Bistum

Tradition, Innovation und Transformation

Stefanie Hintermayr am 29.10.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Die Diözesanbaumeister der deutschsprachigen Diözesen und Erzdiözesen haben vom 26. bis 29. Oktober in Passau getagt. Neben einer Exkursion nach Altötting standen u.a. Impulsreferate, Führungen und Besichtigungen sowie ein Gottesdienst mit Bischof Stefan Oster SDB auf dem Programm.

Auftakt in Passau

Alle zwei Jah­re tref­fen sich die Diö­ze­san­bau­meis­ter und Diö­ze­san­bau­meis­te­rin­nen der 27 deut­schen Diö­ze­sen und Erz­diö­ze­sen und tau­schen sich aus. Heu­er fand das vier­tä­gi­ge Tref­fen in Pas­sau statt. Die Teil­neh­men­den aus den Bau­äm­tern und Bau­ab­tei­lun­gen waren aus ganz Deutsch­land ange­reist, einer sogar aus Salzburg/​Ober­ös­ter­reich. Vie­les stand an den vier Tagen vom 26. bis 29. Okto­ber auf dem Pro­gramm, u.a. eine Exkur­si­on nach Alt­öt­ting, Impuls­re­fe­ra­te, Füh­run­gen und Besich­ti­gun­gen sowie ein Got­tes­dienst mit Bischof Ste­fan Oster. Die gro­ße Reso­nanz freu­te nicht zuletzt Pas­saus Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek, der die Teil­neh­mer am Mon­tag in Spec­trum Kir­che begrüß­te und auf das Tagungs­mot­to ​„Tra­di­ti­on, Inno­va­ti­on und Trans­for­ma­ti­on“ ver­wies. Es gehe jetzt schließ­lich dar­um, ​„die unaus­weich­li­chen Über­gän­ge, die auf die katho­li­sche Kir­che und unse­ren Beruf zukom­men wer­den, recht­zei­tig zu erken­nen und zukunfts­ori­en­tiert zu beant­wor­ten“, so Jar­zom­bek. Zwar zäh­le der Gebäu­de­be­stand im Bis­tum aktu­ell noch rund 1.500 kirch­li­che Gebäu­de, doch müs­se man auch über die Trans­for­ma­ti­on von Kir­chen­ge­bäu­den nach­den­ken und sich dar­über aus­tau­schen. The­men wie tem­po­rä­re Kir­chen­hei­zung, Betrei­ber­ver­ant­wor­tung, Denk­mal­pfle­ge, Umnut­zung von Kir­chen, Nach­hal­tig­keit und Öko­lo­gie sei­en schon bei den letz­ten Tagun­gen ange­gan­gen wor­den, mein­te Jarzombek.

„Es geht jetzt dar­um, die unaus­weich­li­chen Über­gän­ge, die auf die katho­li­sche Kir­che und unse­ren Beruf zukom­men wer­den, recht­zei­tig zu erken­nen und zukunfts­ori­en­tiert zu beantworten.”

Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek

Einen Über­blick über die Ent­wick­lung der am 1. Sep­tem­ber die­ses Jah­res ein­ge­führ­ten Pas­to­ra­len Räu­me und den 2014 ange­sto­ße­nen pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zess im Bis­tum Pas­sau gab Gene­ral­vi­kar Josef Ede­rer. Grund­la­ge der Struk­tur­re­form sei die Pas­to­ral gewe­sen, so Ede­rer. Dies­be­züg­lich ver­wies er auf die Ent­wick­lung mit einer immer klei­ner wer­den­den Glau­bens­ge­mein­schaft, einer sin­ken­den Zahl an Got­tes­dienst­be­su­chern und einer Redu­zie­rung vie­ler Got­tes­diens­te. ​„Wir ver­su­chen, die Pfar­rei­en vor Ort zu stär­ken und (…) gegen­zu­steu­ern“, so der Gene­ral­vi­kar, aber: ​„Das ist eine Rea­li­tät, die wir haben, und mit der wir umge­hen müs­sen.“ Aktu­ell wer­de in jedem Pas­to­ra­len Raum ein pas­to­ra­les Kon­zept mit ent­spre­chen­den Schwer­punk­ten erar­bei­tet. ​„Dann wird man auf­grund die­ser Schwer­punk­te auch sagen: Wel­che Räum­lich­kei­ten brau­chen wir dafür, was kön­nen wir uns leis­ten und wo set­zen wir wirk­lich die Schwer­punk­te bei Reno­vie­run­gen und even­tu­ell bei Neu­bau­ten? Oder wo wir sagen, da geben wir die­ses oder jenes Gebäu­de auf, weil wir es in der Zukunft nicht mehr brau­chen wer­den.“ Doch sei­en Zah­len allei­ne nicht ent­schei­dend. ​„Ein Kir­chen­ge­bäu­de ist ein Zuhau­se (…) und da ist eine emo­tio­na­le Bin­dung da“, betont der Gene­ral­vi­kar. ​„Momen­tan ist immer noch das Ziel, dass in jeder Pfar­rei, die eini­ger­ma­ßen leben­dig ist und ihre Grund­auf­ga­ben erfül­len kann, Got­tes­diens­te am Wochen­en­de statt­fin­den. Und solan­ge dies mög­lich ist, wer­den wir das auch för­dern und unterstützen.“

