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Der Stein vor dem Grab
„Nehmt den Stein weg!“, sagt Jesus.
Aber der Stein liegt schwer: Angst, Schuld, Scham,
die Furcht, andere zu belasten, die Sorge, nicht geglaubt zu werden.
Der Stein schützt – und er sperrt zugleich.
Er hält den Schmerz fern – und das Leben draußen.
Für viele Betroffene sind diese Steine Amnesie,
Dissoziation, ein harter Panzer, der das Überleben sichert.
Aber auf Dauer wird er zum Grab.
Wenn Jesus ruft, den Stein wegzunehmen,
meint Er keine plötzliche Offenlegung, keine Entblößung.
Er ruft Menschen, die mitfühlend und achtsam
einem anderen helfen, ein Stück Licht hereinzulassen –
Therapeutinnen, Begleiter, Freunde,
Menschen, die sagen: Du darfst leben.



