Bistum

Bruder statt Herrenmensch: 85. Jubiläum der Heiligsprechung Konrads von Parzham

Armin Berger am 20.05.2019

2019_News_85Jahre_Heiligsprechung_Br_Konrad_foto-HP info-icon-20px Armin Berger

Am 20. Mai erinnerten die Altöttinger Kapuziner in einem Festgottesdienst in der St. Konradkirche an die Heiligsprechung ihres Mitbruders Konrad von Parzham vor genau 85 Jahren.

Ein­gangs sei­ner Pre­digt stell­te Haupt­ze­le­brant Guar­di­an P. Nor­bert Schlen­ker fest, der Tag der Hei­lig­spre­chung von Bru­der Kon­rad pas­se vom Datum her sehr gut in die­se Tage im Monat Mai, an denen wir in der fran­zis­ka­ni­schen Fami­lie ver­schie­de­ne Hei­li­ge fei­ern, vor allem ein­fa­che Kapuzinerbrüder“. 

Womit der Bogen geschla­gen wäre zum ein­fa­chen Klos­ter­pfört­ner Kon­rad von Par­z­ham. Des­sen Hei­lig­spre­chung am 20. Mai 1934 – damals war es der Pfingst­sonn­tag – sei mit Blick auf den Macht­wech­sel in Deutsch­land nicht nur als höchs­te Aner­ken­nung eines modell­haf­ten Lebens, son­dern auch als poli­ti­sche Pro­vo­ka­ti­on und als deut­li­che Kri­tik am Macht­wahn des Natio­nal­so­zia­lis­mus zu ver­ste­hen“, schil­der­te P. Norbert.

2019_News_85Jahre_Heiligsprechung_Br_Konrad_4 info-icon-20px Roswitha Dorfner

Dem eli­tä­ren Ras­sen­wahn der Natio­nal­so­zia­lis­ten wer­de die Geschwis­ter­lich­keit eines schlich­ten Kapu­zi­ners ent­ge­gen­ge­stellt, ihrem Macht­hun­ger die dienst­fer­ti­ge Mit­mensch­lich­keit des Bru­ders, der Ideo­lo­gie der ari­schen Selbst­ver­herr­li­chung die christ­li­che Ehr­furcht vor Gott und jedem Menschen. 

Die Fei­er eines fran­zis­ka­ni­schen Bru­ders, eines schlich­ten Got­tes­man­nes und Men­schen­freun­des, habe aber auch zur Fol­ge gehabt, dass das Nazi-Regime sei­ne Mas­ke gänz­lich ver­lor und sei­ne Repres­sio­nen offen gegen das Volk rich­te­te. Jedoch, so P. Nor­bert: Der neue Hei­li­ge aber wirk­te wei­ter von Alt­öt­ting aus, wo er begra­ben ist und noch mehr vom Him­mel her, als mäch­ti­ger Für­spre­cher für unse­ren Gna­den­ort und dar­über hinaus.“

P. Nor­bert schloss sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten: Wir Kapu­zi­ner sind dank­bar, ein so groß­ar­ti­ges Vor­bild und einen so mäch­ti­gen Für­spre­cher im Him­mel zu haben und auch unse­re Wall­fahrts­stadt Alt­öt­ting darf dank­bar sein für ihren Stadt­hei­li­gen und die Wall­fah­rer und Pil­ger sind dank­bar, neben der Gna­den­mut­ter eine wei­te­re Anlauf­stel­le an die­sem unse­ren Gna­den­ort zu haben, einen Hei­li­gen, der die Men­schen ver­steht und des­sen brü­der­lich-fran­zis­ka­nisch-mensch­li­che Zuge­wandt­heit auch heu­te noch erfahr­bar ist.“ 

Autor: Wolf­gang Ter­hörst / Alt­öt­tin­ger Liebfrauenbote

Hier finden Sie die ganze Predigt zum Nachlesen:

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