Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Beim ersten Treffen des Synodalteams des Bistums Passau unter dem Vorsitz von Bischof Stefan Oster SDB am 17. und 18. Juli in Spectrum Kirche Passau führte Pater Clemens Blattert SJ in die Methode „Konversation im Heiligen Geist“ ein. Das Team blickt jetzt auf einen spannenden gemeinsamen Prozessweg für eine synodale Kirche in Passau.
Erstmals seit ihrer Berufung am 1. Mai und ihrer Vorstellung am 1. Juli sind 14 der insgesamt 16 Mitglieder des Synodalteams des Bistums Passau unter dem Vorsitz von Bischof Stefan Oster SDB zusammengekommen. Beim Startschuss mit dabei waren Domdekan Hans Bauernfeind, Bischöflicher Beauftragter des Weltsynodalen Prozesses, Thomas Huber und Dr. Veronika Augustin als Koordinatoren, Bärbel Benkenstein-Matschiner, Markus Biber, Johann Käser und Dr. Johanna Skiba von der AG Synodaler Weg, Jugendpfarrer Hubertus Kerscher und Kaplan Tobias Asbeck vom Priesterrat, Diakon Nikolaus Pfeiffer, Leo Helm vom Bund der Katholischen Jugend (BDKJ), Veronika Emmer und Karin Rothofer von der Gemeindeberatung und Ludwig Raischl, theologischer Referent im Haus der Begegnung Heilig Geist Burghausen. Zwei der Synodalteammitglieder, Birgit Geier von der AG Synodaler Weg und Sr. Marika Wippenbeck, Provinzleiterin der Schwestern vom Heiligen Kreuz in Deutschland, waren verhindert. Als Gast mit dabei war Martin Eibelsgruber von der Gemeindeberatung, der aber nicht Teil des Synodalteams ist. Das 16-köpfige Gremium wird sich von jetzt an in dieser Zusammensetzung in den nächsten drei Jahren regelmäßig treffen mit dem Ziel, Synodalität im Bistum Passau hilfreich und ansprechend zu implementieren und an der Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynode auf Bistumsebene mitzuwirken.
Im gesamten Prozess wird das Synodalteam von Pater Clemens Blattert SJ, Leiter des Zentrums Berufungspastoral in Frankfurt, begleitet und in der Methode „Konversation im Heiligen Geist“ geschult. In Begleitung von Sr. Hildegard Hoiß, Leiterin der Schwestern vom gemeinsamen Leben und des geistlichen Zentrums des Klosters Spabrücken, gab er bei diesem zweitägigen ersten Treffen erste Impulse zur Methode. Unersetzbar sind das Hören auf Gott, was er zum Einzelnen und zur Gemeinschaft spricht, das schlichte Hören aufeinander, das Gehörte im Schweigen sich setzen zu lassen sowie Stille und das Gebet. Diese Methode gilt als wesentlicher Baustein, um ein synodales Miteinander einzuüben. Dass es das im Bistum Passau auf allen Ebenen braucht, um den Weg für eine synodale Kirche zu gehen, bekräftigten die 14 Teammitglieder. Die Kirche brauche Veränderung oder ein „Game-Changing“ im Sinne der Konversation im Heiligen Geist, meinte Thomas Huber. Bärbel Benkenstein-Matschiner bekräftigte, in Kirche und Gesellschaft müsse das Aufeinander-Hören wieder kultiviert werden. Das bejahte auch Dr. Johanna Skiba und ergänzte, dass das Zuhören-Lernen vielleicht die einzige Chance für Kirche und Gesellschaft sei, wieder zusammenzukommen. Einen weiteren Aspekt brachte Tobias Asbeck ein, der betonte, dass auch die gelingende Formierung der pastoralen Räume ein Hören auf den Heiligen Geist brauche. Johann Käser merkte schließlich an, dass es bei alldem nicht um bloße Theorie, sondern vielmehr um Praxis gehe, und meinte, dass Synodalität nicht nur eine Methode, sondern eine Haltung sei.
Die Hoffnungen in den Veränderungsprozess sind groß, nicht nur beim Synodalteam, sondern insbesondere auch bei Bischof Stefan Oster, der das Gremium einberufen hat und viel auf dessen Engagement für eine nachhaltige Umsetzung der Ziele der Weltsynode im Bistum setzt. „Mir ist ein Anliegen, dass dieses Miteinander, dieses große Wort Synodalität, als Weise zu leben und zu arbeiten, etwas in unserem Bistum wird, was sich breit macht – in herausfordernden, aber auch guten Zeiten, in denen gute Chancen für die Kirche bestehen.“ Zwar brauche Veränderung Zeit, aber: „Ich hoffe, dass das, was wir hier tun, auch in die Diözese hineinwirkt.“
Facetten der Synodalität
In seiner Einführung ging P. Clemens Blattert zuerst auf einzelne Facetten der Synodalität ein, die auch maßgeblich zur Methode „Konversation im Heiligen Geist“ gehören. Hierarchie sei zwar wichtig, weil der Bischof in diesem Prozess das Charisma einer synodalen Kirche repräsentiere, doch brauche es dazu alle Ebenen in einem Bistum. „Wir sind alle Lernende; es gibt keine Experten.“ Veränderung gehöre zum Profil der Kirche, betonte er. Wir seien eine „ecclesia semper reformanda“. „Wenn Kirche lebendig und in den Fußspuren Christi unterwegs sein will, dann muss sie eine Kirche sein, die ständig bereit ist, sich zu verändern und zu reformieren.“ Zu jedem Veränderungsprozess gehöre aber auch, Vertrautes und Liebgewonnenes loszulassen und sich von Traditionen zu lösen, die der Vergangenheit angehören, merkte Blattert an. „Berufung funktioniert im Spannungsverhältnis von Tradition und Transformation.“ Traditionelles müsse in eine Form übersetzt und transformiert werden, sodass wir es heute verstehen. „Wie geht das, von Gott zu sprechen und auf ihn zu hören, konkret?“, laute eine zentrale Frage, die wir uns heute stellen müssten.
