Bistum

Synodalteam in Aufbruchstimmung

Stefanie Hintermayr am 20.07.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Das Synodalteam des Bistums Passau mit Bischof Stefan Oster (Mitte), Pater Clemens Blattert (8.v.l.) und Sr. Hildegard Hoiß (2.v.l.) hat sich beim ersten Treffen am 17./ 18. Juli formiert (v.l.n.r.): Ludwig Raischl, Kaplan Tobias Asbeck, Dr. Johanna Skiba, Veronika Emmer, Dr. Veronika Augustin, Karin Rothofer, Thomas Huber, Jugendpfarrer Hubertus Kerscher, Leo Helm, Diakon Nikolaus Pfeiffer, Domdekan Hans Bauernfeind, Bärbel Benkenstein-Matschiner, Markus Biber und Johann Käser (nicht im Bild: Birgit Geier und Sr. Marika Wippenstein).

Beim ersten Treffen des Synodalteams des Bistums Passau unter dem Vorsitz von Bischof Stefan Oster SDB am 17. und 18. Juli in Spectrum Kirche Passau führte Pater Clemens Blattert SJ in die Methode „Konversation im Heiligen Geist“ ein. Das Team blickt jetzt auf einen spannenden gemeinsamen Prozessweg für eine synodale Kirche in Passau.

Erst­mals seit ihrer Beru­fung am 1. Mai und ihrer Vor­stel­lung am 1. Juli sind 14 der ins­ge­samt 16 Mit­glie­der des Syn­od­al­teams des Bis­tums Pas­sau unter dem Vor­sitz von Bischof Ste­fan Oster SDB zusam­men­ge­kom­men. Beim Start­schuss mit dabei waren Dom­de­kan Hans Bau­ern­feind, Bischöf­li­cher Beauf­trag­ter des Welt­syn­oda­len Pro­zes­ses, Tho­mas Huber und Dr. Vero­ni­ka Augus­tin als Koor­di­na­to­ren, Bär­bel Ben­ken­stein-Mats­chi­ner, Mar­kus Biber, Johann Käser und Dr. Johan­na Ski­ba von der AG Syn­oda­ler Weg, Jugend­pfar­rer Huber­tus Ker­scher und Kaplan Tobi­as Asbeck vom Pries­ter­rat, Dia­kon Niko­laus Pfeif­fer, Leo Helm vom Bund der Katho­li­schen Jugend (BDKJ), Vero­ni­ka Emmer und Karin Rot­ho­fer von der Gemein­de­be­ra­tung und Lud­wig Rai­schl, theo­lo­gi­scher Refe­rent im Haus der Begeg­nung Hei­lig Geist Burg­hau­sen. Zwei der Syn­od­al­team­mit­glie­der, Bir­git Gei­er von der AG Syn­oda­ler Weg und Sr. Mari­ka Wip­pen­beck, Pro­vinz­lei­te­rin der Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz in Deutsch­land, waren ver­hin­dert. Als Gast mit dabei war Mar­tin Eibels­gru­ber von der Gemein­de­be­ra­tung, der aber nicht Teil des Syn­od­al­teams ist. Das 16-köp­fi­ge Gre­mi­um wird sich von jetzt an in die­ser Zusam­men­set­zung in den nächs­ten drei Jah­ren regel­mä­ßig tref­fen mit dem Ziel, Syn­oda­li­tät im Bis­tum Pas­sau hilf­reich und anspre­chend zu imple­men­tie­ren und an der Umset­zung der Ergeb­nis­se der Welt­syn­ode auf Bis­tums­ebe­ne mitzuwirken.

