Das glauben wir

Nicht nur schwarz oder weiß!

Redaktion am 17.07.2026

Info Icon Foto: Wolfgang Bayer / pbp

Gott gibt uns Zeit zu wachsen, zu reifen und unser Leben radikal zu verändern. Er sieht in einem Menschen niemals nur das Gute oder das Böse allein. Im Gegenteil. Gott gibt uns die Zeit, Misslungenes ins Gute zu verändern und lehrt uns: Das Leben ist nicht nur schwarz oder weiß. Ein Impuls zum 19. Juli 2026 von Gemeindereferentin Jennifer Kinder.

Das Leben ist eben nicht nur schwarz und weiß“, ein wei­ser Spruch mei­ner Oma, der sich im Lau­fe mei­nes Lebens immer mehr bewahr­hei­tet hat und mir hilft, nicht immer gleich mit dem Kopf durch die Wand zu ren­nen, son­dern erst ein­mal tief durch­zu­at­men – manch­mal viel­leicht sogar auch eine Nacht dar­über zu schla­fen. Manch­mal möch­te ich eine Sache, die mir gegen den Strich geht, aber SOFORT klä­ren. Ein Pro­blem SOFORT lösen. Einen FEH­LER SOFORT wie­der gut­ma­chen. Das Gute vom Bösen tren­nen – radi­kal – von der Wur­zel an.

Ähn­lich ergeht es Knech­ten eines Bau­ers, von dem Jesus im heu­ti­gen Evan­ge­li­um erzählt: Der Bau­er sät guten Wei­zen, aber nachts kommt ein Feind und sät Unkraut dazwi­schen. Als die Knech­te das mer­ken, wol­len sie das Unkraut sofort aus­rei­ßen – das Pro­blem an der Wur­zel packen – Gutes von Bösem tren­nen. Radi­kal. Das Pro­blem von der Wur­zel her anpacken. 

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Auf den ers­ten Blick: gut. Auf den zwei­ten Blick nur noch gut gemeint. Der Bau­er stoppt sie, for­dert die Knech­te auf, gedul­dig zu sein, denn: man KANN das Gute vom Bösen noch gar nicht unter­schei­den! Wer das Unkraut aus­reißt, ver­nich­tet auch den guten Weizen. 

Gut und Böse sind in unse­rer Welt und in unse­ren Her­zen exis­tent — unbe­streit­bar. Und deren Unter­schei­dung ist nicht sel­ten kom­pli­ziert oder im ers­ten Moment sicht­bar. Was auf den ers­ten Blick wie Unkraut wirkt, ent­puppt sich manch­mal als wert­voll. Ande­rer­seits ist nicht alles Gold, was glänzt.

Jesus rät uns des­halb zur Geduld. Gott, im Gleich­nis der Bau­er, schlägt nicht sofort zu, son­dern lässt Zeit zu rei­fen und zu wach­sen. Das ist sicher­lich kei­ne Gleich­gül­tig­keit! Viel­mehr gibt Gott auch uns Zeit zu wach­sen, gibt uns Zeit, das, was uns nicht gelun­gen ist RADI­KAL ins Gute zu ver­än­dern und ER hat uns nicht nur in die­sem Gleich­nis vor­ge­lebt: das Leben ist eben nicht nur schwarz und weiß. 

Jen­ni­fer Kin­der
Gemein­de­re­fe­ren­tin in Fürstenzell

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