„Momen­tan ist immer noch das Ziel, dass in jeder Pfar­rei, die eini­ger­ma­ßen leben­dig ist und ihre Grund­auf­ga­ben erfül­len kann, Got­tes­diens­te am Wochen­en­de statt­fin­den. Und solan­ge dies mög­lich ist, wer­den wir das auch för­dern und unterstützen.”

Generalvikar Josef Ederer

Den Wor­ten des Gene­ral­vi­kars schloss sich Finanz­di­rek­tor Dr. Josef Sonn­leit­ner an, der auf die wirt­schaft­lich noch sehr sta­bi­le Situa­ti­on mit einem sogar noch leich­ten Zuwachs bei der Kir­chen­steu­er ver­wies. Im Hin­blick auf die Gebäu­de­si­tua­ti­on gehe man sehr maß­voll und in einer guten Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Ver­ant­wort­li­chen in der Flä­che in die Dis­kus­si­on und über­le­ge, wel­che Gebäu­de wirk­lich nach­hal­tig gebraucht wer­den und in wel­chem Maße sie reno­viert wer­den müs­sen. Das ver­gleichs­wei­se klei­ne, länd­lich struk­tu­rier­te Bis­tum Pas­sau hät­te mit sei­nen rund 300 Kir­chen­stif­tun­gen und dem ent­spre­chen­den Gebäu­de­be­stand gegen­über gro­ßen Bis­tü­mern einen Vor­teil. ​„Wir sind sehr nah an den Kir­chen­stif­tun­gen dran“, so Sonn­leit­ner. Ob eine Kir­che reno­viert wird oder nicht und dafür auch ent­spre­chen­de Finanz­mit­tel erhält, wer­de immer auf Basis der Mach­bar­keit und Finan­zier­bar­keit ent­schie­den unter der Vor­aus­set­zung, dass sie pas­to­ral genutzt wird. Lang­fris­tig müs­se der Gebäu­de­be­stand sin­ken, mein­te der Finanz­di­rek­tor, aber: ​„Obers­tes Ziel ist es, dass wir so viel Unter­stüt­zung geben kön­nen, dass gera­de die Ehren­amt­li­chen vor Ort es schaf­fen kön­nen, das, was ihnen lieb ist, auch erhal­ten zu kön­nen.“ So ste­he es auch in der Prä­am­bel ​„Mis­si­on und Auf­trag“ des pas­to­ral-struk­tu­rel­len Erneue­rungs­pro­zes­ses: ​„Eine leben­di­ge Pfar­rei wird nicht auf­ge­löst.“ Ele­men­tar für eine gelin­gen­de Gebäu­de­stra­te­gie sei Sonn­leit­ner zufol­ge daher eine ent­spre­chen­de Ehren­amts­struk­tur, ​„weil Ehren­amt­li­che etwas auf­fan­gen, was die Diö­ze­se nicht stem­men kann.“

„Obers­tes Ziel ist es, dass wir so viel Unter­stüt­zung geben kön­nen, dass gera­de die Ehren­amt­li­chen vor Ort es schaf­fen kön­nen, das, was ihnen lieb ist, auch erhal­ten zu können.”

Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner

Podcast zum Thema Bau im Bistum Passau

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Exkursion nach Altötting

Am zwei­ten Tag am Diens­tag, 27. Okto­ber, ging es für die Grup­pe nach Alt­öt­ting. Ein mor­gend­li­cher Got­tes­dienst mit Wall­fahrts­rek­tor und Stadt­pfar­rer Klaus Metzl lei­te­te den pro­gramm­in­ten­si­ven Tag ein. Danach stan­den u.a. die Besich­ti­gung von Wall­fahrts­mu­se­um sowie vom Papst­haus in Marktl a. I. und eine Rund­fahrt zu Pfarr­kir­chen in Alt­öt­tin­ger und Burg­hau­se­ner Pfarr­ver­bän­den auf dem Programm.