Im gesam­ten Pro­zess wird das Syn­od­al­team von Pater Cle­mens Blat­tert SJ, Lei­ter des Zen­trums Beru­fungs­pas­to­ral in Frank­furt, beglei­tet und in der Metho­de Kon­ver­sa­ti­on im Hei­li­gen Geist“ geschult. In Beglei­tung von Sr. Hil­de­gard Hoiß, Lei­te­rin der Schwes­tern vom gemein­sa­men Leben und des geist­li­chen Zen­trums des Klos­ters Spa­brü­cken, gab er bei die­sem zwei­tä­gi­gen ers­ten Tref­fen ers­te Impul­se zur Metho­de. Uner­setz­bar sind das Hören auf Gott, was er zum Ein­zel­nen und zur Gemein­schaft spricht, das schlich­te Hören auf­ein­an­der, das Gehör­te im Schwei­gen sich set­zen zu las­sen sowie Stil­le und das Gebet. Die­se Metho­de gilt als wesent­li­cher Bau­stein, um ein syn­oda­les Mit­ein­an­der ein­zu­üben. Dass es das im Bis­tum Pas­sau auf allen Ebe­nen braucht, um den Weg für eine syn­oda­le Kir­che zu gehen, bekräf­tig­ten die 14 Team­mit­glie­der. Die Kir­che brau­che Ver­än­de­rung oder ein Game-Chan­ging“ im Sin­ne der Kon­ver­sa­ti­on im Hei­li­gen Geist, mein­te Tho­mas Huber. Bär­bel Ben­ken­stein-Mats­chi­ner bekräf­tig­te, in Kir­che und Gesell­schaft müs­se das Auf­ein­an­der-Hören wie­der kul­ti­viert wer­den. Das bejah­te auch Dr. Johan­na Ski­ba und ergänz­te, dass das Zuhö­ren-Ler­nen viel­leicht die ein­zi­ge Chan­ce für Kir­che und Gesell­schaft sei, wie­der zusam­men­zu­kom­men. Einen wei­te­ren Aspekt brach­te Tobi­as Asbeck ein, der beton­te, dass auch die gelin­gen­de For­mie­rung der pas­to­ra­len Räu­me ein Hören auf den Hei­li­gen Geist brau­che. Johann Käser merk­te schließ­lich an, dass es bei all­dem nicht um blo­ße Theo­rie, son­dern viel­mehr um Pra­xis gehe, und mein­te, dass Syn­oda­li­tät nicht nur eine Metho­de, son­dern eine Hal­tung sei.

Die Hoff­nun­gen in den Ver­än­de­rungs­pro­zess sind groß, nicht nur beim Syn­od­al­team, son­dern ins­be­son­de­re auch bei Bischof Ste­fan Oster, der das Gre­mi­um ein­be­ru­fen hat und viel auf des­sen Enga­ge­ment für eine nach­hal­ti­ge Umset­zung der Zie­le der Welt­syn­ode im Bis­tum setzt. Mir ist ein Anlie­gen, dass die­ses Mit­ein­an­der, die­ses gro­ße Wort Syn­oda­li­tät, als Wei­se zu leben und zu arbei­ten, etwas in unse­rem Bis­tum wird, was sich breit macht – in her­aus­for­dern­den, aber auch guten Zei­ten, in denen gute Chan­cen für die Kir­che bestehen.“ Zwar brau­che Ver­än­de­rung Zeit, aber: Ich hof­fe, dass das, was wir hier tun, auch in die Diö­ze­se hineinwirkt.“

