Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Kinder, Jugendliche und Familien haben den Heiligen Johannes Bosco mit einem Jugendgottesdienst mit Bischof Stefan Oster SDB in Straßkirchen gefeiert. Jedes Jahr an seinem Gedenktag erinnert das Bistum an den Ordensgründer der Salesianer Don Boscos, der sich zeitlebens für Jugendliche eingesetzt hat und dafür, dass ihr Leben gelingt.
Jedes Jahr am 31. Januar wird dem Heiligen Johannes Bosco (1815 – 1888) in besonderer Weise gedacht. Es ist der Gedenktag des Heiligen, der sich zeitlebens im 19. Jahrhundert im italienischen Turin für junge Menschen eingesetzt hat. Schon seit einigen Jahren hat es im Bistum Passau Tradition, dass Bischof Stefan Oster diesen Tag mit einem Jugendgottesdienst, jeweils in einer Pfarrei, gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Familien feiert. Heuer fand das Fest in Straßkirchen in der Pfarrkirche St. Ägidius statt, sehr zur Freude von Pfarrer Andreas Erndl und den beiden Hauptorganisatorinnen Edith Drexler, Leiterin des Ministrantenreferats und Jugendseelsorgerin Carolin Berger vom Kirchlichen Jugendbüro Passau.
„Ich freue mich sehr, dieses Fest als Salesianer Don Boscos in einer Gemeinschaft feiern zu können“, begrüßte der Bischof die Mitfeiernden zu Beginn des Gottesdienstes. Er verwies auf die Mission seines Ordensvaters, der sich zu Lebzeiten im von hoher Jugendarbeitslosigkeit geprägten Turin für Jugendliche eingesetzt hatte, damit deren Leben gelingt. Er zitierte ihn mit einem seiner bekanntesten Aussprüche: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“ Diesen Satz Don Boscos veranschaulichten dann auch die beiden Ministrantinnen Sophia und Lea und Ministrant Markus in einem kleinen Rollenspiel.
Apostel der Freude
Nach einem kurzen Überblick über das Leben seines Ordensvaters verwies Bischof Oster in seiner Predigt auf einen weiteren Ausspruch Don Boscos, den er zu Lebzeiten zu den Jugendlichen gesagt hatte: „Ich will euch zeitlich und ewig glücklich sehen.“ Dieser Satz bringe die Mission Don Boscos gut zum Ausdruck, so der Bischof. „Und das hat natürlich mit dieser Freude zu tun, die in dem Wort ‚Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen‘ vorkommt.“ Der ersten Lesung zufolge habe der Apostel Paulus genau das in anderen Worten zum Ausdruck gebracht, als er sagte: „Freut euch im Herrn.“ Paulus spreche von einer inneren Wirklichkeit, die aus der Verbindung mit Christus komme, die einen im Frieden halte und immer wieder in die Freude führe, so der Bischof.
Don Bosco habe wie Paulus denselben Frieden und dieselbe Freude in sich gehabt. Und diese Freude hatte er auch den Jugendlichen vermitteln wollen, selbst wenn im Turin des 19. Jahrhunderts die Zeit gerade für Jugendliche sehr schwierig gewesen sei, meinte er. Don Bosco hätte für Wohnung, Nahrung und Kleidung gesorgt. „Aber das Eigentliche war: Wie geht es, dass man in die innere Freude kommt, die er selber in sich gehabt hat? Und es war natürlich die Verbindung mit dem Herrn und die Jugendlichen. Denen hat er Heimat gegeben, und die haben in seiner Nähe gespürt: ‚Da bin ich daheim. Da ist ein Mensch, der sich wirklich für mich interessiert.‘“
Mit seiner Fürsorge habe Don Bosco die Jugendlichen berührt, die sich wiederum von Christus berühren ließen und so in die Freude fanden. „In die Freude darüber, dass er da sein darf, dass Gott mit ihm ist, dass er einen Vater hat, dass er in Christus einen Bruder hat. Und liebe Schwestern und Brüder, das gilt im Grunde für uns alle. Als getaufte Christinnen und Christen dürfen wir Anteil an dieser Freude haben. Und wir dürfen uns immer wieder daran erinnern und erinnert werden.“
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Zum Schluss des Gottesdienstes lud Jugendseelsorgerin Carolin Berger alle Mitfeiernden noch zu einem kleinen, gemeinsamen „Pfeifkonzert“ ein. Zu Beginn wurden von Ministrantinnen und Ministranten bunte Vogel-Pfeifen verteilt, die schließlich Don Boscos Spruch getreu zum Einsatz kamen: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“ Ein abschließender Dank von Pfarrer Andreas Erndl galt dann noch allen Beteiligten für das Gelingen des Jugendgottesdienstes, allen voran Bischof Stefan Oster, den beiden Organisatorinnen Edith Drexler und Carolin Berger, Mesnerin Rita Rühlow, der Schola St. Vitus Hauzenberg für die musikalische Gestaltung sowie den Ministrantinnen und Ministranten und den Jugendgruppen des Pfarrverbands. Gelegenheit zu Austausch und Gespräch bestand schließlich noch beim Stehempfang im Gemeindesaal.
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.”
Don Boscos Leben
Don (Giovanni/Johannes) Bosco wurde am 16. August 1815 in der Nähe von Turin (Becchi/Castelnuovo) geboren. Nach eigenen Angaben hatte er mit neun Jahren einen Traum, der ausschlaggebend dafür war, dass er Priester werden wollte. Schon vor seiner priesterlichen Laufbahn setzte er sich als Erzieher und Lehrer für benachteiligte und ausgegrenzte Jugendliche ein. Im Jahr 1841 wurde er schließlich zum Priester geweiht. Die Jugendlichen blieben seine Mission. In Turin machte er sich mit ihnen auf die Suche nach ihren Talenten und Fähigkeiten, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen und ggf. von der Straße weg‑, aus der Jugendarbeitslosigkeit herauszuholen. Revolutionär zur damaligen Zeit war Don Boscos Erziehungsstil, bei dem er jungen Menschen Werte wie Geborgenheit, Vertrauen und Anerkennung sowie einen friedvollen Umgang miteinander vermittelte. Sein Ziel war, ihnen die Tür zu einem besseren Leben zu öffnen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Sein Mut und Optimismus steckte viele der Jugendlichen derart an, dass sie Don Bosco in seiner Mission unterstützen wollten. Und so gründete er im Jahr 1859 die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos, benannt nach dem Heiligen Franz von Sales. Seinem Lebensmotto „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ blieb er bis zu seinem Tod am 31. Januar 1888 treu. Don Bosco wurde 1929 selig- und 1934 heiliggesprochen.