Gottesdienst mit Bischof Oster

Beim Got­tes­dienst in der Andre­as­ka­pel­le am Dom freu­te sich auch Bischof Ste­fan Oster auf die Begeg­nung mit den Diö­ze­san­bau­meis­tern. Mit Ver­weis auf das Apos­tel­fest Simon und Judas ging er in sei­ner Pre­digt auf die Meta­pher des Bau­ens ein, die ihm zufol­ge in Bezug auf die Apos­tel häu­fig ver­wen­det wird. Er stell­te die Fra­ge: ​„Was hat unser inne­res Leben mit dem äuße­ren Bau­en, Auf­bau­en, zu tun?“ Einen unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang zeig­te der Bischof anhand des Hoch­fests Mariä Licht­mess am 2. Febru­ar, als Maria und Josef das Jesus­kind im Tem­pel dar­brach­ten. Ein gläu­bi­ger Jude habe sich dar­auf­hin womög­lich gefragt: ​„Kommt die Herr­lich­keit Got­tes in den Tem­pel zurück? Ist die Herr­lich­keit Got­tes wie­der da in die­sem klei­nen Kind, das gewis­ser­ma­ßen von innen nach außen her strahlt? Womög­lich ist es eine der gro­ßen Wen­dun­gen oder Trans­for­ma­tio­nen des Got­tes­bil­des“, mein­te er. ​„Das heißt, von die­sem Kind und nach­her von die­sem Mes­si­as, von die­sem Gekreu­zig­ten, geht eine Anzie­hung aus, die wir gewis­ser­ma­ßen von der Tra­di­ti­on her als Herr­lich­keit beschrei­ben, als Schön­heit, als etwas, was anzie­hend macht und was uns dann inner­lich auf­baut.“ Auf­ga­be der Diö­ze­san­bau­meis­ter sei es, die­ses Geheim­nis äußer­lich anzu­deu­ten und die Herr­lich­keit sicht­bar zu machen. Und das sei gera­de in unse­rer Zeit wich­tig, weil der Geheim­nis­cha­rak­ter des Men­schen, der Kunst und der Archi­tek­tur immer mehr ver­lo­ren­zu­ge­hen schei­ne und alles zuneh­mend funk­tio­na­li­siert und kom­mer­zia­li­siert wer­de, so der Bischof. Dabei sind Kir­chen, so beton­te er, Orte einer Mit­te, in der Chris­tus gegen­wär­tig ist. ​„Möge das, was Sie tun, immer wie­der neu einen Bei­trag dazu leis­ten, dass Men­schen dort­hin kom­men, wo die Mit­te ist, wo etwas von der Herr­lich­keit Got­tes aus­strah­len kann, wo wir auf­at­men kön­nen, weil wir berührt sind von einer Gegen­wart, die wir nicht aus uns sel­ber haben, son­dern die uns geschenkt wird.“

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

„Möge das, was Sie tun, immer wie­der neu einen Bei­trag dazu leis­ten, dass Men­schen dort­hin kom­men, wo die Mit­te ist, wo etwas von der Herr­lich­keit Got­tes aus­strah­len kann.”

Bischof Stefan Oster

Abschluss

Abschluss der Tagung war eine gemein­sa­me Mor­gen­an­dacht in der Haus­ka­pel­le in Spec­trum Kir­che Pas­sau mit Haus­lei­ter Msgr. Bern­hard Kirch­gess­ner. Danach fand die Amts­lei­ter­kon­fe­renz statt, bevor die Teil­neh­men­den nach vier inten­si­ven Tagen wie­der die Heim­rei­se antraten.

Mehr zum Thema Finanzen und Bau

Finanzen und Bau

Dem Bistum Passau ist es wichtig, Dinge beim Namen zu nennen – das gilt insbesondere auch für die Finanzen, sowie alle Bau- und Renovierungsarbeiten. Die Gestaltung einer soliden, vernunftbetonten Fiskalpolitik ist unser Anspruch und unser Versprechen an alle Gläubigen in unserem Bistum.

Weitere Nachrichten

Bistumsblatt
29.10.2026

Klinikseelsorgern geht die Arbeit nie aus

Die Seele spielt beim Heilungsprozess eine wesentliche ...

28.10.2026

Musikalisches Abendlob | Choral Evensong

#Musik#Stille#Gebet Am Vorabend von Allerheiligen 

Kirche vor Ort
28.10.2026

Pilgerwanderung im PV Thurmansbang

Am zweiten Samstag im Oktober, dem ...

Bistumsblatt
27.10.2026

Pfarrer hat den Dreh raus

Unsere Priester und ihre Hobbys: Rupert Wimmer, Seelsorger in ...