Facetten der Synodalität

In sei­ner Ein­füh­rung ging P. Cle­mens Blat­tert zuerst auf ein­zel­ne Facet­ten der Syn­oda­li­tät ein, die auch maß­geb­lich zur Metho­de Kon­ver­sa­ti­on im Hei­li­gen Geist“ gehö­ren. Hier­ar­chie sei zwar wich­tig, weil der Bischof in die­sem Pro­zess das Cha­ris­ma einer syn­oda­len Kir­che reprä­sen­tie­re, doch brau­che es dazu alle Ebe­nen in einem Bis­tum. Wir sind alle Ler­nen­de; es gibt kei­ne Exper­ten.“ Ver­än­de­rung gehö­re zum Pro­fil der Kir­che, beton­te er. Wir sei­en eine eccle­sia sem­per refor­man­da“. Wenn Kir­che leben­dig und in den Fuß­spu­ren Chris­ti unter­wegs sein will, dann muss sie eine Kir­che sein, die stän­dig bereit ist, sich zu ver­än­dern und zu refor­mie­ren.“ Zu jedem Ver­än­de­rungs­pro­zess gehö­re aber auch, Ver­trau­tes und Lieb­ge­won­ne­nes los­zu­las­sen und sich von Tra­di­tio­nen zu lösen, die der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren, merk­te Blat­tert an. Beru­fung funk­tio­niert im Span­nungs­ver­hält­nis von Tra­di­ti­on und Trans­for­ma­ti­on.“ Tra­di­tio­nel­les müs­se in eine Form über­setzt und trans­for­miert wer­den, sodass wir es heu­te ver­ste­hen. Wie geht das, von Gott zu spre­chen und auf ihn zu hören, kon­kret?“, lau­te eine zen­tra­le Fra­ge, die wir uns heu­te stel­len müssten.

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Die vie­len unbe­ant­wor­te­ten Fra­gen und das Unwis­sen, wie die Kir­che der Zukunft kon­kret aus­se­hen und wohin uns der Weg füh­ren wird, wür­den bei vie­len ein Gefühl der Unsi­cher­heit, der Ver­un­si­che­rung der Iden­ti­tät“, aus­lö­sen. Das aber sei Teil der typi­schen Pha­sen eines Ver­än­de­rungs­pro­zes­ses, so Blat­tert, zu dem das Los­las­sen von Altem und das Ent­wi­ckeln von Neu­em gehö­ren wür­den. Was hilft, ist Ver­trau­en und Mit­ein­an­der.“ Syn­oda­li­tät sei ein Lebens- und Arbeits­stil, zu dem Metho­den und Hal­tung gehö­ren. Hal­tung aber müs­se kul­ti­viert wer­den. Und die­ser Pro­zess erfor­de­re Ver­trau­en, Zeit und Geduld, beton­te der Jesui­ten­pa­ter. Das gilt für uns Ein­zel­ne, aber auch für uns als Gemein­schaft und als Kir­che.“ Des­halb, so Blat­tert, sei die Hal­tung eines jeden Ein­zel­nen so wich­tig. Was uns als Ein­zel­per­so­nen trans­for­miert, trans­for­miert uns auch als Gemein­schaft.“ Schließ­lich ermu­tig­te er die Frau­en und Män­ner in ihrer Funk­ti­on als soge­nann­te Faci­li­ta­to­ren“, Befä­hig­te in der Beglei­tung des Pro­zes­ses. Zur erfolg­rei­chen Imple­men­tie­rung von Syn­oda­li­tät brau­che es schließ­lich alle Ebe­nen eines Bis­tums. Sie brau­chen den Ent­schei­dungs­wil­len, den Weg gemein­sam zu gehen (von Sei­ten des Bischofs und der Bis­tums­lei­tung, Anm. d. Red.), aber auch Befä­hig­te, die Din­ge umset­zen (wie u.a. das Syn­od­al­team, Anm. d. Red.).“