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Die vielen unbeantworteten Fragen und das Unwissen, wie die Kirche der Zukunft konkret aussehen und wohin uns der Weg führen wird, würden bei vielen ein Gefühl der Unsicherheit, der „Verunsicherung der Identität“, auslösen. Das aber sei Teil der typischen Phasen eines Veränderungsprozesses, so Blattert, zu dem das Loslassen von Altem und das Entwickeln von Neuem gehören würden. „Was hilft, ist Vertrauen und Miteinander.“ Synodalität sei ein Lebens- und Arbeitsstil, zu dem Methoden und Haltung gehören. Haltung aber müsse kultiviert werden. Und dieser Prozess erfordere Vertrauen, Zeit und Geduld, betonte der Jesuitenpater. „Das gilt für uns Einzelne, aber auch für uns als Gemeinschaft und als Kirche.“ Deshalb, so Blattert, sei die Haltung eines jeden Einzelnen so wichtig. „Was uns als Einzelpersonen transformiert, transformiert uns auch als Gemeinschaft.“ Schließlich ermutigte er die Frauen und Männer in ihrer Funktion als sogenannte „Facilitatoren“, Befähigte in der Begleitung des Prozesses. Zur erfolgreichen Implementierung von Synodalität brauche es schließlich alle Ebenen eines Bistums. „Sie brauchen den Entscheidungswillen, den Weg gemeinsam zu gehen (von Seiten des Bischofs und der Bistumsleitung, Anm. d. Red.), aber auch Befähigte, die Dinge umsetzen (wie u.a. das Synodalteam, Anm. d. Red.).“
Ein spürbarer Geist des Aufbruchs
Rückblickend auf das Formierungswochenende des neuen Synodalteams zeigten sich die beiden Koordinatoren Thomas Huber und Dr. Veronika Augustin zuversichtlich, sich als Gruppe auf einen neuen „modus vivendi et operandi“ einzulassen. Die gute Atmosphäre innerhalb des Teams sei von Offenheit und einem Aufeinander-Hören geprägt gewesen, so Huber und Dr. Augustin. „Aus den vielen Einzelstimmen ist an diesem Wochenende ein gemeinsamer ‚Zusammenklang‘ entstanden, der Synodalität als lebendigen Lebens- und Arbeitsstil unserer Kirche erfahrbar gemacht hat. Oder wie es ein Mitglied des Teams treffend formuliert hat: So soll Kirche sein.“ Dank des großen Engagements, des Vertrauens und des konstruktiven Miteinanders von allen Beteiligten sei an diesen beiden Tagen ein starkes Fundament für die Kirche von Passau gelegt worden. „Erfüllt von den gemeinsamen Eindrücken und gestärkt durch diesen verbindenden Geist blicken wir nun voller Vorfreude auf den spannenden gemeinsamen Prozessweg.“
Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Das Synodalteam des Bistums Passau
- Bischof Stefan Oster SDB (Vorsitz)
- Domdekan Hans Bauernfeind, Hauptabteilungsleiter Seelsorge, Evangelisierung, Bildung, Bischöflich Beauftragter Weltsynodaler Prozess
- Thomas Huber, Geschäftsführer Diözesanrat Passau und Koordinator Synodalteam
- Dr. Veronika Augustin, Referentin für theologische Fortbildung und Leitungskultur und Koordinatorin Synodalteam
- Bärbel Benkenstein-Matschiner, Diözesanratsmitglied und Ehrenamtliche, AG Synodaler Weg
- Markus Biber, Diözesanratsvorsitzender, AG Synodaler Weg
- Birgit Geier, AG Synodaler Weg
- Johann Käser, AG Synodaler Weg
- Dr. Johanna Skiba, Diözesanratsmitglied, AG Synodaler Weg
- Hubertus Kerscher, Jugendpfarrer, Priesterrat
- Tobias Asbeck, Kaplan in Grafenau, Priesterrat
- Nikolaus Pfeiffer, Ständiger Diakon
- Sr. Marika Wippenbeck, Provinzleiterin in Deutschland der Schwestern vom Heiligen Kreuz
- Leo Helm, ehrenamtlicher BDKJ-Diözesanvorsitzender
- Veronika Emmer, Geschäftsführerin KEB, AG Gemeindeberatung
- Karin Rothofer, Frauenseelsorgerin, AG Gemeindeberatung
- Ludwig Raischl, theologischer Referent Haus der Begegnung Heilig Geist Burghausen
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Weitere Informationen
Die Basis für die Zusammensetzung und den Auftrag des Synodalteams ist ein Fahrplan für das weitere Vorgehen im weltweiten synodalen Prozess. Dieser wurde vom Generalsekretariat der Synode unter dem Titel „Skizzen für die Umsetzungsphase der Synode 2025 – 2028“ veröffentlicht und dient den Bistümern als Orientierung. Das Dokument gibt es hier als Download:


