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Bistum

Jahresabschlüsse 2020

Pressemeldung am 28.07.2021

Passauer Stephansdom Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Bistum Passau veröffentlicht Jahresabschlüsse nach HGB-Standard für das Jahr 2020 – Diözese weist einen Jahresfehlbetrag von 14,8 Millionen Euro aus (im Vorjahr 2019 war dies ein Jahresüberschuss von 2,4 Millionen Euro.)

Wir müs­sen den Jah­res­fehl­be­trag von 14,8 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2020 durch eine Ent­nah­me aus Rück­la­gen aus­glei­chen“, erklärt Finanz­di­rek­tor Dr. Josef Sonn­leit­ner anläss­lich der jähr­li­chen Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­ab­schlüs­se im Bis­tum Pas­sau. Grund dafür sei die Ver­sor­gungs­über­nah­me des Katho­li­schen Schul­werks, die nicht mehr wie bis­her durch Rück­la­gen, son­dern ab dem Jahr 2020 durch eine Rück­stel­lung abge­deckt ist. Die Rück­stel­lung für ver­be­am­te­te Lehr­kräf­te wur­de im Berichts­jahr erst­mals gebil­det. Sie betrifft die Ver­pflich­tung gegen­über dem Katho­li­schen Schul­werk in Bay­ern in Zusam­men­hang mit der Ver­sor­gung der im Bis­tum Pas­sau ver­be­am­te­ten kirch­li­chen Lehr­kräf­te im Ruhe­stand“, erklärt Sonn­leit­ner. Die Diö­ze­se Pas­sau hat sich im Berichts­jahr 2020 dazu ent­schie­den, die Rück­la­ge in eine Rück­stel­lung umzu­wan­deln, da die Diö­ze­se dar­in eher den Ver­bind­lich­keits­cha­rak­ter sieht. Auch aus Vor­sich­tig­keits­grün­den wur­de die Rück­stel­lung für die Alters­ver­sor­gung der ver­be­am­te­ten Lehr­kräf­te gebil­det. Gemäß dem Han­dels­ge­setz­buch heißt es (§ 249 Abs. 1 Satz 1 HGB), dass Rück­stel­lun­gen für unge­wis­se Ver­bind­lich­kei­ten und für dro­hen­de Ver­lus­te aus schwe­ben­den Geschäf­ten zu bil­den sind.

Die Bilanz­sum­me des Rechts­trä­gers Diö­ze­se hat sich in 2020 ins­ge­samt um 15,8 Mil­lio­nen Euro auf 452,2 Mil­lio­nen Euro erhöht. Das Ver­mö­gen ist mit knapp 80 Pro­zent über­wie­gend lang­fris­tig in Form von Sach- und Finanz­an­la­gen gebun­den, so Sonnleitner. 

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Deut­lich spür­bar – wenn auch nicht so stark wie zunächst erwar­tet – fällt im Jahr 2020 der Rück­gang der Kir­chen­steu­er­ein­nah­men aus. In unse­rem vie­ler­orts tou­ris­tisch gepräg­ten Bis­tum, wur­de in der gesam­ten Bran­che das Instru­men­ta­ri­um der Kurz­ar­beit genutzt, wie auch in vie­len ande­ren Berei­chen“, so der Finanz­di­rek­tor. Wer sich in Kurz­ar­beit befin­det, zahlt weni­ger oder kei­ne Kir­chen­steu­er.“ Der Rück­gang liegt im Ver­gleich zum Vor­jahr bei rund 5,8 Mil­lio­nen Euro, das ent­spricht 5,1 Pro­zent, bei der Kir­chen­lohn­steu­er ist ein Minus von 4,11 Pro­zent zu ver­zeich­nen. Die Erträ­ge aus Kir­chen­steu­ern lagen 2020 bei rund 107 Mil­lio­nen Euro (2019: 113 Mil­lio­nen Euro). Es ist para­dox, dass es bei der Kir­chen­ein­kom­mens­steu­er kei­ne Ein­brü­che gibt. Wie wir schon im letz­ten Jahr fest­ge­stellt haben, liegt das vor allem an der Mischung an Per­so­nen und Unter­neh­men, die hier Kir­chen­ein­kom­men­steu­er ent­rich­ten und die von der Coro­na-Pan­de­mie nicht so stark betrof­fen waren wie anders­wo“, erklärt Sonnleitner.

Die Finanz­stra­te­gie des Bis­tums ist dar­auf aus­ge­rich­tet, den vor eini­gen Jah­ren gestar­te­ten pas­to­ral-struk­tu­rel­len Pro­zess Unser Bis­tum – Glau­be lebt“ und damit auch Pro­jek­te der Neue­van­ge­li­sie­rung maß­geb­lich zu unter­stüt­zen und stär­ken und einem Trend der Ent­kon­fes­sio­na­li­sie­rung“ ent­ge­gen­zu­wir­ken. Vor die­sem Hin­ter­grund sind wir zu noch mehr Fokus­sie­rung und Dis­zi­plin auf­ge­ru­fen, wie und wo wir Gel­der ein­set­zen, wel­che Schwer­punk­te wir gemein­sam ange­hen wol­len“, so Sonn­leit­ner. Die Haus­halts­stel­len in der Ver­wal­tung und Seel­sor­ge sind ange­hal­ten zu prü­fen, wel­che Pro­jek­te den gemein­sa­men pas­to­ral-struk­tu­rel­len Pro­zess för­dern, und wel­che Maß­nah­men nicht mehr nach­hal­tig / dien­lich sind. Bera­ten und ent­schie­den wer­den Inves­ti­tio­nen regel­mä­ßig in den ent­spre­chen­den Gre­mi­en des Diö­ze­san­ver­mö­gens­ra­tes und des Diö­ze­san­steu­er­aus­schus­ses (https://​www​.bis​tum​-pas​sau​.de/​b​i​s​t​u​m​-​p​f​a​r​r​e​i​e​n​/​f​i​n​anzen). Coro­na hat auch inner­halb der Kir­che Ent­wick­lun­gen beschleu­nigt. Erheb­li­che Kos­ten­fak­to­ren lie­gen auch bei uns im Bau­sek­tor und im Per­so­nal­be­reich“, betont Sonn­leit­ner. Bei Bau­pro­jek­ten wer­de man noch mehr als vor­her Nach­hal­tig­keit z.B. bei Sanie­run­gen von wenig genutz­ten Fili­al­kir­chen hin­ter­fra­gen oder auch, ob jede Per­so­nal­stel­le nach­be­setzt wer­den müsse.

Die Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­ab­schlüs­se erfolgt gemäß den Vor­ga­ben des Han­dels­ge­setz­buchs und erfüllt damit den höchs­ten Trans­pa­renz­stan­dard. Die Jah­res­ab­schlüs­se haben ein unein­ge­schränk­tes Tes­tat eines unab­hän­gi­gen Wirt­schafts­prü­fers erhal­ten. Zusätz­lich wer­den bei den dies­jäh­ri­gen Abschlüs­sen der Diö­ze­se und des Bischöf­li­chen Stuhls aus­führ­li­che Lage­be­rich­te“ ver­öf­fent­licht, die auf der Home­page des Bis­tums nach­ge­le­sen wer­den können.

Hier die einzelnen Bilanzen:

Finanzen und Bau

Dem Bistum Passau ist es wichtig, Dinge beim Namen zu nennen – das gilt insbesondere auch für die Finanzen, sowie alle Bau- und Renovierungsarbeiten. Die Gestaltung einer soliden, vernunftbetonten Fiskalpolitik ist unser Anspruch und unser Versprechen an alle Gläubigen in unserem Bistum.

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