Ein spürbarer Geist des Aufbruchs

Rück­bli­ckend auf das For­mie­rungs­wo­chen­en­de des neu­en Syn­od­al­teams zeig­ten sich die bei­den Koor­di­na­to­ren Tho­mas Huber und Dr. Vero­ni­ka Augus­tin zuver­sicht­lich, sich als Grup­pe auf einen neu­en modus viven­di et ope­ran­di“ ein­zu­las­sen. Die gute Atmo­sphä­re inner­halb des Teams sei von Offen­heit und einem Auf­ein­an­der-Hören geprägt gewe­sen, so Huber und Dr. Augus­tin. Aus den vie­len Ein­zel­stim­men ist an die­sem Wochen­en­de ein gemein­sa­mer Zusam­men­klang‘ ent­stan­den, der Syn­oda­li­tät als leben­di­gen Lebens- und Arbeits­stil unse­rer Kir­che erfahr­bar gemacht hat. Oder wie es ein Mit­glied des Teams tref­fend for­mu­liert hat: So soll Kir­che sein.“ Dank des gro­ßen Enga­ge­ments, des Ver­trau­ens und des kon­struk­ti­ven Mit­ein­an­ders von allen Betei­lig­ten sei an die­sen bei­den Tagen ein star­kes Fun­da­ment für die Kir­che von Pas­sau gelegt wor­den. Erfüllt von den gemein­sa­men Ein­drü­cken und gestärkt durch die­sen ver­bin­den­den Geist bli­cken wir nun vol­ler Vor­freu­de auf den span­nen­den gemein­sa­men Prozessweg.“

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Das Synodalteam des Bistums Passau

  • Bischof Ste­fan Oster SDB (Vor­sitz)
  • Dom­de­kan Hans Bau­ern­feind, Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter Seel­sor­ge, Evan­ge­li­sie­rung, Bil­dung, Bischöf­lich Beauf­trag­ter Welt­syn­oda­ler Prozess
  • Tho­mas Huber, Geschäfts­füh­rer Diö­ze­san­rat Pas­sau und Koor­di­na­tor Synodalteam
  • Dr. Vero­ni­ka Augus­tin, Refe­ren­tin für theo­lo­gi­sche Fort­bil­dung und Lei­tungs­kul­tur und Koor­di­na­to­rin Synodalteam
  • Bär­bel Ben­ken­stein-Mats­chi­ner, Diö­ze­san­rats­mit­glied und Ehren­amt­li­che, AG Syn­oda­ler Weg
  • Mar­kus Biber, Diö­ze­san­rats­vor­sit­zen­der, AG Syn­oda­ler Weg
  • Bir­git Gei­er, AG Syn­oda­ler Weg
  • Johann Käser, AG Syn­oda­ler Weg
  • Dr. Johan­na Ski­ba, Diö­ze­san­rats­mit­glied, AG Syn­oda­ler Weg
  • Huber­tus Ker­scher, Jugend­pfar­rer, Priesterrat
  • Tobi­as Asbeck, Kaplan in Gra­fen­au, Priesterrat
  • Niko­laus Pfeif­fer, Stän­di­ger Diakon
  • Sr. Mari­ka Wip­pen­beck, Pro­vinz­lei­te­rin in Deutsch­land der Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz
  • Leo Helm, ehren­amt­li­cher BDKJ-Diözesanvorsitzender
  • Vero­ni­ka Emmer, Geschäfts­füh­re­rin KEB, AG Gemeindeberatung
  • Karin Rot­ho­fer, Frau­en­seel­sor­ge­rin, AG Gemeindeberatung
  • Lud­wig Rai­schl, theo­lo­gi­scher Refe­rent Haus der Begeg­nung Hei­lig Geist Burghausen

Podcast zum Start des Synodalteams

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Weitere Informationen

Die Basis für die Zusam­men­set­zung und den Auf­trag des Syn­od­al­teams ist ein Fahr­plan für das wei­te­re Vor­ge­hen im welt­wei­ten syn­oda­len Pro­zess. Die­ser wur­de vom Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Syn­ode unter dem Titel Skiz­zen für die Umset­zungs­pha­se der Syn­ode 2025 – 2028“ ver­öf­fent­licht und dient den Bis­tü­mern als Ori­en­tie­rung. Das Doku­ment gibt es hier als Download:

Synodaler Weg im Bistum Passau

Das Synodalteam des Bistums Passau hat am 17./ 18. Juli seine Arbeit aufgenommen. Das von Bischof Stefan Oster SDB einberufene Gremium ist beauftragt, die Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynode im Bistum Passau zu begleiten.

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