Bistum

Sprachenvielfalt, Glaubenseinheit

Stefanie Hintermayr am 28.06.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Erstmals wurde im Rahmen der Maria-Hilf-Woche ein Pontifikalgottesdienst für Katholiken anderer Muttersprachen mit Bischof Oster im Passauer Stephansdom gefeiert. Der Gottesdienst war von Sprach- und Kulturvielfalt geprägt - mit einem besonderen Einzug, verschiedenen Chor- und Musikgruppen und liturgischen Elementen in verschiedenen Sprachen.

Die­ser Got­tes­dienst war von Spra­chen und Kul­tu­ren geprägt: Der Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst für Katho­li­ken ande­rer Mut­ter­spra­chen fand erst­mals im Rah­men der Maria-Hilf-Woche des Bis­tums Pas­sau im Dom statt. Ent­spre­chend der vie­len ver­schie­de­nen Kul­tu­ren der Mit­fei­ern­den war dann auch der Got­tes­dienst gestal­tet. Eine afri­ka­ni­sche Tän­ze­rin mit musi­ka­li­scher Beglei­tung der afri­ka­ni­schen Gemein­de unter der Lei­tung von Robert Kabuye beglei­te­ten den gro­ßen Ein­zug zu Beginn, bei dem auch die phil­ip­pi­ni­sche Gemein­de in ihrer Tracht mit dabei war. Chor­grup­pen und Instru­men­ta­lis­ten ver­schie­de­ner Spra­chen san­gen und musi­zier­ten Kir­chen­lie­der in ihren Lan­des­spra­chen. Die Lesun­gen wur­den in Pol­nisch und Kroa­tisch vor­ge­tra­gen. Die Gaben­be­rei­tung bei der Eucha­ris­tie­fei­er wur­de von der phil­ip­pi­ni­schen und afri­ka­ni­schen Gemein­de beglei­tet. Und das Vater­un­ser wur­de von den Mit­fei­ern­den gemein­sam in ihrer jewei­li­gen Mut­ter­spra­che gebe­tet. Da es kei­ne Simul­tan­über­set­zun­gen gab, dien­te ein in ver­schie­de­nen Spra­chen aus­ge­leg­tes Geheft als Ori­en­tie­rung, um dem Got­tes­dienst der jewei­li­gen Mut­ter­spra­che fol­gen zu können.

Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer, der Haupt­ver­ant­wort­li­che des Got­tes­diens­tes, begrüß­te die Mit­fei­ern­den zu Beginn und dank­te dem Bischof, indem er auf eine Bot­schaft aus dem Hebrä­er­brief ver­wies: Ver­gesst die Gast­freund­schaft nicht.“ Zugleich dank­te er allen, die den Got­tes­dienst mit­ge­stal­tet hat­ten. Dass so vie­le Men­schen mit ver­schie­de­nen Mut­ter­spra­chen an die­sem Tag in den Dom gekom­men waren, freu­te den Bischof Oster dann sehr. Wir füh­len uns alle als Geschwis­ter und Fami­li­en­mit­glie­der“, begrüß­te er die Mit­fei­ern­den. Heu­te sei der Pfingst­geist spür­bar, mein­te er. Got­tes Geist führt uns wie­der zusam­men (…). Hier ist Verständigung.“

Die vielen Sprachen und die eine Familie - durch Christus

In sei­ner Pre­digt ging Bischof Oster auf das The­ma Geschwis­ter­lich­keit trotz unter­schied­li­cher Kul­tu­ren ein. Er beton­te zuerst den hohen Anspruch des Evan­ge­li­ums, in dem Jesus sage: Wer Vater und Mut­ter mehr liebt als mich, ist mei­ner nicht wert.“ Mehr noch: Jesus erwar­te von uns, dass wir bereit sein soll­ten, unser Leben für ihn zu geben, so der Bischof. Was das für ein Anspruch, für eine For­de­rung sei, frag­te er. Aber, lie­be Schwes­tern und Brü­der, wenn wir das Wun­der die­ses heu­ti­gen Tages anschau­en, dass so vie­le Men­schen hier bei­ein­an­der sind und einen Glau­ben tei­len, dann liegt es an ihm.“

Der gro­ße eng­li­sche Schrift­stel­ler C. S. Lewis habe ein­mal gesagt, Jesus sei ent­we­der ver­rückt, der größ­te Lüg­ner oder tat­säch­lich der Sohn Got­tes. Und wenn er wirk­lich (…) das grö­ße­re Leben bringt, wenn unser Zeug­nis, dass er von den Toten auf­er­stan­den ist, wahr ist und wir ihm fol­gen, dann kann nur er uns wirk­lich zu Geschwis­tern machen.“ Chris­tus als der Sohn Got­tes füh­re uns zusam­men. Wenn wir ihn lie­ben, wenn wir ihm ver­trau­en, wenn wir mit ihm gehen, dann ler­nen wir in ihm, die ande­ren, auch die eige­nen Fami­li­en­mit­glie­der, nicht weni­ger zu lie­ben, son­dern mehr zu lie­ben. Denn er will uns sei­ne Lie­be ins Herz geben, damit wir bes­ser mit­ein­an­der umge­hen kön­nen, damit wir Fami­lie sind und erfah­ren, dass wir Geschwis­ter sind.“

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Der Bischof ver­wies auf die Maria-Hilf-Woche, die wir gera­de fei­ern und in der wir die Got­tes­mut­ter Maria beson­ders ver­eh­ren. Jesus hat uns sei­ne Mut­ter zur Mut­ter gege­ben. Jesus hat uns erklärt, wer der Vater im Him­mel ist, dass er ein lie­ben­der Gott ist, der jeden von euch kennt. Und er hat gesagt, dass er unser gro­ßer Bru­der ist und unser Herr, der uns zusam­men­füh­ren will.“ Jesus mache uns zu Geschwis­tern, die – je nach Kul­tur – Jesus anders fei­ern wür­den, so der Bischof schließ­lich. Jeder anders und jeder schön und jeder kost­bar, aber jeder auf sei­ne Wei­se den­sel­ben Gott.“

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Chor­grup­pen und Instru­men­ta­lis­ten ver­schie­de­ner Spra­chen, u. a. der afri­ka­ni­schen Gemein­de unter der Lei­tung von Robert Kabuye sowie der phil­ip­pi­ni­schen und der kroa­ti­schen Gemein­de. Koor­di­niert wur­den die Chor- und Musik­grup­pen von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger. An der Orgel spiel­te Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruckdeschel.

Weitere Informationen zur Maria-Hilf-Woche

Maria-Hilf-Woche 2026

Die Maria-Hilf-Woche 2026 des Bistums Passau ist die 11. Festwoche zu Ehren der Gottesmutter. Hier finden Sie alle Informationen  zu den Veranstaltungen der Maria-Hilf-Woche, die heuer vom 25. Juni bis zum 05. Juli gefeiert wird. 

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