war ein unge­wöhn­lich stil­les Kind. Er lieb­te das Schwei­gen und die Ein­sam­keit. Auf dem Schul­weg bete­te er gern den Rosen­kranz und woll­te auch sei­ne Mit­schü­ler dazu anhalten.

Früh schon wur­de Hansl zur Hofar­beit her­an­ge­zo­gen. Als er gera­de 14 Jah­re alt war, starb sei­ne Mut­ter, nur zwei Jah­re spä­ter sein Vater. Johann Birn­dor­fer durch­lief die bäu­er­li­che Lauf­bahn“ vom drit­ten bis zum ers­ten Knecht. Auch bei der Feld­ar­beit bete­te er oft und gern den Rosenkranz.

Im Sep­tem­ber 1838 fand in Ering am Inn eine Volks­mis­si­on statt. Johann Birn­dor­fer mach­te sich auf den wei­ten Fuß­weg, um dar­an teil­neh­men zu kön­nen. Als er von Ering heim­kam, war er noch schweig­sa­mer, noch eif­ri­ger in sei­ner Fröm­mig­keit. Von 1840 bis 1849 ging Johann Birn­dor­fer alle acht oder 14 Tage nach Aigen am Inn. Dort beich­te­te er bei sei­nem See­len­füh­rer, dem Bene­fi­zia­ten Franz Xaver Dul­lin­ger. Immer deut­li­cher wur­de es ihm, dass sein Platz nicht zeit­le­bens auf dem Venus­hof in Par­z­ham war, den er hät­te über­neh­men sollen.

Im Sep­tem­ber 1849 wag­te er den ent­schei­den­den Schritt: Er mel­de­te sich beim Guar­di­an des Kapu­zi­ner­klos­ters St. Anna in Altötting.

Von Anfang an wur­de er zum Pfor­ten­dienst ein­ge­teilt. Bru­der Kon­rad – so sein Ordens­na­me – war glück­lich, dass er in der Nähe des Hei­lig­tums der Got­tes­mut­ter in Alt­öt­ting sein durf­te. Umso schwe­rer fiel ihm der Abschied aus Alt­öt­ting, denn er soll­te in Burg­hau­sen einen kran­ken Mit­bru­der pfle­gen. Die christ­li­che Nächs­ten­lie­be ging Bru­der Kon­rad über alles. Dar­um opfer­te er sich Tag und Nacht für den kran­ken Mit­bru­der auf. Das Novi­zi­at der Kapu­zi­ner war in Lau­fen an der Salz­ach. Bru­der Kon­rad fass­te sei­ne Vor­sät­ze, die er zeit­le­bens getreu­lich hielt. Am 4. Okto­ber 1852 leg­te er sei­ne Pro­fess ab. Danach wur­de ihm das Pfört­ner­amt in Alt­öt­ting über­tra­gen, das er bis zu sei­nem Tod aus­üben sollte.

Es kos­te­te den wort­kar­gen, inner­li­chen Mann gewal­ti­ge Über­win­dung, tag­täg­lich mit vie­len Men­schen zu tun zu haben. Aber er tat demü­tig, was der Gehor­sam von ihm verlangte.

Täg­lich um fünf Uhr früh minis­trier­te Bru­der Kon­rad bei der Früh­mes­se in der Gna­den­ka­pel­le. Das war für den Pfört­ner eine wah­re Kraft­quel­le. Wenn er bete­te, dann stand er in tie­fer, inni­ger Ver­bin­dung mit Gott.

Um sechs Uhr über­nahm Kon­rad den Pfor­ten­dienst, der bis acht Uhr abends dau­er­te. Bis zu 200 Mal wur­de er am Tag her­aus­ge­läu­tet und begeg­ne­te allen, die an die Pfor­te kamen, mit unend­li­cher Geduld und Güte, stets hilfs­be­reit, auch dann noch, wenn so man­cher Pfor­ten­be­su­cher auch sei­nen Scha­ber­nack mit ihm trieb. Für jeden, der da kam, fand er das rech­te und bewe­gen­de Wort, oft auf­mun­ternd, oft auch ernst­lich mahnend.

1872 schrieb er in einem Brief: Mei­ne Lebens­wei­se besteht nun meis­tens dar­in: Lie­ben und Lei­den im Stau­nen und Anbe­ten und Bewun­dern der maß­lo­sen Lie­be Got­tes zu uns armen Geschöp­fen. In die­ser Lie­be Got­tes kom­me ich an kein Ende … Und die Mit­tel, die ich gebrau­che, mich in der Demut und Sanft­mut zu üben ist das Kreuz. Die­ses ist mein Buch. Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Gele­gen­heit, wie ich mich zu ver­hal­ten habe.“

43 Jah­re lang ver­rich­te­te Bru­der Kon­rad sein Amt als Pfört­ner, am Ende von Krank­heit und Alter schwer gezeich­net. Am 18. April 1894 muss­te er das Kran­ken­la­ger auf­su­chen. Am 21. April 1894 erfass­te ihn ein gro­ßer Schwä­che­an­fall. Als es an der Pfor­te läu­te­te, stand er noch ein­mal mit letz­ter Kraft auf. Beim Aveläu­ten um 19 Uhr schloss er für immer die Augen.

Ein Jahr für Bruder Konrad

Das Bistum Passau feierte 2018 den 200. Geburtstag des heiligen Klosterpförtners

Neben die­sen drei Bis­tums­pa­tro­nen gibt es natür­lich wei­te­re gro­ße Glau­bens­zeu­gen der Kir­che, die in der Diö­ze­se Pas­sau gelebt und gewirkt haben und die damit der Kir­che von Pas­sau beson­ders nahestehen.